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buhs Montagsreport: Die Ernst des Jahres
Freigegeben von matroid am Mo. 13. Juli 2015 00:00:14
Verfasst von buh -   415 x gelesen [Gliederung] [Statistik] Druckbare Version Druckerfreundliche Version
Bildung

Urlogo für buhs Montagsreport
Die Ernst des Jahres

Bijektive Abbildungen im Kompetenzdesign

Schleswig-Holstein. DAS wird der große Wurf: Damit die Form endlich zum Inhalt passt, wird in Schleswig-Holstein dem großen Geklingel zur „kontextorientierten Kompetenzentwicklung“ nun auch der passende Zettel zur Seite gestellt: Mit dem Schuljahr „drei Jahre nach dem kommenden“* verpflichtend wird in den dritten und vierten Klassen des Bundeslandes endlich das schnöde Zensurenzeugs, ähh, -zeugnis abgeschafft und durch eine verbale Kompetenzbeschreibigung ersetzt.

Ja.
Wie stellen wir uns das vor, wer hat das gewollt, und wie hilft es dem Kinde?
Und auf das alles hat die Ernst, also  die Britta**, eine Antwort***.
 
Aaaalso: Wer hat das gewollt?
Natürlich die Eltern, die in der Vergangenheit immer wieder beklagt haben, dass sie sich transparente, leicht verständliche Bewertungen wünschen.
 
Wie hilft das dem Kinde?
„Eine differenzierte Leistungsbewertung wird einem Kind mit seinem individuellen Leistungsstand besser gerecht als eine Note“[****].
 
Und wie stellen wir uns das nun vor?
Na ganz einfach und leicht verständlich gerecht: In 37 Kriterien werden jeweils 5 Grade zwecks Einschätzung zur Verfügung gestellt, aus denen der Kompetenzentwicklungsbegleiter (also der ehemalige Lehrer) individuell gerecht auswählt.
 
Also so:
Seite 4***** des Zeugnisses der dritten Klasse der Grundschule:



Weiter noch am Beispiel von
Seite 9 (oberes Drittel) des Zeugnisses der dritten Klasse der Grundschule:



Datum und Unterschrift          : überwiegend unsicher
 
Falls DAS Ihnen jetzt nicht leichtverständlich selbsterklärend und kindgerecht individuell und schon gar nicht vergleichbar******erscheint, verrate ich Ihnen ein Geheimnis (aber nicht der Frau Ernst sagen!!!):
 
Wenn man „sicher“ durch eine „1“, „überwiegend sicher“ durch eine „2“ ……………
 
Und „teilweise unsicher“ kann man ja in der 5. Klasse noch einschieben,
 
meint
 
buh2k+15
 
 
*: DAS war der Journalist, von dem das stammt. Eine ernste Bildungsministerin hätte bestimmt „2018 oder so“ gesagt.
**Britta Ernst, Bildungsministerin von SH (2015)
***Antworten haben Politiker ja immer, sogar wenn gar keiner Fragen stellt.
****: Zitat nach Zitat der Berliner Morgenpost, 10.07.2015; in „Keine Noten in Grundschulen im Norden“
*****: Seitenzahlen und Kompetenzen fiktiv, aber diese Kompetenzen finden sich bei der Internet-Recherche von allein ein.
******: Kinder vergleichen sich übrigens immer und überall, auch da, wo wir das gar nicht wollen.
P.S. Jetzt hätte ich doch die wissenschaftliche Seite dieser wundervollen Entwicklung beinahe vergessen: Der nachstehende Tipp zu Unterrichtsgestaltung in der Grundschule:
 
„Wäscheklammern oder Pfeile können in einer Plenumsphase zur Markierung derjenigen Kompetenzen genutzt werden, welche jeweils angesprochen werden sollen bzw. wurden.“ [März2010©byPIKAS (www.pikas.uni-dortmund.de/)]
 
hat mir deutlich gemacht, dass moderner Unterricht lebensgefährlich ist: Als angesprochener Lehrer kompetent zu sein, kann an der Tafel mit Pfeilen markiert enden. Von den Wäscheklammern nicht zu reden.

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" buhs Montagsreport: Die Ernst des Jahres" | 5 Kommentare
 
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Re: Die Ernst des Jahres
von Hans-Juergen am Mo. 13. Juli 2015 01:55:25


Na, und was ICT? Die armen Eltern, die das wissen müssen!

 [Bearbeiten]

Re: Die Ernst des Jahres
von Martin_Infinite am Mo. 13. Juli 2015 10:05:54


Unterhaltungswert dieses Montagsreports: sicher
Fassungslosigkeit des Lesers: überwiegend sicher
Sinnhaftigkeit dieser neuen Vorschläge: überwiegend unsicher

 [Bearbeiten]

Re: Die Ernst des Jahres
von Dixon am Mo. 13. Juli 2015 16:17:51


Nun ja, dann kreuzt die Lehrerin oder der Lehrer auf dem Bogen einfach immer "sicher" an; weder kann sie oder er alle 45 Schüler der Klasse auch nur beim Namen nennen, noch wäre es was neues, das Problem einfach weiterzuschieben. Also, liebe Professoren und Habilitanden, viel Spaß dann...

Grüße
Dixon

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Re: Die Ernst des Jahres
von Wauzi am Di. 14. Juli 2015 01:55:53


Hätte man Schule nicht jahrzehntelang hautnah erlebt, würde man das wohl für Satire in einem absurden Theaterstück halten.

Aber diese Satire ist keine Satire, sie ist nicht einmal Fiktion. Mehr noch, es wird so weiter gehen, und Absurdistan immer realer werden lassen. Schließlich gilt für Bildungspolitik noch immer der (abgewandelte) Spruch:
Und aus dem Ministerium sprach eine Stimme zu mir: "Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen!", und ich lächelte und war froh, und es kam schlimmer...!

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Re: Die Ernst des Jahres
von Bernhard am Fr. 17. Juli 2015 00:28:19


Hallo!

1.)
Warum geht da "Gesundheit" mit ein? Ist das nicht ein Kapitalfehler im Sinne der vielpropagierten Inklusion? (das ist jetzt ernst gemeint!)

2.)
Viel ändert sich ja eigentlich nicht. Nur daß das Können, jetzt "Kompetenzen" genannt, feiner aufgedröselt bewertet wird. Die Skala mit den "Sicherheitsstufen" könnte man genauso durch Zahlen-Noten ersetzen. Ich weiß jetzt nicht, ob es auch noch "sehr sicher" gibt, damit hätte man dann wieder 6 Noten:
unsicher, überwiegend unsicher, teilweise sicher, überwiegend sicher, sicher, sehr sicher

Was hat sich dann geändert, außer das die Lehrer* viel mehr Arbeit haben und keiner mehr richtig durchblickt, weil er die Kompetenzen nicht genau deuten kann?

Viele Grüße, Bernhard

*/innen, Verzeihung!

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