Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
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Bildung

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"Hallo, wie geht es dir heute?" - "Danke, gut, und selbst?"

"Können Sie mir vielleicht sagen, wie spät es ist?" - "Halb fünf Nachmittags"

"Das Wetter ist heute wieder schlecht." - "Das stimmt, aber gestern war es noch einige Grad kühler." - "Richtig. Hoffen wir, dass es am Wochenende weniger regnet."

Unterhaltungen dieser Art - der Austausch von Floskeln, implizite Aufforderungen bzw. Fragen ("Können Sie mir vielleicht sagen..." statt "Wie spät ist es?"), Gespräche über Belanglosigkeiten und Tratsch - gehören bei den allermeisten zum Alltag dazu wie die Schule/Arbeit, das Frühstück oder das Atmen. Kaum jemand kommt auf die Idee, diese zu hinterfragen oder auch nur länger gedanklich dabei zu verweilen.

Für bestimmte Menschen stellen diese Unterhaltungen aber große Hindernisse dar und sind alles andere als leicht oder gar intuitiv zu lösen: Menschen mit dem Asperger-Syndrom.

Dieser Artikel soll zeigen, worin sich das Asperger-Syndrom zeigt, wie es sich entwickelt, wie man sich damit im Umgang damit verhalten sollte und auch, was das Ganze auf dem Matheplaneten zu suchen hat.


Was ist das Asperger-Syndrom? - Ein kurzer Überblick



Das Asperger-Syndrom ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung und gehört zum Spektrum des Autismus. Es liegt am Rand dieses Spektrums, Menschen mit Asperger-Syndrom sind also die "normalsten" unter den Autisten. Der Name geht zurück auf Hans Asperger, der 1944 eine Abhandlung über die Ergebnisse der Untersuchung einiger Kinder veröffentlichte, die autistische Charakterzüge zeigten. Einige Jahrzehnte wurde seine Arbeit kaum bis gar nicht beachtet, bis 1981 die englische Psychologin Lorna Wing sich näher damit beschäftigte und eine bestimmte Ausprägung des Autismus als "Asperger-Syndrom" (bzw. englisch auch "Asperger's disorder") bezeichnete.

Grob gesagt gibt es drei Diagnosekriterien, die alle Menschen mit Asperger-Syndrom aufweisen:
1. Beeinträchtigung sozialer Interaktion
2. Beeinträchtigung der (insbesondere non-verbalen) Kommunikation und
3. immer wiederkehrende Verhaltensmuster sowie besonderes Interesse in bestimmten Bereichen.
Die Ausprägung kann dabei sehr unterschiedlich sein und befindet sich irgendwo zwischen der Normalität und stärkeren Formen des Autismus.

Die Ursache für diese Erscheinung ist weitgehend unbekannt. Aufgrund der Häufung von autistischen Merkmalen im familären Umfeld von Menschen mit Asperger-Syndrom wird aber von genetischen Ursachen ausgegangen.

Worin zeigt sich das Asperger-Syndrom?



In den ersten drei bis fünf Jahren zeigt sich das Asperger-Syndrom gar nicht. Im Gegensatz zum Frühkindlichen Autismus (einer anderen, schwereren Form im Spektrum des Autismus) ist die Intelligenz nicht beeinträchtigt und auch sprachliche Fähigkeiten entwickeln sich im gleichen Rahmen wie bei allen anderen.

Es sollen hier die drei oben genannten Hauptmerkmale behandelt werden, die sich bei Menschen mit Asperger-Syndrom hauptsächlich in der Kindheit und den Teenagerjahren zeigen. Zu bemerken ist noch, dass einzelne dieser Merkmale bei wohl jedem Menschen zutreffen, das Asperger-Syndrom aber erst durch die Häufung von sehr vielen (aber auch nicht unbedingt allen) Merkmalen ausgemacht wird. Zuverlässige Diagnosen können - bestenfalls - natürlich nur nach eingehender Betrachtung des Einzelfalls durch qualifizierte Psychologen gemacht werden.

Beeinträchtigung sozialer Interaktion

Kinder mit Asperger-Syndrom können und wollen sich nicht mit anderen Kindern ihres Alters beschäftigen.
Sie spielen für sich alleine, lassen anderen nicht oder kaum an ihren Spielen teilhaben, da sie fürchten, dass die Ordnung, der sie bei ihrem Spiel folgen, gestört werden könnte. Um diese Gefahr zu vermeiden, sind sie meistens für sich und empfinden das auch in keinster Weise als Nachteil oder Missstand. Außerdem haben sie nicht den Wunsch, Erfahrungen irgendwelcher Art - Gefühle, Ideen, Pläne, Ansichten - mit anderen zu teilen.

Dieses Verhalten ändert sich mit dem Erwachsenwerden. Der Wunsch nach sozialen Kontakten oder Freunden stellt sich in den meisten Fällen früher oder später doch ein und der Betroffene versucht, Freundschaften zu schließen. Allerdings fehlen im die sozialen Fähigkeiten, eine Freundschaft zu schließen, aufzubauen und fortzuführen. Sie können einfach nicht - wie "normale" Menschen - auf jemanden zugehen und ein Gespräch mit ihm beginnen, da sie wie eingangs erwähnt mit dem üblichen Smalltalk nichts anfangen können. Sie wissen nicht intuitiv, dass auf die Frage "Wie geht es dir?" statt einer ausgiebigen Erklärung über den körperlichen und geistigen Zustand einfach ein "Danke, gut, und dir?" erwartet wird.

Hier zeigt sich ein Problem, vor dem Menschen mit Asperger-Syndrom stehen: Sie beherrschen soziale Regeln nicht "einfach so", sondern müssen jede einzelne Regel, der andere intuitiv folgen, bewusst erlernen und an jeder Stelle bewusst anwenden. Auch müssen sie fremde Situationen erst einmal kognitiv erkennen und in eine bestimmte Kategorie einordnen, bevor sie die erwartete Reaktion zeigen können. Daher sind sie im täglichen Leben und insbesondere in ungewohnten Situationen häufig sehr unbeholfen, da die Intuition ja meistens doch schneller ist als der Verstand.
Damit dieser Lernvorgang überhaupt erst beginnen kann, muss dem Kind bzw. Jugendlichen natürlich erst einmal klar werden bzw. klar gemacht werden, dass diese sozialen Fähigkeiten zum einen wichtig sind und zum anderen von anderen schon intuitiv beherrscht werden. Das Kind bzw. der Jugendliche müssen also wissen, vor welchem Problem sie stehen, da ihnen das sonst wohl kaum auffallen wird.

Beeinträchtigung der Kommunikation

Menschen mit Asperger-Syndrom haben für gewöhnlich keine Probleme, zu sprechen, sich angemessen auszudrücken oder die Äußerungen anderer auf rein verbaler Ebene zu verstehen. Von der Grammatik und dem Stil aus betrachtet ist die Sprache von Kindern mit Asperger-Syndrom sogar häufig schneller und weiter entwickelt als die von gleichaltrigen, "normalen" Kindern. Probleme entstehen allerdings sehr schnell dabei, nonverbale Signale zu verstehen und auch selbst auszusenden. Außerdem fällt es Personen mit Asperger-Syndrom schwer, beim Reden auf die richtige Lautstärke, Tonhöhe, Betonung oder sonstige Modulation zu achten.

Diese Probleme zeigen sich hauptsächlich im Blickkontakt: Eine Person mit Asperger-Syndrom stört Blickkontakt zwar nicht, allerdings benutzt sie ihn intuitiv nicht. Häufig geht der Blick ins Leere oder zu irgendwelchen Gegenständen oder Personen, die mit dem aktuellen Gespräch nichts oder nicht viel zu tun haben. Für den Betreffenden ist das vollkommen normal, für den Gesprächspartner ist das häufig sehr irritierend und erweckt den Eindruck, der andere sei nicht am Gespräch interessiert, mit den Gedanken woanders, abweisend, arrogant oder dergleichen.
Ebenso wie beim Umgang mit bestimmten sozialen Situationen können die meisten Menschen mit Asperger-Syndrom auch beim Blickkontakt mit der Zeit den richtigen Umgang damit verstandesmäßig erlernen oder zumindest ihr Verhalten überdecken. Allerdings kostet das alles viel Konzentration und kann daher auf Dauer sehr anstrengend sein bzw. beim einem Gespräch den eigentlichen Dialog in den Hintergrund treten lassen.

Daher leiden Menschen mit Asperger-Syndrom häufig darunter, dass sie mit niemandem wirklich gut kommunizieren können - sie haben Probleme, andere zu verstehen, und werden auch selbst nur von den allerwenigsten Personen verstanden. Solange ihnen nicht erklärt wird, warum das so ist bzw. worin sie sich von anderen Menschen unterscheiden, begreifen die Betroffenen auch kaum, warum das überhaupt so ist, weil ihre Denkweise für sie absolut logisch und sinnvoll ist. Dies kann auf Dauer zu ernsthaften Problemen darin führen, wie der Betroffene sich selbst und andere sieht - Selbstverletztendes Verhalten, Sozialphobie und Depressionen können unter anderem die Folge sein.

Besondere Verhaltensmuster

Menschen mit Asperger-Syndrom neigen dazu, ihren Tagesverlauf genau durchzuplanen, und haben häufig Probleme, mit plötzlichen Änderungen der Situation oder der Planung umzugehen. Dies liegt wohl darin begründet, dass Menschen mit Asperger-Syndrom auch so schon ziemlich damit beschäftigt sind, ihr Leben unter Kontrolle zu halten, dass es sie schlicht überfordert, diese Kontrolle zu behalten, wenn es um spontane Reaktionen geht. Mangels Intuition müssen sie jeden einzelnen Schritt einschließlich der möglichen Folgen durchdenken, bevor sie sich zu etwas entschließen können.

Außerdem fällt es Menschen mit Asperger-Syndrom schwer, sich für Dinge zu interessieren bzw. sich mit etwas zu beschäftigen, was nicht initial zu ihrem (meistens sehr speziellen) Interessengebiet gehört. Unter Umständen können sich die Betroffenen zwar dazu durchringen, sich doch damit zu beschäftigen, trotzdem bleiben sie aber bei ihren Interessen. Auf der anderen Seite lassen sich Menschen mit Asperger-Syndrom auch nicht - oder zumindest nicht besonders gerne - von anderen in ihren "Bereich" hineinsehen, sondern sind lieber für sich und erledigen ihre Probleme am liebsten alleine.

Einige Begleiterscheinungen, die häufig mit dem Asperger-Syndrom einhergehen (aber kein Teil der Diagnosekriterien bilden), sollen ebenfalls genannt werden.
Zum einen sind es motorische Schwierigkeiten, die bei einigen auftreten, insbesondere die Koordination von der linken und der rechten Körperseite. Außerdem fällt es vielen Menschen mit Asperger-Syndrom schwer, viele starke Eindrücke (akustisch oder visuell) gleichzeitig zu verarbeiten. Bei Straßenlärm, starken Sonnenlicht oder dergleichen sind sie daher kaum in der Lage, noch auf bestimmte Dinge zu achten bzw. diese zu verarbeiten. Eine weitere Begleiterscheinung sind Aufmerksamkeitsstörungen, die für sich genommen schon große Probleme bereiten können.
Außer den genannten sozialen Problemen können häufig noch viele andere, meist sehr unangenehme Begleiterscheinungen resultieren.

Abstufung und Abgrenzung


Es wurde bereits mehrmals der Begriff "Spektrum des Autismus" bzw. "Autismusspektrum" benutzt, ohne dass ich ihn erklärt hätte, was ich hiermit nachholen möchte.
Der Autismus ist eine Abwandlung der als normal geltenden Gehirnfunktionen bzw. Sozialkompetenzen. Dabei gibt es - anders als beispielsweise beim Down-Syndrom - beliebige Abstufungen. Man kann also ohne Probleme "nur ein bisschen", "etwas stärker" oder "sehr stark" autistisch sein. Während starke Formen des Autismus starke Behinderungen darstellen, werden die Symptome des Asperger-Syndroms von einigen eher als ein Set von Charakterzügen aufgefasst, die nicht unbedingt eine Behinderung sein müssen (mehr dazu unten).

Beim Frühkindlichen Autismus, der erheblich stärker von der Normalität abweicht als das Asperger-Syndrom und meistens mit einer verminderten Intelligenz einhergeht, ist ein unabhängiges, eigenständiges Leben ohne dauerhafte Betreuung in den allermeisten Fällen nicht möglich. Bei entsprechender Behandlung und Unterstützung kann der Betroffene sich zwar unter Kontrolle bekommen, wird es aber nicht schaffen, sich in den sozialen Kontext einzuordnen. Außerdem zeigt sich diese Form des Autismus bereits in der frühen Kindheit - daher der Name -, da besonders das Sprachvermögen sehr stark eingeschränkt ist.
Zusätzlich zum Frühkindlichen gibt es auch den Hochfunktionellen Autismus. Je nach Definition ist dieser mit dem Asperger-Syndrom identisch oder befindet sich zwischen Asperger-Syndrom und Frühkindlichen Autismus, unterscheidet sich von letzterem dann hauptsächlich durch eine normale bis überdurchschnittliche Intelligenz. Eine letzte Erscheinungsform des Autismus ist der Atypische Autismus, der alle Formen beschreibt, die entweder so stark sind, dass sie vom Frühkindlichen Autismus nicht mehr erfasst werden bzw. mit geistigen Behinderungen einhergeht, oder aber nur eine Teilmenge der Symptome umfasst, trotzdem aber keiner anderen geistigen Störung zugeordnet werden kann.
Schwächere Formen des Asperger-Syndroms werden häufig nicht bemerkt und gehen fließend in die Normalität über.

Das Asperger-Syndrom könnte mit einfacher Hochbegabung verwechselt werden, allerdings fehlt bei Hochbegabten nicht der Wunsch und auch nicht das Interesse an sozialen Kontakten, auch wenn diese aufgrund ihrer Intelligenz schwieriger Gleichgesinnte finden können.
Andere mögliche Verwechselungen bestehen bei Schizophrenie (beinhaltet zusätzlich Halluszinationen uvm.) oder Zwangshandlungen (beeinträchtigt nicht die Kommunikationsfähigkeit).

Die Entdeckung des "Aspie"


Wie möglicherweise aufgefallen ist, habe ich in Verbindung mit dem Asperger-Syndrom Begriffe wie "Behinderung" oder "Erkrankung" (letzteres wäre sowieso nicht korrekt) vermieden. Viele Betroffene - Menschen mit Asperger-Syndrom, Eltern, Freunde usw., aber auch Psychologen - betrachten das Asperger-Syndrom auch gar nicht als solche. Sie haben sich zum einen damit abgefunden, einfach anders zu "funktionieren" als andere, und zum anderen gelernt, mit ihren Problemen umzugehen und vor allem die positiven Effekte, die mit dem Asperger-Syndrom einhergehen, auszunutzen.

Zum Einen gibt es negative Eigenschaften, die nur dann entwickelt werden können, wenn jemand über genau die sozialen Kompetenzen verfügt, die Menschen mit Asperger-Syndrom fehlen. Beispielsweise führt die Naivität, die Menschen mit Asperger-Syndrom häufig an den Tag legen, weil sie bestimmte Situationen nicht einordnen können, dazu, dass viele von Grund auf ehrliche Menschen sind und vor allem ungeachtet möglicher sozialer Nachteile ihre Meinung kundtun. Eine Person mit Asperger-Syndrom käme kaum auf die Idee, Kritik an anderen Personen nur deswegen zurückzuhalten, weil diese Person eine angesehene, einflussreiche Stellung hat. Das führt zwar gelegentlich zu Problemen, ist allerdings eine Eigenschaft, die zumindest die engeren Freunde zu schätzen lernen werden (so jedenfalls würde ich das machen).
Außerdem ist es ein Mensch mit Asperger-Syndrom durchaus gewohnt, über längere Zeit die gleiche Tätigkeit zu verrichten (was seine Lieblingsbeschäftigung angeht), und leidet daher nicht unbedingt so schnell an Ermüdung wie andere.
Hinzu kommt, dass Menschen mit Asperger-Syndrom für gewöhnlich ein Spezialgebiet aufweisen, auf dem sie durch ihr Interesse sehr großes Wissen anhäufen. Dies kann - je nach Gebiet - für die berufliche Laufbahn von großem Nutzen sein.

Das Asperger-Syndrom kann also statt als Behinderung einfach als starke Ausprägung bestimmter Charakterzüge aufgefasst werden. In einer Studie von Carol Gray und Tony Attwood, betitelt "Die Entdeckung von 'Aspie'", wird die Thematik von ebendieser Richtung aus behandelt. Zentrale These: Das Asperger-Syndrom wird nicht diagnostiziert, es wird entdeckt. Und zwar genauso, wie man Schauspiel- und Musikertalente entdeckt, wie man gute Freunde entdeckt, wie man Fachmänner entdeckt, wie man einfach die Wesenszüge, besonderen Fähigkeiten und natürlich auch Eigenarten von bestimmten Personen entdeckt. Genau das, was dadurch entdeckt wird, bezeichnen die Forscher als "Aspie".
Dieser Begriff wird definiert über Aspekte wie Loyalität, Unvoreingenommenheit, Offenheit, Vertretung eigener Theorien und Meinungen, Enthusiasmus für bestimmte Ideen, Vermeidung oberflächlicher (und damit nutzloser) Unterhaltungen, Wortgewandtheit, Detailgenauigkeit, Kreativität, gutes Gedächtnis, Beharrlichkeit, Ordnungsliebe, Verständnis und einige andere Eigenschaften, die viele Menschen ohne Asperger-Syndrom gerne hätten (bzw. die ihnen gut täten, ohne dass sie es wissen <- meine persönliche Meinung ;)).

Einige "Aspies" sehen das Asperger-Syndrom nicht als Behinderung oder auch nur als Nachteil an, sondern als eine Begabung und ein großes Potenzial. Sie wollen auch nicht unbedingt "geheilt" werden (selbst wenn das medizinisch möglich wäre), sondern sind im Großen und Ganzen zufrieden mit der Situation. Daher gibt es zum Beispiel auch den "Autistic Pride Day" und ähnliche Veranstaltungen, die anzeigen sollen, dass das "Aspie" eben nicht zwingend negativ ist.

Wie bei allen Personen mit bestimmte Eigenarten fordert natürlich auch der Umgang mit "Aspies" einige Rücksicht auf ihren Charakter. Dies schließt unter anderem ein, die Betroffenen (besonders bei Kindern wichtig) für ihre positiven Eigenschaften zu loben, und zwar vor allem für sozial angemessene Aktionen und Reaktionen, da dies dem Kind helfen kann, mit sozialen Situationen allgemein umzugehen. Außerdem sollte man die Betroffenen nicht nur auf "Aspie" reduzieren, sondern beachten, dass es auch innerhalb dieser Gruppe die gewohnten charakterlichen Unterschiede gibt. Außerdem sollte man nicht versuchen, Aspie-Kinder daran zu hindern, ihren besonderen Interessen nachzugehen, sondern stattdessen eigenes Interesse an diesen Dingen zeigen.

Die Forscher rufen dazu auf, solche Personen weniger als "peinlich" oder "unangepasst" zu kategorisieren, sondern sie als "neu", "anders" und "einzigartig" zu sehen, als einen Typus Mensch, der gebraucht wird, um bestimmte Probleme zu lösen, mit denen neurotypische (= "normale") Menschen überfordert sind. Dadurch macht man es nicht nur den "Aspies" einfacher, sondern auch sich selbst.

Das Asperger-Syndrom und die Mathematik


Kommen wir nun zu der Frage, was dieser Artikel eigentlich (von allgemeiner Bildung abgesehen) auf dem Matheplaneten zu suchen hat.

Wie bereits erwähnt, müssen Menschen mit Asperger-Syndrom vieles, was andere intuitiv erfassen, verstehen und nachahmen, über ihren Verstand erlernen und sich dessen immer bewusst sein. Meistens ist der Intellekt normal bis überdurchschnittlich ausgeprägt, prinzipiell fällt diese intellektuelle Erfassung also nicht unbedingt schwer. Außerdem zeichnet sich die Denkart von Menschen mit Asperger-Syndrom durch eine hohe Logik aus. Daher überrascht es nicht, dass die besonderen Interessengebiete von vielen Menschen mit Asperger-Syndrom im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich liegen. Dies ist insbesondere dann von Interesse, wenn neben dem Asperger-Syndrom eine Form der Hoch- oder Inselbegabung vorliegt.

Daher gibt es auch viele Naturwissenschaftler (wie auch Künstler), die es trotz oder oft gerade wegen des Asperger-Syndrom zu besonderen Leistungen gebracht haben. Richard Borcherds (Fields-Medaillenträger), Bill Gates (Microsoft-Gründer; Asperger-Syndrom vermutet), Craig Nicholls (Musiker, The Vines) und Gary Numan (ebenfalls Musiker) sind einige Beispiele. Durch die Medien etwas bekannt geworden ist Daniel Tammet, der neben dem Asperger-Syndrom auch eine Inselbegabung hat, sich bestimmte Dinge zu merken. So kann er die Zahl Pi auf 22.514 Stellen aufsagen, die Ergebnisse komplizierter Rechnung ermitteln, ohne tatsächlich gerechnet zu haben, innerhalb einer Woche eine komplett fremde Sprache erlernen und dergleichen.
Zudem vermutet man bei vielen Wissenschaftlern, die historische, richtungsweisende Entwicklungen einleiteten, eine Form des Asperger-Syndroms (oder diskutiert zumindest die Möglichkeit). Die bekanntesten und umstrittensten sind wohl Albert Einstein und Isaac Newton.

Daher ist das Asperger-Syndrom zwar ein Handicap für den Alltag, das aber bei nicht allzu starker Ausprägung, einem gewissen Maß an Intelligenz - die Chancen, ein überdurchschnittlich großes Maß abzubekommen, stehen recht gut - und der nötigen Rücksicht des näheren Umfelds nicht zu Vereinsamung, Unverständnis oder anderen tiefgehenden sozialen und vor allem seelischen Problemen führen muss. Außerdem eröffnet es bei entsprechender Förderung Möglichkeiten, die neurotypischen Menschen wohl kaum zur Verfügung stehen.

Da wir uns hier (bekanntermaßen) auf dem Matheplaneten befinden, würde ich behaupten, dass sich hier erheblich mehr Personen mit den genannten Symptomen identifizieren können. Damit ist nicht der für Mathematiker übliche und fast sprichwörtliche, meistens eher amüsante Zustand gemeint, in dem man sich gelegentlich etwas schwer tut, mit Nichtmathematikern zu reden, sich in sein Arbeitszimmer zurückzieht um irgendwelche Dinge zu berechnen oder dergleichen, sondern es sind tatsächlich diejenigen gemeint, die ernsthafte soziale Probleme haben - um die kommen Menschen mit Asperger-Syndrom nämlich wohl kaum herum. Aber vielleicht versteht der ein oder andere ja sich selbst oder andere etwas besser, wenn er sich überlegt, ob eine solche psychische Abnormalität vorliegen könnte. Das kann unter Umständen eine Hilfe dabei sein, sich ein vollständiges und zusammenhängendes Bild von sich selbst bzw. seiner Persönlichkeit zu machen.

Das soll natürlich auch nicht bedeuten, dass jeder zweite hier vermutlich das Asperger-Syndrom hat, aber ich hoffe, dass der Artikel auch für alle Unbeteiligten interessant war.

Quellen und weiterführende Links


Wikipedia-Artikel (deutsch)
Wikipedia-Artikel (englisch)
Diagnosekriterien (Tipp)
Beschreibung von Aspiana
Weitere, gute Beschreibung
Noch eine Beschreibung
Allgemeiner Test
Liste mit Ärzten und Psychotherapeuten mit Autismus-Erfahrung
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Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie [von Janik]  
Ein Überblick über das Asperger-Syndrom, seine Symptome und Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen.
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201605-05 (10x)http://google.de/url?sa=t&source=web&cd=5&rct=j&q=mathematiker probleme mit a...
2013-2014 (8x)http://search.babylon.com/?q=www.bluewin.chAspergersyndrom&affID=121845&babsr...
201609-09 (8x)http://google.kz/search?q=asperger syndrom verwechslung
201804-04 (7x)http://google.de/url?sa=t&rct=j&q=asperger syndrom symptome kinder
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"Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie" | 39 Comments
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Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Hans-Juergen am: Mo. 20. August 2007 12:22:47
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Hallo Janik,

ein hochinteressanter, informativer Artikel!

Es grüßt Dich
Hans-Jürgen.



\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Han-Xian am: Mo. 20. August 2007 12:38:48
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Hi Janik!

Schöner Artikel.
"Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing" ist ein in letzter Zeit populär gewordenes Buch zum Thema Asperger. Ich denke, wenn man durch deinen Artikel aufmerksam geworden ist, sollte man das Buch schonmal lesen.

Gruß
Sebastian\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Irrlicht am: Mo. 20. August 2007 14:15:45
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Ich arbeite im Verein "Hilfe für das autistische Kind, Regionalverband München" als Bürokraft und Betreuerin und freue mich, dass hier ein Artikel zum Thema Autismus veröffentlicht wird.

Bei Quarks&Co gibt es online einen Selbsttest, mit dem man herausfinden kann, ob und in welchem Umfang man autistische Züge hat:
www.quarks.de/dyn/28387.phtml

Man sollte nur aufpassen: Hochbegabte werden einen hohen "AQ" aufweisen, obwohl sie gar keine Autisten sind. ;) Also nicht gleich verzweifeln, wenn man bei dem Test nicht optimal abschneidet.
\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: FlorianM am: Mo. 20. August 2007 14:27:08
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Hallo,
wirklich: Ich kennen jemand, der vermutlich dieses Asperger-Syndrom hat, und dein Artikel fasst alles sehr gut zusammen.

Danke dafür!

Gruss Florian\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Martin_Infinite am: Mo. 20. August 2007 14:50:56
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@Janik: Danke für den Artikel ... scheinst mich ja gut zu kennen ;).
@Irrlicht: Was hat nur die Frage "Ich sammle gern Informationen über verschiedene Gruppen oder Kategorien" mit Autismus zu tun? 😉 Bei mir kamen jedenfalls hohe 41 Punkte heraus.

lg\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: artin am: Mo. 20. August 2007 15:15:35
\(\begingroup\)
Hallo,
ein wirklich toller Artikel - vielen Dank Janik.

Mfg
Michael\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Dave_ am: Mo. 20. August 2007 16:29:42
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hallo!
sehr schoener artikel, war interessant zu lesen.
hab durchaus ein paar meiner charakterzuege darin wiedererkennen koennen^^
bei dem test hatte ich 34 pkte :>

mfg!\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: FlorianM am: Mo. 20. August 2007 16:42:49
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Ich hatte auch 34 Punkte. :-)

Gruss Florian\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Janik am: Mo. 20. August 2007 17:07:50
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Testergebnisse dieser Art sind immer so eine Sache.

Wer beim Test sehr wenige Punkte hat, muss sich vermutlich weniger Gedanken um dieses Thema machen. Allerdings muss es nicht viel bedeuten, wenn man sehr viele Punkte im Test hat, weil es dafür auch vielfältige andere Gründe geben kann (Hochbegabung usw.). Wer also viele Punkte im Test hatte, trotzdem keine Probleme bei sozialen Kontakten usw. hat, dürfte mit Sicherheit also kein Asperger-Syndrom haben.
Viele Dinge lassen sich mit so einem einfachen Test eh nicht beschreiben, beispielsweise die Fragen, die mit "Man sagt mir öfters, dass..." anfangen, sind da gefährdet.

Ich hatte übrigens 54 Punkte.

Und Danke natürlich für die Lorbeeren :)\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Stefan72 am: Mo. 20. August 2007 17:34:28
\(\begingroup\)
Hallo!

23 Punkte. Schöner Artikel! :-)

Liebe Grüße
Stefan\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Irrlicht am: Mo. 20. August 2007 19:45:20
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@Janik
Das sagte ich doch bereits. Aber dennoch muss man auch feststellen, dass Asperger nicht gerade früh diagnostiziert werden. In unserem Verein ist es im Schnitt mit 18 Jahren. Aspies sind oft einfach unauffälliger als Frühkindliche/High-Functioning und erst spät kommt man überhaupt zur Vermutung, es könnte Autismus sein. Es ist ja bei weitem nicht so, dass man einfahc mal zum Arzt geht und der sagt: "Ja! Sie sind definitiv Autist!" Man muss schon erst selbst die Vermutung haben und dann zu einem der wenigen Spezialisten gehen, die sich damit auskennen - wenn man Sicherheit haben will.

Deshalb finde ich den Test nicht schlecht. Da kann man wenigstens ein wenig erkennen, ob man Tendenzen hat.\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: syngola am: Mo. 20. August 2007 22:29:26
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Hi,

ein wirklich schoener und vor allem informativer Artikel.

Liebgruss, Peter\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: matroid am: Mo. 20. August 2007 22:31:09
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Ganz mal was anders, aber richtig gut gemacht, und mit einer gangbaren Brücke zum Matheplaneten und seinen Mathematikern.

Bravo, Janik!\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Sub-Zero am: Mo. 20. August 2007 22:57:25
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Hey, klasse Artikel. Kann es sein, dass sich ein Fehler bzgl. der Begabung von Daniel Tammet eingeschlichen hat? Auf Wiki ist zu lesen, dass Stephen Wiltshire derjenige mit den detailgetreuen Bilden ist.
\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Hans-Juergen am: Mo. 20. August 2007 23:01:12
\(\begingroup\)
Hi,

ich habe 'mal ein wenig gegoogelt, um herauszufinden, was Hans Asperger für ein Mensch war. Den Anlaß dafür bildete zunächst die Jahreszahl 1944 seiner hier erwähnten Publikation, die mich interessierte: ein Jahr vor dem Ende des Naziregimes. Dann weiter: schrieb er in Deutschland oder, als Emigrant, im Ausland, vielleicht in England oder Amerika? Dieser Artikel gibt ausführlich darüber Auskunft, und am Ende enthält er sogar die Vermutung, daß der verdienstvolle Arzt und Forscher selbst ein "Asperger" gewesen sein könnte. (Sie bildet bereits die Überschrift des Artikels.)

Auch habe ich den Test durchgeführt und dabei zu meiner Überraschung eine so hohe Punktzahl erhalten, daß ich mich geniere, sie hier zu nennen. Durch das durch sie bewirkte, verbal formulierte Ergebnis fühle ich mich falsch beurteilt. (Dabei weiß ich, daß ein Autist sich oftmals nicht bewußt ist, ein solcher zu sein.) Den Test halte ich trotz seiner großen Anzahl von Fragen (und der Art, wie sie gestellt sind) für unvollständig. Es fehlt z. B., ob jemand von sich sagen kann, daß er gerne Verantwortung übernimmt, daß er für andere Menschen Mitleid empfindet und darüber nachdenkt, wie er helfen kann und dies dann auch wirklich und gerne tut. Es fehlt, ob der Befragte die positiven Eigenschaften anderer bemerkt und ihre Leistungen bewundert (oder darauf neidisch ist), ob er Liebe empfinden und aussenden sowie empfangen kann. Derartiges wäre m. E. mindestens so wichtig wie, ob er gerne an Geselligkeiten teilnimmt, Freude an belanglosen Gesprächen hat oder lieber ins Theater als ins Museum geht. Nicht unwichtig wäre auch, so scheint es mir, daß nach dem Alter der Testperson gefragt wird, doch möchte ich es bei dieser Bemerkung, um nicht zu weitschweifig zu werden, belassen.

Hans-Jürgen

 


   \(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: FlorianM am: Di. 21. August 2007 07:45:19
\(\begingroup\)
Hallo,
ja, Sub-Zero hat Recht. Stephen Wiltshire ist das mit den Bilder und Daniel Tammet derjenige, der mathematische Rechnungen imens schnell durchführen kann, da er das Ergebnis, so er selbst, schon vor Augen hat. :-)

Aber das schmälert niemals die Genialität des Artikels.

Gruss Florian\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Janik am: Di. 21. August 2007 08:40:02
\(\begingroup\)
Hi,

das passiert, wenn man etwas aus dem Gedächtnis hinschreibt, ohne es nachzulesen, und dafür keine Inselbegabung hat... Ich habe die Änderung mal 'rausgeschickt.\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: SamuelG am: Di. 21. August 2007 13:16:19
\(\begingroup\)
Den Artikel fand ich sehr interessant.

Ich finde es allerdings gefährlich, wenn ein Phänomen, das man Dank Vernunft eigentlich schon beobachtet hat, einen Bezeichner bekommt.
Ob man damit verantwortlich umgehen kann, lässt sich daran messen, wie stark sich die Sichtweise auf das Phänomen durch Bereitstellung eines Bezeichners verändert hat.

Fatal ist es, wenn jemand, der auf das individuelle Verhalten seiner Mitmenschen mit Unverständnis reagiert, auf Grund eines solchen Artikels meint, "verstanden" zu haben. Man kann nur verstehen was man selbst durchdacht hat. (gewiss, der Artikel kann dazu anregen. Er kann aber auch dazu verleiten, ein Denkmuster zu akzeptieren, ohne es selbst in sich abzubilden und zu prüfen)

Fazit: Der Artikel ist gut. Ich warne vor der Macht von Bezeichnern und vorgefertigten Denkmustern. Seid Verantwortungsvoll!


Gruß

Samuel\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Goldregen am: Di. 21. August 2007 23:21:50
\(\begingroup\)
Hey, toller Artikel. Habe auch das eine oder andere Symptom an mir entdeckt. 😵 Aber ich denke, selbst wenn ich das Asperger-Syndrom hätte, wäre es nicht soooo dramatisch... Man braucht schließlich Vielfalt.

@SamuelG: Ich stimme dir voll und ganz zu!

lg\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: NotInterested am: Mi. 22. August 2007 00:53:33
\(\begingroup\)
Netter Artikel.
Der Link von @Irrlicht funktioniert bei mir leider nicht. Der Link mit dem Allgemein Test schon, ist so nicht ganz korrekt, Bspw. Frage 5: Das tun Jäger auch. Oder Frage 24:Jedem das seine. Auch 25: Manche regen sich nun mal auf und andere gar nicht mehr. Also nicht ganz so ernst nehmen, steht ausserdem dort, dass es nicht gleich die Diagnose bedeutet. ;)

lg
NotInterested\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: Mi. 22. August 2007 09:35:34
\(\begingroup\)
Hi,

Meine Tochter ist "Aspie"...Dieses Wissen haben wir erst seit kurzem.
Sie kommt im Leben recht gut zurecht. Sie studiert im 7.Semester Vet.med. und lebt mit ihrem Freund in einer eigenen Wohnung.
Im Grunde sind wir froh, dass diese Diagnose erst so spät gestellt wurde. Möglicherweise wäre ihr Leben ansonsten ein bisschen "eingeschränkter" verlaufen. Sie musste viel kämpfen kommt oft mit manchen zwischenmenschnlichen Situationen nicht zurecht. Aber nun fällt es uns leichter, sie zu verstehen und acuh sie selbst ist erleichtert, nun die Ursache ihres "Andersseins" zu kennen.  😄 Das Leben mit einem "Aspie" kann unendlich bereichernd und schön sein

Karina\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Gottfried_Wilhelm am: Mi. 22. August 2007 21:39:08
\(\begingroup\)
Hallo,

Zum Thema Autismus kann ich auch das Buch " The Essential Difference: Male and Female Brains and the Truth About Autism" (Deutsch: "Vom ersten Tag an anders. Das weibliche und das männliche Gehirn") von Simon Baron-Cohen empfehlen. Ein Kapitel handelt übrigens von dem Fields Medal Gewinner Richard Borcherds.

Grüße\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Wally am: Do. 23. August 2007 09:03:03
\(\begingroup\)
Hallo, Janik,

ein klasse Artikel.

Und ein Beweis dafür, dass das hier kein Nur-Rechen-Forum ist, sondern ein richtiger Planet mit vielen unterschiedlichen Aspekten. Das macht mich ein bischen stolz, vielen Dank dafür.

25-Punkte-Wally\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: Fr. 24. August 2007 09:33:44
\(\begingroup\)
Hallo Janik,

Nach dem Lesen von Janiks Artikel habe ich mich erstmal ausführlich belesen. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Hauptmerkmale des Aspergersyndroms, trotz meiner sehr hohen Punktzahl beim Test, auf mich nicht direkt zutreffen. Wobei es eine Erklärung für einiges gewesen wäre.

Gruß
Steffen\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: Sa. 25. August 2007 23:03:24
\(\begingroup\)
Ich habe im Test 46 Punkte erreicht (Asperger diagnostiziert). Aus Persönlichkeitsgründen schreibe ich diesen Kommentar unter anonymem Account.\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: gandalf25 am: Mo. 27. August 2007 18:25:24
\(\begingroup\)
schöner artikel konnte aber bei mir jetzt nicht soviel davon wiederfinden
also ich hab 9 punkte bei dem test wobei ich das aber auch das gefühl hatte der test zielt darauf ab jegliche art von naturwissenschaftlichem interesse als autismus abzustempeln
\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: Mo. 27. August 2007 20:39:48
\(\begingroup\)
soll heißen, dass du naturwissenschaftlich nicht interessiert bist? :D\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: gandalf25 am: Mo. 27. August 2007 20:53:31
\(\begingroup\)
doch doch natürlich aber ich hab halt nicht interesse an daten oder sowas an mathematik halt schon aber da gehts halt nicht um z.B. aufsagen von nachkommastellen von pi oder so sondern halt kombinieren, zusammenhänge erkennen usw...
aber ich würd mir da keine gedanken machen was man da irgendwie hat für ne punktzahl das sagt doch garnix aus
genauso wie die ganzen iq-tests die fallen bei mir auch andauernd unterschiedlich aus ^^ die paar fragen erfassen lange nicht das gesamte
spektrum eines menschen ich denke die meisten wissen ja selber wie es um sie steht demnach kann man auch das ergebnis von so nem test als realistisch oder nicht einschätzen ;)\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: klemmi am: Di. 28. August 2007 00:12:46
\(\begingroup\)
heh,
laut Test bin ich Autist. Laut perönlicher Auffassung Physiker. Ich gehöre aber nicht zu den Typen, die die Konstanten auswendig wissen. schon bei µ muss ich das TW rausholen... Außerdem renne ich jeden Tag auf dem Fußballplatz herum. Von gestörten Kontaktverhallten würde ich sagen: keine Spur...

@Topic(Artikel)
Wirklich schöner und umfangreicher Artikel. Das Lesen hat Spaß gemacht!\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: NotInterested am: Di. 28. August 2007 00:52:50
\(\begingroup\)
Hallo @Anonymous,

Sofern du bei der Frage 4 nicht wieder woanders "aufwachst" und von dem "Dazwischen" gar nichts mitbekommen hast, bei der Frage 5 Geräusche wahrnimmst, die gar nicht da sind, bei der Frage 23 nicht fest daran glaubst und bei der nr.33 nicht nachfragst, ob du beim Telefonieren wieder "dran bist", sind die anderen Fragen nicht ausreichend, um Asperger zu diagnostizieren... Man kann sie auch falsch verstehen/interpretieren, wenn man zu schnell ist.
Ich hatte im 1.Test zuerst 11 Punkte, beim 2-ten Mal dann 6 Punkte. Ich wollte dann die richtigen Antworten wissen, deshalb das hier:

Bild

Ich finde es z.B. auch fragwürdig, dass die "richtige" Antwort bei der nr.1 anscheinend doch die 0 ist und dann bei der nr.17 die 3. Man wäre demnach also jemand, der gerne alleine etwas unternimmt, aber dennoch Spaß am Tratschen hätte, sozusagen man geht alleine in die nächste Kneipe, um zu tratschen, sehr eigenwillige Form von Nicht-Asperger, oder? ;)

lg
NotInterested\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: morri am: Do. 30. August 2007 18:35:23
\(\begingroup\)
Ein wunderbarer artikel, vielleicht der beste Deutsche artikel drüber. Ich bin gehöre allerdings zu den linguistischen aspies.\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: morri am: Do. 30. August 2007 18:37:29
\(\begingroup\)
achja, es sollte dohc bekannt sein , und wurde auch zuvor gescrieben in dem artikel das man eine diagnose nicht von einem test abhängig machen kann..\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: Di. 04. September 2007 14:15:30
\(\begingroup\)
Wenn bei einem Menschen der Instinkt abgeschwächt ist, dafür aber Intelligenz und logisches Denkvermögen überdurchschnittlich liegen, dann steht dieser Mensch noch weiter von der Tierwelt entfernt als ein "normaler" Mensch. Oder?

Die sich lausenden Affen weisen weder das Asperger-Syndrom noch eine mangelnde soziale Kompetenz auf. Oder?


 \(\endgroup\)
 

Re: Literaturhinweis (O. Sacks)
von: jacha am: Do. 06. September 2007 18:10:33
\(\begingroup\)
Eine auch für med. Laien gut lesbare Asperger-Verhaltensbeschreibung hat
der US-amerikanische Neurologe Oliver Sacks unter dem Titel "An
Anthropologist on Mars" verfaßt, die zusammen mit 6 anderen
Patientenvisitenberichten als Buch erschienen ist (1995 als "Eine
Anthropologin auf dem Mars" auf Deutsch im Rowohlt-Verlag (Reinbek) als
TB ISBN 3-499-60242-3)\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: NotInterested am: Fr. 07. September 2007 13:48:12
\(\begingroup\)
Hallo

Der Test zielt ja darauf ab auffällige Verhaltensmuster festzustellen. Bei der Frage 1.:"Ich unternehme Dinge lieber gemeinsam mit anderen statt alleine." im allgemeinen Test ist die "richtige" Antwort 0, also man stimmt dem definitiv nicht zu und man unternimmt sozusagen Dinge lieber alleine. Mit "richtig" meine ich die Antworten, die dazuführen, dass die Anzahl der Punkte weniger wird und man somit kein "Aspie" ist. Vermutlich steckt hinter dieser Frage folgender Gedankengang: "Das Verhalten eines Aspies ändert sich mit dem Erwachsenwerden und es wird versucht Freundschaften zu schließen. Im Klartext, wenn jemand lieber mit anderen Leuten etwas unternimmt, ist er schon mal suspekt bzw. ein Aspie." Das steht aber im Widerspruch zu einem anderen Verhaltensmuster, nämlich: 1."...sondern sind lieber für sich und erledigen ihre Probleme am liebsten alleine." und 2."Um diese Gefahr zu vermeiden, sind sie meistens für sich und empfinden das auch in keinster Weise als Nachteil oder Missstand."
Zu welcher Absurdität die Auswertung führen kann, zeigt sich in Kombination mit der Frage 17, deren Zweck für mich keinen Sinn ergibt.
Bei der Frage 17.:"Ich habe Spaß am Tratschen (dahinplaudern)." ist die "richtige" Antwort 3, man stimmt definitiv zu, also man hat Spaß daran. Dahinter steckt vermutlich der Gedankengang, dass "Aspies" keinen Spaß am Tratschen haben, da sie anscheinend alles lieber für sich behalten. Das steht aber im Widerspruch zu dem Verhalten, dass sie auf einfache Fragen sehr lange Antworten geben und gewissermaßen dahinplaudern.

1.Man sagt sich, so, ich unternehme heute abend etwas alleine, ich laufe alleine bis zu der nächsten Kneipe, dann setze ich mich hin und fange das Tratschen an. Das alles soll ein "ganz normaler" tun. Dann hat man aber auch nicht alleine etwas unternommen... Kann man aber natürlich anders sehen, wenn man sein Gehirn davor ausgeschaltet hat.

lg
NotInterested\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: razoor am: Mi. 19. September 2007 20:31:07
\(\begingroup\)
Zur Savant-Diskussion:
Stephen Wiltshire wird als "die lebende Kamera" bezeichnet, da er nach einem Hubschrauberflug über eine Großstadt (nahezu) alles was er gesehen hat im Kopf behält und anschließend auf eine Leinwand zeichnen kann. In allen größeren Gebäuden stimmt dabei sogar die Anzahl der Fenster.

Bei Daniel Tammet denke ich zuerst an seine Fähigkeiten beim Erlernen neuer Sprachen. Mathematik kann er wohl auch ausgezeichnet, ich weiß aber nicht genau wie gut. Bei Mathematik denke ich eher an Rüdiger Gamm.\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: So. 06. April 2008 13:36:39
\(\begingroup\)
was bedeutet es, wenn man 109 Punkte in dem Test hat? =o.  \(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_40174 am: Fr. 03. Januar 2014 16:54:06
\(\begingroup\)
durchaus einige Tendenzen, 27-28 Punkte, keine Diagnose, offen, angenehm und oft schüchtern, verstockt, kalt und unnahbar. Meine Genauigkeit ist öfters positiv aufgefallen.

Habe mich - ohne dass ich den Aspie-Begriff überhaupt kannte - durch Selbsterkenntnis, Kritik von außerhalb und den Wunsch, an mir zu arbeiten, langsam gebessert, bei einigen Fragen von 0 auf 2 geklettert.
Bei den Nachteilen der guten Züge:
Wo Genauigkeit zu Langsamkeit führt, weniger auf Details Wert legen.
Wo Perfektionismus zum Nichtstun verleitet, einen Entwurf machen.

Gerade das Alleinseinwollen und Abhängen mit alten Bekannten ist weniger heilsam, weil man nur die Verhaltensmuster von diesen übernimmt, was nachteilig ist (zumindest hab ich das so erlebt  :-|).

\(\endgroup\)
 

Re: Das Asperger-Syndrom oder Die Entdeckung des Aspie
von: Ex_Mitglied_maxbauer am: Do. 27. Oktober 2016 12:16:55
\(\begingroup\)
Die Ursache für diese Erscheinung ist weitgehend unbekannt. Aufgrund der Häufung von autistischen Merkmalen im familären Umfeld von Menschen mit Asperger-Syndrom wird aber von genetischen Ursachen ausgegangen.
Falsch
Diese Aussage ist erwiesenermassen falsch.
Sie greift zu kurz.
Ich,Netto,habe mir erlaubt, dies zu korrigieren.

Meine Prämisse:
Eltern von Asperger sind meist selbst schon Nerds und Asperger.
Oft sind auch deren Eltern bereits Asperger gewesen.

Die meisten Asperger ergreifen zudem eine eine ähnliche Berufskarriere, wie die Eltern. Der Grund ist simpel.

In diesen Berufen ist per Definition ein hohes abstraktes logisches Denken, und ein kreativer Chaosforschergeist gefragt der eine ungeheure Masse von Daten überblicken muss.

Meist wird keine Sozialkompetenz vorausgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich deshalb die jeweils sozialinkompetenten Asperger am Arbeitsplatz kennen lernen und eine Familie gründen ist deshalb überdurchschnittlich hoch.

Hinzukommt dass Frauen bei Umweltgiften in der Schwangerschaft einen erhöhten Testosteron spiegel aufweisen, da die Östrogene gedämpft werden. Dies erklärt unter anderem, dass die meisten Asperger Männlich sind, und die meisten Asperger Frauen extrem männlich denken und eigentlich genetisch bedingt Kognitig, zwischen einem normal entwickelten Mann und einem Autistischen Mann stehen. Hierdurch wirken Sie einfach eher wie Mannsweiber. Das X Chromosom schwächt aber bekanntlich Erbkrankheiten immer etwas ab, weshalb Männer eine höhere Sterblichkeit aufweisen und gravierendere Verlaufsformen.

Bisherige wissenschaftliche Begründung die meine These unterstützen:

 Das Team um Baron-Cohen von der University of Cambridge hatte in einer Studie 70 Kinder untersucht, von denen gleichzeitig Fruchtwasseranalysen aus der Schwangerschaft vorlagen. Dadurch war es den Forschern möglich, die Hormonkonzentrationen in den Föten zu bestimmen, berichtet die Newssite BBC Online.

Als die Kinder das Alter von vier Jahren erreichten, mussten ihre Eltern einen Fragebogen ausfüllen, in dem es um Verhaltensauffälligkeiten ging, die mit Autismus in Zusammenhang stehen.

"Die Kinder mit erhöhten Testosteronwerten hatten größere Probleme, sich in neue soziale Gruppen einzufügen", berichtete Baron-Cohen auf dem Jahrestreffen der British Psychological Society.

Kinder mit hohen Werten des männlichen Hormons erwiesen sich weniger neugierig als andere Probanden. Obwohl diese Kinder nicht als Autisten einzustufen seien, legten die Ergebnisse der Studie einen Zusammenhang zwischen Testosteron bei Föten und autistischen Zügen nahe, hieß es.

Um herauszufinden ob bei der Ätiologie von Asperger der Beruf der Eltern ein Risikofaktor darstellt, nahmen 174 Familien an einer kontrollierten Studie teil. Die eine Studiengruppe bestand aus 93 Kindern, die unter Asperger-Syndrom leiden, die zweite Gruppe aus Familien mit Kindern, die keine Asperger Symptomatik aufwiesen.

Die Eltern der Kinder, die unter Asperger-Syndrom litten, arbeiteten durch die Bank in Berufen, bei denen sie mit Lacken, Versiegelungen und Xylol in Kontakt kamen. Diese Lösungsmittel gelten als neurotoxisch und wirken sich auf das Nervensystem und bei Ungeborenen auf deren neurologische Entwicklung aus.

Die Wissenschaftler des National Institute for Occupational Safety and Health in West Virginia machten während ihrer Studie die Erfahrung, dass Eltern von Kinder mit Asperger- Syndrom wesentlich öfter über Kontakt zu Asphalt und Lösungsmittel berichteten, als Eltern mit völlig unauffälligen Kindern.

Es gibt eine Vielzahl von Arbeitsplätzen, an denen man Lösungsmitteln ausgesetzt ist. Sie betreffen keineswegs nur Fabrikarbeiter oder Handwerker wie bspw. Maler und Lackierer. Es gibt eine ganze Reihe von spezialisierten, akademischen Berufen, in denen hoch qualifizierte Menschen mit toxischen Lösungsmitteln in Kontakt kommen: Chemiker, Ingenieure im Flugzeugbau, Laboranten, Wissenschaftler in bestimmten Forschungsbereichen, Mediziner (Desinfektionsmittel, Krankenhauschemikalien), etc.

Da die Pilotstudie bereits wichtige Anhaltspunkte gab, dass Lösungsmittel-Expositionen am Arbeitsplatz mit Asperger-Syndrom in Zusammenhang stehen, wollen die amerikanischen Wissenschaftler eine weitere größere Forschungsstudie durchführen. Bislang deutet vieles darauf hin, dass einige Chemikalien am Arbeitsplatz bei der Ätiologie von Asperger eine wichtige und entscheidende Rolle spielen.

Ausschlaggebend ist meiner Ansicht (Netto) nach aber nur ein Zusammenspiel mit folgendem:
Die seltene Genbesonderheit auf Chromosom 15 (Mikrodeletion auf dem mütterlichen Chromosom oder uniparentale Disomie 15q11-13), die unter anderem mit psychischen und motorischen Entwicklungsverzögerungen, kognitiver Behinderung, Hyperaktivität und einer stark reduzierten Lautsprachentwicklung einhergeht, sowie häufiges, oft objektiv unbegründetes Lächeln und Lachen (unmotiviertes Lachen), zum Teil regelrechte Lachanfälle, oft bei Aufregung und Stress, kognitive Behinderung, oft Hyperaktivität,   Konzentrationsschwierigkeiten, häufig kurze Aufmerksamkeitsspanne, aber oftmals gutes Gedächtnis für Gesichter und Richtungen, gute räumliche Orientierung im Kleinkindalter oft keine Sprechversuche, kein Brabbeln, später nur sehr eingeschränkte lautsprachliche Artikulationsfähigkeit (expressive Sprache), aber gewisse Fähigkeit zum Erlernen alternativer Kommunikationsformen, z. B. die Gebärden nach dem System der Gebärden-unterstützten Kommunikation (GuK), Bildkommunikation, gute rezeptive Sprache (Sprachverständnis)überdurchschnittlich lange Dauer der oralen Phase (Erkundung der Umwelt mit dem Mund)Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen, Ataxie (meist eher steifer, ungelenker, schwankender, breitbeiniger Gang, ruckartige, abgehackte (Lauf-)Bewegungen, eines von zehn Kindern lernt nicht laufen)Verzögerung der motorischen Entwicklung (dadurch auch z. B. vergleichsweise spätes Laufenlernen)Wahrnehmungsstörungen im körperlichen Bereich oft zum Beispiel Gleichgewichtsprobleme)großer Mund mit hervorstehendem Oberkiefer
vergleichsweise kleine Zähne, die oft recht weit auseinander stehen oft übermäßige Mund- und Kaubewegungen aufgrund von ungenügender Kontrolle der Mundmuskulatur    übermäßiger Speichelfluss, Schlafstörungen durch einen Mangel an mindestens einem der Hormone und Neurotransmitter Dopamin, die den gesunden Schlaf steuern vergleichsweise kleiner Kopf (Mikrozephalie), der oft an der Hinterseite abgeflacht ist ungewöhnliches Hervorstrecken der Zunge (bei etwa 50 % der Betroffenen)   Epilepsie mit Beginn meist zwischen dem 3. und 36. Monat nach der Geburt, die Anfälle verschwinden oft im Jugendalter, etwa um das 16. Lebensjahr, wieder (Auftreten bei bis zu 90 % der Betroffenen)Besonderheiten im EEG, auch unabhängig von Epilepsie und auch im Schlaf nachweisbar Wachstumsstörungen häufig Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) in der Pubertät kleine Hände und Füße, nach außen gedrehte Füße häufig sehr schwach pigmentierte Haut, helles Haar und blaue Augen (Hypopigmentierung, zum Teil Parallelen zum Albinismus)Schielen (Strabismus) mit einer Auftretenshäufigkeit von 50 % übermäßiges Schwitzen, besondere Hitzeempfindlichkeit, Akuter Vitamin D Mangel. Der Grund liegt hierfür liegt in er Psychopathie- Genmutation  OCA2.)
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