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Matroids Matheplanet Forum Index » Erfahrungsaustausch » WiMa-Studium: Frust statt Lust
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Universität/Hochschule WiMa-Studium: Frust statt Lust
mhjk
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2017-12-07 21:09


Hallo liebe Community,
ich studiere im 1. Semester Wirtschaftsmathematik (auf Diplom) und wollte euch auf diesem Wege meine derzeitige Situation schildern, um von Studenten höherer Semester eine Rückmeldung bekommen zu können.

Ich habe ein sehr gutes Abitur abgeschlossen und habe voller Tatendrang das Studium aufgenommen, welches auf mein gewünschtes Berufsfeld (Unternehmensberatung, Versicherungs-und Bankenwesen, Marktanalytiker,...) abzielt, bin bisher aber eher unzufrieden.
Ich habe in Analysis einen knallharten Prof erwischt, der absolut unterirdische Lehre hält. Die Übungsaufgaben sind teilweise nicht mal von den Übungsgruppenleitern lösbar und nehmen in Teamarbeit wöchentlich alleine ca. 20 Stunden ein, um überhaupt eine Klausurzulassung zu bekommen. Die Klausur selbt werden gemäß seiner Quote nur rund 20 Prozent der Angetretenen bestehen. Gut zwei Drittel der Studierenden haben das Modul bereits geschmissen. Ich kämpfe weiter. Mir fehlt deswegen allerdings Zeit, die ich gerne in die anderen Module mehr investieren würde, allen voran Informatik. Als Programmieranfänger kommt mir die Übung zu kurz und ich halte ich dort aktuell nur noch gegenseitiges Helfen über Wasser. Lina sowie Algorithmen und Datenstrukturen läuft hingegen gut.
Es ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig jede Woche rund 70 Stunden zu investieren, für Freizeit und einen sportlichen Ausgleich finde ich aktuell keine Zeit, was sehr belastend ist. Den anderen geht es ähnlich, also ich bin ich Vergleich zu meinen Kommilitonen/innen nicht schlecht oder Ähnliches, sondern bewege mich eher im guten Mittelfeld.
Analysis 2 möchte ich auf jeden Fall schieben, denn unabhängig von der Frage des Bestehens werden mir viele Grundlagen fehlen. Stattdessen möchte ich ein anderes Modul vorziehen (Was empfiehlt sich hierfür?).
Insgesamt bin ich noch nicht sonderlich angetan vom Studiengang, da es mir zu theorielastig ist. Ich denke mir immer: Wozu muss ich XY beweisen können, um später einmal in diesen Brancen zu arbeiten. Meiner Meinung nach passt das Studienprofil nicht gut zu den Berufen, auf die es eigentlich abzielt.

Könnt ihr mich auf mehr angewandte Mathematik auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten? Darf mir in diesem frühen Stadium ein Modul überhaupt Probleme bereiten oder muss ich zu Beginn wie die "Cracks" nur so durchhuschen?
Oder wäre vielleicht ein anderer Studiengang (z.B. Wirtschaftswissenschaften) die bessere Wahl gewesen?

Ich weiß, ich mache mir momentan viele Gedanken. Aber das lässt sich nicht vermeiden, wenn man den größten Teil der Zeit unzufrieden ist.
Vielleicht finden sich ja andere (Wi-)Ma-Studenten, die meine Gedanken etwas einordnen könnten.


Vielen Dank im Vorraus!



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2017-12-07 21:30


Hi, ich studiere zwar ganz normal Mathematik, aber möchte zu ein paar Punkten doch etwas sagen:


Wozu muss ich XY beweisen können, um später einmal in diesen Brancen zu arbeiten. Meiner Meinung nach passt das Studienprofil nicht gut zu den Berufen, auf die es eigentlich abzielt.

Ja, du wirst sehr wahrscheinlich in deinem späteren Beruf nie wieder einen Beweis führen müssen, oder die gelernten Dinge irgendwie anwenden.
Aber du wirst die erworbene Kompetenz immer mal wieder benutzen können.

Denn was man im Mathematikstudium ja eigentlich die ganze Zeit tut, ist es Probleme zu lösen, die durchaus kompliziert sein können.
Mit dem Abschluss des Mathematikstudiums zeigst du, dass du in der Lage bist, dich in absehbarer Zeit in komplexere Themen einzuarbeiten, Lösungsstrategien zu entwickeln und diese am Ende so aufzuschreiben, dass andere Leute sie ohne größere Probleme nachvollziehen können.

Das ist eine Kompetenz, die man überall gut gebrauchen kann.
So sehe ich das jedenfalls. Ich bin nicht berufstätig.


Was du über die Vorlesung und den Professor schreibst, finde ich schade, dass er scheinbar so versucht die Leute auszusieben.
Ich kann mir aber irgendwie nicht vorstellen, dass die Aufgaben so schwer sind, dass selbst die Tutoren große Probleme damit haben. Und das am Ende nur 20% bestehen halte ich für Unsinn.

Ich glaube das ist auch nicht wirklich möglich. Ich kenne mich da nicht so gut aus, aber ich glaube, dass in Klausuren die Grenze zum bestehen immer so gesetzt wird, dass 50% durchkommen.

Bedenke auch, dass du nicht direkt die erste Klausur schreiben musst. Du kannst auch die Nachklausur schreiben. Wenn dir das also zur Zeit alles zu viel ist und du das Gefühl hast nicht gut auf die Klausur vorbereitet zu sein, dann lege den Fokus vielleicht erstmal auf die Klausurzulassung und lerne dann in den Semesterferien für die Klausur.
Da hast du dann wahrscheinlich fast 3 Monate Zeit dich vorzubereiten.
Also mehr als genug, um auch den Stoff zu verstehen, um dann eine gute Grundlage für Analysis 2 zu haben.

Du bist gerade in der Anfangsphase des Studiums und man sollte sich nicht zu schnell abschrecken lassen.
Wenn du der Meinung bist, dass Mathe (oder WiMa) langfristig dir doch Spaß machen kann, wenn du erstmal reingekommen bist, dann versuch einfach zu beißen.

Wenn du doch etwas anderes als Ana II machen möchtest, dann solltest du am besten zu der Fachstudienberatung gehen. Die können dir am besten sagen, was sich lohnt.


für Freizeit und einen sportlichen Ausgleich finde ich aktuell keine Zeit, was sehr belastend ist

Ich denke es ist genau so wichtig für ein erfolgreiches Studium, dass man lernt sich diese Zeit zu nehmen und sich das auch zu erlauben.
Wenn du das Gefühl hast, dass es dir fehlt, dann wird dich das langfristig nur unglücklich machen.




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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2017-12-08 01:24


Hi,

ich muss ein kleines Bisschen schmunzeln:

2017-12-07 21:09 - mhjk im Themenstart schreibt:
Ich habe ein sehr gutes Abitur abgeschlossen und habe voller Tatendrang das Studium aufgenommen, welches auf mein gewünschtes Berufsfeld (Unternehmensberatung, Versicherungs-und Bankenwesen, Marktanalytiker,...) abzielt, bin bisher aber eher unzufrieden.
.....
Es ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig jede Woche rund 70 Stunden zu investieren, für Freizeit und einen sportlichen Ausgleich finde ich aktuell keine Zeit, was sehr belastend ist.

Vielleicht überlegst du dir das mit der Unternehmensberatung nochmal :D

Prinzipiell würde ich dir, unabhängig vom Studium, empfehlen jede Möglichkeit zur Information über Berufe und Karrierewege zu nutzen.
Sehr, sehr wichtig sind zudem Praktia und natürlich auch Auslandserfahrung (ganz, ganz besonders in denen von dir angestrebten Branchen. Wenn du als der große Berater auftreten willst und weltweit reisen sollst, dann solltest du das bereits gemacht haben, bevor du die Bewerbung für den Job abschickst. Darauf fahren die ab. Glaub mir!) Die entsprechenden Erfahrungen helfen auch dir, ggf. nach dem Bachelor nochmal gegenzusteuern und dich genauer auszurichten (Uni, Studiengang, Land)

Ich hab Mathematik als Nebenfach BWL (mehr so als Gag, weil man musste was nehmen und ich hab auch auch nur so 3.3 im Schnitt in BWL, in Mathe 1.3 lol) studiert und arbeite in einer renommierten Versicherung. Tatsächlich war das Mathestudium nur die Eintrittskarte. Alles inhaltliche für den Job, habe ich dort im Job gelernt. Wichtige Grundvoraussetzung, dass man den Kram auch versteht und in einer passenden Zeit erlernen kann, ist das man genau die Situation die du jetzt gerade hast, meistern kann. Die Unternehmen haben keine Lust jemanden zwei Jahre zu bezahlen, bis er dann vielleicht mal was machen kann. Wichtig ist auch dein Mindset. Es sollte heute lauten:

ICH muss mir ziehen, was auch immer ich brauche. ICH muss auch sehen wo ichs herbekomme.

Das bringt uns zu deinem Prof. Schlechte Vorlesungen sind an vielen Unis in Mathe leider an der Tagesordnung. Aber das darf dich nicht fertig machen. Denk an den Satz eben: Du musst dir den Stoff ziehen.

Dazu gehören.

1. Organisiere dich mit Kommilitonen. Hier lernst du auch auf Leute zuzugehen. Wenn du das nicht kannst, kannst du übrigens auch nur schwierig ein Unternehmensberater sein, denn du solltest ja da etwas vorstellen und die Leute "beraten". Halte dich zudem nur an gute Studenten. Die coolen Partyleute, sind in den nächsten Semestern nicht mehr dabei.

2.Konzentriere dich auf wenige Vorlesungen. Zum einen, um auf jeden Fall überhaupt irgendein Modul richtig zu packen und zu verstehen. Zum anderen, um im Notfall ehrlich zu sich selbst sein zu können: Ich habe jetzt 100% das eine Ding gemacht und es ging in Hose (falls das passieren sollte). Jetzt sollte ich ggf. die Notbremse ziehen.

3.20% Bestehensquote in Mathematik waren bei uns am Anfang normal. Und auch die Abbruchzahlen waren normal. Bei uns hatten ca. 60,65% überhaupt nur die Klausur mitgeschrieben. Davon darf man sich nicht beeindrucken lassen. Einige Profs sehen das fast schon als Qualitätsmerkmal. Wichtig ist mental mit dem Druck klar zukommen. Dagegen helfen Punkt1 (andere Menschen, die Ahnung haben zu sprechen), lernen und sich auf die Sache zu konzentrieren. Ich hab z.B die Videospiele komplett abgestellt.

Zu guter Letzt sind deine Probleme relativ normal.
Bleib am Ball und bereite dich frühzeitig auf die Klausur vor.
Wenn du die standhaft bestehst, dann hast du ziemlich gut Chancen, bei weiter Anstrengung das Studium zu schaffen.
In der Fachschaft findest du vielleicht irgendwo ein paar Altklausuren des Profs -> Musst du dir selber ziehen.
 





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DerJoker
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2017-12-08 09:01


Hi,

ich kann da PrinzessinEinhorn nur zustimmen. Bleib am Ball und nimm dir die Zeit, die du brauchst (das gilt für Sport und Freizeit wie auch Studium). Lass den Kopf nicht gleich hängen. Es bessert sich in den höheren Semestern.


2017-12-08 01:24 - phiregen in Beitrag No. 2 schreibt:

Die coolen Partyleute, sind in den nächsten Semestern nicht mehr dabei.



Man kann es auch übertreiben. Klar. Aber für Party hat man durchaus auch Zeit (wenn man möchte).

Gruß

DerJoker



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Realshaggy
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2017-12-08 13:32


Hallo,

da es in Deutschland nicht mehr allzuviele Unis mit Diplomstudiengang Wirtschaftsmathematik gibt, ist es nicht so schwer zu erraten, wo du studierst und worin dein Problem besteht. Zunächst mal: der Professor ist kein Unmensch, ich bin mit ihm immer gut klargekommen. Er ist halt nur leider ein für Studenten sehr ungeeigneter Lehrer. Ich verstehe auch nicht, wie man ihn ernsthaft auf ein erstes Semester loslassen kann, das die Grundlagen für alles weitere legen soll.

Der mathematische Stoff im Grundstudium ist sicher nicht das, was du für dein gewünschtes Berufsbild brauchst. Das Problem haben aber vor dir schon Generationen von Studenten gehabt. Ist leider so. Wichtiger und geschätzter sind eher die Fähigkeiten zur Problemstrukturierung, Arbeitsorganisation und eine gewisse Hartnäckigkeit, und nicht so sehr die fachlichen Skills wie saubere Beweise und möglichst viel Faktenkenntnis. Natürlich gibt es in späteren Semestern trotzdem Inhalte, die man später beruflich nutzen kann, das ist aber eher selten. Am ehesten noch, wenn man in Richtung Aktuar/Versicherungsmathematiker geht. Andersrum sind die Jobs, in denen man außerhalb des akademischen Umfelds harte Mathematik braucht, auch eher die Ausnahme. Selbst als Informatiker in einer sehr technisch-physikalisch geprägten Branche brauche ich sehr selten mal etwas, was ich im (Dipl. WiMa) Studium hatte. Der BWL-Anteil dieses Studiums ist m.E. ebenfalls viel zu gering und oberflächlich, um beruflich von Nutzen zu sein. Man hat halt mal etwas davon gehört, aber für jeden Beruf, der etwas spezielles daraus braucht, reicht es schon wieder bei weitem nicht aus, sei es nun Steuerlehre oder Controling oder Marketing oder, oder, oder.

Wenn du dabei bleibst, hast du eigentlich zwei getrennte Probleme.

Erstens: du brauchst den Schein und mußt später auch irgendwie durch die Vordiplom-Prüfung.

Zweitens: Der Stoff ist Voraussetzung für viele weiterführende Vorlesungen und zudem mindestens im ersten Semester noch sehr leicht im Vergleich zu allem, was danach nach kommt. Nebenbei soll man das nötige Handwerkszeug erlernen (Beweismethoden, sauberes Formulieren der eigenen Lösungen etc.) Nur ist das schwierig bis unmöglich, wenn es einem nicht vorgemacht wird.

Zum ersten Teil: Da gibt es nur zwei Wege. Entweder irgendwie durchbeißen, was aber im zweiten Semester nochmal eine ganze Ecke härter wird, sehr wahrscheinlich beim selben Professor. Und üblichweise hält dieser Professor im dritten Semester auch noch eine fachlich unmittelbar anschließende Vorlesung "Maß- und Integrationstheorie".

Wenn es also gar nicht anders geht, bleibt nichts anderes übrig, als diesen Komplex auf das 3. Semester (und dann anschließend das 4.+5.) zu schieben. Dabei geht es nur erstmal um den Übungsschein. üblicherweise Übungsaufgaben + Klausur bestehen, die Note spielt keine Rolle und taucht nie wieder irgendwo auf. Auch mehrmaliges Nichtbestehen eines Übungsscheins hat m.E. keine Konsequenzen für das Studium (anders als die echte Prüfung). Du hättest dann nach dem vierten Semester die Ana1+2 Scheine (vorausgesetzt, du schaffst es dann) und dürftest die Prüfung machen. Das ergibt noch keine Verzögerung im Studienablauf.

Für die Vordiplomprüfung hast du dann auch wieder mehrere Möglichkeiten. Zu deinem Prof kann ich nichts sagen, weil ich ihn nie in einer Prüfung hatte. Vielleicht mal beim FSR fragen, er hat den Ana-Grundkurs vor einigen Jahren schon einmal gehalten, vielleicht gibts da Gedächtnis-Protokolle über mündliche Prüfungen.
In der Vordiplomprüfung kommt zu Ana 1+2 noch "Gewöhnliche Differentialgleichungen" hinzu, meist gehalten bei einem anderen Prof und gehört im dritten Semester. Es ist nicht unbedingt üblich, aber sicher möglich, bei diesem auch die Prüfung zu machen. Wer das ist, weiß natürlich noch keiner.
Und die dritte Möglichkeit ist dann der potentielle Ana1+2-Prof aus dem dritten und vierten Semester. Auch den kennt noch keiner.

Das nächste Problem ist, dass "Maß- und Integrationstheorie" gemeinsam mit "W.theorie" eine weitere Vordiplomprüfung bildet. Wenn du Maß- und Integrationstheorie also schiebst, könntest du die erst nach dem fünften Semester machen. Diese Verzögerung im Studium ist dann schon wieder so kritisch, dass ich das an deiner Stelle unbedingt mit dem Prüfungsamt klären würde. Die waren früher immer sehr kulant, aber das Personal hat gewechselt. Auch beim Bafög gibt es da eventuell etwas zu beachten. Diese Prüfung beim W.theorie-Prof zu machen, ist kein Problem.

Zum fachlichen Teil: an einem guten Verständnis der wichtigsten Inhalte führt kein Weg vorbei. Wenn du dich nicht durch den jetzigen Kurs beißt, gibts da auch wieder mehrere Möglichkeiten. Entweder hoffen auf Semester 3+4, aber das ist sehr riskant, so lange zu warten. Ein gutes Buch oder Vorlesungsskriptum, aber das ist für Anfänger meistens nicht die bevorzugte alleinige Lernform. Mittlerweile gibts auch reichlich Videos mit Vorlesungsaufzeichnungen, da sollte man eine Weile nach Empfehlungen suchen, ehe man viel Zeit in einen schlechten Kurs investiert.
Weiterhin könntest du in Erwägung ziehen, im Sommersemester "Mathematik 2 für Physiker" zu besuchen. Darin wird m.E. Analysis behandelt, wenn auch deutlich gestrafft im Vergleich zu den Mathematikern. Als Crashkurs, um die Grundlagen für andere Mathevorlesungen zu haben, könnte das aber reichen. Ggf. kannst du jetzt schon mal den Kurs testweise besuchen, um zu schauen, ob dir der Prof zusagt. Ich halte ihn für didaktisch sehr viel besser, wenn man damit Leben kann, dass er die Studenten manchmal recht schroff behandelt. Dabei geht es aber nur um das fachliche Verständnis der Grundlagen, ein Schein dort wird dir wenig nützen.

Eine weitere Frage ist, was man stattdessen macht, wenn du Ana2 schiebst. Man könnte schon so viel wie möglich der benötigten BWL-Inhalte besuchen, kommt drauf an, was da angeboten wird. Auch die Hauptstudiums-Veranstaltungen sind dort i.d.R. ohne Vorkenntnisse machbar, da sollte man aber dran denken, dass das reine Präsenzveranstaltungen ohne Scheine sind, und die Prüfung erst eine große schriftliche Prüfung über alle Veranstaltungen ist. Wenn die Prüfung erst in drei bis vier Jahren geplant ist, macht es nicht viel Sinn, das schon jetzt zu hören. Im Gegenteil können sich dann (z.B. in der Steuerlehre) aufgrund von Gesetzesänderungen sogar wichtige Inhalte geändert haben.
Aus der Informatik kann man auch Inhalte aus dem vierten Semester oder Hauptstudium vorziehen, zum Beispiel den obligatorischen Datenbank-Kurs aus dem vierten Semester, falls sich der Studienplan nicht geändert hat.
Bei der Mathematik ist es so, dass man den Start des W.theorie-Kurses durchaus auf das zweite Semester vorziehen kann. Die Lesenden sind es gewohnt, die Grundzüge der Maßtheorie nochmal so weit zu wiederholen, wie sie sie brauchen. Funktionentheorie könnte je nach Prof mit einem Crashkurs Analysis machbar sein, wenn man gewisse Fakten einfach akzeptiert. Gew. DGl dagegen eher schwierig.


-----------------
Ein zusammenhängender Wald heißt Baum.
(Vorlesung Graphentheorie)



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DarkK
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2017-12-08 13:55


Ich kann deine Probleme verstehen, dass erste Semester ist oft schlimm, da man sich an das ganze System etc. gewöhnen muss. Ich kann auch nur sagen: Bleib am Ball. Wenn du aber überlegst zu wechseln würde ich (Wirtschafts-) Informatik empfehlen. Ist im Vergleich zu Mathematik eher angewandt (es gibt dennoch immer mal wieder ein paar Beweise), und hat ohne Frage deutlich bessere Berufsaussichten als Mathe (oder Physik).



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darkhelmet
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2017-12-08 15:06


2017-12-08 13:55 - DarkK in Beitrag No. 5 schreibt:
und hat ohne Frage deutlich bessere Berufsaussichten als Mathe (oder Physik).

Das ist mir zu pauschal. Die Wahrscheinlichkeit, bei ordentlichen Noten nach dem Studium dauerhaft arbeitslos zu sein, wird in beiden Fächern (Mathematik und Informatik) verschwindend gering sein (oder?).

Alles andere hängt dann sehr stark davon ab, welchen Beruf man genau machen will.

Davon abgesehen finde ich auch, dass der TE so klingt, als wäre Informatik evtl. eine bessere Alternative für ihn als Wirtschaftswissenschaften.


@mhjk: Lineare Algebra läuft gut, sagst du. Macht es dir denn Freude? Ich meine, gibt es dir ein Hochgefühl, wenn du etwas verstanden hast, das dir vorher nicht klar war, oder läuft es mehr in dem Sinn, dass du mit den Aufgaben zurecht kommst, weil sie einfacher sind oder die Übungen besser?



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DarkK
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2017-12-08 15:23


2017-12-08 15:06 - darkhelmet in Beitrag No. 6 schreibt:
2017-12-08 13:55 - DarkK in Beitrag No. 5 schreibt:
und hat ohne Frage deutlich bessere Berufsaussichten als Mathe (oder Physik).

Das ist mir zu pauschal. Die Wahrscheinlichkeit, bei ordentlichen Noten nach dem Studium dauerhaft arbeitslos zu sein, wird in beiden Fächern (Mathematik und Informatik) verschwindend gering sein (oder?).


Kommt drauf an. Ich denke bei Mathe hängt das zum Teil von der Spezialisierung ab. Als Informatiker hat mans da leichter, viele Gebiete sind dort näher an der Wirtschaft bzw. anwendungsbezogen. Außerdem ist bei Informatik das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag besser (soll jetzt aber auch nicht heißen, dass man mit Mathe arbeitslos wird, ist nur ein Vergleich).



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mhjk
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, vom Themenstarter, eingetragen 2017-12-08 16:05


Vielen Dank für die vielen Antworten. Ich möchte im Folgenden etwas auf diese eingehen:

- Ich bin bereits in einer gut funktionierenden Lerngruppe aktiv, denn alleine ist die Masse des Stoffs nicht zu bewältigen.

- Bis auf Analysis (aus oben genannten Gründen; wer den Prof kennt, weiß warum) machen mir die Inhalte an sich Spaß. Lineare Algebra vor allem, weil es erstens deutlich leichter ist als Analysis (in meiner Situation) und auch, weil ich es recht interessant finde und ich mich schon auf Matrizen, die ja eine vielseitige Anwendung haben, freue. Ich habe in diesem Gebiet allerdings auch schon einige Vorkenntnisse. Ansonsten hatte ich in den Modulen immer dann Spaß, wenn es ans Knobeln, aber nicht zu abstrakt wurde (Welcher Algorithmus ist am effizientesten und warum? Wie kann ich etwas optimieren? Kann ich dazu eine Formel entwickeln?).

- Mit einem reinem Informatikstudium würde ich mit großer Sicherheit auch nicht glücklich werden. Ich bin mir der Relevanz der Informatik durchaus bewusst und ich finde die Module auch nicht schlecht, habe aber gezielt einen Studiengang gewählt, der Informatik zwar beinhaltet, aber eben nur nebensächlich.
 
- Dass die Jobchancen als Wirtschaftsmathematiker nicht gut seien, sind mir neu. Allerdings stellt sich mir die Frage, ob es sich lohnt, sich 10-12 Semester durch theoretische Mathematik zu quälen, um danach seinen Wunschberuf antreten zu können, für welchen man dann erneut fast bei 0 anfängt, weil einem viele wichtige Dinge fehlen.
Laufe ich da nicht mit einem WiWi-Master und dem Besuch von einigen zusätzlichen Mathe- und Infoveranstaltungen besser?

- Mein Hauptgrund zur Sorge ist demnach eher, ob dieses Studium überhaupt in Hinblick auf das Berufsleben - ich welcher Branche auch immer - sinnvoll ist? Wozu jahrelang mit theoretischer Mathematik beschäftigen (die ich durchaus auch interessant finde, sofern man es gute Vorlesungen dazu hört), wenn ich mit Erwerb des Abschlusses weniger gut vorbereitet bin als Absolventen anderer Studienfächer?



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Folgende Antworten hat der Fragesteller vermutlich noch nicht gesehen.
Er/sie war noch nicht wieder auf dem Matheplaneten
darkhelmet
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, eingetragen 2017-12-08 17:31


2017-12-08 16:05 - mhjk in Beitrag No. 8 schreibt:
- Bis auf Analysis (aus oben genannten Gründen; wer den Prof kennt, weiß warum) machen mir die Inhalte an sich Spaß. Lineare Algebra vor allem, weil es erstens deutlich leichter ist als Analysis (in meiner Situation) und auch, weil ich es recht interessant finde und ich mich schon auf Matrizen, die ja eine vielseitige Anwendung haben, freue.

OK, das klingt doch schon mal gut. Mathe studieren, ohne an den Inhalten interessiert zu sein, wäre wirklich Quatsch.

2017-12-08 16:05 - mhjk in Beitrag No. 8 schreibt:
Allerdings stellt sich mir die Frage, ob es sich lohnt, sich 10-12 Semester durch theoretische Mathematik zu quälen, um danach seinen Wunschberuf antreten zu können, für welchen man dann erneut fast bei 0 anfängt, weil einem viele wichtige Dinge fehlen.
Laufe ich da nicht mit einem WiWi-Master und dem Besuch von einigen zusätzlichen Mathe- und Infoveranstaltungen besser?

Du musst bedenken, dass es diese Problematik in WiWi auch gibt. Die bereitet einen auch nicht auf eine spezifische Stelle vor (dazu gibt es einfach zu viele verschiedene), und da wirst du auch viel Theorie machen, die mit der Realität nichts zu tun hat. Das ist quasi die Definition von Universität.

Ich habe noch nicht gecheckt, an welcher Uni du studierst, aber es gibt ja schon einige Lehrstühle für Finanzmathematik in Deutschland. Wenn du dich da ein wenig spezialisierst und vielleicht ein Praktikum machst, brauchst du dich in den angegebenen Branchen vor keinem Wirtschaftswissenschaftler fürchten. Mein subjektiver Eindruck.

Andererseits ist es auch Quatsch, Mathe zu studieren, nur weil man in die angegebenen Branchen will. Wenn es wirklich eine Qual ist, lass es sein.



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2017-12-08 23:50


2017-12-08 17:31 - darkhelmet in Beitrag No. 9 schreibt:
Andererseits ist es auch Quatsch, Mathe zu studieren, nur weil man in die angegebenen Branchen will. Wenn es wirklich eine Qual ist, lass es sein.

Kann ich nur 100% unterschreiben.  Du musst dich schließlich die nächsten fünf oder sogar mehr Jahre deiner jungen-Erwachsenen Zeit jeden Tag damit beschäftigen.

Jedes Studium wird übrigesn einen gehörigen Anteil an Stoff haben, denn du im späteren Job nicht mehr brauchst. Mein Kumpel ist Landwirt und betreibt ausschließlich Ackerbau. In seinem Studium gab es fette Pflichtmodule in Tierbiologie und eine Vertiefung in Landmaschinentechnik,- UND dem Agrarökonomie-Zweig war nicht vorgesehen.
Viel wichtiger, wir wiederholen uns gerne, sind die Fähigkeiten die du dir bei dem Lösen der Probleme und dem verstehen des Stoffs aneignest.
Für den Arbeitgeber ist dein Abschluss praktisch das offizielle TÜV-Gutachten: "Hier stecken die Grundvoraussetzungen drin, um den mathematisch-wirtschaftlichen Job, der hier angeboten wird, meistern zu können."

Das mag frustrierend erscheinen, aber es ist GENAU die Chance, den Job, den du später willst zu bekommen. Denn was meinst du denn, was die Leute die überall im Studium bei dir nur das Pflichtprogramm machen und sich dann mit 24 bewerben da für besondere Chancen haben? 0. Die Unternehmen wollen kein weißes unbeschriebenes Blatt Papier von einem Absolventen, der sich einbildet er wäre und könnte was und hätte jetzt auch noch das Recht auf viel Gehalt weil er ja studiert hat. Die wollen jemanden der zu diesem Studium hinzu schon XY viele Sachen gemacht hat. Der soll lieber 27,28 sein und in Jakarta bei einem Finanz-Start-Up gejobbt haben, während er seine Abschlussarbeit bei einem Prof. vor Ort in English geschrieben hat.

Ich hoffe übrigens, du willst nicht studieren um viel zu verdienen.





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