Mathematik: Phantasialand adé
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Bildung

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Phantasialand adé

Nie wieder Pyramiden in Raumecke*


BerlinBrandenburg. Es ist vollbracht. Mathe-Abitur. Nur 300 Minuten, davon 75 hilfsmittelfreie, und schon war die Mathe-LK-Prüfung wieder vorbei.
Und während früher so erhellende Titel wie „Handy am Steuer“, „Haus am Hang“ oder „Hosentasche“ ein (müdes) Lächeln ins Gesicht der Prüflinge zauberten, hat die revolutionäre Aufgabenerfindergarde wohl keine Kraft mehr: Im hilfsmittelfreien Teil 1 heißen die Aufgaben



schlicht Analysis, Analytische Geometrie und Stochastik, deren es dafür immer zwei gibt. Hoffentlich haben alle BB-Leistungskursler gecheckt, dass das keine Wahlaufgaben wie beim schriftlichen Mit-Hilfsmittel-Rest (Teil 2) waren; immerhin verlöre man so 15 der 120 Bewertungseinheiten, wie die Punkte heute heißen, um sie von DEN Punkten zu unterscheiden, die die Grundlage des Abischnitts sind.
„Fischlogo“, „Ausflugsschiff“ und „Tunnel“ sind als Aufgabentitel jetzt zwar nicht die Brüller, aber wie konnte es geschehen, dass man Aufgaben mit „Funktionenschar“ oder „Würfel“** charakterisiert??
Dafür ist es den Verfassern erstmalig gelungen, zwei Drittel aller Aufgaben des LK (also alle außer Anal. Geom.) über jeweils zwei A4-Seiten zu verformulieren; die Degeneration der Mathematikprüfung zu einer Form des Deutsch-Tests schreitet damit erheblich voran. Da fällt es auch nicht mehr auf, dass das „Fischlogo“ erstmalig in Teilaufgabe f) unter Verwendung einer Funktion p, die in a) bis e) keine Rolle spielte, thematisiert wird. Die verwirrende Verwendung der Bezeichner (Graph von f ist G, der von h heißt K) sowie Rückbezüge in Aufgabenteilen am Ende auf Funktionen von Teilaufgabe a) verstärken den Eindruck, dass hier Aufmerksamkeit, Deutschkenntnisse und Such-und-Wiederfind-Fähigkeiten anstelle mathematischer Kenntnisse abgeprüft werden sollten.
Im Übrigen erhält man potentiell hübsche Überraschungen, wenn man (wie in Aufgabe 3.1) beim Schnitttest zwischen Auto- und Bahntunnel die Querschnitte „vernachlässigen“ darf.


In der Hoffnung, dass trotzdem alle LKies in BerBrand von ihren Lehrern gut vorbereitet wurden, verbleibt


buh2k+19

*: siehe HIER
**: Den Würfel allerdings in der analytischen Geometrie, nicht etwa stochastisch; dort hatten wir „Biathlon“.


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"Mathematik: Phantasialand adé " | 4 Comments
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Re: Phantasialand adé
von: Dixon am: Di. 07. Mai 2019 00:03:51
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Höchstens Vereherter buh2k+19,

werden dero Aufgaben irgendwo für Normalsterbliche einsehbar seyn oder behält die SenWissSchuBlaQuSonst die aus Peynlichkeith für sich?

Grüße
Dixon\(\endgroup\)
 

Re: Phantasialand adé
von: buh am: Di. 07. Mai 2019 14:02:23
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Aller Wertester Dixon,

dieserhalben geruhte ich vor Urzeiten zu bemerken, dass man derlei beim Mathelehrer seines Vertrauens einsehen könne.
Allerdings werden die digitalen Fassungen seit Neuestem codiert und nur den Leitungen zur Verfügung gestellt, sodass man eine Papyrusfassung sowie eine DSGVO-Gestattung vorweisen muss, um Einsicht zu nehmen.
Da mir nach wie vor ein Wohlverhalten den mich Alimentierenden gegenüber anempfohlen ist, kann ich nichts ohne deren dezidiertes Einverständnis der Öffenlichkeit andienen.

Gruß von buh2k+19\(\endgroup\)
 

Re: Phantasialand adé
von: Vercassivelaunos am: Di. 14. Mai 2019 00:30:39
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Etwas verspätet, aber was solls:

"die Degeneration der Mathematikprüfung zu einer Form des Deutsch-Tests schreitet damit erheblich voran."

Ich habe die genannten Aufgaben nicht selbst gesehen, also vielleicht trifft das folgende gar nicht zu. Trotzdem:
Man kann Mathematik zum Selbstzweck studieren. Das kann ich auch nachvollziehen, denn die reine Mathematik ist immernoch sehr spannend. Aber der grundsätzliche Zweck der Mathematik ist es, das Lösen von Problemen zu formalisieren. Dazu gehört es nunmal auch, ein Problem des Alltags (oder der Berufswelt oder auch der Forschung in anderen Fächern) in die Sprache der Mathematik zu übersetzen. Das Abi ist nicht nur eine Zulassung zum Studium der reinen Mathematik, sondern auch eine Zulassung zum Studium aller Fächer, welche die Mathematik nur als Werkzeug zum Lösen ihrer Probleme verwendet. Die Fähigkeit, auf deutsch gestellte Probleme zu analysieren und die wesentlichen Aspekte ins mathematische zu übersetzen, sollte deshalb unbedingt mit abgeprüft werden.

Grüße, Vercassivelaunos\(\endgroup\)
 

Re: Phantasialand adé
von: buh am: Sa. 18. Mai 2019 23:39:47
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Dazu gehört es nunmal auch, ein Problem des Alltags (oder der Berufswelt oder auch der Forschung in anderen Fächern) in die Sprache der Mathematik zu übersetzen. Das Abi ist nicht nur eine Zulassung zum Studium der reinen Mathematik, sondern auch eine Zulassung zum Studium aller Fächer, welche die Mathematik nur als Werkzeug zum Lösen ihrer Probleme verwendet. Die Fähigkeit, auf deutsch gestellte Probleme zu analysieren und die wesentlichen Aspekte ins mathematische zu übersetzen, sollte deshalb unbedingt mit abgeprüft werden.

Grüße, Vercassivelaunos


Hi Vercassivelaunos,

"aines Adlers arg aufmerksames Auge arfasst aine Amsel" [Stabreimlink] mit den Folgetexten ist doch wohl kaum die Praxis, in der man "auf deutsch gestellte Probleme zu analysieren und die wesentlichen Aspekte ins mathematische zu übersetzen" als "Problem des Alltags (oder der Berufswelt oder auch der Forschung in anderen Fächern)" bezeichnen kann; das ist kontextiver Schwachsinn und hat mit der von dir (und mir) gewünschten Fähigkeit nichts zu tun.

Gruß von buh2k+19

P. S. Und denk' nicht, es sei inzwischen besser geworden. Man schreibt heute nur noch in der Aufgabe in den zweiten Satz:" ...kann durch.... modelliert werden..."buh\(\endgroup\)
 

 
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