Die Mathe-Redaktion - 24.11.2017 19:18 - Registrieren/Login
Auswahl
Schwarzes Brett
Aktion im Forum
Suche
Stichwortsuche in Artikeln und Links von Matheplanet
Suchen im Forum
Suchtipps

Bücher
Englische Bücher
Software
Suchbegriffe:
Mathematik bei amazon
Naturwissenschaft & Technik
In Partnerschaft mit Amazon.de
Kontakt
Mail an Matroid
[Keine Übungsaufgaben!]
Impressum

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen, die Distanzierung, unsere Datenschutzerklärung und
die Forumregeln.

Sie können Mitglied werden oder den Newsletter bestellen.

Der Newsletter Okt. 2017

Für Mitglieder
Mathematisch für Anfänger
Wer ist Online
Aktuell sind 530 Gäste und 23 Mitglieder online.

Sie können Mitglied werden:
Klick hier.

Über Matheplanet
 
Mathematik: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
Freigegeben von matroid am Mi. 03. Dezember 2008 14:49:52
Verfasst von gaussmath -   1306 x gelesen [Gliederung] [Statistik] Druckbare Version Druckerfreundliche Version
Vermischtes

Diesen Artikel widme ich allen Nicht-Mathematikern. Das sind diese komischen Leute, die Wolkenkratzergarben für bewusstseinserweiternde Drogen halten und einen Mathematiker auf einer ansonsten lockeren Party fragen, wie viel 905791937075.619 mal 126986.816293506 ist. Ich muss nicht explizit erwähnen, dass sich zu diesem putzigen Vorhaben selbstverständlich die Erwartungshaltung gesellt, dass man das im Kopf rechnen soll. Achso, weitere Charakterisierungen sind übrigens nicht notwendig, um "The Others"[1] hinreichend unterscheidbar zu setzen.
Ich werde versuchen, meiner gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen, indem ich, und zwar durch schonungslos aufklärende Darstellungen des unbekannten Wesens "Mathematiker"[2], in diesem "Krieg der Welten"[3] schlichtend interveniere.  

Im Folgenden kürzen wir geschickt Mathematiker mit M und Nicht-Mathematiker mit N-M ab.

So ein Mathestudium ist ein Pyrrhussieg. Auf der einen Seite hat man zwar die Sprache der Natur gelernt, dem gegenüber steht jedoch der Verlust jeglicher sozialer Kompetenzen[4], wenn ich das mal dialektisch darstellen darf. Dieser ausgiebige Diskurs ist natürlich völlig an den Haaren herbeigezogen und fern jeder Realität. Das liegt daran, dass ich die Mangelernährung, welcher sich der zahlenbegeisterte Student durch monotone Essgewohnheiten (Fertigpizzen) selbst ständig aussetzt, vergessen habe. Vollständigkeit ist eben doch wichtig, merke ich gerade.

Das Zwischenmenschliche ist aber auch kompliziert. Das muss hier und jetzt mal gesagt werden. Der M meistert diese Herausforderungen, z.B. bei der interaktiven Kommunikation, durch abstrakte Themen, womit er die nötige Distanz schafft, welche zur Überwindung der kleinen und großen Barrieren im täglichen Miteinander unabdingbar ist. Ein Gespräch läuft dann ungefähr so ab:

N-M: "Hi, wie geht's Dir heute?"
M: "{}"
N-M: "Was machst Du denn so? Studierst Du auch?"
M: "{}"
N-M: "Interessant, war nett, Dich kennen zu lernen!"
M: "{}"

Wer sich jetzt fragt, inwiefern das Ganze wohl abstrakt sei, dem möchte hier an dieser Stelle nochmal ins Gedächtnis rufen, dass die leere Menge durchaus eine abstrakte Größe ist. Denn, das weiß jedes Kind, es gibt nicht nichts. Abstrahieren heißt ja so viel wie "Reduzieren wesentlicher Eigenschaften". Der M reduziert immer auf das Wesentliche. Ja, das ist eine große Stärke. Der N-M muss sich wirklich keine Sorgen machen, wenn ein Gespräch derart abläuft. Man genießt einfach in solchen seltenen Augenblicken die gleiche Priorität wie die leere Menge. Das ist immerhin besser als nichts...

M tun nur dann was Falsches, wenn sie sich verrechnen. Da das aber nie vorkommt, folgt unmittelbar, dass M immer das Richtige tun! Das ist doch klar, oder nicht? Das beste Beispiel dafür ist Sir Isaac Newton.
Newton hat Münzfälschern rigoros die Hände abhacken lassen. Dieses korrekte Vorgehen ist selbstverständlich notwendig, um die hinterhältigen Subjekte, welche das ganze System untergraben, angemessen zu bestrafen. Auf solche Weicheier, die mit fadenscheinigen Argumenten daherkommen wie: "Wir wollen nicht in einem Staat leben, der genauso grausam ist wie seine bösartigsten Kriminellen", wollen wir nicht hören. Nein, Ordnung muss sein!

Leute, die meinen, M könnten nicht romantisch sein, verbreiten doch nur gemeine und oberflächliche Gerüchte. Das kann ich so nicht stehen lassen. Ich habe daher zusammen mit meinen Freunden, mittlerweile alle ordentliche Professoren im Bereich mengentheoretische Topologie, einen Song mit einem nur so vor Romantik triefenden Text geschrieben. Aber überzeugt Euch selbst: Wo bist du mein sonnenlicht
Der Text stammt übrigens hauptsächlich aus meiner Feder. Vielleicht liegt es ja doch daran, dass mein Sternzeichen "Fische" ist. Fische sind ja bekannt für ihre romantische Ader. Haie zwar nicht, dafür aber Neons. Tja, wer weiß!?

Dass der M in einem Vorstellungsgespräch nicht das 8.(9.)[5] Gebot brechen muss, wenn er auf diese eine "bestimmte Frage" antwortet, liegt an einem frappierenden  Missverständnis. Wir kürzen im Folgenden wieder geschickt ab. R-AMD-HRM III(2) steht für: Referent - Assistant Managing Director - Abteilung Human Resource Management mit Steuerklasse III und zwei Kindern. Die Sozialversicherungsnummer darf ich wegen datenschutzrechtlicher Gründe nicht angeben.
Diese eine bestimmte Frage lautet: "Sind Sie teamfähig?". Der M, ohnehin total abwesend, antwortet natürlich nicht sofort, worauf der stets viel zu gutmütige R-AMD-HRM III(2) die Frage leicht abgewandelt wiederholt:"Kommen Sie gut mit Gruppen klar?" ZACK-WUSCH, da ist das Schlagwort: "Gruppen". Das zaubert dem M ein dermaßen strahlendes Lächeln auf die Lippen, welches der stets viel zu gutmütige R-AMD-HRM III(2) nicht nur als ein klares "Ja" interpretiert, sondern auch im Weiteren auf solche Fragen wie: "Wie war der Erziehungsstil Ihrer Eltern?" gleich mit verzichtet. Ja, was soll man auch auf solch eine Frage antworten? Ich will aber nicht allzu hart sein zu uns. M können schließlich, nachdem sie eingestellt wurden, die Effektivität des Produktionsprozesses um mind. 50% steigern[6]. Und das durch bloßes, scharfes Draufschauen. Beeindruckend...

M streiten sich niemals. Ein M würde eher die Notation eines anderen M verwenden als dessen Zahnbürste[7]. Das liegt daran, dass M so furchtbar rational sind. Das wiederum liegt daran, dass M ihren Hypothalamus zur rechten Zeit an der Pforte des Lebens abgegeben haben. Jetzt verstehen wir auch, dass das nützlich ist. Streits führen ja im Allgemeinen zu nichts Gutem.

So, nun habe ich uns und alles was uns heilig ist in den ersten drei Teilen genügend durch den Kakao gezogen. Demnächst sind die anderen dran. Dann wird es auch endlich geistreich und niveauvoll, nur, um nicht alle diejenigen zu enttäuschen, die die ganze Zeit darauf gewartet haben.

Bis zum nächsten Mal, wenn es heißt: Gedanken eines Mathematikers - Goethes Faust, ein Interpretationsversuch

Wir werden erfahren, dass das Streben des Menschen nach Erkenntnis eigentlich völlig sinnlos ist, denn es geht doch letztlich nur darum, dass wir zumindest das Gefühl haben, dass wir was wissen.  

Zum Schluss noch ein paar kleine Worte der Anerkennung und Dankbarkeit. Man sollte allerdings die letzte Bambi-Verleihung gesehen haben, um das zu verstehen.
Diese Worte richten sich an denjenigen, dem ich das alles hier zu verdanken habe, Stefan Raab: "Danke, Papa!".  

Lasst Euch nicht unterkriegen! Erst recht nicht von Bakterien oder Viren.

Euer gaussmath


[1] Ein toller Film, sollte man mal gesehen haben.

[2] Oh, und der erst... Der wird zur Zeit gedreht und handelt von einem M, der mit einer einzigen und simplen Erkenntnis der ganzen Mathematik ihre Grundlagen entzogen hat und darüber verrückt geworden ist. Wäre doch jeder, oder nicht?

[3] Obwohl die Handlung dieses Films total logisch ist, kann ich den nicht empfehlen. :(

[4] Das geht Sozialpädagogen auch so. Die würden das nur niemals zugeben.

[5] Man kann sich das kaum vorstellen. Es gibt jedoch Uneinigkeit bzgl. der Nummerierung der 10 Gebote.

[6] Das ist zwar komisch, aber manchmal werden die Produktionsprozesse dermaßen optimiert, dass diese danach gar nicht mehr vorhanden sind. Hm, ...

[7] Der Spruch ist natürlich nur geklaut. Ich gebe es zu, und es tut mir leid.


Link auf diesen Artikel Link auf diesen Artikel  Druckbare Version Druckerfreundliche Version  Einen Freund auf diesen Artikel aufmerksam machen Weitersagen Kommentare zeigen Kommentare  
pdfFür diesen Artikel gibt es keine pdf-Datei


Arbeitsgruppe Alexandria Dieser Artikel ist im Verzeichnis der Arbeitsgruppe Alexandria eingetragen:
: Vermischtes :
Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen [von gauss  
Diesen Artikel widme ich allen Nicht-Mathematikern. Das sind diese komischen Leute, die Wolkenkratzergarben für bewusstseinserweiternde Drogen halten und einen Mathematiker auf einer ansonsten lockeren Party fragen, wie viel 905791937075.619 mal 126986.816293506 ist.
[Die Arbeitsgruppe Alexandria katalogisiert die Artikel auf dem Matheplaneten]

 
Verwandte Links
 
Besucherzähler 1306
 
Aufrufstatistik des Artikels
Insgesamt 61 externe Besuche zwischen 2017.11 und 2017.11 [Anzeigen]
DomainAnzahlProz
http://int.search.myway.com11.6%1.6 %
http://matheplanet.com69.8%9.8 %
http://google.de4573.8%73.8 %
http://google.gr46.6%6.6 %
http://google.ch23.3%3.3 %
http://google.com23.3%3.3 %
http://google.at11.6%1.6 %

Häufige Aufrufer in früheren Monaten
Insgesamt 32 häufige Aufrufer [Anzeigen]
DatumAufrufer-URL
2012-2017 (21x)http://google.de/url?sa=t&rct=j&q=
2012-2013 (7x)http://google.de/url?sa=t&rct=j&q=eigenschaften eines mathematikers
2012.01 (4x)http://google.gr/url?sa=t&rct=j&q=unbekannte olympiade mathematik problems

[Seitenanfang]

" Mathematik: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen" | 10 Kommentare
 
Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von LutzL am Mi. 03. Dezember 2008 15:04:42


Man denke sich dann noch hinzu, dass Newton selbst dazu überging, die Prägeränder der Münzen abtrennen zu lassen. Was natürlich das Gewicht der Münze ändert und diese an Automaten, und nicht nur dort, durchfallen lässt. Hat er das nun in seiner Eigenschaft als Mathematiker oder als Physiker gemacht?

Und ich muss zugeben, nach oben gesagtem kein Vollblutmathematiker zu sein. Die volle Abstraktion der leeren Menge im Smalltalk geht mir ab, ich bin nur bis zur Stufe der binären Antworten gelangt. Und habe auch noch Skrupel dabei.

Und, was mich viel schlimmer als M ungeeignet macht, ich kann feuchte Lappen im Waschbecken der Teeküche wahrnehmen und kann dann nicht anders, als diese zum Trocknen aufzuhängen. Analog Schwämme in Vorlesungsräumen.

Ciao Lutz

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von gaussmath am Mi. 03. Dezember 2008 20:09:26


Hi Lutz,

ich wusste ja, dass das irgendwann eskaliert. Ich habe in allen drei Teilen die Physiker vergessen. Oh ha! Du kannst Dir bestimmt vorstellen, dass das um einiges schwieriger ist, diese bodenständige Gruppe durch den Kakao zu ziehen, zumal jeder Physiker hier auf dem MP, ausnahmslos durch die Bank, viel besser rechnen kann als ich. Das muss ich ja nicht belegen, oder? Wenn Du allerdings drauf bestehst, dann melde Dich einfach nochmal ganz informell.

Ebenfalls freut es mich zu hören, dass Du Deine kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickelt hast. Binärcode und Ähnliches sollten wir nun wirklich den Computern überlassen.

So, Du kannst also feuchte Lappen wahrnehmen? Das erinnert mich irgendwie an "The Sixth Sense". Sieht man dann auch das Kondensat Deines Atems in diesen Augenblicken? Uuaaahhh, wie unheimlich. *schauder*
Du brauchst wirklich Hilfe! Der Bruce macht das bestimmt gerne.

Beste Grüße
gaussmath

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von huepfer am Mi. 03. Dezember 2008 21:59:34


Aber ging der Spruch der zu Anmerkung [7] geführt hat nicht andersrum?

Gruß,
Felix

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von gaussmath am Do. 04. Dezember 2008 09:41:06


Moin Felix,

ich wollte ja, dass es nicht so auffällt. Anmerkungen liest sich doch eh keiner durch...

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von huepfer am Do. 04. Dezember 2008 09:49:55


Hallo Marc,

Du hast wohl nicht damit gerechnet, dass sich das ein M oder zumindest ein M-Student durchliest razz

Gruß,
   Felix

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von gaussmath am Do. 04. Dezember 2008 09:59:06


Wenn ich jetzt ein Jura-Student wäre, dann könnte ich mich immer noch durch geschickte und dehnbare Argumente aus Deiner rhetorischen Umklammerung befreien. Da ich das aber nicht bin, siehst Du mich gerade mit dem Rücken zur Wand. Ich gebe mich geschlagen. Es ist ein Fehler in meinem Text... razz  biggrin

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von Meren-Adven am Do. 04. Dezember 2008 10:56:45


Ach was, das kann man mit "Das ist Ironie, Du M" (damit haben Ms häufiger Probleme, sonst würden sie sich ja streiten) abschmettern.

Gruß eines amüsierten
Hannes

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von Diophant am Do. 04. Dezember 2008 16:20:13


Hi Marc,

"M streiten sich niemals.". Das wussten wir doch (oder nicht ?!?).
Aber du hast nun endlich zweifelsfrei geklärt warum das so ist, oder könnte so:

{}!
{}!!
{}!?!
{}!!!!
.
.
.

ein Streitgespräch ablaufen?

Vielen Dank wieder mal für deine tiefsinnigen Gedanken.

Grüße,


Johannes

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von gaussmath am Fr. 05. Dezember 2008 12:08:13


Moin Johannes,

wenn ich morgens im Bus fahre, dann belausche ich, natürlich völlig unabsichtlich, manchmal diverse Unterhaltungen, die sich inhaltlich nicht großartig von dem von Dir skizzierten Gesprächsverlauf unterscheiden, obwohl das rein akustisch irgendwie anders klingt. Nein, das sind natürlich nicht alles Mathematiker. Das sind Schüler einer gewissen Schulform, deren Ruf in der letzten Zeit etwas gelitten hat. Ich möchte das auch kurz bewerten: "Das ist nicht gut!"  frown

@Hannes: Dafür bist Du bekannt, dafür schätze ich Dich: Du bringst es immer knallhart auf Punkt!  smile

Viel Grüße
Marc

 [Bearbeiten]

Re: Gedanken eines Mathematikers - Der Mathematiker, das unbekannte Wesen
von Goswin am Di. 23. Dezember 2008 14:33:16


90% der Menschen setzen bei Mathematikern ein gutes Kopfrechnen voraus. Die restlichen 20% haben Mathematik studiert und wissen, dass dem nicht so ist.

 [Bearbeiten]

 
All logos and trademarks in this site are property of their respective owner. The comments are property of their posters, all the rest © 2001-2017 by Matroids Matheplanet
This web site was made with PHP-Nuke, a web portal system written in PHP. PHP-Nuke is Free Software released under the GNU/GPL license.
Ich distanziere mich von rechtswidrigen oder anstößigen Inhalten, die sich trotz aufmerksamer Prüfung hinter hier verwendeten Links verbergen mögen.
Lesen Sie die Nutzungsbedingungen, die Distanzierung, die Datenschutzerklärung und das Impressum.
[Seitenanfang]