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Körpererweiterung, galoissch |
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Fuchs
Aktiv  Dabei seit: 19.11.2004 Mitteilungen: 24
Aus:
 |     Themenstart: 2006-04-22 22:29
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Hallo Leute,
Ich scheitere hier gerade an einer Algebra-Aufgabe. Sie lautet folgendermaßen:
 
Es seien n \el\ \IN-{1} und p_1, p_2,...,p_n paarweise verschiedene Primzahlen und L=\IQ(sqrt(p_1),sqrt(p_2),...,sqrt(p_n))<=\IR. Zu zeigen ist: (i) (\IQ,L) ist galoissch (ii) Gal(\IQ,L) ist eine elementar abelsche Gruppe(d.h. eine Gruppe, in der jedes von 1 verschiedene Element die Ordnung 2 hat) der Ordnung 2^n. (iii) L=\IQ(sqrt(p_1)+sqrt(p_2)+...+sqrt(p_n)) für (i) muss ich ja zeigen, dass die Erweiterung endlich, normal und separabel ist. Das Minimalpolynom einer solchen Primzahlwurzel ist ja gerade t^2. Mein Problem ist nun zu zeigen, dass wenn ich eine der Zahlen adjungiere, dass die anderen dann nicht in dem entstandenen Körper sein können. Irgendwie ist mir das ja auch klar, aber im Moment weiß ich nicht so recht, wie ich das vernünftig zeigen soll. Wenn das so ist ist dan ''normal'' ja klar. Bei der Separabilität komme ich dann allerdings auch nicht weiter. bei (ii) weiß ich nicht wie ich das elementar abelsch zeigen soll (das |G|=2^n folgt ja mit (i)) bei (iii) ist die Richtung \IQ(sqrt(p_1)+ ... +sqrt(p_n)) \subsetequal\ \IQ(sqrt(p_1), ... ,sqrt(p_n)) klar, für die andere Richtung müsste ich doch zeigen, dass jedes der sqrt(p_i) als Linearkombination des einen Elementes darstellbar ist. Das kriege ich allerdings nícht hin.
Ich hab also mal wieder viele viele Fragen und freue mich über Antworten.
Danke schon mal
Fuchs
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22474
Aus: Jena
 |     Beitrag No.1, eingetragen 2006-04-22 22:42
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Hi.
i.) Geht noch... dass es endlich ist, folgt daraus, dass man nur endlich viele algebraische Elemente adjungiert. Dass sie separabel ist, folgt aus der Charakteristik. Dass die Erweiterung normal ist, ist vielleicht nicht ganz einfach einzusehen. Mir persönlich gefällt das Argument am Besten, dass dieser Körper der Zerfällungskörper des Polynoms (x2-p1)(x2-p2)...(x2-pn) ist.
ii.) Nunja... eigentlich sieht man das... Man kann an jeder Wurzel das Vorzeichen wechseln und erhält so einen Automorphismus der Ordnung 2. Dies sind n Automorphismen und es gibt 2n Kombinationen von ihnen. Man müsste nur noch zeigen, dass dies alle sind. Das geht aber, wenn man weiß, dass die Erweiterung galoissch ist, denn dann ist jeder Automorphismus eindeutig durch die Einschränkungen auf die Teilkörper bestimmt. Wenn du nun die Teilkörper, die von einer einzigen Wurzel erzeugt werden, betrachtest, folgt, dass unsere 2n Autos die einzigen sind.
Die sich ergebene Gruppe wäre dann zu
 
(\IZ_2)^n
isomorph.
iii.) EDIT: Ich habe ne Idee:
 
Sei der Kürze halber s:=sqrt(p_1)+...+sqrt(p_n). Wir betrachten das Polynom p:=produkt((X-\phi(s)),s\el\Gal(L\|\IQ))\el L[X] Wenn man Gal(L\|\IQ) auf L[x] operieren lässt, stellt man fest, dass dieses Polynom ein Fixpunkt der OP ist, denn: \forall\psi\el\ Gal(L\|\IQ): \psi(p)=produkt(\psi(X-\phi(s)),\phi\el\ Gal(L\|\IQ)) =produkt((X-(\psi\circ\phi)(s)),\phi\el\ Gal(L\|\IQ)) =produkt((X-\phi(s)),\phi\el\Gal(L\|\IQ))=p Insbesondere liegen alle Koeffizienten von p im Fixkörper von Gal(L\|\IQ). Da L\|\IQ nun aber Galois'sch ist, ist dieser Fixkörper genau \IQ. Es ist also p\el\IQ||[X]. Der Witz ist: p ist irreduzibel, denn gäbe es nichttriviale Faktoren, so würde die OP der Galoisgruppe die Nullstellen dieser Faktoren nur untereinander permutieren. Die Nullstellen würden also in mindestens zwei Bahnen zerfallen. Wir haben p aber so gewählt, dass die Galoisgruppe gerade transitiv auf den Nullstellen operiert. Es kann nur eine Bahn geben. p ist irreduzibel. p hat außerdem den Grad abs(Gal(L\|\IQ))=2^n. Daher ist s ein primitives Element von L.
mfg Gockel.
----------------- Schwarzer Magier der Drachengilde,
Besitzer der magischen Ringe von Dedekind, Artin und Noether,
Verteidiger der aufgelösten Gruppen,
Hüter von SirJectives Freundschaft.
[ Nachricht wurde editiert von Gockel am 22.04.2006 23:40:28 ]
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Fuchs
Aktiv  Dabei seit: 19.11.2004 Mitteilungen: 24
Aus:
 |     Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2006-04-23 00:00
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Hi Gockel,
vielen Dank schon mal für die Hilfe, damit kann ich jetzt zumindest erst mal weiterarbeiten (mal sehen, ob ich das dann wirklich verstehe )
Gute Nacht
Fuchs
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Martin_Infinite
Senior  Dabei seit: 15.12.2002 Mitteilungen: 33129
Aus: Münster
 |     Beitrag No.3, eingetragen 2007-02-06 16:03
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ich hatte mal gemeint die sachen hier zu verstehen, aber entweder bin ich blind oder es sind hier tatsächlich fehler gemacht worden: i\) ist ok. ii\) warum sollte denn jede wahl von vorzeichen einen automorphismus liefern? setzt man da die behauptung, dass der grad 2^n ist, nicht schon irgendwie voraus? iii\) die gestalt von s wird nirgendwo verwendet, dieselbe argumentation ergäbe: ist L\/K galoisch mit galoisgruppe G und a \in L, so ist prod((X-\phi(a)),\phi \in G) das minimalpolynom vom a und hat grad abs(L : K). und das ist so allgemein natürlich falsch. das stimmt genau dann, wenn L = K(a). man müsste die bahn Ga = menge(\phi(a) : \phi \in G) betrachten, dann ist das minimalpolynom prod(X-b,b \in Ga). das stimmt mit dem obigen nicht überein, weil dort die elemente der bahn mehrfach gezählt werden - entsprechend muss das polynom nicht mal koeffizienten in K haben. also frage ich mich nun: wie beweist man ii und iii richtig? wenn man die gestalt der galoisgruppe aus ii kennt, ist iii natürlich klar: die bahn von s muss man ganz G sein.
edit:
 
wie wär's damit: G ändert nur die vorzeichen der wurzeln, und lässt sich damit offenbar in (\IZ\/2)^n einbetten. wenn man
das hier
 
benutzt, ist klar dass G die ordnung 2^n hat, also zu (\IZ\/2)^n isomorph ist und jeder vorzeichenwechsel vorkommt ...
[ Nachricht wurde editiert von Martin_Infinite am 06.02.2007 22:23:31 ]
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34958
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.4, eingetragen 2007-02-06 23:23
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2006-04-22 22:42 - Gockel schreibt:
... eigentlich sieht man das... Man kann an jeder Wurzel das Vorzeichen wechseln und erhält so einen Automorphismus der Ordnung 2. Dies sind n Automorphismen und es gibt 2n Kombinationen von ihnen. Man müsste nur noch zeigen, dass dies alle sind.
Hi Gockel,
wie Martin schon im Post Nr. 3 geschrieben hat, ist dies nicht klar.
Daß es alle sind, wenn es sie überhaupt gibt, ist ziemlich klar.
Mehr als Vorzeichen herumdrehen kann man nun mal nicht machen.
Aber woher weiß man, daß es sie überhaupt gibt?
Wieso kann ich ein Wurzel-Vorzeichen ändern, und alle anderen Vorzeichen bleiben erhalten?
Na klar, das geht, aber eben dies ist es doch, was man beweisen will.
Gruß Buri
----------------- Cette question nous entraînerait trop loin. (Diese Frage würde uns zu weit führen)
Henri Poincaré (1854-1912)
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Buri
Senior  Dabei seit: 02.08.2003 Mitteilungen: 34958
Aus: Dresden
 |     Beitrag No.5, eingetragen 2007-02-06 23:46
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Hi Martin,
Kann man das vielleicht schön verallgemeinern, etwa so:
 
n>=1, und a_1\,...\,a_n sind rationale Zahlen > 0, und a_i*a_j ist kein Quadrat einer rationalen Zahl, für alle 1<=i<j<=n. Dann ist sum((+-sqrt(a_i)),i=1,n)!=0 für alle möglichen Vorzeichenkombinationen,
das heißt, das Produkt dieser 2n Summen, das sicherlich eine rationale Zahl ist, ist ≠ 0.
Hat man dies bewiesen, dann ist zum Beispiel die lineare Unabhängigkeit der Primzahl-Quadratwurzeln hier eine leichte Folgerung.
Natürlich kann man die Frage mühelos auf den Fall natürlicher Zahlen zurückführen.
Sicherlich habe ich irgendetwas übersehen, bitte zeige mir doch den Link.
Gruß Buri
----------------- Cette question nous entraînerait trop loin. (Diese Frage würde uns zu weit führen)
Henri Poincaré (1854-1912)
[ Nachricht wurde editiert von Buri am 06.02.2007 23:56:41 ]
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ZetaX
Senior  Dabei seit: 24.01.2005 Mitteilungen: 2079
Aus: Wenzenbach
 |     Beitrag No.6, eingetragen 2007-02-07 01:27
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\ Verallgemeinernd gilt: Seien a_1, a_2, ..., a_n positive rationale Zahlen und m_1, m_2, ..., m_n natürliche Zahlen so, dass mindestens eine der Zahlen a_i^(1/m_i) irrational ist. Dann ist a_1^(1/m_1) + a_2^(1/m_2) + ... + a_i^(1/m_n) irrational. Verschärfend gilt \IQ[a_1^(1/m_1) + a_2^(1/m_2) + ... + a_n^(1/m_n)] = \IQ[a_1^(1/m_1), a_2^(1/m_2), ..., a_n^(1/m_n)].
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22474
Aus: Jena
 |     Beitrag No.7, eingetragen 2007-02-07 15:27
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Hi Maddin.
 
Die Automorphismen kann man wie folgt als solche erkennen: Wir betrachten \IQ||[](sqrt(p_1), ..., sqrt(p_n)) als \IQ||[](x_1, ..., x_n)\/(x_1^2-p_1, ..., x_n^2-p_n). Dann definiert jedes \s\el{-1,+1}^n durch \s(x_i):=\s_i*x_i einen Ring\-Automorphismus von \IQ||[](x_1, ..., x_n), der das Ideal (x_1^2-p_1, ..., x_n^2-p_n) auf sich selbst abbildet. Also induziert \s auch einen Ring\-Automorphismus von \IQ||[](sqrt(p_1), ..., sqrt(p_n)), der natürlich eindeutig zu einem Körper\-Auto von \IQ(sqrt(p_1), ..., sqrt(p_n)) fortgesetzt werden kann.
Mit deiner Anmerkung zu iii.) hast du natürlich recht, man muss die Bahn von s betrachten. Der Beweis geht aber trotzdem durch, weil jeder Automorphismus natürlich eine Permutation dieser Bahn definiert. Man muss nur zusätzlich die (mit ii.) bewiesene) Aussage benutzen, dass die Wurzeln linear unabhängig sind und so die 2^n Vorzeichenkombinationen wirklich 2^n paarweise verschiedene Elemente liefern. (Sprich: Man muss die Länge der Bahn bestimmen, um an den Grad des Polynoms heranzukommen)
mfg Gockel.
----------------- Schwarzer Magier der Drachengilde,
Besitzer der magischen Ringe von Dedekind, Artin und Noether,
Verteidiger der aufgelösten Gruppen,
Hüter von SirJectives Freundschaft.
[ Nachricht wurde editiert von Gockel am 07.02.2007 16:40:50 ]
[ Nachricht wurde editiert von fed am 07.02.2007 16:42:56 ]
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ZetaX
Senior  Dabei seit: 24.01.2005 Mitteilungen: 2079
Aus: Wenzenbach
 |     Beitrag No.8, eingetragen 2007-02-07 15:37
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Und wieso ist dieser Automorphismus wohldefiniert, wenn keine Basis vorliegt¿
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Gockel
Senior  Dabei seit: 22.12.2003 Mitteilungen: 22474
Aus: Jena
 |     Beitrag No.9, eingetragen 2007-02-07 16:42
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@ZetaX:
Ich hab meine Beschreibung der Automorphismen geändert. Jetzt ist die Wohldefiniertheit wirklich bewiesen.
mfg Gockel.
----------------- Schwarzer Magier der Drachengilde,
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[ Nachricht wurde editiert von Gockel am 07.02.2007 16:48:10 ]
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Martin_Infinite
Senior  Dabei seit: 15.12.2002 Mitteilungen: 33129
Aus: Münster
 |     Beitrag No.10, eingetragen 2007-02-07 17:51
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ok wenn du den ring so darstellen kannst, ist sowieso alles klar ;).
übrigens habe ich in meinem notizbuch alles mal aufgeschrieben
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