buhs Montagsreport: Mit allem rechnen
Released by buh on Mo. 22. März 2004 00:00:52 [Statistics]
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Internet

\(\begingroup\) Mit allem rechnen
oder
Weg mit dem Internet

Berlin. Ja. Wir müssen mit allem rechnen. Wir können sogar mit allem rechnen. In den Seminaren der BWL wird es ganz neue Rechnungen geben:
„18? 20? 2, 3, 4?“ Nur passe bzw. passé wird es nicht sein. Wir tauschen fröhlich 14% gegen 24%, die wir meistbietend bei ebay versteigern werden. Vom Gewinn leisten wir uns eine schöne smogdichte Atemmaske.

Wovon redet dieser Mensch?



Seit der Mensch nicht mehr mit der Natur im Einklang lebt (das heißt spätestens seit der Industrialisierung), entnimmt er der Erde gebundenen Kohlenstoff (Diamanten, Erdöl, Kohle) und verheizt diesen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Unter anderen dafür, dass man über die Autobahn heizen kann. Oder dafür, dass man defekte Fernseher und Computer nicht mehr repariert, weil Neuanschaffung zwar materialintensiver, trotzdem aber billiger ist.
Zu alledem bedarf es der Energie, deren Herstellung mit der Emission von Kohlendioxid - wir erinnern uns schwach: Treibhausgas - einhergeht.
Selbst wenn wir mal ignorieren, dass nur 25% der Weltbevölkerung in ihrem Kühlschrank etwas zu essen finden, angezogen sind, ein festes Dach über dem Kopf und ein eigenes Bett haben, die restlichen 75% aber dieselben Ansprüche stellen könnten, und uns auf unsere eigenen Emissionen beschränken, müsste uns übel werden. Statt dessen schauen wir morgens aus dem Fenster, entdecken den Industrienebel (Smog) und beschimpfen die den Regenwald abbrennenden Indianer. Kyoto ist ein Fremdwort, und zur Krönung gibt es jetzt die neuen BWL-Lektionen:
Die (an sich schon verheerende) Tatsache, dass Deutschland die zum Überleben (nicht etwa zur Beruhigung irgend einer Regulierungsbehörde) notwendige Senkung der Kohlendioxidemission voraussichtlich nicht fristgerecht schafft, wird getoppt (getopft??) vom Wirtschaftswunderminister, der uns (im Namen der Industrie) sagt, dass es so sowieso und überhaupt gar nicht geht. Produktion verlangt Emission. Basta.
Da Deutschland also planmäßig 100% emittiert, kann es getrost die zugeteilten Emissionsmengen versteigern. „18? 20? 2, 3, 4?“ So verdoppelt sich der Gewinn: geteiltes CO2 ist doppeltes CO2. Müssen halt die anderen zusehen, wie sie den Kohlenstoff wieder aus der Atmosphäre kriegen. Und vielleicht kommt dann doch demnächst von Mutter Natur: „Passé!“

Es gibt eine Möglichkeit, dem Treibhausgas entgegen zu treten: Man muss den Kohlenstoff in lagerfähiger Form binden. Aus den Kohleflözen der Vergangenheit müssen Kohlenstofflager der Zukunft werden.
Die Bibliothek ist der natürliche Lagerort für Kohlenstoff. Jedes Buch ein Carboneum-Lager. Jede Seite ein sinnvolles Emissionszertifikat.

In logischer Konsequenz heißt das: Weg mit dem geschriebenen, gespeicherten Wort im Internet. Es lebe das Buch.

Entsetzt, doch nicht ob letzterem, lauscht den Wirtschafts- und Umweltpolitkern

buh 2k+4

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"buhs Montagsreport: Mit allem rechnen" | 1 Comment
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Handeln mit Worten oder Handeln mit Taten
von: Baumbote am: Mo. 22. März 2004 13:01:24
\(\begingroup\)So lange nur mit Worten gehandelt wird, gilt bei den meisten Kaufleuten das Prinzip, den Ideellen Gegenwert(Geld) von geistigen oder materiellen Gütern oder auch "Ungutem" (Emmissionen und Immissionnen auf unserer Erde) schön zu reden wenns der andere bekommen möchte, und schlecht zu reden wenn man es selbst haben möchte, wird sich auch mit dem Emmissionshandel kaum was verbessern.

Gruß
Baumbote\(\endgroup\)
 

 
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