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buhs Montagsreport: Du wirst rechthaben, aber Recht haben wirst du nicht | Freigegeben von buh am Mo. 07. Juni 2004 00:03:45 Verfasst von buh - 11435 x gelesen [Gliederung] [Statistik] Druckerfreundliche Version
|  Du wirst rechthaben, aber Recht haben wirst du nicht
Berlin. Wer den Unterschied zwischen
\fed\mixon$ "Für alle \eps>0 existiert ein \delta>0 derart, dass..."
und
\fed\mixon$ "Es existiert ein \delta>0 für alle \eps>0 derart, dass..."
begriffen hat, weiß die Vorteile einer klaren Sprache zu schätzen. Und vermutlich wünscht er sich die Vorteile der Stetigkeit bei jeder Gelegenheit herbei, immer und überall. Auch und vermutlich vor allem in seiner ...
... Muttersprache. Für deren Stetigkeit gab es bisher den Herrn Duden. Der hatte immer Recht, und recht und schlecht hat das jeder begreifen müssen.
Als aber der Falschschreiber immer mehr wurden, die Orthographie sich immer mehr zur Ottografie entwickelte und die Grammatik sich zum Gramatick auswuchs, als also das Richtige vielen nicht mehr recht war, ereigneten sich unsere Minister (D, Ö, S) eine Rechtschreibreform. Da sie aber der Mathematik so mächtig waren wie Finanzminister, maßen sie der Stetigkeit nur eine geringe Bedeutung bei.
Der Thron der Geschichte verlor also sein h (, dass er aber schnell wieder fand!!,) ebenso wie das Känguruh, das nun haa(r)los durchs Gelände springen musste. Und der Thunfisch wurde zum Tunfisch (sein Inverses ist der Lassenfisch). Man wollte sogar die klassischen Fehler beim "th" (Mathematik, Orthographie, Thematik) ausmärzen (von martius), scheiterte aber am Brathering. Gleichzeitig huldigte man der gemäßigten Klein- und Zusammenschreibung: Der allein Erziehende sollte Recht haben und möglichst nicht Wut entbrannt und Zähne flätschend (von Flatschen) dem Aufsicht Führenden an die Kehle springen. Genau so wichtig waren den Ministern und ihrer Recht Schreibungs Kommission (Komission? Kommision? Komision? Kommittee??) die Herkünfte der Wörter: Stängel (vom Stangl-Wirt), inwändig (von Wand), Askäse (vom Käse essen dabei) oder auch Wätter (vom norddeutschen Wadder).
Glanzstück der Reform war aber die Regelung der Komasetzung (von Koma: Ereignis bei Rechtschreibung). Die bisherigen 344 Regeln wurden aufgehoben und durch 9 neue ersetzt.
Die Erfolgsliste dieser Reform ist lang: Ein paar deutsche Schriftsteller emigrierten, die Gräber der drei großen G (Goethe, Gutenberg, Gonrad Duden) brannten in Folge Inhaberrotation aus, die Mehrheit der erwachsenen Deutschen telefonierte, statt Briefe zu schreiben, und die Schüler machten mindestens genau so viele, dafür aber neue Fähler (von Marterfahl) wie vor Her.
In der vorigen Woche nun geschah ein Wunder: Die Bünde tagten (zumindest tagte ein Stück Bund deutscher Länder, die KMK), und plötzlich ist der Alleinerziehende nicht mehr allein erziehend, sondern wieder alleinerziehend. Gleichzeitig erklärte man das Wirken der GOGK (Große Orthographische&Grammatische Kommission) für beendet. In fünf Jahren wird eine neu benannte (neubenannte?) Kommission die alten Fehler für ungültig erklären und neue fest legen (festlegen?).
Meine Alternativen:
Entweder
a) man orientiert sich an der Mathematik und schafft eine einheitliche eindeutige klare unmissverständliche Sprache
oder
b) man schickt alle Kommissionen in die Wüste und reduziert die deutsche Sprachregelung auf die beiden Kernsätze:
1. Schreibe wie du schprichss.
2. Komma, Sätze, wie du willss.
Ein erfolgreicher Anfang für 2. ist mit dieser Reform allemal gemacht,
Recht schreibt mal wieder
buh 2k+4
P.S. Wie war noch mal gleich der Ansatz zur linearen Unabhängigkeit dreier Vektoren:
\feda) ra+sb+tc=0
\fedb) r\.a^>+s\.b^>+t\.c^>=0^>
\fedc) r\.vec(\dsa) +s\.vec(\dsb)+t\.vec(\dsc)=vec(\ds0) ?
Ich weiß es nicht mehr. buh
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Berlin. Wer den Unterschied zwischen
$ "Für alle eps>0 existiert ein delta>0 derart, dass..."
und
$ "Es existiert ein delta>0 für alle eps>0 derart, dass..."
begriffen hat, weiß die Vorteile einer klaren Sprache zu s
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buhs Montagsreport: Du wirst rechthaben, aber Recht haben wirst du nicht" | 23 Kommentare |
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| Dieser hat mir sehr gut gefallen, grosses Lob, buh. |
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Hallo buh,
danke für den ammysanthen Artikel.
Deine letzte Zeile zur linearen Unabhängigkeit
wurde jahrzehntelang so geschrieben:
\fedr\.vec(\dsa) +s\.vec(\dsb)+t\.vec(\dsc)=vec(\dso)|,
und das war nicht das Schlechteste.
Herzlichen Gruß,
Hans-Jürgen |
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Rechtschreibung, Kommasetzung, was ist das?
Ich hab da mal ne Frage... koennen die Leute die uns die Rechtschreibung beibringen sollen (also Lehrer) eigentlich die neue Rechtschreibung? Und wenn es jetzt schon wieder geaendert wird, wer blickt denn dann noch durch?
*total verwirrt bin* |
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| Uebrigens: schoen, dass es, nach langem Warten, endlich wieder einen Montagsreport gibt! :) |
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| Die vielen MR-losen Montage sind vorbei, und dann mit einem so guten MR :-) |
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@buh,
das war Mal(?) wieder ein sehr treffender MR.
@kiddy,
wenn wir in der 5./6. Klasse eins in Deutsch(?) gemacht haben, dann die alte neue Rechtschreibung. Aber die ist ja eh nichts mehr wert und alle Professoren bei uns schreiben ohnehin alte alte RS. Also ist es grad egal, wie wir schreiben und später????
Mir reicht's jetzt eigentlich, drum mache ich es einfach wie einige der großen deutschen Zeitungen und definiere meine eigene persönliche (ohne h) Rechtschreibung.*g* |
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hm.... klasse artikel (freut jeden Mathe-Germanistik-Studenten *g*) - aber was ich noch vermisse ist der mathematische Unterschied der beiden Stetigkeitsaussagen... unser Prof hat das zwar mal vorgeführt "das ist nicht vertauschen, sondern vertäuschen", aber so richtig verstanden hat das damals keiner :)
viele grüße!
plip
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@Kiddycat:
"koennen die Leute die uns die Rechtschreibung beibringen sollen (also Lehrer) eigentlich die neue Rechtschreibung?"
Nein, sie können sie nicht.
Und die Mathelehrer schon gar nicht.
(Selbsterkenntnis) |
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buh hat recht, Schüler werden immer Fehler machen, aber schön, daß es nun wieder andere Fehlermöglichkeiten gibt. :-(
Aber die Lehrer tun mir leid, denn sie müssen nun wirklich die erneut neuen Regeln durcharbeiten und vertreten, selbst wider eigene Einsichten.
Und, die für mich schwerwiegendste Vergeudung: Indem nun jeder sehen kann, daß die Rechtschreibung (willkürlich) veränderlich ist, wird der Respekt vor der Rechtschreibung als Kulturbeweis abgebaut, und es wird eine bis vor kurzem vorhandene Einheitlichkeit der Auffassung verschenkt.
Die Leute werden sich nicht mehr darum kümmern. Ich übrigens auch nicht.
Gruß
Matroid |
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ich kann mich da nur Hüpfer und Matroid anschließen, schade um die Einheitlichkeit der Rechtschreibung, aber eigentlich ist's mir mittlerweile (MDR = meine deutsche Rechtschreibung) egal...
@plip : die erste Verion oben bedeutet, dass man zu jedem Epsilon ein Delta findet (das evtl. von diesem Epsilon abhängig ist), so dass...
die zweite Version sagt, das es ein (festes) Delta gibt , so dass die aussage für alle Epsilon gelten würde...
@buh : freut mich, wieder etwas von dir zu lesen - schade, dass ich diesmal nicht beim MPCT bin, um wieder persönlich (MDR) mit dir zu reden. |
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Warum nicht einen Rechtschreibungsplaneten gruenden? Der gute Duden hat sich doch auch bloss irgendwann hingesetzt und aufgeschrieben, was er fuer richtig hielt.
Wie Matroid schon gesagt hat, und wie buh uns mit seinem schoenen Artikel bewusst gemacht hat: Rechtschreibung (und auch Grammatik, uebrigens) sind nichts Statisches. Ein Rechtschreibungsplanet wuerde etwas Kontinuitaet reinbringen. Eine Guerilla-Rechtschreibung waere geboren. Es waere nur ein wenig Platz auf einem Server notwendig, und freiwillige Helfer, von denen ich Hunderte erwarte.
Es waere keine offizielle Rechtschreibungskommission notwendig, die gerade mal von heute bis morgen denken kann, und die aus Mitgliedern besteht, die nur Mitglieder sind, damit sie bezahlt werden, um in der Lage zu sein, sich die neuesten Schmiergeldraten fuer die Benutzung von Bundeswehrfliegern leisten zu koennen.
So ein Planet wuerde auch endlich duden.de ueberfluessig machen, eine Seite, mit der ich sehr unzufrieden bin. |
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| Einfach nur herrlich dieser Kommentar!! Vielleicht sollte es zur Abwechslung öfters mal solche lyrischen Bonbons geben... ;-)) |
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Ähm, damit keiner denkt, ich spinne (mal wieder), zitiere ich von der Site www.duden.de aus Aktuelles vom 04.06.2004:
(KMK-Tagung) "...Gleichzeitig hat sie den vierten Bericht der Zwischenstaatlichen Kommission angenommen, in dem leichte Modifizierungen des amtlichen Regelwerks von 1996 vorgeschlagen werden. Eine Reform der Reform ist damit nicht verbunden. Die Änderungen führen lediglich zu mehr Wahlmöglichkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung sowie bei der Getrennt- und Zusammenschreibung.
Außerdem werden die Kultusminister den anderen Unterzeichnerstaaten der zwischenstaatlichen Absichtserklärung zur neuen Rechtschreibung von 1996 die Bildung eines Rates für deutsche Rechtschreibung vorschlagen, der unter Einbeziehung möglichst vieler Interessengruppen die weitere Entwicklung der Rechtschreibung beobachten soll. Die Zwischenstaatliche Kommission würde durch diesen Rat ersetzt werden."
(Hervorhebungen von mir.)
Aber das war ja alles nahe liegend [!!Laut o.g. Site (am 07.06.04!) ist das die einzige zulässige Schreibweise (Quizfrage "n")] und nicht etwa naheliegend.
Recht frohes Schreiben wünscht
buh
P.S. Hat der Vektor nun 'nen Pfeil drüber oder nicht?? *grins* |
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"Die Pfeile sind ein Aberglaube, wir werden die Verschwendung von Druckerschwärze nicht mitmachen" (bzw. von aufwändiger erstellbaren Zeichen) (Beutelspacher)
Im Übrigen finde ich die neue Rechtschreibung viel besser als die alte, Schifffahrt mit nur zwei f zu schreiben ist eigentlich sehr unlogisch, und wenn Sprache eh schon eine Ausnahme nach der anderen hat, dann sind wenigstens solche ausgemerzt.
Frage: Wie schreibt man eigentlich Tusch-Schattierungen? Oder vielleicht Tuschschattierungen oder Tuschattierungen? |
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@Meta: In der affinen Geometrie braucht man wirklich diese Pfeile!
@Menge: ImhO bedeuten die beiden Versionen dasselbe, bloß dass die zweite schlecht formuliert ist. |
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| Ich bin als Privatmann nicht verpflichtet, den Schwachsinn der neuen deutschen Falschschreibung mitzumachen. Ich verbreche zwar auch Fehler in meinen Beiträgen und Posts, korigiere sie aber, wenn sie mir auffallen. Abgesehen davon ist schon vieles bei der neuen Falschschreibung zurückgenommen worden (man vergleiche nur entsprechende Ausgaben des Dudens aus verschiedenen Jahren) |
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@Martin, Menge: Ich denke auch dass der Anfang schlecht ist, weil "für alle" vor dem "es gibt" stehen sollte. Wenn wir inhaltiche Unterschiede wollen, dann müssen wir aber sagen:
(i) Für alle epsilon > 0 gibt es ein delta... (stetig)
(ii) Für alle delta > 0 gibt es ein epsilon... (gleichmäßig stetig)
(iii) Es gibt ein festes delta (oder L), sodass )Lipschitzstetig
oder? |
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@Anschewski : ich stimme dir zu, dass man hier sauber unterscheiden muss, um aber mal auf Martin einzugehen : Wörter sind immer schlecht um mathematische Symbole zu ersetzen, deshalb denke ich Martin meinte etwas wie : "Die beiden obigen Sätze meinen das Selbe"
(aber genauso gut kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass sie mathematisch präzise gedacht waren - was ich mal dem kontext entnehme)
Wenn man jedoch die Quantoren verwendet, geht es einfacher darüber zu sprechen und zu zeigen, dass es nicht das Gleiche bedeutet:
\fedon\mixonsei P(\epsilon ,\delta ) eine Aussage, die von den zwei Größen abhängt.
dann gilt:
\exists\delta\forall\epsilon : P(\epsilon ,\delta ) => \forall\epsilon\exists\delta : P(\epsilon ,\delta )
aber nicht__ :
\forall\epsilon\exists\delta : P(\epsilon ,\delta ) => \exists\delta\forall\epsilon : P(\epsilon ,\delta )
einfaches Beispiel:
sei menge(K) die Menge aller Kinder und menge(M) die Menge aller Mütter, dann gilt in einer idealisierten Welt (ohne tragische Verluste) :
\forall\ K\exists\ M : (M ist Mutter von K)=:P(K,M)
und nur in der biblischen Vorstellung (Eva) gilt:
\fedoff\exists\ M\forall\ K : (M ist Mutter von K)=P(K,M)
mfG
DaMenge
P.S.: wir sollten diese Diskusion lieber ins Forum verlegen oder per PM klären oder so... |
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| @Menge: Wenn es mit Symbolen formuliert wäre, würden natürlich keine Missverständnisse entstehen. |
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Vom Feinsten!
Oder: vom feinsten?
:-) |
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| Ich finde,die Seite sehr gut,weil ich hier wichtige Informationen erhalten habe,nicht nur über die Komasetzung,sondern auch über die DEUTSCHE Sprache. Mandy,13 Jahre |
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Über der, deutschen, Sprache schwebt ein Damokle's Komma. Mal iss'es, oben, mal unten's. Und immer zuviel.
buh |
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