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Unitäre Transformation |
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Thomas1986
Junior  Dabei seit: 05.10.2010 Mitteilungen: 10
Aus: Wien
 |     Themenstart: 2012-08-14 19:41
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Hallo!
Ich soll in einer Aufgabe zeigen, dass ein Satz von unitären Matrizen und eine Wahrscheinlichkeitsverteilung existiert, sodass für Matrix gilt:
Wobei die adjungierte von ist, die Einheitsmatrix, die Spur von ist und die Dimension des Vektorraums (Hilbertraums), worin liegt, ist.
(Das eine Wahrscheinlichkeitsverteilung ist, heißt hier nur und )
Leider habe ich noch gar keinen Ansatz für die Lösung des Problems gefunden. Erschwerend kommt hinzu, dass die obige Aussage für jede Matrix gelten soll und nicht nur für hermitesche.
Ich freue mich auf Ansätze oder Lösungsvorschläge zu diesem Problem.
Lg, Thomas
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22481
Aus: Jena
 |     Beitrag No.1, eingetragen 2012-08-14 20:17
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Hi.
Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, kommt aus der Darstellungstheorie endlicher Gruppen. Stichwort Gaschütz-Ikeda-Projektion. In diesem Fall sind die p_i einfach eine Gleichverteilung, d.h. p_i = 1/n für ein geeignetes n (=die Ordnung der beteiligten Gruppe).
Ich denke mal drüber nach, ob es auch elementarer geht.
mfg Gockel.
----------------- Schwarzer Magier der Drachengilde,
Besitzer der magischen Ringe von Dedekind, Artin und Noether,
Verteidiger der aufgelösten Gruppen,
Hüter von SirJectives Freundschaft.
[ Nachricht wurde editiert von Gockel am 14.08.2012 20:18:38 ]
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Thomas1986
Junior  Dabei seit: 05.10.2010 Mitteilungen: 10
Aus: Wien
 |     Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2012-08-14 20:54
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Danke für die schnelle Antwort!
Höre hier zum ersten mal von der Gaschütz-Ikeda-Projektion. Werde mich mal darüber informieren.
Nehme ich vorerst schon mal richtig an, dass das n, also die Ordnung der beteiligten Gruppe gleich der Dimension des Hilbertraumes d sein müsste?
LG, Thomas
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22481
Aus: Jena
 |     Beitrag No.3, eingetragen 2012-08-14 23:32
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Nein, denn d muss die Dimension einer irreduziblen Darstellung der Gruppe sein. Das ist niemals gleich der Gruppenordnung außer für die triviale Gruppe, also für n=d=1.
Die Gruppe ist sowieso nicht eindeutig festgelegt durch d, denn es gibt i.A. natürlich sehr viele nichtisomorphe Gruppen, die eine d-dimensionale irreduzible Darstellung haben (denn genau das braucht man für diesen Ansatz).
Die Gaschütz-Ikeda-Projektion ist auch unter dem Namen "Spurabbildung" / "Trace map" bekannt. Sie tritt allgemeiner im Kontext symmetrischer Algebren auf (von denen Gruppenalgebren ein spezielles Beispiel sind). Das wird dir beim Suchen behilflich sein.
mfg Gockel.
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Thomas1986
Junior  Dabei seit: 05.10.2010 Mitteilungen: 10
Aus: Wien
 |     Beitrag No.4, vom Themenstarter, eingetragen 2012-08-16 20:23
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Ich habe nun versucht etwas über die Spurabbildung zu finden, habe aber für mich nichts nützliches darüber gefunden.
Kann man es auch ohne Vorkenntnisse in Gruppentheorie zeigen?
Mein Wissen über Gruppentheorie ist leider sehr beschränkt.
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22481
Aus: Jena
 |     Beitrag No.5, eingetragen 2012-08-16 20:54
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Man kann es ganz sicher auch anders zeigen. Leider habe ich im Moment keine Ahnung, wie.
Nähern wir uns der Frage doch einmal anders: Wo kommt die Aufgabe eigentlich her? Sprich: Gibt es eine Vorlesung dazu und wenn ja, was ist zu dem Zeitpunkt der Aufgabe gerade alles dran gewesen? Gibt es andere Aufgaben in unmittelbarer Nachbarschaft, die Hinweise geben könnten?
mfg Gockel.
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davidhigh
Senior  Dabei seit: 10.03.2007 Mitteilungen: 2516
Aus: Kiel
 |     Beitrag No.6, eingetragen 2012-08-16 20:54
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Hi,
erstmal, ich habe keine Ahnung, aber vielleicht einen Ansatz. Für hermitische Matrizen ist es klar, man nehme einfach für U die Eigenvektoren. Nun kann man jede Matrix in einen hermitischen und anti-hermitischen Teil zerlegen. Den letzteren müsste man dann irgendwie mit einbauen bzw. wegdiskutieren.
EDIT: ok, ich wurde gerade von Gockel in einer PM zurecht darauf hingewiesen, dass die U's unabhängig von A sein sollen. Ich bin dann mal nach 30 Sekunden wieder raus ;-)
Gruß,
David
----------------- Eine Hauptursache der Armut in den Wissenschaften ist meist eingebildeter Reichtum
(Bertolt Brecht, Leben des Gallilei)
[Die Antwort wurde nach Beitrag No.4 begonnen.]
[ Nachricht wurde editiert von davidhigh am 16.08.2012 20:58:17 ]
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34969
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.7, eingetragen 2012-08-16 21:48
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Hi,
ein paar unausgereifte Ideen:
 
1. Man kann die verlangte Gleichung als sum(p_i*U_i\otimes U_i^H,i)=(e_1\.e_1^T,e_1\.e_2^T,...,e_1\.e_n^T;.,.,...,.;e_n\.e_1^T,e_n\.e_2^T,...,e_n\.e_n^T) schreiben, es ist dabei gleichgültig, welche von den beiden vernünftigen Konventionen der Nummerierung beim Kronecker\-Produkt benutzt wird. 2. Wenn man stattdessen die kompakte Gruppe der unitären Matrizen mit dem Haarschen Maß \m versieht, dann ergibt wohl int(U\otimes U^H,\m) das Verlangte, indessen ist es nicht offensichtlich, wie man dieses Integral in eine endliche Summe verwandeln soll.
Gruß Buri
[ Nachricht wurde editiert von Buri am 18.08.2012 19:05:39 ]
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Thomas1986
Junior  Dabei seit: 05.10.2010 Mitteilungen: 10
Aus: Wien
 |     Beitrag No.8, vom Themenstarter, eingetragen 2012-08-16 22:42
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Zunächst zu Gockel:
Die Aufgabe steht im Zusammenhang mit Information und Entropie.
Man soll dabei die vorher zu beweisende Relation verwenden um damit und mit der Konkavität der von Neumann Entropie (= zu zeigen, dass der komplett gemischte Zustand
(auf einem Raum von d-Dimensionen) der einzige Zustand maximaler Entropie ist.
Gruppentheorie wurde in den Beispielen davor nicht verlangt, deswegen nehme ich an, dass es auch ohne gehen müsste.
Der erste Punkt von Buri scheint auf einen richtigen weg hinzudeuten, da ähnliches schon in anderen Beweisen zur Entropie benutzt wurde.
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davidhigh
Senior  Dabei seit: 10.03.2007 Mitteilungen: 2516
Aus: Kiel
 |     Beitrag No.9, eingetragen 2012-08-17 12:24
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Hallo,
ohne die Überlegungen unterbrechen zu wollen, in diesem schönen Skript hier wird die Aussage bewiesen (in Abschnitt 3).
Gruß, David
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Thomas1986
Junior  Dabei seit: 05.10.2010 Mitteilungen: 10
Aus: Wien
 |     Beitrag No.10, vom Themenstarter, eingetragen 2012-08-17 12:53
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Hallo David,
Also ich kann einen direkten Beweis nicht finden. Wo genau soll er sein?
Es schaut alles sehr ähnlich zur Fragestellung aus, ist aber doch in dem Skript alles nur für Dichtematrizen (die hermitesch sind) definiert.
LG, Thomas
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davidhigh
Senior  Dabei seit: 10.03.2007 Mitteilungen: 2516
Aus: Kiel
 |     Beitrag No.11, eingetragen 2012-08-17 13:07
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Hallo,
in der Definition 1.2. wird nur für Dichtematrizen gefordert (i) positiv semi-definit (ii) Spur = 1. Eigenschaft (ii) ist bei dir erfüllt, wenn du durch tr(A) teilst. (i) natürlich nicht, aber vielleicht kann man den Beweis einfach dahingehend verallgemeinern.
Für die letzlich zu zeigende Behauptung würde es auf jeden Fall reichen, denn in der gehts ja um Dichtematrizen.
Was ich meinte steht übrigens in Beispiel 3.2.
Gruß, David
EDIT: vom selben Autor und um einiges kürzer gibt es noch das hier.
[ Nachricht wurde editiert von davidhigh am 17.08.2012 13:19:46 ]
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34969
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.12, eingetragen 2012-08-17 14:02
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2012-08-17 12:53 - Thomas1986 in Beitrag No. 10 schreibt:
Also ich kann einen direkten Beweis nicht finden. Wo genau soll er sein? Hi Thomas1986,
ich finde es auch nicht, denn in diesem Artikel geht es an keiner Stelle um die Situation, wo U1,...,Un eine feste Folge und A variabel ist.
Sondern dort ist A fest, und die Uj sind variabel.
Immerhin ist es aber nützlich, auf Lemma 2.3 und Lemma 3.5 zu schauen, weil dabei genau das gemacht wird, was ich im Punkt 2. von Beitrag #7 erwähnte, nämlich das Integral durch eine endliche Summe zu ersetzen.
Ich sehe aber immer noch nicht, wie der Beweis nun weitergeht, auch dann nicht, nachdem ich das Skript vom Beitrag #11 angeschaut habe.
Gruß Buri
[ Nachricht wurde editiert von Buri am 17.08.2012 14:05:12 ]
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34969
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.13, eingetragen 2012-08-18 16:27
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Hi,
man braucht wirklich kein schweres Gaschütz - ähmm: Geschütz - für diese Formel.
Ich betrachte die Menge aller d x d-Permutationsmatrizen und ersetze in jeder Matrix unabhängig voneinander die Einsen durch ± 1.
Das ergibt insgesamt 2d·d! = (2d)!! reelle orthogonale und somit auch unitäre Matrizen.
Schließlich setze ich die pi = 1 / (2d)!!.
Man kann es irgendwie nachrechnen, dass es stimmt, oder mit dem Computer überprüfen lassen.
Hier ist mein Programm dafür (die Zahl d muß man vorher eingeben):Mathematica x=Table[Order[False,i==#[[j]]],{i,d},{j,d}]&/@Permutations[Table[i,{i,d}]]; y=DiagonalMatrix/@Flatten[Table@@ Prepend[Table[{a[i],2},{i,d}],3-2Table[a[i],{i,d}]],d-1]; z=Flatten[Table[x[[i]].y[[j]],{i,Length[x]},{j,Length[y]}],1]; b=Table[c[i,j],{i,d},{j,d}]; Simplify[Plus@@(Transpose[#].b.#&/@z)/(2d)!!]
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Es geht sogar noch einfacher, denn man kann anstelle der vollen Permutationsgruppe Sd auch eine geeignete Untergruppe nehmen, zum Beispiel die d-elementige zyklische Untergruppe, die von einem beliebigen d-Zyklus erzeugt wird.
Dann muß man in dem Programm die erste Zeile durchMathematica x=Table[Table[Order[False,i-1==Mod[j+k-1,d]],{i,d},{j,d}],{k,d}]
| ersetzen und den Nenner (2d)!! am Schluß durch 2d·d ersetzen.
Eine ähnliche Einsparung kann man bei der Anzahl der Diagonalmatrizen mit ±1 auf der Diagonale machen, es genügen 2(d-1) solche Matrizen, und sogar d, wenn d eine Zweierpotenz ist.
Das Produkt mit der Anzahl der Permutationen ergibt dann insgesamt 2(d-1)d Matrizen, und d2, wenn d eine Zweierpotenz ist.
Gruß Buri
PS: Weil im Quelltext das Zeichen @ vorkommt, denkt der Beitragseditor irrtümlicherweise, es wäre eine eMail-Adresse und fügt irgendwelche komischen HTML-Tags ein, in denen "mailto" vorkommt.
Glücklicherweise hat das auf die Ansicht keine weiteren Auswirkungen.
[ Nachricht wurde editiert von Buri am 19.08.2012 08:07:55 ]
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22481
Aus: Jena
 |     Beitrag No.14, eingetragen 2012-08-19 15:28
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Das ist übrigens genau die Lösung, die man erhält, wenn man in meinen Ansatz die Weyl-Gruppe vom Typ B_n und ihre Spiegelungsdarstellung einsetzt.
mfg Gockel.
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34969
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.15, eingetragen 2012-08-19 20:16
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2012-08-19 15:28 - Gockel in Beitrag No. 14 schreibt:
Das ist übrigens genau die Lösung, die man erhält, wenn man in meinen Ansatz die Weyl-Gruppe vom Typ B n und ihre Spiegelungsdarstellung einsetzt. Hi,
man kann sich auch ein allgemeines Prinzip überlegen, um weitere Beispiele zu konstruieren.
G sei eine endliche Untergruppe von U(d), der Gruppe aller unitären d x d-Matrizen. Ferner bestehe der Raum aller Matrizen, die mit allen U ∈ G vertauschbar sind, nur aus den Vielfachen der Einheitsmatrix.
Dann ergeben die Elemente U1,...,Un von G zusammen mit den Gewichten pi = 1 / n eine Lösung des Problems.
Der Beweis ist so trivial, dass ich ihn nicht anführe.
Gruß Buri
[ Nachricht wurde editiert von Buri am 19.08.2012 20:21:00 ]
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34969
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.16, eingetragen 2012-08-20 20:44
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Hi Gockel,
meine 3 Ansätze im Beitrag #13 hast du im Beitrag #14 sinngemäß als "schon bekannt" und "Spezialfall von ..." bewertet.
Na gut. Mag sein, dass es irgendwo in einem deiner exzellent geschriebenen Artikel steht, in diesem Thema sehe ich das nicht:
2012-08-16 20:54 - Gockel in Beitrag No. 5 schreibt:
... auch anders zeigen. Leider habe ich im Moment keine Ahnung, wie.
... Wo kommt die Aufgabe eigentlich her?
In deiner SuMo-Notiz (nicht öffentlich) heißt es außerdem, eine Lösung ohne Darstellungstheorie steht immer noch aus.
Auch wenn dies nicht stimmt (die Benutzung von ganz konkret angegebenen Gruppen ist noch keine Darstellungstheorie), teile ich noch eine andere Lösungsvariante mit.
 
Es sei W die Menge der Abbildungen A\mapsto sum(p_j*U_j*A*U_j^H,j=1,n) mit U_j unitär und p_j>=0 und sum(p_j,j=1,n)=1 mit beliebigem n. Diese Abbildungen sind linear, sie wirken in einem endlichdimensionalen Raum. Die Menge der linearen Abbildungen von d x d\-Matrizen in d x d\-Matrizen ist ein endlichdimensionaler Vektorraum der Dimension d^4\.. Also ist W eine Menge in einem Raum der Dimension d^4\., und diese Menge ist offensichtlich konvex. Nach dem Satz von Minkowski \(oder Carathéodory, das genügt schon, Extremalpunkte braucht man hier nicht\) muß man nicht beliebig große n nehmen, sondern n = d^4+1 genügt. Es geht mit etwas kleinerem n, aber ich gehe darauf nicht__ ein, weil das ein Abschweifen zur Darstellungstheorie wäre. Also ist W kompakt, weil n als beschränkt angenommen werden darf und alle anderen Teilnehmer an dieser Bildung kompakt sind. Die Abbildung t=(A\mapsto Spur(A)/d*I) gehört zur konvex\-abgeschlossenen Hülle von W, das folgt aus der Formel int(U*A*U^H,\m(U))=Spur(A)/Spur(I)*I, wobei Spur(I) natürlich gleich d ist. Gewiß, diese Formel ist nicht offensichtlich, aber sie stimmt doch. Das Integral, das links steht, ist mit allen unitären Matrizen vertauschbar, also Vielfaches der Einheitsmatrix. Wir wissen aber, dass W bereits konvex und abgeschlossen ist, also ist t\in W, was zu beweisen war.
Diese Überlegung ist nicht konstruktiv, sie liefert nicht oder nur mit sehr großer Mühe einen konkreten Satz von Matrizen Uj und Gewichten pj, aber sie beweist das, was verlangt ist.
Gruß Buri
[ Nachricht wurde editiert von fed am 20.08.2012 21:03:16 ]
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22481
Aus: Jena
 |     Beitrag No.17, eingetragen 2012-08-20 21:26
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@Bekannt oder nicht:
Was ich als Gaschütz-Ikeda-Projektion bezeichne, ist im Falle von Gruppen genau die Mittelung über eine endliche Gruppe, wie du sie vorschlägst. Zu den Eigenschaften (die so trivial sind, dass du sie nicht anführst) dieser Operation gehört, dass aus einer beliebigen linearen Abbildung A eine lineare Abbildung gemacht wird, die zusätzlich auch noch mit der Operation der Gruppe vertauscht, d.h. ein G-Modulhomomorphismus. Die Forderung, dass die Vielfachen der Einheitsmatrix die einzigen Abbildungen mit dieser Eigenschaft sein sollen, ist exakt die Forderung, dass der G-Modul irreduzibel ist (Satz von Maschke).
Ob man das nun so nennt oder nicht, das Argument ist ganz klassische Darstellungstheorie endlicher Gruppen über IC. Mittlung über die Gruppe ist eine der ganz fundamentalen Ideen die der Theorie zugrunde liegen.
Übrigens ist mir neben Gaschütz-Ikeda-Projektion/-Operator und Trace map/Spurabbildung noch die Bezeichnung "Transfer" eingefallen, die dafür (z.B. in Kontexten der Gruppen(ko)homologie) ebenfalls benutzt wird. Nur falls noch jemand danach suchen möchte...
@anderes Argument:
Wundervoll! Auf genau so etwas hatte ich gehofft. Vielen Dank dafür.
mfg Gockel.
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