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Warum ist Mathematik so unbeliebt? |
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Zetavonzwei
Aktiv  Dabei seit: 07.03.2012 Mitteilungen: 164
Aus: Bamberg, Deutschland
 |     Beitrag No.40, eingetragen 2012-07-02 14:59
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Für mich ist eines der Hauptprobleme des Mathematikunterrichts, dass die einzelnen Themen getrennt und voneinander unabhängig betrachtet werden, statt die Zusammenhänge zwischen den Bereichen zu verdeutlichen. Ein zweiter Punkt, der hier noch mit eine Rolle spielt, ist, dass die Themen auseinandergezogen sind: Zum Beispiel wird Differentialrechnung am Anfang, in der Mitte und am Ende des Jahres behandelt und zwischen die drei (inhaltlich relativ ähnlichen und aufeinander aufbauenden) Teile je ein Abschnitt Geometrie und Stochastik eingeschoben. Würde man die drei Stochastikteile am Stück behandeln, müsste man nicht bei jedem Teil wieder bei 0 anfangen, sondern könnte auf die vorherigen Ergebnisse aufbauen. So waren die Schüler aber einige Zeit mit anderer Thematik beschäftigt und haben jetzt Mühe, sich wieder in die "neue" Thematik einzuarbeiten. Das führt zu einer Überforderung von denen, die das Thema nicht sofort verstehen, denn das neue Thema beginnt dann, wenn sie gerade anfangen, das alte zu verstehen, und einer Unterforderung derjenigen, die sich gut damit auskennen, denn die langweilen sich bei der Wiederholung des alten Themas, das für das neue gebraucht wird.
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mixwell
Senior  Dabei seit: 14.07.2011 Mitteilungen: 1184
Aus:
 |     Beitrag No.41, eingetragen 2012-07-02 15:07
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Ich stimme dir in deinem ersten Punkt zu. Im zweiten allerdings nicht:
Wir haben damals (in NRW) keine Themensprünge gemacht. Das mag allerdings von Bundesland zu Bundesland verschieden sein.
----------------- It is a well-known experience that the only truly enjoyable and profitable way of studying mathematics is the method of "filling in details" by one's own efforts. Cornelius Lanczos, 1956
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Knaaxx
Senior  Dabei seit: 06.05.2006 Mitteilungen: 2544
Aus:
 |     Beitrag No.42, eingetragen 2012-07-02 17:24
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Gestern war gestern, Heute ist heute.
Mathematik ist unbeliebt wie es anderere Dinge im Leben auch sind. Da wird sich auch nichts dran ändern.
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Ehemaliges_Mitglied Neu  Dabei seit: 00.00.0000 Mitteilungen: 0
Aus:
 |     Beitrag No.43, eingetragen 2012-08-11 00:44
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Meine Schulzeit ist zwar nun auch schon ein paar Jahre vorbei, aber noch nicht so lange, dass ich mich nicht auch noch daran erinnern könnte, was mich am Mathematikunterricht gestört hat. Ich argumentiere da immer sehr gerne mit dem Bisschen Stochastik, das man meist nur in der Schule macht: Mir kam es zu Schulzeiten immer so "an den Haaren herbeigezogen" vor, wenn irgendwelche Wahrscheinlichkeitsaussagen getroffen wurden und fühlte mich intuitiv (ohne damals genau zu wissen, wieso) unwohl dabei, den Zufall in ein paar Fomeln zu quetschen, die man serviert bekam, ohne Näheres zu begründen. Mathematik kam mir in der Schule wie etwas vor, das einem "gegeben" wird, von dem aber völlig fragwürdig bleibt, wo es herkommt und wie man darauf kommt.
Im Studium war es dann zunächst eher ein Schock zu sehen, was eigentlich Mathematik ist, aber mit der Zeit wurde es sozusagen für mich zu einer Befreiung, weil die Dinge plötzlich einen Zusammenhang bekamen. Heute sehe ich es so, dass sich dieser Zusammehang immer mehr aufdeckt und man ständig dabei ist, etwas immer und immer besser zu verstehen - und ich finde es gut, dass da kein Ende in Sicht ist.
Ich fand in dem Zusammenhang immer einen Spruch gut, den ein Professor im ersten Semester gerne wiederholt hat:
Sinngemäß lautete der so:
"In der Schule betreibt man ja eigentlich keine Mathematik, sondern man rechnet. Mathematik aber ist Strukturieren und Beweisen. Das Erste, was Sie in der Mathematik durchmachen und lernen müssen, ist das Verzweifeln. Aber in einem positiven Sinne. Das Erste was ein Mathematiker lernt, ist, seine geistigen Grenzen anzuerkennen. Und dann will er sie erweitern."
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Ich muss aber auch mal betonen, dass ich eine eingeimpfte Angst oder Ehrfurcht oder gar einen irgendwie eingepflanzten Hass gegen die Mathematik feststelle. In der Schule ist mir schon aufgefallen, wie manche Mitschüler einfach kompromisslos die Mathematik abgelehnt haben und auch gar nicht bereit waren, sich irgendwie auf sie einzulassen. Seien die Lehrer nun gut oder schlecht - in solchen Fällen finde ich das Konzept Schule ziemlich hoffnungslos.
Und egal, wem ich erzähle, dass ich Mathematik studiere: Immer ernte ich Reaktionen wie: "Gott, doch alles, aber das nicht!". Der Klassiker unter den Reaktionen ist und bleibt aber wohl: "Mathematik? Ich war schon in der Schule schlecht. Du brauchst mir gar nichts versuchen zu erklären."
Mich erstaunt auch immer wieder, dass die Meisten Mathematik überflüssig finden oder sogar geringschätzig abtun, aber gleichzeitig eine solche Ehrfurcht vor Mathematikern haben, dass sie ihnen quasi alles bedenkenlos glauben.
Irgendwie scheint kollektiv eingeimpft zu sein, dass Mathematik etwas Schlimmes, Trockenes und Furchtbares ist.
[ Nachricht wurde editiert von dennis2012 am 11.08.2012 00:52:20 ]
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weserus hat die Antworten auf ihre/seine Frage gesehen. weserus hat selbst das Ok-Häkchen gesetzt. | | Seite 2 | Gehe zur Seite: 1 | 2 |
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