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Summe über ((ak^2+bk+c)/p) |
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ZetaX
Senior  Dabei seit: 24.01.2005 Mitteilungen: 2047
Aus: Wenzenbach
 |     Themenstart: 2007-10-01 01:09
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Hallo:
 
\ Sei p eine Primzahl und seien a, b, c ganze Zahlen so, dass a und b^2-4ac nicht durch p teilbar sind. Man zeige: sum(((ak^2+bk+c)/p),k=1,p) = - (a/p) Hierbei ist (x/p) das sogenannte Legendre-Symbol, also: (x/p) = 0 wenn x durch p teilbar ist. (x/p) = 1 wenn x ein quadratischer Rest modulo p ist, also wenn es eine nicht durch p teilbare ganze Zahl z gibt, so dass z^2-x durch p teilbar ist. (x/p) = -1 sonst.
[Quelle: PEN (Problems in Elementary Number theory)]
Grüße,
 
\zeta X
[ Nachricht wurde editiert von ZetaX am 01.10.2007 01:10:44 ]
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Octopus
Senior  Dabei seit: 26.09.2006 Mitteilungen: 472
Aus: Bayern, Pleiskirchen
 |     Beitrag No.1, eingetragen 2007-10-23 22:26
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\ Hallo, hab mir hier folgendes überlegt: Da a nicht durch p teilbar ist und p eine ungerade Primzahl sei (den Fall p=2 möchte ich vorerst nicht berücksichtigen), gibt es mod p zu a sowie zu 2 ein inverses Element! Diese inversen Elemente werde ich in der Bruchschreibweise darstellen. Hierbei handelt es sich also um keine Legendre Symbole! Modulo p gilt also: f(k):=ak^2+bk+c==a(k^2+b/a*k+b^2/(4a^2)-b^2/(4a^2)+c/a)==a((k+b/(2a))^2-b^2/(4a^2)+c/a) Also gilt wegen der Multiplikativität des Legendre Symbols: S:=sum((f(k)/p),k=1,p)= (a/p)*sum((((k+b/(2a))^2-b^2/(4a^2)+c/a)/p),k=1,p) Mit n:=k+b/2a und weil über ein vollständiges Restesystem mod p summiert wird, gilt: S=(a/p)*sum(((n^2-b^2/(4a^2)+c/a)/p),n=1+b/2a,p+b/2a)= (a/p)*sum(((n^2-b^2/(4a^2)+c/a)/p),n=1,p) Sei nun z eine Primitivwurzel mod p mit z^r=b^2/(4a^2)-c/a (da b^2-4ac nicht durch p teilbar sein soll ist dies auch möglich), so gilt: S= (a/p)*sum(((n^2-z^r)/p),n=1,p) Fall A: r ist gerade, es gilt also z^r=u^2: S= (a/p)*sum(((n^2-u^2)/p),n=1,p)= (a/p)*sum((((n-u)*(n+u))/p),n=1,p) Nun sei j:= n-u. Man beachte wieder, dass wir über einem vollständigen Restesystem mod p summieren! S= (a/p)*sum((((j)*(j+2u))/p),j=1-u,p-u)= = (a/p)*sum((((j)*(j+2u))/p),j=1,p)= = (a/p)*sum((((j)*(j+2u))/p),j=1,p-1)= Da wir nun über einem primen Restesystem mod p summieren, sei j^(-1) das Inverse zu j. Man beachte außerdem, dass (j^(-1)/p)^2=1 gilt! S= (a/p)*sum((((j^(-1))^2*(j)*(j+2u))/p),j=1,p-1)= = (a/p)*sum(((1+2u*j^(-1))/p),j=1,p-1) Da hier j ein primes Restesystem durchläuft, durchläuft dies auch j^(-1). Somit durchläuft aber der Ausdruck 1+2u*j^(-1) bis auf die 1, alle Reste mod p. Wegen sum((i/p),i=1,p)=0 folgt, S= (a/p)*(0-(1/p))=-(a/p) Fall B folgt sofort! Gruß Stefan
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Octopus
Senior  Dabei seit: 26.09.2006 Mitteilungen: 472
Aus: Bayern, Pleiskirchen
 |     Beitrag No.2, eingetragen 2007-10-23 23:10
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\ Fall B: r ist ungerade, z^r ist also ein quadratischer Nichtrest mod p. (Schließlich haben wir für gerade r bereits (p-1)/2 inkongruente Reste gefunden. Da es aber nicht mehr Reste gibt, folgt die Behauptung.) Wir beginnen direkt vor Fall A. Weil nun über ein vollständiges primes Restesystem mod p summiert wird, gilt wiederum: S= (a/p)*sum(((n^2-z^r)/p),n=1,p-1)+(a/p)*((p^2-z^r)/p) = =(a/p)*sum((((z^i)^2-z^r)/p),i=1,p-1)+(a/p)*((-z^r)/p) = =(a/p)*(z^r/p)(sum(((z^(2i-r)-1)/p),i=1,p-1)+((-1)/p)) = =-(a/p)*(sum(((z^(2i-r)-1)/p),i=1,p-1)+((-1)/p)) Bei E:=sum(((z^(2i-r)-1)/p),i=1,p-1)+((-1)/p) bleibt folglich nur noch E=1 zu zeigen. Wegen 2j-r==2k-r mod (p-1) <=> j==k mod (p-1)/2 folgt: E=2*sum(((z^(2i-r)-1)/p),i=1,(p-1)/2)+((-1)/p) Da r ungerade ist, durchläuft z^(2i-r) für i=1 bis (p-1)/2 alle quadratischen Nichtreste mod p! z^(2i-r)-1 ist nun genau dann quadr. Nichtrest mod p, wenn das Paar ((z^(2i-r)-1),(z^(2i-r))), ein Paar sukzessiver Nichtreste ist. Von diesen Paaren gebe es unterhalb p genau N Stück, dann gilt: sum(((z^(2i-r)-1)/p),i=1,(p-1)/2)= (p-1)/2-2N Dies ist richtig, weil dort in der Summe jeder Summand entweder 1 oder aber gleich -1 ist. 0 ist nicht möglich, da z^(2i-r) immer ein Nichtrest und somit ungleich 1 ist. Für E=1, bleibt also nur noch 1=p-1-4N+((-1)/p) bzw. 4N=p-2+((-1)/p) zu zeigen. Da (1/4)((t/p)-1)(((t+1)/p)-1) für t von 1 bis p-2 genau dann gleich 1 ist, falls t und t+1 gleichzeitig Nichtreste sind, ansonsten aber gleich 0 ist, gilt: 4N=sum((((t/p)-1)(((t+1)/p)-1)),t=1,p-2)= = sum(((t(t+1))/p),t=1,p-2)-sum((t/p),t=1,p-2)-sum(((t+1)/p),t=1,p-2)+p-2 Beachtet man nun noch, dass der erste Ausdruck unter Fall A fällt und sum((t/p),t=1,p)=0 gilt, so folgt: 4N=-1-(0-((-1)/p))-(0-(1/p))+p-2=p-2+((-1)/p) Dies war zu zeigen. Warum ist das eigentlich alles so lang? Liegt das an einem Fehler oder an meinem Ungeschick? Oder gar beides... Gruß, Stefan
[ Nachricht wurde editiert von Octopus am 24.10.2007 12:57:57 ]
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ZetaX
Senior  Dabei seit: 24.01.2005 Mitteilungen: 2047
Aus: Wenzenbach
 |     Beitrag No.3, vom Themenstarter, eingetragen 2007-11-12 02:26
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Achja, hier die (zumindest gegenüber Stefan) angekündigte Lösung:
 
\ Sei S die gesuchte Summe. Wir können sicherlich p>2 annehmen. Wir berechnen zuerst S \mod p. Dazu nutzen wir aus, dass (x/p) == x^((p-1)/2) \mod p ist (Eulersches Kriterium). Lemma: Sei m ganz und 0 <= m < p-1. Dann ist sum(x^m,x=1,p) == 0 \mod p. Beweis: Die Gleichung z^m == 1 \mod p hat \mod p höchstens m verschiedene Lösungen. Insbesondere gibt es wegen m+1 < p mindestens ein z mit z !== 0 \mod p und z^m !== 1 \mod p. Wegen z !== 0 \mod p durchlaufen mit x auch die Zahlen z*x alle Restklassen \mod p, es gilt also sum(x^m,x=1,p) == sum((zx)^m,x=1,p) = z^m * sum(x^m,x=1,p) \mod p was nach Umformen nun (z^m - 1) * sum(x^m,x=1,p) == 0 \mod p liefert. Da der linke Faktor nicht == 0 \mod p ist, muss also sum(x^m,x=1,p) == 0 \mod p sein, was wir zeigen wollten. Nun zurück zur Aufgabe: Es ist nach dem schon erwähnten Euler-Kriterium ist ((ax^2+bx+c)/p) == (ax^2+bx+c)^((p-1)/2) \mod p, wobei (ax^2+bx+c)^((p-1)/2) = d_(p-1) x^(p-1) + ... + d_1 x + d_0 = sum(d_i x^i,i=0,p-1) \mod p ein Polynom vom Grad p-1 ist. Dabei ist der Leitkoeffizient d_(p-1) = a^((p-1)/2) == (a/p) \mod p. Dies liefert nun S = sum(((ax^2+bx+c)/p),x=1,p) == sum((ax^2+bx+c)^((p-1)/2),x=1,p) = sum(sum(d_i x^i,i=0,p-1),x=1,p) = sum(sum(d_i x^i,x=1,p),i=0,p-1) \mod p. Allerdings verschwinden nach dem Lemma alle Summen mit i < p-1, es gilt also S == sum(sum(d_i x^i,x=1,p),i=0,p-1) == sum(d_(p-1) x^(p-1),x=1,p) == (a/p) * sum(x^(p-1),x=1,p-1) == (p-1)*(a/p) == -(a/p) \mod p, der vorletzte Schritt nach dem Satz von Fermat. Also gilt die geforderte Gleichung \mod p. Alle vorkommenden der p Summanden sind 0,1 oder -1, es ist also -p <= S <= p. Angenommen, die Gleichung würde in den ganzen Zahlen nicht gelten, so müsste S = (p-1)*(a/p) sein, da alle anderen Restklassenvertreter betragsmäßig zu groß wären (man beachte, das hier (a/p) != 0 verwendet wurde). S ist also gerade. Das heißt, eine ungerade Anzahl (genauer gesagt: einer) der p Summanden ((ax^2+bx+c)/p) in sum(((ax^2+bx+c)/p),x=1,p) muss gerade, also 0 sein. Dies wiederrum heißt, dass ax^2+bx+c == 0 \mod p ist. Nun haben quadratische Polynome mit Diskriminante b^2-4ac !== 0 \mod p aber nur 0 oder 2 Nullstellen \mod p, also sicher nicht ungeradzahlig viele, Widerspruch. Die Annahme war also falsch und es ist doch S = -(a/p).
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Octopus
Senior  Dabei seit: 26.09.2006 Mitteilungen: 472
Aus: Bayern, Pleiskirchen
 |     Beitrag No.4, eingetragen 2007-11-13 21:49
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Danke ZetaX! Diese Lösung ist hübsch!
[ Nachricht wurde editiert von Octopus am 13.11.2007 21:56:07 ]
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owk
Senior  Dabei seit: 10.01.2007 Mitteilungen: 6957
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 |     Beitrag No.5, eingetragen 2007-11-13 22:07
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Octopus
Senior  Dabei seit: 26.09.2006 Mitteilungen: 472
Aus: Bayern, Pleiskirchen
 |     Beitrag No.6, eingetragen 2007-11-13 23:10
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Hallo owk,
die Lösungen scheinen ja immer kürzer zu werden... Und ich hab da noch eine halbe Nacht meine Fallunterscheidung eingetippt...
Sehe ich das richtig, dass bei deiner angegebenen Parametrisierung, alle Lösungen (x,y) doppelt gezählt werden, dies aber dadurch "ausgeglichen" wird, dass (x,-y) noch eine neue Lösung liefert?
Wie sieht man eigentlich, dass man durch diese Parametrisierung schon alle Lösungen hat?
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owk
Senior  Dabei seit: 10.01.2007 Mitteilungen: 6957
Aus:
 |     Beitrag No.7, eingetragen 2007-11-15 11:05
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Die Parametrisierung beruht auf der Umformung der Gleichung zu (y + x)(y − x) = c, dabei ist u der erste Faktor, der offenbar alle Werte ungleich null annehmen kann. Die Lösungen werden nicht doppelt gezählt. owk
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Octopus
Senior  Dabei seit: 26.09.2006 Mitteilungen: 472
Aus: Bayern, Pleiskirchen
 |     Beitrag No.8, eingetragen 2007-11-16 16:33
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Danke owk!
Hätt ich eigentlich auch selber sehen können...
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