Trägheitsmomente beziehen sich immer auf (Koordinaten-)Achsen, daher müssen wir über die folgenden Koordinatensysteme einige Worte verlieren. Wir benutzen "rechtsdrehende" Koordinatensysteme (rechte-Hand-Regel, 3-Finger-Regel der rechten Hand), wobei man sich die Richtung der dritten Koordinatenachse nach der "Schraubenregel" verdeutlichen kann. Wenn z.B. die x-Achse gegen den Uhrzeigersinn auf die y-Achse gedreht wird, "schaut" die positive z-Achse aus der Zeichenebene heraus und wird graphisch durch einen Punkt gekennzeichnet. Die entgegengesetzte Richtung ("schaut" in die Ebene hinein) wird graphisch durch ein Kreuz gekennzeichnet.
Im unten gezeigten Bild zeigt die positive x- sowie z-Achse aus der Zeichenebene heraus und die positive y-Achse in die Zeichenebene hinein.
\fedon\mixon
Widmen wir uns jetzt aber dem eigentlichen Problem, dem Ermitteln von Massenträgheitsmomenten. Das Massenträgheitsmoment J eines Körpers ist definiert als
\red\frameon
\ll(1) J=int(r^2,m,M,)
\frameoff
wobei M die gesamte Masse des Körpers und r der lotrechte Abstand des Massenelements dm zur betrachteten Achse ist. r steht somit senkrecht auf der Achse und ist damit \stress\ nicht \normal\ zwangsläufig der Ortsvektor vom Koordinatenursprung zum Massenelement, und auch \stress\ nicht \normal\ zwangsläufig der evtl. Radius einer Kugel oder eines Zylinders.
Um Verwechselungen zu vermeiden, ist es daher ratsam, die aus ref(1) folgende Definition zu benutzen.
\red\frameon
\ll(1.1) J_x= int((y^2+z^2),m,M,)
\ll(1.2) J_y= int((x^2+z^2),m,M,)
\ll(1.3) J_z= int((x^2+y^2),m,M,)
\frameoff
Bevor wir mit konkreten Beispielen starten, benötigen wir noch zwei Hilfsmittel und eine Anmerkung.
\stress\ Der Satz von Steiner.
\fedoff
\fedon\mixonWenn das Trägheitsmoment J_SP bezogen auf eine Achse, die durch den Schwerpunkt geht, bekannt ist, dann kann man das Trägheitsmoment J bzgl. einer dazu parallelen Achse wie folgt berechnen.
\red\frameon
\ll(2) J=J_SP+M d^2
\frameoff
wobei M die Gesamtmasse und d der Abstand der Achsen ist.
Da die Trägheitsmomente nichts anderes als eine Summe über unendlich viele Massenelemente dm sind, können wir diese Summe in Teilsummen aufspalten, die man beliebig addieren und subtrahieren kann (unter Beachtung des Steiner\-Anteils). D.h., man kann z.B. das Trägheitsmoment eines Hohlzylinders durch Subtraktion zweier Zylinder mit Außenradius und Innenradius berechnen.
Anmerkung: Bei allen betrachteten Körpern setzen wir Homogenität, also eine konstante Dichte voraus.
\fedoff
nach oben
\fedon\mixon\stress\ Jetzt starten wir aber endlich mit konkreten Beispielen:
\red\big\ Zylinder(schlanker Stab, dünne Scheibe, Hohlzylinder)
\fedoff
\fedon\mixon\blue\big\ Zylinder
Gegeben ist ein Zylinder \(Abb. s.o.) mit Masse M, Radius R, Länge L und Dichte \rho.
Das Trägheitsmoment bezogen auf die z\-Achse ist nach ref(1.3) J_z,SP= int((x^2+y^2),m,M,)
Um es zu berechnen, wählen wir Zylinderkoordinaten.
x=r cos(\phi) , y=r sin(\phi) , z=z
mit 0<=r<=R , 0<=\phi<2\pi und -L/2<=z<=L/2
Es gilt: x^2+y^2=r^2
Für das Massenelement dm gilt: dm=\rho dV
Für das Volumenelement dV gilt: dV= r dr d\phi dz
Dann gilt:
J_z,SP=\rho int(int(int(r^3,r,0,R),\phi,0,2\pi),z,-L/2,L/2)=\rho R^4/4 2\pi L=1/2 \rho L \pi R^4
Mit M=\rho L \pi R^2 folgt:
\blue\ll(3.1) J_z,SP=1/2 M R^2
Um J_x,SP und J_y,SP zu berechnen, nutzen wir die Symmetrie
J_x,SP=J_y,SP=>J_x,SP=1/2 (J_x,SP+J_y,SP)
Mit ref(1.1) und ref(1.2) folgt:
J_x,SP=1/2 (int((y^2+z^2),m,M,)+ int((x^2+z^2),m,M,))=1/2 int((x^2+y^2+2z^2),m,M,)=>
J_x,SP=1/2 int((x^2+y^2),m,M,)+int(z^2,m,M,)=1/2 J_z,SP +int(z^2,m,M,)=1/4 M R^2+int(z^2,m,M,)
int(z^2,m,M,)=\rho int(int(int(z^2 r,r,0,R),\phi,0,2\pi),z,-L/2,L/2)=\rho R^2/2 2\pi 2/3 (L/2)^3=>
int(z^2,m,M,)=1/12 \rho \pi R^2 L^3=1/12 M L^2
Dies führt zu
J_x,Sp=J_y,SP=1/4 M R^2+1/12 M L^2=>
\blue\ll(3.2)J_x,Sp=J_y,SP=1/12 M (L^2+3R^2)
\fedoff
\fedon\mixon
\blue\big\ schlanker Stab
Für den schlanken Stab gilt: R<Dann folgt aus ref(3.1)
\blue\ll(3.3) J_z,SP=0
und aus ref(3.2) folgt
\blue\ll(3.4) J_x,SP=J_y,SP=1/12 M L^2
\fedoff
\fedon\mixon
\blue\big\ dünne Scheibe
Für die dünne Scheibe gilt: L<Dann folgt aus ref(3.1)
\blue\ll(3.5) J_z,SP=1/2 M R^2
und aus ref(3.2) folgt
\blue\ll(3.6) J_x,SP=J_y,SP=1/4 M R^2
\fedoff
\fedon\mixon
\blue\big\ Hohlzylinder
Das Trägheitsmoment J_z,SP für den Hohlzylinder mit Außenradius R_a, Innenradius R_i und Masse M erhalten wir durch Subtraktion eines Zylinders mit Innenradius R_i und Masse M_i von einem Zylinder mit Außenradius R_a und Masse M_a.
Mit ref(3.1) folgt:
J_z,SP=1/2 M_a R_a^2 - 1/2 M_i R_i^2
Mit M_a=\rho \pi R_a^2 L und M_i=\rho \pi R_i^2 L folgt:
J_z,SP=1/2 \rho \pi L (R_a^4-R_i^4)=1/2 \rho \pi L (R_a^2-R_i^2) (R_a^2+R_i^2)
Mit M=\rho \pi (R_a^2-R_i^2) L folgt:
\blue\ll(3.7)J_z,SP=1/2 M (R_a^2+R_i^2)
Aus ref(3.2) und ref(3.7) folgt
\blue\ll(3.8) J_x,SP=J_y,SP=1/12 M (L^2+3(R_a^2+R_i^2)
\fedoff
\fedon\mixon
\blue\big\ dünnwandiger Hohlzylinder
Mit R_i~=R_a~=R folgt aus ref(3.7) und ref(3.8):
\blue\ll(3.9) J_z,SP=M R^2
\blue\ll(3.10) J_x,SP=J_y,SP=1/12 M (L^2+6R^2)
\fedoff
\fedon\mixon
\blue\big\ Ring
Einen Ring kann man als dünnwandigen Hohlzylinder betrachten, für den R_i~=R_a~=R und L<Dann folgt aus ref(3.9) und ref(3.10):
\blue\ll(3.11) J_z,SP=M R^2
\blue\ll(3.12) J_x,SP=J_y,SP=1/2 M R^2
\fedoff
\fedon\mixon
\red\frameon
\red\stress\ Zylinder
\ll(3.1) J_z,SP=1/2 M R^2
\ll(3.2)J_x,Sp=J_y,SP=1/12 M (L^2+3R^2)
\red\stress\ schlanker Stab (R<\ll(3.3) J_z,SP=0
\ll(3.4) J_x,SP=J_y,SP=1/12 M L^2
\red\stress\ dünne Scheibe (L<\ll(3.5) J_z,SP=1/2 M R^2
\ll(3.6) J_x,SP=J_y,SP=1/4 M R^2
\red\stress\ Hohlzylinder
\ll(3.7)J_z,SP=1/2 M (R_a^2+R_i^2)
\ll(3.8) J_x,SP=J_y,SP=1/12 M (L^2+3(R_a^2+R_i^2)
\red\stress\ dünnwandiger Hohlzylinder (R_i~=R_a~=R)
\ll(3.9) J_z,SP=M R^2
\ll(3.10) J_x,SP=J_y,SP=1/12 M (L^2+6R^2)
\red\stress\ Ring (R_i~=R_a~=R und L<\ll(3.11) J_z,SP=M R^2
\ll(3.12) J_x,SP=J_y,SP=1/2 M R^2
\frameoff
\fedoff
nach oben
\fedon\mixon\
\red\big\ Kugel (Hohlkugel)
\blue\big\ Kugel
Für die Berechnung möchte ich Euch zwei Möglichkeiten zeigen. Erstens die Integration unter Verwendung des Volumenintegrals, und zweitens die Integration eines schon bekannten Trägheitsmoments.
\light\ Die erste Möglichkeit:
Wir wählen zweckmäßigerweise Kugelkoordinaten
x=r cos(\phi) sin(\theta) , y=r sin(\phi) sin(\theta) , z=r cos(\Theta)
mit 0<=r<=R , 0<=\phi<2\pi und 0<=\theta<=\pi
Ausnutzen der Symmetrie J_x,SP=J_y,SP=J_z,SP=J_SP $ergibt:
J_SP=1/3 (J_x,SP+J_y,SP+J_z,SP)
Einsetzen von ref(1.1)\-||ref(1.3) $liefert
J_SP=1/3 (int((y^2+z^2),m,M,)+int((x^2+z^2),m,M,)+int((x^2+y^2),m,M,))=>
J_SP=2/3 int((x^2+y^2+z^2),m,M,)=2/3 int(r^2,m,M,)
Mit dm=\rho dV $und dV=r^2 sin(\theta) dr d\phi d\theta $folgt:
J_SP=2/3 \rho int(int(int(r^4 sin(\theta),r,0,R),\phi,0,2\pi),\theta,0,\pi)=>
J_SP=2/3 \rho (R^5/5 2\pi 2)=8/15 \rho \pi R^5
Mit M=\rho V=\rho 4/3 \pi R^3 $folgt:
\blue\ll(4.1) J_SP=2/5 M R^2
\light\Die zweite Möglichkeit:
\fedoff
\fedon\mixon\
Bei dieser Möglichkeit stellen wir uns vor, daß die Kugel aus unendlich vielen Scheiben mit dem Radius r(z) besteht. Das Trägheitsmoment ist dann:
J_z,SP=int(,J_(z\,SP\,Scheibe),,)
Mit ref(3.5) folgt:
J_z,SP=1/2 int(r^2(z),m,M,)
Pythagoras liefert: r^2(z)=R^2-z^2
Mit dm= \rho \pi r^2(z) dz $ergibt sich:
J_z,SP=1/2 \rho \pi int((R^2-z^2)^2,z,-R,R)=>
J_z,SP=1/2 \rho \pi int((R^4-2 R^2 z^2+z^4),z,-R,R)=>
J_z,SP=1/2 \rho \pi (2 R^5-4/3 R^5+2/5 R^5)=>
J_z,SP=8/15 \rho \pi R^5
Mit M=\rho 4/3 \pi R^3 $folgt:
J_z,SP=2/5 M R^2
Symmetrie liefert J_SP=J_x,Sp=J_y,Sp=J_z,Sp=>
\blue\ll(4.1)J_SP=2/5 M R^2
\blue\big\ Hohlkugel
Die Hohlkugel läßt sich \(analog zum Hohlzylinder) durch Subtraktion einer Kugel mit Innenradius R_i und Masse M_i von einer Kugel mit Außenradius R_a und Masse M_a berechnen.
Aus ref(4.1) folgt:
J_SP=2/5 (M_a R_a^2-M_i R_i^2)
mit M_a=\rho 4/3 \pi R_a^3 und $M_i=\rho 4/3 \pi R_i^3 $folgt:
J_SP=\rho 8/15 \pi (R_a^5-R_i^5)
mit M=\rho 4/3 \pi (R_a^3-R_i^3) $folgt:
\blue\ll(4.2) J_SP=2/5 M (R_a^5-R_i^5)/(R_a^3-R_i^3)
\blue\big\ dünnwandige Hohlkugel
Für eine dünnwandige Hohlkugel gilt: $R_i~=R_a~=R
Setzt man dies in ref(4.2) ein, erhält man 0\/0, sodaß man keine Aussage machen kann und den Term umformen muß.
Polynomdivision ergibt:
(R_a^5-R_i^5)/(R_a-R_i)=R_a^4+R_i R_a^3+R_i^2 R_a^2+R_i^3 R_a+R_i^4 $und
(R_a^3-R_i^3)/(R_a-R_i)=R_a^2+R_i R_a+R_i^2=>
(R_a^5-R_i^5)/(R_a^3-R_i^3)=(R_a^4+R_i R_a^3+R_i^2 R_a^2+R_i^3 R_a+R_i^4)/(R_a^2+R_i R_a+R_i^2)=>
(R_a^5-R_i^5)/(R_a^3-R_i^3)=5/3 R^2 $mit R_i~=R_a~=R
Dann folgt mit ref(4.2)
\blue\ll(4.3) J_SP=2/3 M R^2
\red\frameon
\red\stress\ Kugel
\ll(4.1) J_SP=2/5 M R^2
\red\stress\ Hohlkugel
\ll(4.2) J_SP=2/5 M (R_a^5-R_i^5)/(R_a^3-R_i^3)
\red\stress\ dünnwandige Hohlkugel (R_i~=R_a~=R)
\ll(4.3) J_SP=2/3 M R^2
\frameoff
\fedoff
nach oben
\fed\mixon\red\big\ Kegel
\fedon\mixon\
Gegeben ist ein Kegel mit Masse M, Radius R und Höhe H.
Um die Trägheitsmomente J_x, J_y und J_z, bezogen auf ein Koordinatensystem, welches in der Kegelspitze liegt, zu berechnen, nutzen wir wieder die bekannten Trägheitsmomente der Scheibe.
J_z=int(,J_(z\,SP\,Scheibe),,)
Mit ref(3.5) folgt:
J_z=1/2 int(r^2(z),m,M,)
Mit dm=\rho \pi r^2(z) dz $und r(z)/z=R/H $folgt:
J_z=1/2 \rho \pi (R/H)^4 int(z^4,z,0,H)=>
J_z=1/2 \rho \pi (R/H)^4 1/5 H^5=1/10 \rho \pi R^4 H
Mit M=\rho V=1/3 \rho \pi R^2 H $folgt:
\blue\ll(5.1) J_z=3/10 M R^2
Um J_x und J_y zu berechnen, greifen wir wieder auf die Scheibe zurück und erhalten unter Berücksichtigung des Steiner\-Anteils mit ref(3.6) und ref(2)
J_x=J_y=int(,J_(x\,SP\,Scheibe),,)+int(z^2,m,M,)=1/4 int(r^2(z),m,M,)+int(z^2,m,M,)=>
J_x=J_y=1/2 J_z+int(z^2,m,M,)
int(z^2,m,M,)=\rho \pi int(r^2(z) z^2,z,0,H)=>
int(z^2,m,M,)=\rho \pi (R/H)^2 int(z^4,z,0,H)=>
int(z^2,m,M,)=1/5 \rho \pi R^2 H^3
Mit M=1/3 \rho \pi R^2 H $folgt
int(z^2,m,M,)=3/5 M H^2
Dann ergibt sich für J_x und J_y
J_x=J_y=1/2 3/10 M R^2+3/5 M H^2=>
\blue\ll(5.2) J_x=J_y=3/20 M (R^2+4 H^2)
\red\frameon
\red\stress\ Kegel
\ll(5.1) J_z=3/10 M R^2
\ll(5.2) J_x=J_y=3/20 M (R^2+4 H^2)
\frameoff
\fedoff
nach oben
\fedon\mixon\
\red\big\ Quader (dünnes Brett)
\blue\big\ Quader
\fedoff
\fedon\mixon\
Gegeben ist der oben abgebildete Quader mit der Masse M und den Kantenlängen a, b und c.
Für J_x,SP ergibt sich mit ref(1.1):
J_x,SP=int((y^2+z^2),m,M,)
Mit dm=\rho dx dy dz folgt:
J_x,SP=\rho int(int(int((y^2+z^2),x,-a/2,a/2),y,-b/2,b/2),z,-c/2,c/2)=>
J_x,SP=\rho int(int((y^2 a+z^2 a),y,-b/2,b/2),z,-c/2,c/2)=>
J_x,SP=\rho int((1/12 b^3 a+z^2 a b),z,-c/2,c/2)=>
J_x,SP=\rho (1/12 b^3 a c+1/12 c^3 a b)=>
J_x,SP=1/12 \rho a b c (b^2+c^2)
Mit M=\rho a b c folgt:
\blue\ll(6.1) J_x,SP=1/12 M (b^2+c^2)
Um J_y,SP zu berechnen, muß in ref(6.1) nur die Länge b gegen die Länge a ausgetauscht werden, und es ergibt sich:
\blue\ll(6.2) J_y,SP=1/12 M (a^2+c^2)
Analog ergibt sich:
\blue\ll(6.3) J_z,SP=1/12 M (a^2+b^2)
\blue\big\ dünnes Brett
Für das Brett gilt: c<Dann folgt aus ref(6.1)\-||ref(6.3)
\blue\ll(6.4) J_x,SP=1/12 M b^2
\blue\ll(6.5) J_y,SP=1/12 M a^2
\blue\ll(6.6) J_z,SP=1/12 M (a^2+b^2)
\red\frameon
\red\stress\ Quader
\ll(6.1) J_x,SP=1/12 M (b^2+c^2)
\ll(6.2) J_y,SP=1/12 M (a^2+c^2)
\ll(6.3) J_z,SP=1/12 M (a^2+b^2)
\red\stress\ dünnes Brett (c<\ll(6.4) J_x,SP=1/12 M b^2
\ll(6.5) J_y,SP=1/12 M a^2
\ll(6.6) J_z,SP=1/12 M (a^2+b^2)
\frameoff
\fedoff
nach oben
\fed\mixon\red\big\ Dreieck\-Profil
\fedon\mixon\
Gegeben ist ein rechtwinkliges Dreieck\-Profil mit der Grundseite G, Höhe H und Länge L. Das KO\-System liegt in der Ecke mit dem rechten Winkel.
Die Geradengleichung für die Hypotenuse ist z(y)=H(1-y/G).
Mit dm=\rho dx dy dz und ref(1.1) folgt für J_x:
J_x=\rho int(int(int((y^2+z^2),x,-L/2,L/2),z,0,H(1-y/G)),y,0,G)=>
\small\(da z=z(y), muß erst über z und dann über y integriert werden)
J_x=\rho L int(int((y^2+z^2),z,0,H(1-y/G)),y,0,G)=>
J_x=\rho L int((H (1-y/G) y^2+1/3 H^3 (1-y/G)^3),y,0,G)=>
J_x=\rho L (H 1/12 G^3+1/3 H^3 1/4 G)=>
J_x=1/24 \rho L G H (2 G^2+2 H^2)
mit M=\rho 1/2 L G H folgt:
\blue\ll(7.1) J_x= 1/12 M (2 G^2+2 H^2)
Für J_y folgt mit ref(1.2):
J_y=\rho int(int(int((x^2+z^2),x,-L/2,L/2),z,0,H(1-y/G)),y,0,G)=>
J_y=\rho int(int((1/12 L^3 +L z^2),z,0,H(1-y/G)),y,0,G)=>
J_y=\rho int((1/12 L^3 H (1-y/G)+L 1/3 H^3 (1-y/G)^3),y,0,G)=>
J_y=\rho (1/12 L^3 H 1/2 G+L 1/3 H^3 1/4 G)=>
J_y=1/24 \rho L G H (L^2+2 H^2)
Mit M=\rho 1/2 G H L folgt:
\blue\ll(7.2) J_y= 1/12 M (L^2+2 H^2)
Für J_z folgt mit ref(1.3):
J_z=\rho int(int(int((x^2+y^2),x,-L/2,L/2),z,0,H(1-y/G)),y,0,G)=>
J_z=\rho int(int((1/12 L^3 +L y^2),z,0,H(1-y/G)),y,0,G)=>
J_z=\rho int((1/12 L^3 H (1-y/G)+L H (1-y/G) y^2),y,0,G)=>
J_z=\rho (1/12 L^3 H 1/2 G+L H 1/12 G^3)=>
J_z=1/24 \rho L G H (L^2+2 G^2)
Mit M=\rho 1/2 G H L folgt:
\blue\ll(7.3) J_z= 1/12 M (L^2+2 G^2)
\red\frameon
\red\stress\ Dreieck\-Profil
\ll(7.1) J_x=1/12 M (2 G^2+2 H^2)
\ll(7.2) J_y=1/12 M (L^2+2 H^2)
\ll(7.3) J_z=1/12 M (L^2+2 G^2)
\fedoff
nach oben
\fed\mixon\red\big\ I\-Profil
Im letzten Abschnitt möchte ich die Vorgehensweise für komplexere Körper vorstellen, deren Trägheitsmomente man nur sehr schwer bzw. gar nicht durch direkte Integration berechnen kann. Hier bleibt nur der Weg, die betrachteten Körper in Körper mit schon bekannten (bzw. leichter zu berechnenden) Trägheitsmomenten zu zerlegen. Das resultierende Trägheitsmoment erhält man dann durch Addition bzw. Subtraktion oder Integration der einzelnen Trägheitsmomente unter Beachtung der jeweiligen Steiner-Anteile.
Stellvertretend für die vielen Profile (I, Z, L, T, U, ...) möchte ich hier das I-Profil vorstellen.
\fedon\mixon\
Das oben abgebildete I\-Profil kann man sich als einen großen Quader der Breite B, Höhe H und Länge L vorstellen, von dem zwei kleine Quader der Breite b=1/2 (B-t), Höhe h=H-2 t und Länge L abgezogen werden.
Der Schwerpunktsabstand der kleinen Quader vom Gesamtschwerpunkt beträgt d=1/2 (b+t).
Kennzeichnen wir das Trägheitsmoment für den großen Quader mit dem Index 1 und für die kleinen Quader mit dem Index 2, dann ergibt sich unter Beachtung der Symmetrie:
J_x,SP=J_x,1-2 J_x,2
J_y,SP=J_y,1-2 J_y,2
J_z,SP=J_z,1-2 J_z,2
Mit ref(6.1)\-||ref(6.3) gilt:
J_x,1=1/12 M_1 (H^2+L^2)=1/12 \rho B H L (H^2+L^2)
J_y,1=1/12 M_1 (B^2+L^2)=1/12 \rho B H L (B^2+L^2)
J_z,1=1/12 M_1 (B^2+H^2)=1/12 \rho B H L (B^2+H^2)
Analog ergibt sich unter Beachtung der Steiner\-Anteile ref(2):
J_x,2=1/12 M_2 (h^2+L^2)+ 0=1/12 \rho b h L (h^2+L^2)
J_y,2=1/12 M_2 (b^2+L^2)+ M_2 d^2=1/12 \rho b h L (b^2+L^2+12 d^2)
J_z,2=1/12 M_2 (b^2+h^2)+ M_2 d^2=1/12 \rho b h L (b^2+h^2+12 d^2)
Damit ergibt sich:
J_x,SP=1/12 \rho B H L (H^2+L^2)-2/12 \rho b h L (h^2+L^2)=>
J_x,SP=1/12 \rho L (B H (H^2+L^2)-2 b h (h^2+L^2))
J_y,SP=1/12 \rho B H L (B^2+L^2)-2/12 \rho b h L (b^2+L^2+12 d^2)=>
J_y,SP=1/12 \rho L (B H (B^2+L^2)-2 b h (b^2+L^2+12 d^2))
J_z,SP=1/12 \rho B H L (B^2+H^2)-2/12 \rho b h L (b^2+h^2+12 d^2)=>
J_z,SP=1/12 \rho L (B H (B^2+H^2)-2 b h (b^2+h^2+12 d^2))
Aus M= \rho B H L- 2 \rho b h L=\rho L (B H-2 b h) folgt \rho L=M/(B H-2 b h).
Damit erhält man letztendlich:
\blue\ll(8.1) J_x,SP=1/12 M (B H (H^2+L^2)-2 b h (h^2+L^2))/(B H-2 b h)
\blue\ll(8.2) J_y,SP=1/12 M (B H (B^2+L^2)-2 b h (b^2+L^2+12 d^2))/(B H-2 b h)
\blue\ll(8.3) J_z,SP=1/12 M (B H (B^2+H^2)-2 b h (b^2+h^2+12 d^2))/(B H-2 b h)
\red\frameon
\red\stress\I\-Profil
\ll(8.1) J_x,SP=1/12 M (B H (H^2+L^2)-2 b h (h^2+L^2))/(B H-2 b h)
\ll(8.2) J_y,SP=1/12 M (B H (B^2+L^2)-2 b h (b^2+L^2+12 d^2))/(B H-2 b h)
\ll(8.3) J_z,SP=1/12 M (B H (B^2+H^2)-2 b h (b^2+h^2+12 d^2))/(B H-2 b h)
mit b=1/2 (B-t) , h=H-2 t , d=1/2 (b+t)
\frameoff
\fedoff
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Wenn dieser Artikel ein paar Leuten hilft, die Herleitung der Trägheitsmomente zu verstehen, dann hat er seinen Zweck erfüllt.
Dank Thomas (alias Tigger ) aus der AG Artikel LaTeXen steht dieser Artikel auch als PDF zur Verfügung.
Allen MP-Bewohnern wünsche ich noch einen schönen Sommer.
Liebe Grüße
Georg
(alias KingGeorge)
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