Die Mathe-Redaktion - 23.05.2013 07:07
Auswahl
Aktion im Forum
Suche
Stichwortsuche in Artikeln und Links von Matheplanet
Suchen im Forum
Suchtipps

Bücher
Englische Bücher
Software
Suchbegriffe:
Mathematik bei amazon
Naturwissenschaft & Technik
In Partnerschaft mit Amazon.de
Kontakt
Mail an Matroid
[Keine Übungsaufgaben!]

Impressum

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen, die Distanzierung, unsere Datenschutzerklärung und
die Forumregeln.

Sie können Mitglied werden oder den Newsletter bestellen.

Der Newsletter April 2013

Für Mitglieder
Mathematisch für Anfänger
Wer ist Online
Aktuell sind 414 Gäste und 11 Mitglieder online.

Sie können Mitglied werden:
Klick hier.

Über Matheplanet
 
Zum letzten Themenfilter: Themenfilter:
Matroids Matheplanet Forum Index
Moderiert von Wauzi
Elementare Zahlentheorie » Zahlen - Darstellbarkeit » Alternativer Beweis des Fundamentalsatzes der Arithmetik
Druckversion
Druckversion
Antworten
Antworten
Autor
Universität/Hochschule Alternativer Beweis des Fundamentalsatzes der Arithmetik
Eeni
Junior Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 19.12.2007
Mitteilungen: 10
Aus:
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2012-08-02 17:51


Hi,
ich hab mir heute den Fundamentalsatz der Arithmetik angeschaut habe mir einen Beweis überlegt, der von den Standardbeweisen abweicht. Ich find ihn aber schön, weil intuitiver und besser zu merken.

Passt das so oder sind irgendwo Denkfehler?

Vorbemerkung: Ich habe zwei Definitionen für Primzahlen zur Verfügung:
1.  n \in \mathbb{N} \mbox{ Primzahl } \leftrightarrow n \mbox{ lässt sich nicht als Produkt von zwei kleineren natürlichen Zahlen schreiben}
2.  n \in \mathbb{N} \mbox{ Primzahl } \leftrightarrow \mbox{ Seien } a,b, \in \mathbb{N}: \mbox{ Falls } n|ab \mbox{ dann } n|a \mbox{ oder } n|b

Existenz: Benutze Def 1
Die Umkehrung von Def 1 sagt mir: Sei z \in N, falls z keine Primzahl, dann ist sie durch zwei kleinere natürliche Zahlen darstellbar: z=a \cdot b
Was wir auf z angewendet haben, wenden wir auf a und b an. Das gibt dann eine Zerlegung mit Baumstruktur. Für die Enden der Äste gibt es nur zwei Möglichkeiten:
1. ein Ast endet mit einer Primzahl
2. ein Ast ist unendlich
Das zweite ist unmöglich, weil n endlich ist. Also enden alle Äste irgendwann auf einer Primzahl. Die sammeln wir ein und bekommen eine Primfaktorzerlegung von n.

Eindeutigkeit: Benutze Def 2
Sei n=p_1^{r_1} \cdots p_k^{r_k} eine Pfz (=Primfaktorzerlegung) von n.
Sei p' eine beliebige Primzahl einer anderen Pfz. Mit der Existenzaussage folgt p'|n
Mit Def 2 haben wir p'|p_1^{r_1} oder p'|p_2^{r_k} \cdots p_2^{r_k}
Das iterieren wir durch:
Vorbereitung (nur Umbenennung sodass wir die r_i nicht vergessen): (l_1,...l_k):=(r_1,...r_k)
For i=1...k
if p'|p_i^{l_i}
then p'=p_i
end for
Wegen Def 2 landen wir für irgendein i einen Treffer. Daraus (und wegen dem "beliebig" von oben) können wir schließen, dass sich alle Primfaktorzerlegungen von n aus der gleichen Menge von Primzahlen zusammensetzen. Jetzt mussen wir nur noch zeigen, dass die zugehörigen Exponenten r_i auch gleich sind.
Wir nehmen an in der Pfz(1) kommt p_i^{r_i} vor und in Pfz(2) kommt p_i^{s_i} mit r_i \neq s_i vor.
Dann teilen wir beide Pfz sowie n durch p_i^{|s_i-r_i|}. Damit bekommen wir ein a \in \mathbb{N}: a=\frac{n}{p_i^{|s_i-r_i|}} mit zwei verschiedenen Pfz von denen in der einen Pfz p_i vorkommt und in der anderen Pfz nicht vorkommt. Das steht im Widerspruch zu dem was wir oben schon bewiesen haben, also müssen die entsprechenden Exponenten in den Pfz auch gleich sein.

Damit ist die Pfz eindeutig.



  Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Eeni
Junior Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 19.12.2007
Mitteilungen: 10
Aus:
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, vom Themenstarter, eingetragen 2012-08-02 17:53


Fundamentalsatz:
Jede natürliche Zahl n lässt sich als Produkt von Primzahlen schreiben. Diese Darstellung ist eindeutig, wenn die Primfaktoren der Größe nach sortiert werden.



  Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
ZetaX
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 24.01.2005
Mitteilungen: 2057
Aus: Wenzenbach
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2012-08-02 18:26


Damit dieser Beweis korrekt ist, musst du noch die Äquivalenz zwischen deinen beiden Definitionen zeigen. Du kannst dir nicht einfach immer die Definition nehmen, die gerade besser passt.
Hat man besagte Äquivalenz, so handelt es sich fast wörtlich um den mir bekannten Standardbeweis, welcher sich auch gut auf Primideale in Dedekindringen verallgemeinert (siehe dazu Neukirch, Algebraische Zahlentheorie, kapitel 1.3).



  Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
fru
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 03.01.2005
Mitteilungen: 20152
Aus: Wien
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2012-08-09 23:49


Hallo Eeni!

2012-08-02 18:26 - ZetaX in Beitrag No. 2 schreibt:
Damit dieser Beweis korrekt ist, musst du noch die Äquivalenz zwischen deinen beiden Definitionen zeigen.

Das reicht hier aber nicht, weil keine der zwei Definitionen mit dem Üblichen übereinstimmt:

2012-08-02 17:51 - Eeni im Themenstart schreibt:
1.  n \in \mathbb{N} \mbox{ Primzahl } \leftrightarrow n \mbox{ lässt sich nicht als Produkt von zwei kleineren natürlichen Zahlen schreiben}

Demnach wäre 1 (entgegen der heute üblichen Konvention) eine Primzahl:
Es handelt sich ja um eine natürliche Zahl (ob man nun 0 zu N zählt oder nicht), und offenbar läßt sie sich nicht in zwei kleinere zerlegen (denn entweder gibt es gar keine kleineren oder deren Produkt wäre gleich 0 - also nicht gleich 1).

Was Du hier stattdessen meinst, ist die auch als Irreduzibilität bezeichnete Eigenschaft, die man (auf den Dich interessierenden Fall der Beschränkung auf natürliche Zahlen gemünzt) so formulieren könnte:

fed-Code einblenden


Gleiches gilt auch für deine zweite Definition:

2012-08-02 17:51 - Eeni im Themenstart schreibt:
2.  n \in \mathbb{N} \mbox{ Primzahl } \leftrightarrow \mbox{ Seien } a,b, \in \mathbb{N}: \mbox{ Falls } n|ab \mbox{ dann } n|a \mbox{ oder } n|b

Weil 1 jede natürliche Zahl teilt, teilt sie auch a. Also ist 1 prim.

Darüber hinaus ist aber auch die Formulierung "\mbox{ Seien } a,b, \in \mathbb{N}:" nicht ganz angemessen. Du meinst hier offenbar:

fed-Code einblenden

Mit dieser Eigenschaft (wenn ein Produkt geteilt wird, dann auch ein Faktor) werden in allgemeineren Zahlenbereichen die sog. Primelemente charakterisiert. Man kann (2') (was auch oft getan wird) gut als Definition von "prim" wählen.

Wie schon gesagt wurde, bliebe dann aber zu zeigen, daß die gemäß (2') primen Zahlen genau die gemäß (1'') irreduziblen sind (was natürlich etwas mehr ist als (1') statt (1'') zu verwenden, wo die Definition der Irreduzibiltät näher am Üblichen liegt).

Daß irreduzible Zahlen prim sind, ist übrigens keine Selbstverständlichkeit. In anderen Ringen als Z gibt es auch Gegenbeispiele dafür.

Aber auch davon mal ganz abgesehen muß Dein Beweis fehlerhaft sein, weil er ja die Eindeutigkeit unter der impliziten Voraussetzung, daß 1 prim sei, beweist (obwohl man dann natürlich aus einer Darstellung durch Hinzufügen des Faktors 1 stets eine andere erhielte). Es wird eine gute Übung für Dich sein, die fehlerhaften Stellen aufzuspüren.

Liebe Grüße, Franz



[Verschoben aus Forum 'Zahlentheorie' in Forum 'Zahlen - Darstellbarkeit' von fru]
[ Nachricht wurde editiert von fed am 10.08.2012 02:32:01 ]
[ Nachricht wurde editiert von fed am 03.11.2012 11:56:57 ]



  Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Eeni
Junior Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 19.12.2007
Mitteilungen: 10
Aus:
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, vom Themenstarter, eingetragen 2012-08-10 11:50


Danke Franz, bei beiden Definitionen muss die Bedingung n>1 dazu.

Ich hab jetzt mal einen Beweis für die Äquivalenz der beiden Definitionen aufgeschrieben:

1. n \in \mathbb{N}, n>1 \mbox{ ist Primzahl } \Leftrightarrow n \mbox{ lässt sich nicht als Produkt von zwei kleineren natürlichen Zahlen schreiben}
 2. n \in \mathbb{N}, n>1 \mbox{ ist Primzahl } \Leftrightarrow \mbox{ Seien } a,b, \in \mathbb{N}: \mbox{ Falls } n|ab \mbox{ dann } n|a \mbox{ oder } n|b

Hinrichtung: 1 \Rightarrow 2
Sei n prim nach Charakterisierung 1.
Seien weiterhin a,b \in \mathbb{N} sodass n\mid ab
\Leftrightarrow \exists k \in \mathbb{N}: kn=ab
Teilt n das a oder das b, sind wir fertig mit der Hinrichtung. Also prüfen wir noch den anderen Fall: Annahme: n\nmid a, n\nmid b
\Rightarrow n\neq a, n\neq b
Nach Voraussetzung (Char 1) dürfen nicht a und b gleichzeitig kleiner als n sein. Sei ObdA a nicht kleiner als n, also ist a>n.
 a \nmid n, n \nmid a
\Leftrightarrow ggT(a,n)=1
\overset{Euklid}{\Rightarrow} \exists c,d \in \mathbb{N}: ac+nd=1   \mid \cdot b
\overset{b\neq 0}{\Leftrightarrow} acb+ndb=b
\overset{kn=ab}{\Leftrightarrow} ckn+ndb=b
\overset{}{\Leftrightarrow} n(ck+db)=b
\Rightarrow n\mid b

Rückrichtung: 1 \Leftarrow 2
Sei n prim nach Charakterisierung 2.
Sei weiterhin r \in \mathbb{N}: r\mid n
\Rightarrow \exists ! k\in \mathbb{N}: r\cdot k=n
\Rightarrow n\mid rk
\overset{Voraussetzung}{\Rightarrow} n\mid r \mbox{ oder } n\mid k
\Rightarrow  es können nicht r und k gleichzeitig kleiner als n sein.



  Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Eeni
Junior Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 19.12.2007
Mitteilungen: 10
Aus:
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, vom Themenstarter, eingetragen 2012-11-03 11:53


Hab noch einen Fehler in dem 2. Teil des Beweises der Eindeutigkeit gefunden:
Man teilt nicht durch p_i^{|s_i-r_i|} sondern durch p_i^{min(s_i,r_i)}. Dann stimmen auch die restlichen Aussagen:

Damit bekommen wir ein a \in \mathbb{N}: a=\frac{n}{p_i^{min(s_i,r_i)}} mit zwei verschiedenen Pfz von denen in der einen Pfz  p_i vorkommt und in der anderen Pfz nicht vorkommt. Das steht im Widerspruch zu dem was wir oben schon bewiesen haben, also müssen die entsprechenden Exponenten in den Pfz auch gleich sein.



  Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Eeni hat die Antworten auf ihre/seine Frage gesehen.
Eeni wird per Mail über neue Antworten informiert.
Bewerte diesen Thread:
[Was sonst bewertet wurde]
 Neues Thema [Neues Thema]

 Antworten [Antworten]   

 Druckversion [Druckversion]


Wechsel in ein anderes Forum:
 Suchen    
 
All logos and trademarks in this site are property of their respective owner. The comments are property of their posters, all the rest © 2001-2013 by Matroids Matheplanet
This web site was made with PHP-Nuke, a web portal system written in PHP. PHP-Nuke is Free Software released under the GNU/GPL license.
Ich distanziere mich von rechtswidrigen oder anstößigen Inhalten, die sich trotz aufmerksamer Prüfung hinter hier verwendeten Links verbergen mögen.
Lesen Sie die Nutzungsbedingungen, die Distanzierung, die Datenschutzerklärung und das Impressum.
[Seitenanfang]