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Mathematik » Didaktik der Mathematik » Lösungsweg ohne LGS beim Urnenmodell
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Schule Lösungsweg ohne LGS beim Urnenmodell
rocknromeo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2018-02-06


Hi zusammen!

Es geht nochmal um eine Aufgabe aus der Klassenarbeit meines Nachhilfekindes (9. Klasse Realschule).

Das ist die Aufgabe:

"In einen Behälter sollen grüne, rote und blaue Kugeln gefüllt werden. Die Verteilung soll so sein, dass P(rote oder grüne Kugel) = 0,50 und P(grüne oder blaue Kugel) = 0,75 beträgt.
a. Berechne P(grüne Kugel), P(rote Kugel) und P(blaue Kugel)
b. Wie viele Kugeln jeder Farbe müssen in den Behälter? Gib eine Lösung an."

Die Lösung ist easy, aber die korrekte Niederschrift hat es in sich, denn:
In der Klasse sind keine LGS mit 3 Variablen und 3 Gleichungen durchgenommen worden. LGS werden sogar als Systeme aus 2 Variablen und 2 Gleichungen definiert.

Die Lösung...
fed-Code einblenden

...ist vom Lehrer aber auch gar nicht gefordert worden, sondern vielmehr das hier:

fed-Code einblenden


Dieses "Kochrezept" habe ich vorher noch nie gesehen, und im Mathebuch steht es auch nicht. Aber es stimmt: Wenn die Summe von Wahrscheinlichkeiten über 100% liegt, ist die doppelte Wahrscheinlichkeit aus der Summe das, was die 100% übersteigt. (Vorausgesetzt, da ist nur ein doppeltes Ereignis in der Summe und alle anderen Ereignisse sind auch da.)

Auf die Idee wäre ich (Wissen über LGS mit 3 Variablen ausgeklammert) nie gekommen, da ich die Wahrscheinlichkeiten identischer Ereignisse nicht addiert hätte. Die Wahrscheinlichkeit von einer 3 oder einer 3 beim Würfel ist ja auch nicht 2/6.

Habt ihr dieses Kochrezept schonmal irgendwo gesehen, bzw. wie bewertet ihr den Lösungsweg fachlich-didaktisch?

Ich freue mich auf die Diskussion! Vielen Dank :-)



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2018-02-06

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Hallo,


Wenn die Summe von Wahrscheinlichkeiten über 100% liegt, ist die doppelte Wahrscheinlichkeit aus der Summe das, was die 100% übersteigt. (Vorausgesetzt, da ist nur ein doppeltes Ereignis in der Summe und alle anderen Ereignisse sind auch da.)

Was hier eigentlich dahinter steckt ist, dass die jeweiligen Ereignisse (rote, grüne oder blaue Kugel ziehen) paarweise disjunkt sind. Und dann ist das die $\sigma$-Additivität des Wahrscheinlichkeitsmaßes.


Aber das ist nicht die Musterlösung des Lehrers, oder?
Spätestens bei $1,25=0,25$ sollte man stutzig werden. :)

So wie die "geforderte" Lösung aufgeschrieben ist, finde ich es höchst eigenartig.

Zum Lösungsweg an sich finde ich es eigentlich nahe liegend es so zu machen.


In der Klasse sind keine LGS mit 3 Variablen und 3 Gleichungen durchgenommen worden. LGS werden sogar als Systeme aus 2 Variablen und 2 Gleichungen definiert.

Wurden Gleichungssysteme allgemein nicht behandelt, oder nur welche mit zwei Variablen?
Wenn es das erste mal war, dass die Schüler mit drei Variablen rechnen mussten, kann ich mir vorstellen, dass nicht unbedingt erkannt wird, dass man ein Gleichungssystem aufstellen kann.


Auf die Idee wäre ich (Wissen über LGS mit 3 Variablen ausgeklammert) nie gekommen, da ich die Wahrscheinlichkeiten identischer Ereignisse nicht addiert hätte.

Warum nicht? Man addiert hier ja bloß zwei Gleichungen, so wie es bei dem rechnen mit Gleichungssystemen üblich ist.
Dort nutzt man dann aus, dass $P(g)+P(r)+P(b)=1$ gilt.
Da steckt also eigentlich nichts neues/außergewöhnliches hinter, oder verstehe ich dich gerade falsch?

Dies allerdings ist wiederum eine Eigenschaft von Wahrscheinlichkeiten die nicht unbedingt einem Schüler präsent sein muss. Es hängt ja auch stark davon ab was im Unterricht behandelt wurde und wieso man die auftretenden Wahrscheinlichkeiten so behandeln darf.

[Warum zum Beispiel gilt P(rote oder grüne)=P(rote)+P(grüne)]

Dann ist dies ja auch eigentlich nur ein Lösungsvorschlag. Ein LGS kann man ja auf viele verschiedene Herangehensweisen lösen.
(Gleichsetzungs-, Einsetzungs-, Subtraktionsverfahren)


wie bewertet ihr den Lösungsweg fachlich-didaktisch?

Fachlich weiß ich nicht wie man es anders lösen soll.
Egal wie man diese Aufgabe löst, wird dort wohl immer ein Gleichungssystem um die Ecke gucken. Also zumindest die Idee.

Didaktisch einordnen kann ich den Lösungsweg nicht unbedingt. Wenn man es als Gleichungssystem hinschreibt, ist dies eigentlich eine Standardlösung, die sicherlich auch vorher geübt wurde.

Wenn ähnliche Aufgaben (bzw. die Lösungsmethodik) nicht vorher geübt wurden, dann finde ich es fragwürdig eine solche Aufgabe in einer neunten Klasse der Realschule (als Klausuraufgabe) zu stellen.
\(\endgroup\)


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rocknromeo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2018-02-06

\(\begingroup\)
2018-02-06 22:29 - PrinzessinEinhorn in Beitrag No. 1 schreibt:

Aber das ist nicht die Musterlösung des Lehrers, oder?
Spätestens bei $1,25=0,25$ sollte man stutzig werden. smile

So wie die "geforderte" Lösung aufgeschrieben ist, finde ich es höchst eigenartig.


Oh Mist! Ich bin in der Zeile verrutscht und hab das "= 0,25" eine Zeile zu hoch angefügt. Jetzt ist es aber richtig. Sorry für die Verwirrung.

Vielen Dank für deine Einschätzung!
Es wurden nur LGS mit zwei Variablen behandelt und es war das erste mal, dass mit drei Variablen gerechnet werden sollte. Auch im Mathebuch gibt es zu drei Variablen nur einen halbseitigen Infokasten, der aber nicht besprochen wurde.


Warum nicht? Man addiert hier ja bloß zwei Gleichungen, so wie es bei dem rechnen mit Gleichungssystemen üblich ist.
Dort nutzt man dann aus, dass P(g)+P(r)+P(b)=1 gilt.
Da steckt also eigentlich nichts neues/außergewöhnliches hinter, oder verstehe ich dich gerade falsch?

Mein erster Impuls war, dass man die Gleichungen wegen des identischen Ereignisses nicht addieren darf. Das ist natürlich falsch, denn wie du richtig sagst, kann man das ruhig machen, solange man P(g) + P(g) gemäß Pfadadditionsregel nicht nach P(g oder g) auflöst. Ein zweiter Grund ist aber, dass durch diese Addition keine Variable entfällt. Ich hätte es daher erstmal nicht als zielführend betrachtet, die Gleichungen einfach mal zu addieren.
Als Schüler hätte ich also erst gedacht "addieren darf ich nicht" und danach "bringt ja auch nix, dann hätte ich 3 Variablen in einer Gleichung"

Mein Nachhilfekind hat die intuitive Lösung P(g oder r) : 2 = 0,25 hingeschrieben, die anderen Wahrscheinlichkeit druch Einsetzen errechnet und in b) 5 grün, 5 rot und 10 blau als Lösung angegeben. Insgesamt 0 Punkte von 6, weil der Lehrer den Ansatz in a) nicht erkannt hat.  confused



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ochen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2018-02-07


Hi, entschuldige, dass ich mich einmische, aber ein bisschen muss ich den Lehrer in Schutz nehmen.

2018-02-06 22:58 - rocknromeo in Beitrag No. 2 schreibt:
Mein Nachhilfekind hat die intuitive Lösung P(g oder r) : 2 = 0,25 hingeschrieben, die anderen Wahrscheinlichkeit druch Einsetzen errechnet und in b) 5 grün, 5 rot und 10 blau als Lösung angegeben. Insgesamt 0 Punkte von 6, weil der Lehrer den Ansatz in a) nicht erkannt hat.  confused

Wieso ist das denn die intuitive Loesung? Im wesentlichen ist es geraten, dass g und r gleich wahrscheinlich sind. Raten muss nicht verkehrt sein, es bedeutet aber, dass man nachweisen muss, dass die geratene Loesung tatsaechlich eine Loesung ist und in diesem Fall sogar die einzige Loesung ist.



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rocknromeo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, vom Themenstarter, eingetragen 2018-02-07


2018-02-07 11:02 - ochen in Beitrag No. 3 schreibt:
Hi, entschuldige, dass ich mich einmische, aber ein bisschen muss ich den Lehrer in Schutz nehmen.

2018-02-06 22:58 - rocknromeo in Beitrag No. 2 schreibt:
Mein Nachhilfekind hat die intuitive Lösung P(g oder r) : 2 = 0,25 hingeschrieben, die anderen Wahrscheinlichkeit druch Einsetzen errechnet und in b) 5 grün, 5 rot und 10 blau als Lösung angegeben. Insgesamt 0 Punkte von 6, weil der Lehrer den Ansatz in a) nicht erkannt hat.  confused

Wieso ist das denn die intuitive Loesung? Im wesentlichen ist es geraten, dass g und r gleich wahrscheinlich sind. Raten muss nicht verkehrt sein, es bedeutet aber, dass man nachweisen muss, dass die geratene Loesung tatsaechlich eine Loesung ist und in diesem Fall sogar die einzige Loesung ist.


Naja, da LGS mit 3 Variablen und das "Kochrezept" nicht bekannt waren musste er wohl raten.

Den Punktabzug in a könnte ich auch noch verstehen, den bei b nicht...



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2018-02-07


Da wir die konkrete Lösung deines Nachhilfekindes nicht kennen, können wir schwer eine Einschätzung abgeben.
Ich denke jedoch, dass der Lehrer angemessen bepunktet hat, und ich kann 0 Punkte auch nachvollziehen.

Wenn in der b) ohne jeglichen Rechenweg irgendeine Lösung angegeben wird, von der dann vielleicht auch nicht mal verifiziert wurde, dass es eine Lösung ist, oder dargestellt wird, wie man darauf gekommen ist, finde ich 0 Punkt durchaus gerechtfertigt.
Wie viele Punkte waren für die b) denn vorgesehen?


Naja, da LGS mit 3 Variablen und das "Kochrezept" nicht bekannt waren musste er wohl raten.

Jein. Gleichungssysteme mit zwei Variablen waren ja schon bekannt und das "Kochrezept" sollte daher bekannt gewesen sein.
Die Schwierigkeit liegt hier wohl darin das zu erkennen und dann entsprechend anzupassen. Und das wurde hier dann auch wohl erwartet.

In wie weit das der Anforderung einer neunten Klasse Realschule entspricht kann ich nicht beurteilen.
Wenn die restliche Klausur Dinge abgefragt hat, deren Lösungsmethodik explizit eingeübt wurde, sehe ich auch nicht warum das schlecht sein sollte.

Irgendwie muss man ja die guten von sehr guten Schülern differenzieren.

[Ich bin übrigens keine Lehrerin oder Lehramtsstudentin. Und von Didaktik habe ich keine Ahnung, nur eine Meinung. :)]



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rocknromeo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, vom Themenstarter, eingetragen 2018-02-07



[Ich bin übrigens keine Lehrerin oder Lehramtsstudentin. Und von Didaktik habe ich keine Ahnung, nur eine Meinung. :)]

Macht ja nix :-) Danke!

2018-02-07 18:49 - PrinzessinEinhorn in Beitrag No. 5 schreibt:
Da wir die konkrete Lösung deines Nachhilfekindes nicht kennen, können wir schwer eine Einschätzung abgeben.
Ich denke jedoch, dass der Lehrer angemessen bepunktet hat, und ich kann 0 Punkte auch nachvollziehen.

Wenn in der b) ohne jeglichen Rechenweg irgendeine Lösung angegeben wird, von der dann vielleicht auch nicht mal verifiziert wurde, dass es eine Lösung ist, oder dargestellt wird, wie man darauf gekommen ist, finde ich 0 Punkt durchaus gerechtfertigt.
Wie viele Punkte waren für die b) denn vorgesehen?

Die konkrete Lösung ist:
fed-Code einblenden

Beim Operator "gib an" sollte aber total unstrittig sein, dass kein Rechenweg anzugeben ist. Das ist genau wie "nennen". Da soll einfach nur eine mögliche Lösung angegeben werden... Oder siehst du das anders?





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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2018-02-07


Mit diesen Operatoren hatte ich das letzte mal im Abitur zu tun. Was genau verlangt wird, oder besser gesagt ausreichend ist, weiß ich nicht mehr. Aber einfach eine Lösung ohne jegliche Begründung hinzuschreiben ist bestimmt auch nicht mit "nenne" gemeint.

Ich finde die 0 Punkte für die b) gerechtfertigt. Die Lösung sind ja immerhin nur drei Worte und drei Zahlen.
Man hätte wenigstens einen vernünftigen Antwortsatz formulieren können.

Bei der a) sind die gemachten Gleichheiten nicht nachvollziehbar.
Wie viele Punkte hättest du denn vergeben?
Mehr als 0,5 Punkte sind das sicherlich nicht. Und das ist dann auch wohl eher "gnade", weil zumindest etwas versucht wurde.



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2018-02-07


Ich nehme an, 6 Punkte gab es für beide Aufgabenteile zusammen und gehe von einer Verteilung 3+3 aus.

Ich halte 0 Punkte für die beschriebene Lösung für nicht gerechtfertigt.

In Teil a) haben wir eine richtige Lösung, bei der aber ein Nachweis fehlt, dass sie richtig ist. Wenn man es super streng nimmt, fehlt auch der Nachweis der Eindeutigkeit, aber zum einen legt die Formulierung der Aufgabe nahe, dass man nur eine Lösung angeben soll und zum anderen würde man auch von keinem Schüler, der die Gleichung auflöst einen Kommentar (oder gar einen Beweis) über die Eindeutigkeit verlangen.
Das für die korrekte Lösung gar kein Punkt vorgesehen ist, erscheint mir unplausibel. Ein Schüler, der den "richtigen" Rechenweg benutzt und dann im letzten Schritt ein falsches Ergebnis aufschreibt, würde auch keine volle Punktzahl erhalten.
Im Teil b) 0 Punkte zu vergeben, weil nicht zu erkennen ist, welche Überlegung im Teil a) zum richtigem(!) Ergebnis geführt hat, halte ich für noch unverständlicher. Ich kann mit Müh' und Not nachvollziehen, dass man in b) nicht _alle_ Punkte bekommt, weil man nicht nachgewiesen hat, dass die angegebenen Kugelanzahlen die Bedingungen erfüllen. Aber auch das halte ich schon für grenzwertig, da die Aufgabe lautet "Gib ... an" und nicht "Gib ... an und begründe, ...".
Auch einen Punktabzug wegen eines fehlenden Antwortsatzes müsste man wahrscheinlich akzeptieren, wobei ich auch das für kleinlich halte.
Aber 0 Punkte auf die Angabe einer richtigen Lösung bei eine "Gib eine Lösung an"-Aufgabe ist für mich nicht nachvollziehbar.

Ich halte eine Bewertung im Bereich 2-4 Punkte für realistisch, wobei ich 2 Punkte schon für übertrieben streng halte.

PS: Ich kann mir eine Konstellation vorstellen, die zu einer 0-Punkte-Bewertung führt. Wenn der Lehrer das Gefühl hat, dass das Ergebnis vom Nachbarn stammt und die Rechnung "dazuerfunden" wurde, damit es irgendwie passt, er dafür aber keinen Beweis hat, könnte er zu einer 0-Punkte-Bewertung greifen.



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rocknromeo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, vom Themenstarter, eingetragen 2018-02-08


Vielen Dank für eure Einschätzungen!

2018-02-07 21:05 - PrinzessinEinhorn in Beitrag No. 7 schreibt:
Mit diesen Operatoren hatte ich das letzte mal im Abitur zu tun. Was genau verlangt wird, oder besser gesagt ausreichend ist, weiß ich nicht mehr. Aber einfach eine Lösung ohne jegliche Begründung hinzuschreiben ist bestimmt auch nicht mit "nenne" gemeint.

Da muss ich leider ganz vehement widersprechen. Die Operatoren sind für jedes Fach klar definiert Link zum Schulministerium NRW
Nennen und angeben sind ausdrücklich Erklärungsfrei, und das ist in allen Fächern so.

Stell dir das hier mal vor:
Lehrer: "Nenne drei Primzahlen."
Schüler: "2, 3 und 5."
Lehrer: "Das gibt leider Punktabzug, weil du nicht erklärt hast, was eine Primzahl ist und du deine Antwort nicht begründet hast."
 eek  eek  eek

Auch einen Antwortsatz finde ich kann man nur verlangen, wenn die Aufgabe eine Frage vorgibt, z.B. "Bei roter Kugel gewinnt man. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, zu gewinnen?". Das ist hier aber auch nicht der Fall. Die Operatoren sind "berechne" und "gib an".


PS: Ich kann mir eine Konstellation vorstellen, die zu einer 0-Punkte-Bewertung führt. Wenn der Lehrer das Gefühl hat, dass das Ergebnis vom Nachbarn stammt und die Rechnung "dazuerfunden" wurde, damit es irgendwie passt, er dafür aber keinen Beweis hat, könnte er zu einer 0-Punkte-Bewertung greifen.

Naja, einen Punktabzug wegen Verdacht auf Betrug muss er definitiv nachweisen, z.B. mit dem Heft des Einserschülers, der daneben saß. Mindestens die Berechnung für die blaue Kugel ist ja richtig.

Ich könnte einen Punktabzug in b auch nachvollziehen, wenn aus der Lösung in a andere Ergebnisse hervorgingen, aber das ist hier ja nicht der Fall. b ist richtig und folgerichtig zu a.








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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2018-02-08


2018-02-08 08:27 - rocknromeo in Beitrag No. 9 schreibt:
Naja, einen Punktabzug wegen Verdacht auf Betrug muss er definitiv nachweisen, z.B. mit dem Heft des Einserschülers, der daneben saß. Mindestens die Berechnung für die blaue Kugel ist ja richtig.
Ich weiß natürlich nicht, wie "der durchschnittliche Lehrer" das sieht, schon gar nicht, wir das bei jedem individuell aussieht.
Ich hatte in einer Klausur den Fall, dass die Ergebnisse einer Aufgabe einen Betrugsversuch vermuten ließen. Es gab in zwei Arbeiten sehr ähnlich formulierte Lösungen. Ich hätte die Möglichkeit gehabt, das als Betrugsversuch zu werten. Nur mit den Beweisen wäre es schwierig gewesen. Direkt beobachtet beim Abschreiben wurde keiner. Reicht eine Übereinstimmung in manchen Formulierungen aus, um einen Betrugsversuch zu beweisen? Hat A von B abgeschrieben, oder B von A?
Ich habe erstmal alle Aufgaben bewertet und kam dann zu dem Ergebnis, B hätte auch ohne die Punkte dieser Aufgabe klar bestanden, während A auch mit den Punkten dieser Aufgabe (knapp) durchgefallen ist.
Da war es für mich natürlich einfacher zu sagen "A ist durchgefallen", ohne mich auf einen Betrugsversuch berufen zu müssen, den ich nicht sauber beweisen kann.



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rocknromeo
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2018-02-08 12:08 - Kitaktus in Beitrag No. 10 schreibt: Ich hätte die Möglichkeit gehabt, das als Betrugsversuch zu werten. Nur mit den Beweisen wäre es schwierig gewesen.

Das hätte ohne eindeutige Beweise als Betrugsversuch gewertet werden dürfen?  eek
Das erstaunt mich aber, ich dachte immer dass auch da die Unschuldsvermutung gilt.







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DerEinfaeltige
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2018-02-08


2018-02-08 14:11 - rocknromeo in Beitrag No. 11 schreibt:
2018-02-08 12:08 - Kitaktus in Beitrag No. 10 schreibt: Ich hätte die Möglichkeit gehabt, das als Betrugsversuch zu werten. Nur mit den Beweisen wäre es schwierig gewesen.

Das hätte ohne eindeutige Beweise als Betrugsversuch gewertet werden dürfen?  eek
Das erstaunt mich aber, ich dachte immer dass auch da die Unschuldsvermutung gilt.


Die Unschuldsvermutung in aller Strenge kommt aus dem Strafrecht und gilt auch nur dort. Der Lehrer ist jedoch kein Staatsanwalt. Er hätte im Allgemeinen überhaupt keine Mittel etwas zu beweisen. (Dass er den Schüler beim Abschreiben gesehen habe, kann ja jeder behaupten und dass seine Klausur die gleichen Formulierungen und Fehler enthält wie die des Nachbarn ist selbstverständlich Zufall.)

Wenn der Lehrer der Meinung ist, der Schüler habe gemogelt (und müsse dafür bestraft werden) und der Schüler das vehement bestreitet, wird der Schüler die Klassenarbeit falls möglich wiederholen.


Zum ursprünglichen Problem:
Die Bewertung auf Basis der hier geschilderten Ergebnisse/Antworten wirkt ungerechtfertigt/übertrieben hart.
Was allerdings an sonstigen Faktoren (bspw. ob man die Lösungen überhaupt mit vertretbarem Aufwand entziffern und den Aufgabenteilen zuordnen konnte) mit eingeflossen ist, kann man von außen schlecht beurteilen.
Ein derartiges LGS sollte ein guter Realschüler mMn. übrigens durch Einsetzen oder genaues Hinsehen/Raten lösen können.
Und wie schon erwähnt sollte eine gut konzipierte Klausur auch Aufgaben enthalten, die man eben nicht nach Kochrezept lösen kann, sondern für die ein Mindestmaß an Eigenleistung erforderlich ist.


-----------------
Why waste time learning when ignorance is instantaneous?
- Bill Watterson -



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, eingetragen 2018-02-08


2018-02-08 14:11 - rocknromeo in Beitrag No. 11 schreibt:
2018-02-08 12:08 - Kitaktus in Beitrag No. 10 schreibt: Ich hätte die Möglichkeit gehabt, das als Betrugsversuch zu werten. Nur mit den Beweisen wäre es schwierig gewesen.

Das hätte ohne eindeutige Beweise als Betrugsversuch gewertet werden dürfen?  eek
Das erstaunt mich aber, ich dachte immer dass auch da die Unschuldsvermutung gilt.
Um es etwas genauer zu formulieren: Ich hätte versuchen können, die Klausur aufgrund eines Betrugsversuchs als "nicht bestanden" werten zu lassen. Habe ich aber nicht.
Das ist doch genau der Punkt. Lehrer sind geneigt einen Betrugsversuch _nicht_ als solchen zu ahnden, weil sie sich damit auf unsicheres Terrain begeben. Wer kennt denn die rechtliche Lage so genau? Wer hat ggf. Lust wegen so etwas vor Gericht zu erscheinen? Selbst von der Schulleitung gibt es oft wenig Rückendeckung.
Das kann dazu führen, dass man dann dahin tendiert, auf anderem Wege "Gerechtigkeit" herzustellen, in dem man z.B. in der Bewertung den "Ermessensspielraum" ausnutzt.
Das ist aber hier im konkreten Fall nur Spekulation.



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dietmar0609
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, eingetragen 2018-02-08


Hier eine Idee zum "Nachweis" eines Betrugsversuchs:

Folgende Anekdote hat sich tatsächlich ereignet:

Im Externenabitur in Mathematik fiel meinem Vater (Prüfer und Aufpasser) an unserer Schule ein Prüfling auf, der ganz lange während der Prüfung nichts zu Papier brachte. Nach einem Toilettengang ging alles ganz flott und er lieferte ein glattes "Einser-Abitur" ab.  

Das Überführen war ganz einfach: Mein Vater stellte ihm in der mündlichen Prüfung
noch einmal genau dieselben Aufgaben.

Er hat sie nicht einmal als solche erkannt. Der Rest war Schweigen.

So oder ähnlich würde ich das heute genau so handhaben.

Gruss Dietmar




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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.15, eingetragen 2018-02-09


@Dietmar: Wie lange liegt diese Geschichte zurück?



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dietmar0609
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.16, eingetragen 2018-02-09


das war ca. 1968

lange her .....

Gruss Dietmar



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