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buhs Montagsreport: Olympia – 2004 in Pisa
Freigegeben von buh am Mo. 06. September 2004 00:01:44
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Vermischtes

Olympia – 2004 in Pisa

Berlin. Während sich der Berliner Bildungssenator redlich müht, an den Nagel Schulgesetz Köpfe zu machen, in dem er durchsetzen wird (hoffentlich!!), dass zur Versetzung  in der SEK I das gesamte Schuljahr zählt, dass man den Realschulabschluss (Mittlere Reife) nur nach bestandener Prüfung erhält und dass man zum mündlichen Abitur nur noch gehen darf, wenn wenigstens eine schriftliche Note „ausreichend“ heißt, sabotieren auf verschiedenen Wegen GEW* und McDonalds** selbiges. Während die GEW aber nur markige Sprüche der Art: „Dies ist der falsche Weg! Deutschland braucht mehr Abiturienten und nicht weniger!“ hat, veröffentlicht McD..f schon jetzt die Prüfungsaufgaben für die Mittlere Reife. Natürlich hat buhs Montagsreport wieder einmal vorab und exclusiv alle...


...Fragen in der Hand.
Es sind insgesamt 8 knallharte Aufgaben, die brandaktuell unter dem Slogan „Go Active“ die 2004-er Olympiade ergänzen. McD..f bezeichnet das Beantworten der Fragen nämlich als „fast schon eine olympische Disziplin“. (was dann wohl richtiges Beantworten ist??)

Ehe jetzt alle aus dem Fenster springen vor Ungeduld, hier die erste Frage:

‘Die

 
Ach so, die Frage: Welche olympische Sportart ist hier dargestellt? (Diese Frage gibt’s 8-mal.)

Als besonderen Reißer hat (das sollte Herr Böger vielleicht auch mal durchdenken) McDonny denen, die mitmachen, alles richtig rauskriegen (Go-Active-Tipp zu 1.: X ist falsch) und dann noch gewinnen, eins (!) von 100 (!!) Handys versprochen.
Falls also noch jemand handylos ist – weiter geht’s:

‘Die

 
Ach ja, hätt’ ich beinahe vergessen: Für die Mittlere Reife muss man  natürlich noch im Go-Active-Style die Lösungsbuchstaben aneinanderreihen und einsmsen. (Ich bin schon ganz aufgeregt – acht Buchstaben – was das wohl sein wird? Hyperactive? Nee, zu viele Buchstaben.)
Da der Platz auf dem Planeten begrenzt ist, schiebe ich die anderen Fragen mal etwas schneller nach, ihr dürft aber trotzdem langsam denken:

Weitere

 

Und die letzten drei (von 5 bis 8) auf einen Ritt:

‘Die

 

Das war es schon. Als Test für die Mittlere Reife...

Also wenn ihr mich fragt: Ob die da ihre hundert Handys wirklich unter die Leute bringen können?


Sehr sehr skeptisch ist da

buh2k+4

* GEW: Gewerkschaft Entsetzen statt Wissen
** McDonalds: vermutlich offizieller Veranstalter der Olympischen Spiele 2012


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Olympia – 2004 in Pisa [von buh]  
Berlin. Während sich der Berliner Bildungssenator redlich müht, an den Nagel Schulgesetz Köpfe zu machen, in dem er durchsetzen wird (hoffentlich!!), dass zur Versetzung in der SEK I das gesamte Schuljahr zählt, dass man den Realschulabschluss (Mittlere Reife) nur nach be
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" buhs Montagsreport: Olympia – 2004 in Pisa" | 11 Kommentare
 
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Re: Olympia ? 2004 in Pisa
von huepfer am Mo. 06. September 2004 15:05:56


Wie kann man das Problem, das die GEW sieht denn lösen. Ich hab' da Mal mit meiner Mutter (Lehrerin) gesprochen. Die hat vorgeschlagen, das Abizeugnis direkt mit der Einschulung zu überreichen.

Es grüßt Felix, der seine Abiprüfung noch bestehen musste

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von buh am Mo. 06. September 2004 20:03:10


Das wäre auch eine schöne Lösung. Vielleicht helfen dir aber schon Fragen vom angedeuteten gehobenen NiVo (neueste RS - gerade gelernt).

Gruß von buh

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von Wauzi am Mo. 06. September 2004 22:38:48


Ich kann die Meinungen hier nicht ganz teilen. Mir ist zwar nicht bekannt, wie es in den einzelnen Bundesländern mit den Vorrückungs- bzw Übertrittskriterien ausschaut, aber zumindest von bayrischer Seite weiß ich Bescheid. Natürlich ist auch hier der ständige Niveauverlust ein Ärgernis. Trotzdem frage ich mich, wieso die Jahresleistung der 4. Klasse entscheidend für den Übertritt in Sek I sein soll. Ich bin (als GEW Mitglied!) überzeugter Anhänger von Aufnahmeprüfungen (was leider mittlerweile auch in Bayern sehr verwässert wurde), das Gerede bzw die Benoterei von den Grundschullehrkräften ist für mich, gelinde gesagt, wenig bedeutsam, da ist eine Prüfung das einzig Wahre.
Auch wenn ich selbst nichts von dem momentan modernen Projektquatsch und Teamblödsinn halte und eine Rückkehr zu mehr leistungsbezogenem Unterricht dringend wünsche, so ist es für mich nicht unbedingt ein sinnvoller Diskussionsbeitrag, neue (vielleicht auch ineffektive) Unterrichtsideen auf die Ebene amerikanischer Primitivfraßideologie zu stellen. So trival abwegig sind andere (auch von mir nicht geteilte) Unterrichtsideen nun auch wieder nicht.
Ich kann auch nicht nachvollziehen, was dagegen spricht, mehr Abiturienten zu haben. Solange diese Abiturienten eine entsprechende Leistung bringen, ist das doch in Ordnung. Oder wird damit gemeint,
ein hohes Leistungsniveau ließe sich nur durch Ausgrenzung erreichen? Das wäre aber eine ziemliche Bankrotterklärung für das deutsche Schulwesen.

Aber vielleicht ist in Berlin ja alles ganz anders.


Gruß Wauzi  

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von rapha2001 am Di. 07. September 2004 00:43:27


Hallo!
Hier in NRW funktionierte die Umschulung, als ich dem betreffenden Alter war, in etwa so (also ohne Gewähr):

Die Grundschulen, genauer die Klassenlehrer, schreiben zum Ende des ersten Halbjahres in der 4.Klasse eine Empfehlung für welche weitere Schulform die Schützlinge geeignet sind, in den Stufen "geeignet", "bedingt geeignet" und "nicht geeignet".

Diese Empfehlung hatte aber auch wirklich nur einen empfehlenden Charakter. Eine ehrgeizige Mama konnte also ihren nur "bedingt geeigneten" oder in Extremfällen auch "nicht geeigneten" Sohn ohne Probleme auch auf dem Gymnasium anmelden. Sollte die weiterführende Schule sich weigern, so habe ich gehört, dass man sich die Plätze auch auf juristischen Wege erstreiten konnte, so fern man im Einzugsbereich der Schule wohnte. Die letzte Entscheidung lag also bei den Eltern. (wie es heute ist, weiß ich nicht)

Sinn oder Unsinn?
1. Die Empfehlung kann falsch sein oder einen alten Eindruck des Lehrers aus früheren Jahren wiedergeben, und nicht den für die Umschulungen wichtigen.
Ich hatte damals in meiner Jahrgangsstufe im Abi-Jahrgang einige dabei, die haben gute 2er Abis gemacht, nie große Probleme in der Schullaufbahn gehabt, hatten aber kein "geeignet" in der Empfehlung.

2. Auf dem Gymnasium hatten wir vier Klassen zu je 30-32 Schüler. Nach Ende der Erprobungsstufe (also Klasse 5 und 6) waren es aber nur noch 23 bis 26. Zwischen der 5 und 6 Klasse wurden man auf jeden Fall versetzt. Das Gymnasium selbst konnte erst bei der Versetzung in die siebte Klasse bestimmen. Bis dahin lag die letztendliche Entscheidung immer noch nur bei den Eltern. Frage: Hat man den Schülern, deren Eltern sich offenbar falsch entschieden hatten, einen Gefallen getan, sie auf eine zu hohe Schulform zu schicken? Wurden anderen Schüler weniger gefördert, weil die Klasse Rücksicht auf die "überforderten" Mitschüler nehmen musste?

Wenn man nun Auswahltests einführt, also die letzte Entscheidung von den Eltern auf die Schulen überträgt, siebt man vielleicht viele Schüler aus, die vielleicht einen schlechten Tag bei dem Test hatten, es aber eigentlich könnten.
Stützt man sich auf die Noten aus der Grundschule, so hat man Daten über einen längeren Zeitraum (aussagefähiger?!). Andererseits: Wie aussagekräftig sind Noten über Grundschüler, die sich ihrem Alter nach eben mal rascher mal langsamer entwickeln? Vor allem da die Noten dazu ja noch nur eine subjektive Meinung des unterrichtenden Lehrers bleiben (Standards der Benotung?)
Lässt man jedoch die letzte Entscheidung bei den Eltern (welche ihre Kinder eigentlich am genauesten einschätzen können sollten), so kann dies genauso häufig dazu führen, dass die Kinder über- oder unterschätzt werden. Eltern sind eben auch nur Menschen und selten Pädagogen.

Die Frage nach dem richtigen Verfahren, wie man herausfindet, welches Kind auf welcher Schulform am besten gefördert wird, ist nicht gerade einfach. Es liegt ja auch daran, dass sich Kinder mit dem Alter auch schnell verändern können. Es ist ja nicht vorherbestimmt, zu welcher Schulform man gehört. Ich persönlich sehe hier keinen Königsweg, finde aber vielleicht Auswahltest für Grundschüler etwas übertrieben.

Ganz anders sehe ich das zum Beispiel bei der Wechsel zu einer Universtät. Hier sollte vor allem die Hochschule entscheiden dürfen (wie gesagt: meiner Meinung nach). Abiturienten sollten von der Entwicklung her bereits einen vergleichsweise konstanteren Zustand erreicht haben. Die Zulassung zu einem überlaufenem Studiengang dann nur von dem reinen bestehen des Abiturs bzw. vom dem Notenschnitt abhängig zumachen, finde ich zu wenig.

In einem Punkt möchte ich Buh aber zustimmen: Das Bildungsniveau in Deutschland steigt bestimmt nicht allein durch die Anzahl der bestanden Abiturprüfungen, wenn dies allein dadurch erreicht wurde, das man die Prüfungen selbst vereinfacht hat.
Wenn sich erst auf der Uni zeigt, dass man gar nicht "hochschulreif" war, ist es wohl eindeutig zu spät. So etwas wie eine "Erprobungsstufe" sollte es an Universitäten nicht geben. Das belegt nur viele Studienplätze und (über)belastet unnötig die Lehre.

Also mehr Abiturienten? Ja, gerne! Aber nur dann, wenn dies bedeutet, dass sie auch alle wirklich "Hochschulreif" sind und nicht, weil man die Standards verwässert. Wenn man andersherum die Standards anhebt, fallen natürlich mehr Abiturienten durch, falls diese nicht mehr tun als früher, andererseits sollte man bei 18 oder 19 Jährigen erwarten können, dass sie, bei entsprechender Förderung durch die Schule, auch mehr lernen.
Ein besseres Bildungsniveau kann ja nur bedeuten, dass sich die Schüler mehr Wissen angeeignet haben. Und das geht bestimmt nicht, wenn die Schüler selbst dabei nicht mitziehen. Stabhochspringer würden bestimmt heutzutage keine 6 Meter springen, falls niemand auf die Idee gekommen wäre, die Latte mal etwas nach oben zu schieben...

Viele Grüße
Raphael

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von Wauzi am Di. 07. September 2004 01:36:34


@Raphael
in vielen Dingen gebe ich Dir recht, auch in Deinen Bedenken gegenüber Tests, Prüfungen oder wie man das auch immer nennen will.
Aber wir sollten nicht übersehen, daß das Leben unserer Schüler später von Leistungsanforderungen bestimmt sein wird. Wer es jetzt zu leicht macht (Stichwort Kuschelpädagogik) tut den Kindern keinen Gefallen, weil das große Aussieben spätestens bei den Tests zum Beruf kommt. Besser, vorher lernen, mit sowas zurecht zu kommen.
Schlechter Tag bei Prüfung? Wohl kaum, wenn diese drei Tage dauert.
Ich bin selbst in einer Zeit groß geworden, wo die Aufnahmeprüfung am Gymnasium der Regelfall war. Und ich habe darin nie ein Problem gesehen. Ich halte es für eine Modeerscheinung unserer Zeit, wenn man glaubt, Kindern jede Form des Prüfungsstresses wegnehmen zu müssen. Dies ist einfach lebensfremd. Außerdem sind Kinder in der Regel leistungswillig und durchaus in der Lage, Prüfungen problemlos zu überstehen. Die Problemfälle sind eher die Kinder, die, trotz besseren Wissens, von ihren Eltern in Schullaufbahnen gezwungen werden, die sie überfordern und die dann mit psychischen Problemen reagieren. Und was ist die Folge? Die psychischen Probleme werden als die Ursache des Schulversagens hingestellt. Tja und dann kann man natürlich dem Kind keinen Streß wie Prüfungen zumuten....
Solche Eltern haben oft eine lautstarke Lobby, ein solches Kind bzw dessen Verhalten wird "typisch" und von den einen als Beispiel für unser angeblich versagendes und von andern (vgl Artikel) als Beispiel für unser ins absurde geratenes, verwirrtes Schulwesen herangezogen.
Und wenn man wieder ganz normale Schule will, sitzt man plötzlich zwischen allen Stühlen.

Ich habe mich über den Artikel von buh geärgert, das will ich nicht abstreiten, aber mein eigentlicher Ärger gilt dem Chaos, was jetzt nach diversen Pisastudien entstanden ist, wo jeder glaubt, den richtigen Weg zu kennen. Ich würde mir wünschen, endlich von den ganzen selbsternannten Reformern in Ruhe gelassen zu werden, nicht mehr pausenlos sinnlose Sitzungen, Konferenzen und abwegige Fortbildungen über mich ergehen zu lassen (die nichts, aber rein gar nichts bringen) sondern wieder Zeit zu haben, mich meinem Job zu widmen, nämlich Kindern was beizubringen. Aber das wird im deutschen Schulwesen immer mehr zur Nebensache. Hauptsache, es gibt ein brainstorming, wo das Projektteam das nächste Erlebnistreffen organisiert. Ohne Mathematik natürlich, denn da könnte ja Bildung rüberkommen.

Gruß von einem in den letzten Jahren immer frustierteren Wauzi, der das vorbildliche bayrische Schulsystem sehr geschätzt hat und dies auch noch täte, wenn es denn dieses noch gäbe.

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von rapha2001 am Di. 07. September 2004 02:28:34


@Wauzi
Viele Dank für Deine Antwort.
Ich bin ja kein Lehrer und werde wohl auch keiner werden. Daher basiert meine Meinung nicht auf echten Erfahrungen oder Hintergrundwissen. Deinen Standpunkt und Deine Frustration kann ich aber sehr gut verstehen.
Ich wollte mit meinem Kommentar aufzeigen, dass die Thematik Auswahltest sehr vielschichtig ist. In NRW gibt es so etwas ja nicht, und daher weiß ich auch nicht, wie so ein Auswahlverfahren genau aussieht und wie aussagekräftig so etwas wird. Ich bin nur skeptisch, ob es wirklich das einzig wahre ist.
Die Kuschelpädagogik kann ich allerdings genauso wenig leiden, so etwas wie die Erprobungsstufe, die es zu meiner Zeit da gab, halte ich wirklich nicht für richtig. Denn ja, wir leben in einer Leistungsgesellschaft und das sollte man auch schon früh verstehen.

Viele Grüße,
Raphael, der, wäre er 4 Jahre älter gewesen, in NRW hätte auch Mathematik im Abi abwählen können.

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Re: Olympia ? 2004 in Pisa
von huepfer am Di. 07. September 2004 14:04:09


Ich habe selbst in meiner Schulzeit verdammt Glück gehabt, hatte die richtigen Lehrer und auch die richtige Klasse, in der eine leistungsfördernde Atmosphäre herrschte, was man von den Parallelklassen nicht immer behaupten konnte.
Ehrlich gesagt habe ich bei meinem Übertritt gemerkt, wie "toll" solche Tests sein können. Ich habe den zum Glück nicht gebraucht, weil sonst wäre ich vermutlich nicht ins Gymnasium gekommen, oder zumindest erst ein Jahr später.
Der Grund: In meinem Jahrgang gab es in Bayern zum ersten Mal einen zentral gestellten Einstufungstest, welcher nahezu unmachbar war (wird sicher dem ein oder anderen bayerischen Lehrer noch in Erinnerung sein). Von allen, die sich für den Einstufungstest angemeldet hatten (für drei Schulen), das waren glaube ich so zwischen 50 und 70, hat nur ein einziger bestanden und der war hinterher auch immer einer der besten. Alle anderen sind mit Pauken und Trompeten durchgefallen und das nicht weil sie alle ungeeignet gewesen wären, sondern eben einfach, weil der Einstufungstest viel mehr gefordert hat, als man von einem 4.Klässler erwarten kann. Ich weiß von einer ganzen Reihe von Schülern, die durch diese Prüfung durchgefallen sind, haben dieses Jahr ein ordentliches bis gutes Abitur geschafft und waren offensichtlich nicht ungeeignet für's Gymnsaium.
Ein anderes Beispiel für die Aussagekraft der Einstufungen durch manche Grundschullehrer (sicher nicht allgemeingültig aber doch irgendwie bezeichnend): Meine Schwester hat mit ihrem Übertrittszeugnis gerade noch so die Noten gehabt um ins Gymnsaium übertreten zu können, so dass sich der Direktor vor Anfang des Schuljahrs bei meinen Eltern gemeldet hat, ob es ihr Ernst wäre, meine Schwester dann auch noch gerade auf den "europäischen" Zweig zu schicken, bei dem man schon in der 6. die zweite Fremdsprache bekommt. Ach ja, sie hatte in ihrem Jahrgang übrigens eins der besten Abschlusszeugnisse.
Da wäre dann vielleicht ein allgemeiner Test aussagekräftiger., sofern sich auch tatsächlich an den Anforderung orientiert, die in der 4. Klasse Grundschule angemessen und für das Gymnasium erforderlich sind.
Natürlich hat auch Wauzi vollkommen Recht, wenn er sagt, dass das Leben nach der Schule, ich sage es Mal etwas überspitzt, eine einzige Prüfung ist und die Schüler insofern nicht früh genug darauf vorbereitet werden können. Regelungen, wie die, dass Schüler mit Rechtschreibschwäche, bedingt durch Faulheit und nicht ausreichendes Engagement der Eltern, nichts anderes ist es nämlich, was vielfach hinter dem Deckmantel der Legasthenie kaschiert wird, bis zu einer gewissen Stufe nicht an Diktaten teilnehmen müssen und dass selbst sinnentstellende Rechtschreibfehler nicht bewertet werden dürfen, sind mE. vollkommen kontraproduktiv und helfen buchstäblich niemandem weiter. Später müssen sie ja auch richtig schreiben können, wenn sie eine Bewerbung erstellen oder spätestens, wenn sie in ihrem Beruf mit Geschäftspartnern in Kontakt treten wollen.
Noch eine Anmerkung zu Rapha:
Ich bin ebenfalls Deiner Meinung, dass eine Erprobungsstufe, dei 2 Jahre dauert, viel zu lange ist. Zu meiner Zeit war es in Bayern glaube ich so, dass es z.T. ein Vorrücken auf Probe gab, was es auch für den Übertritt ins Gymnsaium gab. Diese Probezeit dauerte allerdings nur bis Allerheiligen oder Weihnachten, da bin ich mir nicht ganz sicher, ich glaube aber, dass es ersteres war. Einen solchen Zeitraum finde ich durchaus sinnvoll, da in dieser Zeit zum einen der Schüler erkannt haben kann, dass er möglicherweise mehr tun kann und das nun auch macht und andererseits kann auch ein evt. neuer Lehrer in dieser Zeit abschätzen, ob der Schüler dem ganzen gewachsen ist oder nicht.

Gruß
   Felix

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von Kleine_Meerjungfrau am Di. 07. September 2004 14:10:11


Bei uns in Ba-Wü war es früher so, dass in der 4. Klasse zentrale Orientierungsarbeiten geschrieben wurden und zwar in Mathe, Diktat und Aufsatz. Weil das angeblich zu stressig für alle war, wurden die abgeschafft und ich war der erste Jahrgang, der keine mehr geschrieben hat. Jetzt ist es so, dass wieder Arbeiten geschrieben werden, die sich allerdings Diagnosearbeiten schimpfen. Die sind zwar auch zentral gestellt, ich glaube aber, dass es keinen zentralen Termin gibt (bin mir aber nicht sicher). Auf jeden Fall hatten/haben diese Arbeiten nur empfehlenden oder vergleichenden Charakter. Die Grundschulempfehlung wird nach dem Notendurchschnitt von Mathe und Deutsch nach dem ersten Schulhalbjahr der 4. Klasse vergeben.
Soweit ist das ja gut und schön, nur war es bei mir so, dass ich in einem Dorf wohne und wir waren eine recht gute Grundschulklasse. Das Gymnasium ist in der Stadt und die neuen Mitschüler aus der städtischen Grundschule haben sehr viel Freiarbeit gemacht. Das Ergebnis war, dass wir zwar alle notenmäßig gleich waren, denn danach wurden ja die Empfehlungen vergeben, in der Realität war es aber so, dass wir vom Dorf den anderen in Mathe im Stoff ein halbes Jahr voraus waren. Wir hatten den kompletten Stoff vom ersten Halbjahr Klasse 5 schon in der Grundschule gemacht und die Stadtkinder musste zudem noch alle in den Stützkurs. Es gab also in Wirklichkeit keine Gleichheit.

Mit Kommilitonen (wir sind alles Lehramtsstudenten) habe ich mich schon häufig darüber unterhalten, dass es unserer Ansicht nach besser wäre, wieder Aufnahmeprüfungen einzuführen, wie das zur Zeit unserer Eltern noch der Fall war oder eben irgendwelche zentralen Arbeiten, die dann gemeinsam mit den Noten von Klasse 3 und 4 für die Grundschulempfehlung ausschlaggebend sind. Es kann ja sein, dass ein Schüler in der zentralen Arbeit einfach versagt, obwohl er sonst besser ist und da könnte man die Noten bzw. die ganzen Klassenarbeiten von einer neutralen Person untersuchen lassen, die dann auch eine endgültige Empfehlung ausspricht. Damit gäbe es dann keine so drastischen Unterschiede in Klasse 5 wie das jetzt der Fall ist. Meine Mutter allerdings (Grundschullehrerin) hält davon überhaupt nichts. Sie ist der Meinung, dass man damit den Schülern schadet und es auch zu falschen Empfehlungen kommen kann.

Gruß
kleine Meerjungfrau

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von buh am Di. 07. September 2004 20:31:43


*g*
Mal so am Rande zur Lesefähigkeit in Deutschland:

...zur Versetzung  in der SEK I... , nicht etwa in die.
*/g*

Die Mittlere Reife soll es nach der 10. Klasse geben, und im Gegensatz zum heutigen Verfahren nicht nur für Anwesenheit.

Das Argument der Berliner GEW (Herr Thöne) bezog sich eindeutig auf die Anhebung der Zulassungskriterien für den mündlichen Teil der Abiprüfung. Ich bin sehr sehr wohl der Meinung, dass jemand, der sowohl in zwei Leistungsfächern (selbst gewählt, weil man darin GUT ist) als auch in einem dritten Fach keine einzige ausreichende Leistung vorweisen kann, mit Sicherheit nicht studierfähig im Sinne des Wortes ist. Wozu prüfen wir ihn dann in einem 4. Fach (, neuerdings noch in einem 5. Fach,) und reichen ihm die breite Chance-Hand zweier (zusätzlicher rettender??) mündlicher Prüfungen in den versauten Fächern??
Das ist schon sehr sehr in der Nähe von der Idee von huepfers Mami.

Gruß von buh

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von Wauzi am Di. 07. September 2004 21:40:11


Hallo,
@buh:
Zitat: Mal so am Rande zur Lesefähigkeit in Deutschland:

...zur Versetzung  in der SEK I... , nicht etwa in die.
*/g*

Hier habe ich doch ein Verständnisproblem. Wie soll ich diese Aussage mit "der" interpretieren? Zur Versetzung in die nächsthöhere Klasse gilt doch in ganz Deutschland das Endzeugnis. (Von evtl Nachprüfungen mal abgesehen) Und das Endzeugnis wird doch aus den Leistungen des ganzen Schuljahres gebildet.
Ich (und vermutlich die anderen Schreiber hier auch) bin deshalb davon ausgegangen, daß der Übertritt von der Grundschule in "die" SekI gemeint war.
Gruß Wauzi

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Re: Olympia – 2004 in Pisa
von buh am Mi. 08. September 2004 12:17:43


@wauzi:
Nee, eben nicht. In Berlin zählt (mit Ausnahme der 10. Klasse) derzeit nur das Zeugnis des 2. Schulhalbjahres für die Versetzung. Noten des ersten Halbjahres (Ausnahme: epochal erteilte Fächer) haben für die Versetzung keine Bedeutung.

Gruß von buh

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