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Begriff "a priori" |
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kiss11
Junior  Dabei seit: 29.12.2011 Mitteilungen: 14
Aus:
 |     Themenstart: 2012-07-20 23:17
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Hallöchen,
ich bins wieder und wieder mit so einem schwammigen Begriff: "a priori"
Welche Verschiedenen Varianten der Übersetzung gibt es davon, bzw. wie genau muss man auf den zusammenhang achten?
Wie lautet z.B. diser Satz in der Übersetzung:
"Alle diese 36 Elementaereignisse von Paaren (k1,k2) haben die gleich a priori Eigenschaft."
Danke für eure Hilfe,
love and kisses,
kiss11
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Eiliko
Aktiv  Dabei seit: 31.10.2009 Mitteilungen: 211
Aus:
 |     Beitrag No.1, eingetragen 2012-07-20 23:35
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hallo
ich hab den begriff das erste mal in der 11 klasse in philosophie kennengelernt und damals hatten wir ihn erklärt/übersetzt mit:
"vor der erfahrung"
das soll in etwa so viel heissen wie
"von vornherein"
am häufigsten im mathematikstudium bin ich dem begriff in der numerik/optimierung begegnet. bei vielen verfahren (algorithmen etc.) werden parameter verwendet.
jetzt kann man diese parameter einmal am anfang des verfahrens fest wählen (das wäre dann "a priori"), dass heisst bevor man irgendweche ergebnisse mit den verfahren bekommt, oder man könnte den parameter im laufe des verfahrens anhand von zwischenergebnissen anpassen. das wäre dann die a-posteriori ("nach der erfahrun") variante
hoffe das machts was verständlicher für dich =)
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kiss11
Junior  Dabei seit: 29.12.2011 Mitteilungen: 14
Aus:
 |     Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2012-07-21 00:04
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Hi Eiliko,
erst mal danke für deine schnelle Antwort!
Ist das so ähnlich wie: "wir wissen nicht, dass es so ist, vermuten es aber"?
ist das also so ähnlich wie eine annahme?
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22288
Aus: Jena
 |     Beitrag No.3, eingetragen 2012-07-21 00:38
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Hi.
Nein, es ist eher als eine Abhängigkeit deines Wissens von den dir zur Verfügung stehenden Informationen zu verstehen.
A-priori-Wissen ist das, was du von Anfang an hast. Das Wissen, welches die die Informationen des anfänglichen Zustandes liefern. Alles, was du von Anfang an weißt, und alles, was du daraus mit Sicherheit schlussfolgern kannst. Alles das ist A-priori-Wissen.
Nun kannst du nach dem Anfang natürlich weitere Informationen dazu gewinnen. Das vergrößert dein Wissen. Mit jeder neuen Information kannst du neue Schlussfolgerungen ziehen. Dieses zusätzliche Wissen ist dein A-posteriori-Wissen.
Ein Beispiel: In einem Spiel, das nach festen Regeln abläuft kannst du anhand der Regeln verschiedene Dinge vorhersehen. Beispielsweise kannst du beim Skat anhand deines anfänglichen Blattes gewisse Dinge von vorn herein wissen. Du musst nicht erst spielen, um herauszufinden, dass dein Gegenüber niemals einen Grand gewinnen wird, wenn du alle vier Buben und alle vier Asse auf der Hand hast. Das weißt du vorher, weil du im Kopf bereits alle Möglichkeiten des Spiels auszählen kannst.
Selbst bei komplizierteren Anfangssituationen kannst du durch genaues Nachzählen schon von vorn herein viel über den zukünftigen Verlauf des Spiels wissen. Alles, was du aus deinem Blatt, der Information, wer gegeben hat, und der Reihenfolge der Spieler schon auszählen kannst, all das ist A-priori-Wissen. Danach entscheidest du z.B. wie weit du bereit bist, zu reizen.
In den meisten Fällen weißt du vorher jedoch noch nicht mit Sicherheit, wer gewinnen wird. Das hängt in den allermeisten Fällen ja u.A. davon ab, ob du alleine spielst oder nicht und ggf. ob dein Partner ein gutes Blatt hat oder nicht. Du fängst also an zu spielen und nach und nach siehst du, welche Karten deine Mitspieler auf der Hand hatten. Damit wächst deine Informationsmenge. Du weißt, welche Karten du noch hast und welche schon aus dem Spiel sind. Wenn du mitzählst, kannst du also z.B. herausfinden, welche Karten noch kommen werden. Anhand dessen, wer wann abwirft statt zu bedienen, kannst du herausfinden, ob einer Spieler Nr.2 eine bestimmte Farbe noch hat oder ob alle restlichen Kreuz-Karten beim dritten Spieler konzentriert sind. Wenn du alles das zusammentust, kannst du sogar einige Stiche vor Ende bereits wissen, wer schlussendlich gewinnen wird. Das ist A-posteriori-Wissen.
mfg Gockel.
P.S.: Wenn du kein Skat kannst, dann bin ich aufgeschmissen. Ich finde das Beispiel so schön... Du solltest Skat lernen, alleine für dieses Beispiel.
----------------- Schwarzer Magier der Drachengilde,
Besitzer der magischen Ringe von Dedekind, Artin und Noether,
Verteidiger der aufgelösten Gruppen,
Hüter von SirJectives Freundschaft.
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Link | | Folgende Antworten hat der Fragesteller vermutlich noch nicht gesehen. |
cis
Senior  Dabei seit: 03.08.2002 Mitteilungen: 4061
Aus:
 |     Beitrag No.4, eingetragen 2012-07-22 18:09
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Ich hab mir immer gemerkt:
a priori "vom Vorherigen (ausgehend, herrührend, kommend)"
Ggs.: a posteriori "vom Nachherigen (ausgehend, herrührend, kommend)"
In den versch. Wissenschaften bzw. deren Teilgebieten kann a priori (a posteriori) aber (jeweils) eine Realdefinition erhalten, die mit dem Sprachlichen nur noch mittelbar übereinstimmt.
Dein Bsp.
2012-07-20 23:17 - kiss11 im Themenstart schreibt:
"Alle diese 36 Elementaereignisse von Paaren (k1,k2) haben die gleich e a priori Eigenschaft." soll vermutlich heißen, daß alle Paare (k1, k2) geleichwahrscheinlich sind, was durch die Anfangsbedingungen festgelegt wurde.
----------------- Wenn man alles ausgeschaltet hat, was unmöglich ist, bleibt am Ende etwas übrig, das die Wahrheit enthalten muß - mag es auch noch so unwahrscheinlich sein...
(Sherlock Holmes) ·
[ Nachricht wurde editiert von cis am 22.07.2012 18:10:47 ]
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