buhs Montagsreport: WhiteByte und die sieben Unknown Errors
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Spiele+Rätsel

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Vor langer Zeit, als das Neustarten noch geholfen hat, entstand in einem Z 1 ein Bit, das war so digital nullig, dass es alle nur das WhiteBit nannten. WhiteBit war so symmetrisch, dass schon sein Anblick jedes Byte zur Inversion bringen konnte. Viele Sitzungen lebte WhiteBit in Z 1, und je mehr Informationen es aufnahm, desto bytiger wurde es, bis alle es WhiteByte riefen. WhiteByte konnte mit seiner Güte alle Bugs zur Vernunft bringen.

Eines Tages aber vernetzte sich der alte Z 1, dessen Betriebssystem schon recht klapprig war, neu, und zwar mit einem nagelneuen Windows-Rechner namens Müllennium mit Betaversion. Dieser aber konnte aber nur Fenster und Tore, also Windows und Gates, leiden und bekam beim Anblick von einfachen klaren Strukturen Absturz.




So war für Müllennium auch WhiteByte ein Störbit. Müllennium überhitzte die Schaltkreise von Z 1 so lange, bis dieser schließlich widerstrebend dem Bus befahl, WhiteByte an COM 3 aus dem Netzwerk zu werfen. Bus hatte jedoch Mitleid und ließ WhiteByte in den Tiefen des Speicherwaldes RAM frei. WhiteByte sprang nun traurig von Speicherplatz zu Speicherplatz, immer tiefer in den RAM hinein, bis es schließlich in einen abgeschlossenen Bereich kam. WhiteByte meinte, auf der Datendeponie gelandet zu sein, so grauenhaft sah es aus hier. Überall lagen Bits herum, Bytes und Bugs lagen kreuz und quer, keine Verzeichnisstruktur herrschte und die Dateien hatten so furchtbare Endungen wie .old, .bak, .plem und sogar .doff. Unter einer .com.fort lugte gar ein Stück „.I Thagor..“ hervor.

Da überkam WhiteByte das große Mitleid, und es begann Pfade anzulegen, Dateien zu putzen und zu benennen und die Restbits (es waren sogar ein paar Kreuzschlitzbits dabei) nach Größe und Farbe zu sortieren. Als WhiteByte damit fertig war, legte es sich in einen der sieben freigewordenen goldenen Speicherplätze und schlief dort ein.

Es war aber nicht die Datenhalde, auf der WhiteByte schlief, es war der Platz, an dem die sieben Unknown Errors lebten, wenn Z 1 und Müllennium heruntergefahren waren. Nach der nächsten Abmeldung kamen die Sieben Unknown Errors nach Hause und wunderten sich:

„Wer hat meine grünen Game-Bytes sortiert?“, fragte der erste.

„Wer hat meinen Buggy so schön gereinigt?“, fragte der zweite.

Wer hat meine Virensammlung katalogisiert?“, fragte der dritte; und so hatte jeder ein Problem und staunte einer nach dem anderen bis zum siebenten Error, der an seinen goldenen Speicherplatz trat und ausrief: „Ja, und wer speichert sich denn gerade in meinem goldenen Log???“

Da erwachte WhiteByte und erschrak. Die Sieben Unknown Errors aber beruhigten es und sprachen: „ Wenn du hier bleiben willst und alle Tage unsere Bits und Dateien sortieren willst, so sei uns willkommen.“ Man muss wissen, dass die Sieben Unknown Errors ein schweres Tagwerk hatten. Jeden Tag zogen sie beim ersten Start hinaus ins Netzwerk, sammelten korrumpierte Dateien, Viren, alle möglichen Bitreste und sogar manchmal halbe .sys und .ini . Aus dem, was sie fanden, bastelten sie neue Betriebssysteme, Grafiktools, Office und Debugger, die sie auf langen, gefahrvollen Fahrten durchs Internet bis zu www.msn.com schleppten und dort an Billfried Thore verscheuerten. Damit hatten sie ihr Ein- und Auskommen, und seit WhiteByte ihnen half, konnten sie viel schneller basteln und verkaufen.

Sehr bald bemerkte auch Müllennium, dass die Betriebssysteme einander immer schneller ablösten und fragte den XPerten Webcam, woran das läge. Webcam meinte dazu:

„DU hast zwar Ordnung bei dir,
aber bei WhiteByte hinter den sieben Schaltkreisen,
von wo aus die Sieben Unknown Errors verreisen
und Billfried Thore beim Handel bescheidenen
Vorteil gewähren, ist noch 210-mal mehr Ordnung als hier.“


Voller Wut stieß Müllennium Webcam von der Konsole, aber das genügte ihr nicht. Sie rief VirusScan und ScanDisk auf, WhiteByte in allen Netzwerkwinkeln zu jagen, zu finden und zu löschen; dann stürzte Müllennium ab. So blieben natürlich auch ScanDisk und VirusScan im Netz stecken und wurden leichte Beute der Sieben Unknown Errors.

So lebt, wenn Sie (ja, hallo! Sie dort!) Glück haben, WhiteByte heute noch auf Ihrem Computer und hält auch dort Ordnung. Allerdings ist WhiteByte jetzt allein. Die Sieben Unknown Errors fingen ScanDisk und VirusScan und den Absturz von Müllennium ein und schickten diese mit allen auffindbaren Bugs und dem noch immer vorhandenen „-I Thagor..“ durch den Mixer. Dabei wurden durch einen unglücklichen Zufall sechs der Sieben Unknown Errors mit untergemischt. Das dabei entstandene Produkt verkauft bis heute der siebte. Er heißt Steve Ballmer.

Einen schönen heiligen Abend
wünscht buh
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"buhs Montagsreport: WhiteByte und die sieben Unknown Errors" | 1 Comment
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Re: WhiteByte und die sieben Unknown Errors
von: thureduehrsen am: Sa. 09. Juni 2012 11:16:05
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