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Mathematik: Primzahlen und chemische Elemente
Freigegeben von matroid am Mi. 01. November 2006 18:25:40
Verfasst von trunx -   3101 x gelesen [Gliederung] [Statistik] Druckbare Version Druckerfreundliche Version
Vermischtes

In diesem Artikel geht es um Überlegungen zu Zusammenhängen zwischen physikalischer Evolution und mathematischen Theorien. Insbesondere sind folgende Punkte fraglich: Welche Eigenschaften "hängen" den Dingen an, so dass sie zählbar werden und liegen Rechenoperationen reale Vorgänge zugrunde? Auch wenn diese Überlegungen zunächst spekulativ erscheinen mögen, führen sie doch zu einer erstaunlichen Beobachtung.

Zahlen sind erstes Zeichen einer von anderen Einzelheiten getrennten Einzelheit - die Zählbarkeit setzt mithin den Raum als diese Trennung voraus.

Einschub: Einzelheit - dieser Begriff suggeriert bereits Trennung von anderen Einzelheiten, deshalb wurde er ausgewählt. Präzise formuliert ist er dadurch aber noch nicht, das würde den Rahmen sprengen. Folgender kurzer Ausblick soll hier genügen - die Welt sei vorgestellt als ein Möglichkeitsfeld (hinreichende Bedingung) und dem Drang nach deren Konkretisierung (notwendige Bedingung). Eine konkretisierte Möglichkeit ist eine Tatsache, die zu geänderten Möglichkeiten führt. Einzelheiten in der Welt können nun Möglichkeiten oder Tatsachen sein, immanent ist beiden ihr prozessualer Charakter. Einzelheiten können daher auch als (zunächst unbestimmte) getrennte Prozesse aufgefasst werden.

In aktuellen Kosmologien wird die Raumzeit - topologisch betrachtet - als äußerst hochentwickelt angenommen, nämlich als ein metrischer Raum. Kein Wunder also, dass es in der Beschreibung des "Urknalls" zu Singularitäten kommt. Vermutlich ist sie stattdessen das Ergebnis eines Prozesses, genauer gesagt eines Trennungsprozesses von Einzelheiten. M.a.W. hinter den Überlegungen zu den topologischen Strukturen auf Mengen könnte sich eine "Biografie" der Raumzeit verbergen (ähnlich wie sich hinter den Leuchtklassen der Klassifizierung von Sternen deren "Lebensabschnitte" verbargen) - eine bestimmte Art Raum wäre demzufolge ein bestimmter früherer Zustand des Universums gewesen.

Zählbarkeit ist danach also das Resultat einer bestimmten Evolution. Ihr Charakteristikum ist die "gleichzeitige" Trennung sowohl identischer als auch verschiedener Einzelheiten. Auf diese Weise ist eine Anhäufung dieser Einzelheiten als Elemente einer Menge und damit das Zählen möglich (man beachte z.B., dass heute der Elektronen-Spin eher als Trennungseigenschaft zwischen ansonsten identischen Elektronen denn als Drehimpuls betrachtet wird). Dieser Anhäufung entspricht die Additions/Subtraktions-Operation u.z. zu einem bestimmten "Sinn".
Die Anhäufung von Einzelheiten als Menge ist aus physikalischer Sicht konzentriertes Material, das sich einsetzt (aufgrund des prozessualen Charakters der Einzelheiten). Dies ist schon sein "Sinn". Dieser besteht ja logischerweise nicht in unserem Zählen. Das Sich-Einsetzen oder Aufteilen ist qualitativ von anderer Natur als die Subtraktion (Diderot hatte einst Entwicklung als Ansammlung bestimmter Dinge bis zu einem Höhepunkt und Zerstreuung nach diesem Höhepunkt, also nur als Addition und Subtraktion aufgefasst); sonst wäre das Anhäufen tatsächlich sinnlos. Im "Sinn", im Aufteilen sollte sich die zweite grundlegende abstrakte Operation, die Division/Multiplikation äußern.

Wenn diese Überlegungen nicht gänzlich aus der Luft gegriffen sind, dann sollten sich auf physikalischem Niveau in bestimmt angeordneten Mengen Primzahleigenschaften zeigen. Tatsächlich finden sich solche Strukturen in den sog. Reinelementen der Chemie, das sind chemische Elemente mit nur einem natürlich vorkommenden Isotop, bspw. Fluor. Angehäuft sind hier elektrische Ladungen im Kern (im Nukleonensee) in verschiedenen Mengen, eben den chemischen Elementen und ihren Isotopen. Nachstehend, und das ist schon die ganze Beobachtung, ist die Anzahl der Reinelemente über der Ordnungszahl mit rotem +, sowie die Gaußsche Primzahlfunktion (also die Anzahl der Primzahlen über den natürlichen Zahlen) mit blauem x grafisch dargestellt.

fed-Code einblenden
Wie man erkennen kann, sind die Ordnungszahlen der Reinelemente nicht immer Primzahlen, auch die Gesamtzahl der Nukleonen hilft bei dieser Art der Betrachtung nicht weiter. Dennoch hielt ich es für nicht uninteressant, auf diese Beobachtung hinzuweisen, weil so eine Hypothese für die Existenz der Reinelemente vorgeschlagen werden kann: Elektrische Ladungen teilen sich möglicherweise auf Nukleonen faktoriell, also in bestimmten Gruppen auf; diejenigen Elemente in denen dies auf nur eine Weise geschehen kann sind Reinelemente.

Im übrigen wurde Tc nicht mit aufgeführt, da es nicht natürlich vorkommt - in diesem Element ist wie in anderen Elementen auch eine stabile Aufteilung der elektrischen Ladung auf die Nukleonen nicht möglich. Eine solche Situation gibt es innerhalb der natürlichen Zahlen natürlich nicht.

Diese Beobachtung hatte ich vor etlichen Jahren in meiner Diplomarbeit erwähnt, dass ich sie jetzt hier veröffentliche, lag an ähnlichen Überlegungen von KlausLange, die man auf dessen homepage nachlesen kann.

bye trunx

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Primzahlen und chemische Elemente [von trunx]  
In diesem Artikel geht es um Überlegungen zu Zusammenhängen zwischen physikalischer Evolution und mathematischen Theorien. Insbesondere sind folgende Punkte fraglich: Welche Eigenschaften "hängen" den Dingen an, so dass sie zählbar werden und liegen Rechenoperationen reale Vorgänge zugrunde? Auch we
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" Mathematik: Primzahlen und chemische Elemente" | 19 Kommentare
 
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Nullstellen der Zetafunktion und quantenm. Energieniveaus
von KlausLange am Mi. 01. November 2006 22:35:39


Eine interessante Verbindung bzgl. der Primzahlverteilung wird auch zu quantenmechan. Systemen und ihren Energieniveaus gezogen, wobei die Nullstellen der Riemannschen Zetafunktion in Deckung gebracht werden sollen:

Riemannhypothese und Quantenchaos

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von KlausLange am Do. 02. November 2006 10:32:02


Interessant wäre es nun, einen größeren Zahlenbereich zu betrachten und zwar in dem Sinne, dass man in sog. Stabilitätsinseln im Bereich der Transurane auch eine entsprechende Übereinstimmung findet.

Wir dürfen ja nicht den Fehler machen und jedes Element mit einer Ordnungszahl (OZ) über Uran (92) als künstlich betrachten, schließlich wird es innerhalb von Supernovae u.ä. Fusionsprozesse geben, die auch weit höhere OZ Elemente, die wiederum eine Zerfallskette zur Folge haben, generieren.

Auch für radioaktive Elemente können sich so Reinelemente definieren lassen, so sie nur ein Isotop mit einer Halbwertszeit von größer als  - sagen wir mal - einer Sekunde haben.

Dann können wir auch nach Stabilitätsinseln schauen und sehen wie dort die Reinelemente mit den Primzahlen korrespondieren.

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von trunx am Do. 02. November 2006 13:45:17


Hallo Klaus,

ich hab gestern mit meinem Sohn über diesen Artikel gesprochen und ihm den angesprochenen Sachverhalt, da er erst 9.Klasse ist, nochmal etwas anders dargestellt. U.z. so, dass im Atomkern nur bestimmte Aufteilungen in Cluster möglich sind, ansonsten wird das Ganze instabil. Ist die Aufteilung in nur eine Clusterstruktur möglich, ist das betreffende Element ein Reinelement, sind dagegen mehrere Clusterstrukturen möglich, hat das entsprechende Element mehrere Isotope. Wenn man also verstanden hat, welche Cluster überhaupt möglich sind, dann könnte man, analog dem Sieb des Eratosthenes, zu den höheren Stabilitätsinseln aufbrechen.

bye trunx

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von weserus am Do. 02. November 2006 16:25:04


Hi trunx,

durchaus interessant; aber wo ziehst Du die Grenze zu den
-sage ich mal- mathematisch-metaphysischen Überlegungen
des Dr. Peter Plichta? (Primzahlenkreuz usw. siehe u.a. den
'Verriss' hier im Forum: ai 'Primzahlen code')

Peter

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von trunx am Do. 02. November 2006 16:44:20


Hi Peter,

Die Grenze ist, denke ich, ganz klar: Ich bezeichne das oben als Beobachtung, meine Gedanken als Hypothesen und benutze die Möglichkeitsform der Verben, Herr Plichta tut dies meines Wissens nicht, sondern stellt seine Gedanken als verifizierte Theorien dar. M.a.W. mit mir kann man diskutieren und meine Überlegungen gerne auch als Unsinn überführen, so es sich dabei um sachbezogene Argumente handelt. Der bloße Hinweis auf Herrn Plichta ist z.B. nicht ausreichend.

bye trunx

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von NotInterested am Do. 02. November 2006 21:08:23


Hi trunx,

Warum setzt Zählbarkeit den Raum als Trennung voraus? Wenn ich zähle, dann hat das gar nichts mit dem Raum zu tun. Wie meinst du das?


lg
NotInterested

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von Bernhard am Do. 02. November 2006 23:09:46


Hallo trunx, Hallo NotInterested!

Das ist ja eigentlich der große Unterschied, bei dem die Abstraktion der Mathematik bereits anfängt. Du kannst eine ganze Menge physikalischer Phänomene entdecken und beschreiben, ohne eine einzig Zahl oder gar mathematische Formel zu benützen. Um dann aber allgemeine Zusammenhänge suchen zu können, ist es nützlich, diese Sachen mit der mathematischen Abstraktion zu beschreiben. So haben es bereits die Pytagoräer gemacht, auch wenn sie manchmal etwas daneben lagen oder sich in ihrer Mythologie verrannten.
Wie weit diese Abstraktion geht und wo die bereits beginnt, seht Ihr an folgender Aufgabe:

Überlegt einmal,wie Ihr rein verbal die Zahl "drei" erklären würdet, ohne die Worte "drei" oder "Dreiheit" o.ä. in den Mund zu nehmen.

Viel Vergnügen dabei...
Bernhard

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von NotInterested am Do. 02. November 2006 23:19:12


Hall Bernhard,

ich sage eins plus zwei. Ist da irgendwo die drei drine? wink


lg
NotInterested

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von trunx am Do. 02. November 2006 23:24:17


Hi NotInterested,

nun, die einfachste Vorstellung von Zählen als Prozess ist ja ungefähr die, dass man zwei Stapel hat - einen den man noch durchzuzählen hat und einen, auf dem die durchgezählten Dinge landen. Dies setzt räumliche Trennung voraus; ließe sich dies nicht bewerkstelligen und sind die Teile auch sonst nicht unterscheidbar (also ohne jede Differenz), könnte man sie nicht zählen, man hätte eine undefinierbare Substanz vor sich.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Trennungsaxiome in der Topologie, die (zwar ad hoc eingeführt) aus unstrukturierten Mengen Räume machen, in den z.B. gerechnet, gemessen werden kann. Und wie gesagt, ich glaube, dass hinter diesen Trennungsaxiomen sozusagen als uralte physikalische Prinzipien bisher noch unbekannte physikalische Prozesse stehen, die den Raum und die Zeit erst erzeugt haben.

bye trunx

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von NotInterested am Do. 02. November 2006 23:58:22


Hallo trunx,


okay, die Vorstellung der Welt als Möglichkeitsfeld ist Geschmacksache, aber bin ich auch einverstanden. Und warum ist jetzt eine Einzelheit auch ein Prozess, wenn es eine Tatsache und nicht eine Möglichkeit ist?

lg
NotInterested

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von KlausLange am Fr. 03. November 2006 09:21:02


Die Frage dabei ist doch, wie aus einer Möglichkeit eine Tatsache wird. Gibt es dafür einen Prozess?

So sehe ich die Welle-Teilchen-Dualität:

Es gibt Einheiten, die glechzeitig potentiell Welle und Teilchen sind. Diese potentiellen Eigenschaften offenbaren sie aber erst durch einen Messprozess und es hängt vom Messprozess ab, ob dieses Potential sich als Tatsache "Welle" oder als Tatsache "Teilchen" manifestiert. Oder es hängt vom Massprozess ab, ob für mich entweder der "Ort" oder der "Impuls" zur Tatsache wird. Ich muss mich durch Messentscheidungen festlegen, welche Tatsache ich beobachten will bzw. was ich Tatsache werden lassen möchte. Interessanter wird das ganze bei Schrödingers Katze. Potentiell ist sie lebend und tot, erst die Messung macht einer der Möglichkeiten zur Tatsache für mich.

Der Zählvorgang ist somit der Messvorgang zur Tatsachenermittlung und die Zählbarkeit ein Potential, dass dem Sein innewohnt, und damit auch die Zahl. Ihre Existenz hängt nicht vom menschlichem Geist ab, sondern von der möglichen Zählbarkeit. Und diese Möglichkeit wird durch Ausdifferenzierungprozesse in der Natur erhalten.

Wenn man also fragt: Woher kommt die Natur? Dann ist das für mich schon zu ungenau. Die Frage lautet für mich: Woher kommen die Ausdifferenzierungsprozesse in der Natur? Ist Natur also nur das, was Ausdifferenzierungsprozessen unterliegt oder was diese Prozesspotentiale stets in sich trägt, also das, was auf Ausdifferenzierung hin angelegt ist?

Die potentielle Abzählbarkeit erscheint hierin in einem neuen Licht.

Bin gespannt, inwieweit trunx mit meinen Ausführungen übereinstimmt...

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von Bernhard am Fr. 03. November 2006 09:48:50


Hallo NotIntersted!

Eins plus zwei - so einfach ist das aber nicht.
Du mußt erst einmal definieren, was Du mit "zwei" sagen willst (im Gegensatz zu "eins"!), und dann die Addition erklären.
Ich glaube, die einfachste Methode bleibt doch noch die visuelle: Wenn man z.B. einem kleinen Kind drei Äpfel, drei Holzklötzchen, drei Strichmännchen o.ä. zeigt und es entdecken läßt, was da gemeinsam dran ist. Ein weitergehender Schritt, der dann richtig etwas mit dem Abzählen zu tun hat, wäre solche Mengen gleichsetzen zu können z.B. mit drei Glockenschlägen, die ja nicht auf einmal erfaßbar sind.

Bernhard


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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von trunx am Fr. 03. November 2006 10:06:20


Hi NotInterested,

diese Begriffe beziehen sich auf eine bestimmte philosophische Auseinandersetzung, beispielhaft sei hier Wittgensteins (ich sag jetzt mal verkürzt - statische) Auffassung von der Welt genannt als alles, was der Fall ist bzw. als die Gesamtheit der Tatsachen. Zuvor hatte Kant bereits formuliert, dass, wenn gewisse Bedingungen eines bestimmten Kausalitätsbereichs existieren, diese regelmäßig die Realisierung bestimmter (Natur)Erscheinungen aus diesem Bereich zur Folge haben, und dies wiederum die Bedingung zur Möglichkeit von Erfahrung überhaupt sei. Viel älter hingegen ist das "panta rhei" oder "alles fließt" von Heraklit.

Dies (und mehr) zusammen genommen ergibt für mich eben dieses Bild, dass ich oben angegeben habe: der Welt liegt ein Möglichkeitsfeld zugrunde, aber sie ist nicht nur dies, denn bestimmte Möglichkeiten werden konkretisiert, es entstehen grob gesagt, die Tatsachen (der sozusagen oberflächlichen Erscheinungen) - beides zusammen, also Möglichkeiten und Tatsachen in ihrer Gesamtheit bilden die Welt.

Der Begriff "Einzelheit" beschreibt nun weder nur Möglichkeit noch Tatsache oder Möglichkeit oder Tatsache, dies hängt analog zu quantenmechanischen Vorstellungen von Wellen und Teilchen, von der jeweiligen Betrachtung bzw. von den Begleitumständen ab. Er ist eine Abstraktion für etwas in der Welt mit der Eigenschaft von anderen "Etwassen" "gleicher" Natur in gewisser Weise getrennt oder verschieden zu sein. Einzelheiten in ihrer Gesamtheit sind also ein Ausschnitt aus der Welt. Eine von anderen Möglichkeiten getrennte Möglichkeit, z.B. nach rechts oder links zu gehen, ist eine Einzelheit, eine von anderen Tatsachen getrennte Tatsache wie ein Buch ist eine Einzelheit, ein quantenmechanisches Objekt vor einer bspw. durch Beobachtung erfolgten Reduktion seiner Wellenfunktion ist weder nur Möglichkeit noch nur Tatsache, dennoch von anderen Objekten verschieden und daher Einzelheit. Aber gerade bei diesem letzten Beispiel merkt man schon, dass man hier in Bereiche kommt, in denen solche Objekte eben nicht mehr getrennt voneinander vorgestellt werden können, dass also die Welt nicht nur aus (getrennten) Einzelheiten besteht, sondern dass die "Dinge" in der Welt miteinander verbunden sind. Die entsprechenden philosophischen Ansätze findet man z.B. bei Heidegger in dessen Begriff "In-der-Welt-Sein" oder in den Diskussionen um Subjekt-Objekt-Relationen in der sog. Kopenhagener Deutung der QM.

Warum ist nun eine Tatsache wie ein Buch oder ein Proton ein Prozess? Phänomenologisch könnte man sagen, das Buch zerfällt langsam, das Proton noch langsamer. Tatsachen müssen nicht zerfallen, prozesshaft ist ja schon, dass sie sich ändern. Die Theorie sieht etwa wie folgt aus - weil Tatsachen in der Welt sind, haben sie Anteil an der Welt, sie sind sozusagen selbst Möglichkeit und Tatsache. Anders ausgedrückt, Tatsachen haben ihre Wurzeln sozusagen im Möglichkeitsfeld, d.h. ihre Möglichkeiten (zur Änderung) gehören zu ihnen. Treten nun die Bedingungen zur Realisierung solcher Möglichkeiten ein, dann ändern sich die Tatsachen. Insofern könnte man sie auch als Prozesse in Warteschleife auffassen. Aber nichtsdestoweniger sind es Prozesse.

bye trunx

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von NotInterested am Fr. 03. November 2006 13:06:53


Hi trunx,


das ist klar, das Buch oder ein Proton ist eine Tatsache, das einem Prozess unterliegt, vielleicht klingt das jetzt naiv, aber die Zahl eins ist für mich eine Tatsache, die keinem Prozess mehr unterliegt, die Möglichkeiten sind ausgeschöpft und nun steht die eins da. Sie ist aus einem Prozess entstanden und fertig, so ist 10 für mich auch eine Tatsache. Ich bin mir nicht sicher worauf du hinauswillst mit philosophischen Aussagen, aber ein Naturgesetz wie der Zufall ist für mich auch eine Tatsache, die keinerlei Prozessen mehr unterliegt. Willst du darauf hinaus, dass die Urknalltheorie falsch ist und davor etwas gab?

lg
NotInterested

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von Bernhard am Sa. 04. November 2006 08:58:46


Hallo NotInterested!

Wenn man die Sache mathematisch ausdrücken will, unterliegt die eins schon einem Prozess, nämlich dem Null-Prozess.
Aber Du sagtest auch, sie wäre aus einem Prozess entstanden und jetzt sei fertig damit. Jetzt muß man fragen:
1. Welcher Prozess war das?
2. An was hatte dieser angesetzt, daß er zur eins führte?
3. Hätte der auch anderswo ansetzen können und dann etwas anderes zustande gepracht?
4. Welcher zweite Prozess hat den ersten zum Stehen gebracht?
5. Warum gerade bei eins?

Das klingt wohl ziemlich spitzfindig, aber vielleicht, können diese Überlegungen wenigstens zeigen, daß sich hier Philosophie, Mathematik bzw. das allgemeine Verständnis der Naturwissenschaften (übrigens auch der Religion), Sprachgebrauch und der uns eigentlich selbstverständliche tägliche Umgang mit diesen Fragen im Prinzip sehr nahe liegen, obwohl sie je nach Betrachtungsweise sehr unterschiedlich ausgelegt werden.

Denn das ist wohl die Kernfragen:
Was ist Mathematik bzw. wo fängt sie an?
Wurde die Mathematik vom Menschen erfunden oder gefunden?
Wozu das Ganze? Überlebensnotwendig im biologischen Sinne ist dieser Unsinn jedenfalls nicht!
Schließlich ist das deshalb auch eine Frage nach dem Menschsein - kein Tier braucht Mathe. Kein Huhn zählt die Eier, die es gelegt hat. Babynahrung ist genau analysiert, wird für jede Mahlzeit genau abgemessen und temperiert - welche Tiere ernähren ihren Nachwuchs auf so komplizierte Art???

Noch viel Spaß bei Eurer "evolutionsmathematischen Philosophie"

Bernhard

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von NotInterested am Sa. 04. November 2006 10:37:32


Hallo Bernhard,


Was für einen Sinn ergibt es jetzt für dich logisch, wenn ich sage, es gibt keinen Unterschied, ob ich dir 10,- Euro gebe oder 10,- Euro von dir nehme? Aber soweit stimmt es schon mal, das Unbewußte macht keinen Unterschied zwischen alt und jung, hoch und tief, etc. Welchen logischen Sinn ergibt es, wenn Schrödinger's Katze gleichzeitig tot und lebend ist? Keinen, also, kann man Sachen nicht immer mit der Logik erklären.
Deine Fragen entspringen der Logik:
1.Keine Ahnung.
2.Weiß ich nicht.
3.Eventuell ja, tat es aber nicht, also spekulation bzw. keine Ahnung.
4.Wieso setzt du voraus, dass es einen 2-ten auch noch gibt?
5.Weiß ich nicht.

lg
NotInterested

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von trunx am So. 05. November 2006 00:59:21


Hi NotInterested,

auf deine Frage, was es nun mit der "Eins" als Tatsache auf sich hat, wäre  zunächst leicht zu antworten, dass sie es ja in erster Linie als Vorstellung ist und wie wir zu dieser Vorstellung kommen, ist sicher ein (Denk)Prozess. Aber es geht ja bestimmt nicht um die Vorstellung als einem physiologischen Prozess.

Wie sich diese Vorstellung weiter entwickelt, kann man nicht unbedingt sagen, aber dennoch sind mit dieser Vorstellung viele Möglichkeiten verbunden, z.B. das Einselement, die Identität, die Einzelheit usw., die anzeigen, dass ein Ausdifferenzierungsprozess die "Eins" betreffend in vollem Gange ist. Doch auch das reicht nicht.

Begriffe allein sind ja nur Komponenten, deren Bedeutungsvielfalt sie einerseits flexibel für ihren Einsatz macht, anderseits aber entfalten sie ihre Bedeutung ja nur in einem bestimmten Kontext. Aus diesem Grund bin ich mir nicht ganz sicher, ob der Begriff "Eins" wirklich eine Tatsache und nicht vielmehr eine Möglichkeit ist, ich denke eher Aussagen sind Tatsachen.

Die grammatikalischen Verknüpfungen von Worten, Begriffen zu Sätzen und Texten bilden einen strukturierten Prozeß der (symbolischen) Betrachtung. Eine Aussage ist ein symbolischer Prozeß. Er zeigt auf einen anderen Prozeß, der entweder wieder selbst eine Aussage oder ein realer Prozess sein kann. In solchem Zeigen auf eine Einzelheit mittels des Begriffs "Eins" wird Eins konkretisiert. Und da sind wir wieder mitten in einem Prozess, die Eins betreffend.

Was die Urknalltheorie anbelangt, so unterliegt auch diese einer Entwicklung - ich halte sie nicht für falsch, sondern in bestimmten Punkten für ungenau. Unakzeptabel ist z.B. für mich, dass Etwas aus Nichts entstanden sein soll, das sog. creatio ex nihilo. Dennoch komme ich zunächst nicht selbst drum herum; was ich oben daher lediglich vorgeschlagen habe, ist für das früheste Universum nach dem Urknall ein anderes Szenario. Nämlich, dass Raum und Zeit erst einmal entstehen mussten und dass ich meine, dass dieser Raumzeit-Entstehungsprozess in seinen einzelnen Phasen durch die verschiedenen topologischen Räume beschrieben werden kann. Bislang ist der "Urknall" sozusagen als Anfangssingularität in den Feldglgen. der ART beschrieben, doch der entscheidende Punkt ist ja, dass diese Feldgleichungen einerseits über metrische Räume definiert sind und zudem Metriken selbst thematisieren. Ich gebe nur zu bedenken, dass es im frühesten Universum noch keine Metriken gab (eben weil sie sich erst entwickelten), also die ART in ihrer heutigen Form nicht für diese Phasen angewendet werden kann.

bye trunx

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von NotInterested am So. 05. November 2006 03:10:53


Hi trunx,


jetzt verstehe ich dich besser, sehr interessant, aber jetzt mein Einwand:

ich habe nicht gefragt, für mich ist es schon beschlossene Sache. Ja, das ist ein Denkprozess/Vorstellung, aber der hat nichts mit einer Tatsache an sich zu tun, das ist ein Unterschied, weil mein Denken alleine daran nichts ändert, z.B., wenn ich jetzt denke, "Sonne explodiere oder Mond verschwinde", dann passiert nichts dergleichen, auch kann ich mir alle möglichen Bedeutungen aller Einzelheiten ausdenken, es ändert nichts daran, dass alle immer wieder nur Eins bedeuten (im Hinterkopf sozusagen) letztendlich. Die Ausdifferenzierung findet ja nur in jenem Kopf statt.

Das heißt immer von Nichts kommt Nichts, also kann es nicht stimmen bzw. stimmt auch nicht (mit oder ohne Spruch). smile


lg
NotInterested

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Re: Primzahlen und chemische Elemente
von Ex_Mitglied_40174 am So. 05. November 2006 16:44:31


Hi NotInterested,

Wie gesagt, Aussagen sind symbolische Prozesse und zeigen als solche auf andere Prozesse. Das bedeutet aber natürlich, dass es eine Differenz gibt zwischen der Aussage als Zeiger und dem, worauf gezeigt wird. Das Bewerten einer Aussage als Zeiger in Bezug auf das von ihm (in gewissem Sinne unabhängige) Gezeigte kann dementsprechend sehr vielfältig, also "wahr", "falsch", "ungenau", "hier zutreffend, da aber nicht" usw. sein. Die Aussagen in deinem Beispiel waren einfach falsch; außerdem wolltest du sie auch noch als Befehl aufgefasst wissen, aber dafür gibt es (noch) keinen oder nur sehr schwachen Regelkreis. Deinem Befehl "Sonne explodiere" fehlt gottlob die nötige Energie. Aber prinzipiell ist es nach meinem Verständnis schon so, dass aufgrund des "In-der-Welt-seins" Aussage und Ausgesagtes nicht völlig unabhängig voneinander sind.

Im übrigen, dass die Ausdifferenzierung eines Begriffs nur im Kopf stattfindet ist, das ist ja klar, trotzdem ist sie ein Prozess, der Auswirkungen auf die Weiterentwicklung der zugehörigen realen Tatsachen und Möglichkeiten haben kann.

bye trunx

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