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buhs Montagsreport: Rechtshändigkeit als teures Hobby(?)
Freigegeben von buh am Mo. 27. Januar 2003 00:00:14
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Rechtshändigkeit als teures Hobby(?)


Dank zunächst (herzlichst!!) all jenen, die mir in freundlicher Weise die beiden von Matroid für mich quasi reservierten Awards (*gg*) auch per Votum umhängten.

So stolz ich bin, mich im Polyell gegen Ende, Fabi, Thufir_Hawat und CyberDevil durchgesetzt haben zu können, muss ich doch gestehen, dass der Preis für die gekonnteste Interpretation einer Statistik einem anderen gebührt: Timot Szent-Ivany.




Selbiger ist Fantasy-Schriftsteller bei der Berliner Zeitung und somit berechtigt, im Ressort Politik die Menschheit oder zumindest die Deutschen zu retten. Vor allem vor den fürchterlichen Ideen einer gewissen Frau Schmidt (Sozialministerin) muss der kleine Mann mit seiner Frau auf der Straße gerettet werden. Und das geht so:

Wir nehmen zunächst eine Statistik:

Sportverletzte in DeutschlandGesamtmännl.weibl.
Fußball472 00089 %11 %
Hand-, Volley-, Basketball179 00065 %35 %
Inlineskaten, Skateboard, Kickboard111 00053 %47 %
Reiten93 00015 %85 %
Skisport90 00045 %55 %
Tennis, Squash, Badminton87 00063 %37 %
Jogging64 00054 %46 %
Radfahren60 00074 %26 %
QUELLE: BUNDESANSTALT FÜR ARBEITSSCHUTZ UND
ARBEITSMEDIZIN/STATISTIK FÜR DAS JAHR 2000.


Dann stellen wir die Idee einer Politikerin vor:
Wer riskante Hobbys betreibe, ließ Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) kürzlich wissen, solle in Zukunft eine private Unfallversicherung abschließen. (…) Es sei eine berechtigte Forderung, dass dafür nicht mehr die gesetzliche Krankenversicherung aufkomme, erklärte die Sozialdemokratin. Was ihrer Meinung nach ein riskantes Hobby ist, lieferte Schmidt gleich mit: Drachenfliegen oder Motorrad fahren.
Und jetzt die Wertung: Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt jedoch, dass der Vorschlag populistisch (…) ist, (…) sowie Wenn ein Mitglied der Regierung mit einem Vorschlag in die Öffentlichkeit geht, sollte man voraussetzen können, dass der Vorstoß zumindest einigermaßen durchdacht ist. Diesen Eindruck vermittelt Ulla Schmidt eher nicht.
Und der Beweis: Denn die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Es wird spannend. Danach gehen Millionen Deutsche mehrfach in der Woche riskanten Sportarten nach, aber nicht mit Fluggeräten in den Alpen: Beim Fußball, Radfahren oder Joggen passieren die meisten Sportunfälle.(…) Drachenfliegen oder Fallschirmspringen liegen unter der Wahrnehmungsschwelle.

Was also sagt uns dieser schöne Artikel der Berliner Zeitung?
Beim Fußball passieren die meisten Unfälle./ Drachenfliegen oder Fallschirmspringen liegen unter der Wahrnehmungsschwelle. Das bedeutet: Fußball ist eine Risikosportart, Drachenfliegen nicht.

Das ist Logik, wie ich sie mag! Die meisten Unfälle überhaupt passieren im Haushalt. Die Anzahl der jährlich von Krokodilen gefressenen Touristen liegt im maximal zweistelligen Bereich. Das bedeutet: Das Leben im Haushalt ist lebensgefährlich, der Aufenthalt in einem Krokodilbecken ist gesund.
Laut Statistik (nicht dieser) werden die meisten Unfälle von Rechtshändern begangen: Wir empfehlen den Abschluss einer privaten Unfallversicherung wegen Rechtshändigkeit.
Die harmloseste Sportart ist dieser Logik folgend das seillose Springen in tiefe Abgründe: Da das in Deutschland jährlich fast überhaupt nicht stattfindet, ist es ausgesprochen harmlos!!

Beim Fußball, Radfahren oder Joggen passieren die meisten Sportunfälle.??? Liebe Redakteure: Wenn man zum absoluten Maximum IRGEND ETWAS addiert, wird es größer. Genauso richtig wäre also gewesen: Beim Fußball, Luftballon-Aufpusten… oder aber auch: Beim Fußball, Schaumschlagen … oder: Beim Fußball, Schlafen…
Wenn das Zusammenfassen dieser drei Kategorien (Positionen 1,7,8) erlaubt ist, dann können wir auch in folgender Weise fortfahren: Bei Inlineskaten, Schisport und Badminton… oder Bei Tischtennis, Schach und Mau-Mau … oder Bei [Hier klicken und Sportart einsetzen], [Hier klicken und Sportart einsetzen] und [Hier klicken und Sportart einsetzen] passieren die meisten Unfälle.
Zum Schluss noch: Wenn ein Mitglied der Regierung mit einem Vorschlag in die Öffentlichkeit geht, sollte man voraussetzen können, dass der Vorstoß zumindest einigermaßen durchdacht ist. Diesen Eindruck vermittelt Ulla Schmidt eher nicht.

Ich meine: Wenn eine renommierte Zeitung mit einem Artikel in die Öffentlichkeit geht, sollte man voraussetzen können, dass der Artikel zumindest einigermaßen durchdacht ist. Diesen Eindruck vermittelt dieser Artikel überhaupt nicht; es sei denn, man unterstellt, die Verantwortlichen würden alle Leser für (vorsichtig ausgedrückt) geistig nicht wirklich rege halten.

Seien wir ehrlich: Statistiken fälschen kann jeder, aber die Kombination aus irgendeiner Aussage und einer ebenso beliebigen Statistik zum Beweis der Aussage ist wahrhaft genial: Hiermit überreiche ich feierlich an Timot Szent-Ivany und Die Berliner Zeitung

den Preis für die signifikanteste Veralberung .

In Ehrfurcht verneigt sich

buh2k+3



Grüngesetztes sind Zitate aus: Berliner Zeitung, 24.01.2003;
Timot Szent-Ivany: Extremsportart Fußball


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