Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
Released by matroid on So. 21. Juli 2019 12:07:47 [Statistics]
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Bildung

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Liebe Matroids Matheplanet Community,

Ich heiße Nathalie Lindt und bin eine angehende Grundschullehrerin. Derzeit schreibe ich meine Masterarbeit im Bereich "Deutsch als Zweitsprache" zu dem Thema "Einstellung und Haltung von MathematiklehrerInnen zum sprachsensiblen Fachunterricht" an der Universität zu Köln.

Warum sollte sprachliche Bildung auch in Ihrem Interesse sein? Und weshalb habe ich mir dieses Thema für meine Masterarbeit ausgesucht?


Seit 2009 hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung sprachliche Bildung als Querschnittsaufgabe für alle Fächer verpflichtet. Nach 10 Jahren ist die Bereitschaft sprachliche Bildung im Alltag umzusetzen noch nicht sehr gestiegen. Ich möchte mit meiner schulübergreifenden Umfrage herausfinden, welche Einstellungen MathematiklehrerInnen zum sprachsensiblen Unterricht haben und welche Einflussfaktoren dafür verantwortlich sind, warum sprachsensibler Fachunterricht nicht im Alltag realisiert wird.

Sprachliche Bildung ist nicht nur ein Thema für zugewanderte SchülerInnen oder SchülerInnen mit einem Migrationshintergrund. Nein - auch SchülerInnen aus bildungsfernen Familien sind besonders auf die Vermittlung von Bildungssprache angewiesen. Denn, wie wir alle wissen, bildet die Beherrschung der deutschen Sprache mit ihren Teilkompetenzen, z.B. Lesen, eine Schlüsselkompetenz für den Bildungserfolg der SchülerInnen. Ich möchte mit meiner Masterarbeit dazu beitragen, ein bisschen besser zu verstehen, warum die anderen Fächer sich Ihrer Aufgabe entziehen und welche Herausforderungen Ihnen bei der Umsetzung begegnen.

Gerade in Mathematik ist die Fachsprache wie eine eigene Sprache, die man erst erlernen muss. Viele Wörter, wie z.B. Wurzel, Bruch oder Baumdiagramm, sind in unserer Alltagssprache mit anderen Bedeutungen belegt. Deswegen ist es in Mathe um so wichtiger, die Bildungs- und Fachsprache nicht nur nebenbei einzuführen, sondern die Sprache über fachliche Inhalte in das Zentrum des Unterrichtes zu rücken.

Um möglichst repräsentative Ergebnisse zu erzielen, muss ich meine Studie möglichst breit streuen. Leider konnte mir mein Dozent keinen Verteiler zur Verfügung stellen, und so muss ich selbst sehen, wie ich meine Studie in den Umlauf bekomme.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich bei meinem Vorhaben unterstützen würden und dieses Thema bei Ihnen auf Interesse trifft.

Die Studie ist für Mathematiklehrer und Mathematiklehrerinnen aller Schulformen konzipiert und für alle Bundesländer geöffnet. Sie ist anonym, in nur 7-10 Minuten auszufüllen und online bis September öffentlich verfügbar.

Unter diesen Link können Sie die Studie aufrufen:
www.soscisurvey.de/HaltungsprachsensiblerUnterricht/

Ich danke Ihnen schonmal im Voraus für Ihre Mühe. Meine Studie ist eine Möglichkeit, dass Mathematiklehrer und Mathematiklehrerinnen Ihre Meinung zu dem Thema frei äußern können und Herausforderungen, Probleme, sowie Voraussetzungen für die Umsetzung ansprechen können.

Mit freundlichen Grüßen
Nathalie Lindt
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"Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern" | 18 Comments
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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: xiao_shi_tou_ am: So. 21. Juli 2019 12:47:12
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Hallo Liebe Nathalie Lindt,
ich werde die Umfrage an alle Mathematiklehrer weiterleiten die ich kenne.
Meiner Meinung nach gibt es genau eine und nur eine Aufgabe die Mathematiklehrer im Bezug auf Sprache ernst nehmen sollten, und das ist die folgende:
Die Aufgabe des Mathematikunterrichts im Bezug auf Sprache ist es jedes Wort, vor allem Fachbegriffe, klar zu definieren.
Definitionen haben seit Euklid eine enorme Bedeutung für die Mathematik. Ohne Definitionen kann es keine Mathematik geben. Es geht nicht darum, dass ein Begriff welcher in der Mathematik definiert wird eine andere Bedeutung hat als in der Alltagssprache. Das ist nicht der springende Punkt.
Es geht darum, dass jeder Begriff genau eine und nur eine klare Bedeutung hat, nicht mehr und nicht weniger.
Was in der Alltagssprache üblich ist, nämlich dass Begriffe nicht klar sondern nur ungefähr definiert sind und sogar mehrere verschiedene Bedeutungen habe dürfen ist in der Mathematik nicht erlaubt. Die Fähigkeit präzise zu denken und Dinge wortwörtlich zu nehmen, also genau so wie sie definiert wurden, hat in erster Linie nichts mit der Muttersprache zu tun. Es gibt viele Schüler die Deutsch als Muttersprache sprechen und nicht in der Lage sind einen Begriff klar zu definieren oder eine Definition genau so anzuwenden wie sie definiert wurde. Es ist vielmehr eine Frage des Denkens selbst. Es gibt auch einige nicht-Muttersprachler die sehr wohl in der Lage sind sich präzise (und nicht mehrdeutig) auszudrücken.
Dieses präzise und lückenlose Denken ist nur durch einen präzisen Umgang mit der Sprache möglich. Und genau hierrin sehe ich die Aufgabe des Mathematikunterrichts im Bezug auf Sprache.
Leider wird diese Aufgabe seit dem Verschwinden von Definitionen in Schulbüchern demonstrativ nicht wahrgenommen(, was ich persönlich nicht nachvollziehen kann).

Klar von dieser Aufgabe abgrenzen würde ich das Erlernen der Deutschen Sprache. Das soll und kann nicht die Aufgabe von Mathematiklehrern sein. Natürlich ist es unmöglich Mathematik zu vermitteln, wenn die Schüler nicht einmal richtig Deutsch können, aber diese Aufgabe kann man Mathematiklehrern nicht zumuten, denn sie haben schon viel zu viele Aufgaben zu erfüllen, zum Beispiel alleine die Schüler zu disziplinieren ruhig zu sitzen ist an vielen Schulen schon eine Mammutaufgabe!

Die erstgenannte Aufgabe ist meines Erachtens nach sogar noch viel wichtiger als die konkreten Inhalte welche im Mathematik Unterricht vermittelt werden, denn was zum Beispiel die Substitutionsregel für Integrale bedeutet haben die Schüler sowieso schnell wieder vergessen, aber die Fähigkeit sich unzweideutig und präzise auszudrücken und zu denken ist eine Fähigkeit von der man sein ganzes Leben lang profitieren kann.

Zum Abschluss möchte ich noch dazu auffordern, dass diese Aufgabe auch eine Aufgabe des Deutschunterrichts ist. Es sollte nicht erlaubt sein in Aufsätzen irgendwelche Wörter zu benutzen nur weil sie sich gut anhören. Die Bedeutung jedes Wortes sollte möglichst klar definiert sein. Ähnliche Wörter sollten möglichst klar voneinander abgegrenzt werden und es sollte immer darüber nachgedacht werden welches Wort am besten in den Satz passt. Diese Fähigkeit haben leider nur die wenigsten Schüler insbesondere die Deutschen Muttersprachler! Ein Aufsatz in dem die Wörter nur irgendwie gewählt werden weil sie ungefähr das bedeuten was man ausdrücken möchte kann niemals das Qualitätsniveau eines Aufsatzes erreichen bei dem sich der Autor genau überlegt hat welche Wörter er verwendet und warum.


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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Diophant am: So. 21. Juli 2019 13:01:53
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Hallo Frau Lindt,

ich finde das ein sehr gutes und wichtiges Anliegen. Und ich kann Ihnen aus ca. 20 Jahren Erfahrung mit Mathematiknachhilfe berichten, dass ich dieses Ziel von Anfang an auch stets verfolgt habe und über reichlich Feedback von den betreffenden Mathelehrern verfüge, wonach sich bei meinen Schülerinnen und Schülern

- die Bereitschaft zur mündlichen Beteiligung
- die mündlich Note
- die Motivation insgesamt

relativ schnell und merkbar verbessert haben, was dann etwas zeitversetzt auch oft in einer Verbesserung der Gesamtnote gemündet hat.

Sprachkompetenz schafft nämlich auch Selbstbewusstsein!

Mit freundlichen Grüßen, J. Dessecker aka Diophant\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: xiao_shi_tou_ am: So. 21. Juli 2019 23:24:58
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Ich wollte noch hinzufügen, dass ich selbst kein Mathematiklehrer bin, sondern nur ein Student.
Ich werde aber wie gesagt den Link an die Mathelehrer weiterleiten die ich kenne.\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Gerhardus am: Mo. 22. Juli 2019 10:34:05
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Hallo Nathalie,
Sprachsensibilität ist offenbar ein relativ junger Zweig der Pädagogik, der erst vermuten lässt, dass gender- oder identitäts-spezifische Merkmale zu beachten sind. Aber darum geht es anscheinend eher weniger, sondern um den Gebrauch der Sprache. Meines Erachtens wird die Sprache überbetont. Wir lernen Vieles sehr gut mit der Sprache. Schwimmen, Musizieren etc. lernen wir aber nicht allein durchs Sprechen, sondern durch eigenes Probieren und Üben. Dazu ist die Sprache sehr hilfreich.
Mathematik lehrt formale Regeln, deren Objekte bestimmte Eigenschaften haben, die sich sprachlich oft definieren lassen. Aber sprachliche Fähigkeiten allein reichen nicht aus, um die Regeln zu beherrschen.
Ich stimme Ihnen zu, dass im Matheunterricht Begriffe, die im Alltag andere Bedeutungen haben, zur Unterscheidung besprochen werden. Die Beschränkung auf die formale Definition reicht nicht aus. Diese Unterscheidung ist nützlich, steht aber nicht im Zentrum des Unterrichtes.
Fazit: Die Theorie der Sprachsensibilität ist nichts Neues, macht aber den Fehler, dass sie die Rolle der Sprache überzieht.  
Gruß,
Gerhardus
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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Slash am: Mo. 22. Juli 2019 12:07:31
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Hi Nathalie,

ich würde mich mit deinem Anliegen direkt an die Schulen wenden, also eine entsprechende Mail ans Rektorat/Sekretariat. So kannst du sicher sein, dass auch "wirliche" Mathelehrer (m/w) an der Umfrage teilnehmen. Und mit einer Mail pro Schule wirst du bestimmt je 3-6 Teilnehmer erreichen.

Gruß, Slash\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Hans-Juergen am: Mo. 22. Juli 2019 14:03:11
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Hi,

sensibel bin ich auch in Bezug auf akkurate bzw. nachlässige Zeichensetzung. Fehlen Kommas, behindert das den Lesefluss und das Verständnis. So ging es mir auch an einigen Stellen in diesem thread. Bei ihnen musste ich ein Stück zurückgehen und sie zweimal lesen.

Gruß
Hans-Jürgen

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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Bai am: Mo. 22. Juli 2019 21:02:16
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Hallo zusammen,

ich möchte noch ganz kurz in den Raum werfen, dass man solche Umfragen recht einfach unter die Leute bringen kann: Wende Dich direkt an lokale Schulen. Insbesondere diejenigen sollten Bereitschaft zeigen, an denen Du bereits für deine jeweiligen Praktika warst. Außerdem kannst du über die Fachschaft auch sicherlich alle Lehramtsstudenten erreichen. Ich erhalte bestimmt einmal wöchentlich von meiner Universität solche Bitten per Rundmail. Hier auf dem Matheplaneten wirst du vermutlich nicht viel mehr als 15 Teilnehmer erhalten.

Grüße\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Gerhardus am: Di. 23. Juli 2019 12:52:30
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Hallo Nathalie,
da die meisten Lehrer nicht wissen, wie sich "sprachsensibler Fachunterricht" von dem normal gesprochenen Unterricht unterscheidet, müsstest du diesen Unterschied zuerst sprachsensibel erklären.
Sonst klicken sich die Leute neugierig und willkürlich durch deinen Fragebogen durch, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dann sind die Ergebnisse allerdings nur Schrott.
Außer dir kenne ich niemanden, der sich mit diesem Thema beschäftigt. Aber skeptisch und neugierig bin ich schon, ob und wie das den Unterricht verbessern soll.

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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Kitaktus am: Di. 23. Juli 2019 16:39:09
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xiao_shi_tou_ betont die Wichtigkeit von klaren, eindeutigen Definitionen. Meiner Meinung nach ist das aber nicht die einzige Aufgabe, die Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer in sprachlicher Hinsicht haben.
Ich stelle oft bei Schülern, Studenten und ganz allgemein Defizite bei der Formulierung von Argumenten / Argumentationsketten fest -- völlig unabhängig von den sonstigen sprachlichen Fähigkeiten.
In vielen Schüler-"Beweisen" oder -"Begründungen" sind zwar alle Bausteine vorhanden, aber den Schülern gelingt es nicht, sie logisch nachvollziehbar miteinander zu verbinden. Zum Teil ist nicht mal erkennbar, ob eine Aussage (nach Meinung des Verfassers) bereits bewiesen wurde, oder noch zu beweisen ist.
Argumente drehen sich im Kreis, die Behauptung wird mehrfach umformuliert, bis sich irgendein (scheinbarer) Bezug zu Voraussetzung auftut und "damit" ist dann die Behauptung bewiesen.

Argumentieren ist keine Fähigkeit, die allein im Mathematikunterricht benötigt wird / geübt werden kann.
Aber der Mathematikunterricht bietet die Möglichkeit zum faktenbezogenen Argumentieren, losgelöst von persönlichen Meinungen.
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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Vercassivelaunos am: Di. 23. Juli 2019 17:53:22
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Hallo Nathalie,

ich bin selbst noch kein Mathelehrer, werde aber planmäßig im Januar mein Referendariat beginnen. Ist die Umfrage dann auch an mich gerichtet, oder wirklich nur an Lehrer, die mit ihrer Ausbildung schon fertig sind?

Viele Grüße,
Vercassivelaunos\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: stpolster am: Mi. 24. Juli 2019 21:45:26
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Hallo,
ich habe die Online-Studie ausgefüllt.
Wie bei (fast) allen solchen Umfragen gibt es auch hier wieder ein entscheidendes Problem: es gibt keine Möglichkeit das Thema der Studie in Frage zu stellen. Es wird vorausgesetzt, dass man das alles gut findet.
In der Einführung steht:

"Ich möchte mit dieser schulübergreifenden Umfrage herausfinden, welche Einflussfaktoren dafür verantwortlich sind, dass sprachsensibler Fachunterricht noch nicht im Alltag realisiert wird und welche Herausforderungen Ihnen bei der Umsetzung begegnen."

Und dann fehlt die wichtigste Frage:
"Sind sie der Meinung, dass sprachsensibler Fachunterricht in ihrem Fach sinnvoll und machbar ist, unter Berücksichtigung der Tausend anderen Aufgaben die sie sonst noch so haben?"
(oder so ähnlich) mit der Antwortmöglichkeit  ja/nein.

aber auch:

"Sind sie der Meinung, dass das Kultusministerium wieder einmal Aufgaben auf die Lehrer abwälzt, um sich die teure Extra-Sprachausbildung für Schüler aus bildungsfernen Schichten und für Schüler mit geringen Deutschkenntnissen zu sparen?"  ja/nein

Ich sage jetzt nicht, wie ich beide Fragen beantworte, ist aber wohl offensichtlich.
Sorry, einer muss ja wohl meckern, also mache ich es.

LG Steffen\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: buh am: Mi. 24. Juli 2019 22:42:22
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@stpolster:

Du bist nicht allein.
Aber es muss nicht alles hierher.
(Mehr zum Thema später, wenn meine Gedanken ausgereift sind.)

Gruß von buh2k+19\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: bluemchen94 am: Fr. 26. Juli 2019 13:14:26
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Hallo liebe Mitglieder,

ich bin sehr froh und dankbar, dass ihr meinen Beitrag kommentiert und eure Meinung dazu äußert :) Das gibt mit teilweise neue Impulse und ich hatte bisher zeitlich bedingt nicht die Möglichkeit darauf einzugehen, dass möchte ich hier nun tun.

@xiao_shi_tou_
Danke schön für den langen Beitrag! Das was du ausgeführt hast,dass Begriffe klar definiert sein müssen, um voneinander abgegrenzt zu werden ist die Lösung für die unterschiedlichen Bedeutungen von Alltagswörtern (wie von mir in dem Beitrag angesprochen). Da gebe ich dir auf jedenfall recht, dass hatte ich nur nicht so ausgeführt. Deine  Abgrenzung zu dem Erlenen der Deutschen Sprache stimme ich auch zu. Sprachsensibler Fachunterricht soll die Schüler unterstützen bei sprachlichen Situationen die regelmäßig im Unterricht vorkommen z.B. eine Darstellungsform (Tabelle, Formel, Graf, Diagramm) in Worte fassen und beschreiben, einen Sachverhalt präsentieren und strukturiert vortragen, Hypothesen bilden Ideen äu0er und Sachverhalte erklären etc. Für all diese "Standardsituationen" finden in und mit der Sprache statt. Deswegen stimme ich dir zu, dass Definitionen mega wichtig sind ,damit klar ist worüber man spricht. Trotzdem ist das nicht ausreichend und gerade wie man die Fachwörter in einen Kontext setzt, welche Sprachstrukturen man verwendet etc, das gehört auch noch alles dazu und muss von der Lehrkraft angeleitet werden.
Deine Impuls am Ende, bezüglich des Deutschunterrichts finde ich sehr spannend und muss das mal weiter durchdenken. Im Deutschen gibt eine Vielfalt an Wörtern die das Gleiche (mit unterschiedlichen Schwerpunkten) aussagen. Gerade im Schriftlichen wird die Vielfalt an Wörtern genutzt, damit es möglichst abwechselungsreich klingt. Das stelle ich mir deswegen nicht so einfach vor in der Umsetzung, da unterschiedliche Ziele zum tragen kommen. In der Mathematik geht es um eine klare, präzise, ökonomische und eindeutige Ausdrucksweise. Im Deutschunterricht ist genau das nicht ausschlaggebend und gefragt.
Vielen Dank, dass du meine Studie an deine bekannten Mathematiklehrer weiterleitest. Das hilft mir sehr!

@ J.Dessecker aka Diophant
Danke schön, dass Sie mich bei meinem Anliegen unterstützen. Ich freue mich zu hören, dass Sie in Ihrer Berufserfahrung auf so positive Erfolge und Rückmeldungen zurück blicken können. Ihren Punkt, dass Sprachkompetenz das Selbstbewusstsein stärkt, kann ich durch meine Praxiserfahrung und persönlicher Erfahrungen nur bestätigen. Wenn man in einem anderen Land ist und sich nicht sicher ausdrücken kann bzw. Fehler macht, fühlt man sich viel kleiner als man eigentlich ist.

@Gerhadus
Lieber Gerhadus, ich kann verstehen, dass mein "gendern" Ihnen merkwürdig vorkommt und vielleicht auch übertrieben. An der Universität gehört das mittlerweile fast zum guten Ton und es werden bei manchen Dozenten, die da sehr sensibel reagieren, Abschluss-, Haus-. und Masterarbeiten nicht angenommen bzw. bewertet, wenn nicht die gender-bzw.indentitässpezifischen Merkmale berücksichtigt wurden. Das mag man gut oder schlecht finden, das steht hier aber wie Sie selbst erkannt haben nicht zu Diskussion. Ich habe es mir mittlerweile einfach angewöhnt, weil ich es auch sehr Mühselig finde immer "Schüler und Schülerinnen" zu schreiben.
Das Thema sprachliche Bildung, also die Bedeutsamkeit von Sprache in allen Fächern für alle Kinder gleichermaßen, ist wirklich kein neues Thema. Die Wissenschaft wiederholt Forderungen an die Aus- und Fortbildung seit Jahrzehnten, auch die Politik stellt schon Forderungen an einen entsprechenden Qualifikationsbedarf seit den 1970ern. Seit 2011 wurde dies in alle Schullehrpläne integriert und seit 2011 ist sprachliche Bidlung soqohl in der Ausbildung verankert als auch in der Umsetzung im Lehrplan verpflichtend.
Auch die schulische Seite erkennt die Qualifikationsnotwendigkeiten und disktutiert nicht mehr ob, sondern in welchem Umfang und an welcher Stelle entsprechende Kompetenzen vermittelt werden müssen. Eigentlich geht man davon aus, dass niemand mehr anzweifeln wird, dass sprachliche Bildung udn Sprachförderung zum Aufgabenprofil jeder Lehrkraft gehören.
Ich weiß nicht warum Sie denken, dass Die Rolle der Sprache überzogen und überbetont wird. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir eine Nachricht schreiben würden und ihre Argumente offen legen, denn genau das ist meine Intention warum ich diese Studie durchführe.

Ein paar Argumente meinerseits:
- Unterricht findet auf sprachlicher Ebene statt. Egal, welche Unterrichtform gewählt wird, egal, ob ein Schüler Beobachtungen beschreibt, Fragen stellt, Ergebnisse protokolliert – immer dient Sprache als Medium.
- Sprache ist ein Lerngegenstand, da haben wir offensichtlich die fachsprachlichen Mittel z.B. Fachbegriffe, die die Schüler erlernen müssen,um damit ihre eigenen Ideen präzise darstellen können, sich mit anderen fachlich auszutauschen und erst durch diese Sprache zur Verständigung und Kooperation mit Anderen befähigt werden.
- Sprache ist Lerngegenstand in den Lehrplänen: Schüler müssen mathematisch argumentieren können, mit symbolischen, formalen und technischen Elementen der Mathematik umgehen und diese in die natürliche (Umgangssprache) übersetzen können. etc.
- Sprache ist eine Lernvoraussetzung, da wie oben angesprochen alles mit und in der Sprache statt findet. Dies ist besonders problematisch für SchülerInnen die Sprache nicht in ausreichender Weise beherrschen. Dies gilt für Kinder mit Migrationshintergrund, neu zugewanderte Kinder, aber genauso für Kinder aus bildungsfernen Familien. Die "Sprache" die in der Schule vermittelt wird, nennt sich Bildungssprache und die Beherrschung bildungssprachlicher Kompetenzen stellt den Schlüssel zum Bildungserfolg dar.
- Zusätzlich ist das Lernen im Fach untrennbar verknüpft mit dem Erlenen seiner Fachsprache.Es konnte in unzähligen internationalen und nationalen Schulleistungsstudien ein enger statistischer Zusammenhang zwischen der Sprachkompetenz der SchülerInnen und den mathematischen Kompetenzen nachgewiesen werden.


@Slash & @ Bai
Vielen Dank für eurenn Tipp, dass habe ich natürlich auch schon alles gemacht. Ich hatte nur gehofft, dass sich hier auf der Plattform auch "wirkliche" Mathelehrer befinden :)

@ Hans Jürgen
Entschuldige Bitte! Meine Zeichensetzung, im Bezug Kommasetzung, hat noch Optimierungsbedarf.

@Gerhardus
In meiner Studie habe ich ganz bewusst nicht vorab erklärt, was sprachsensibler Unterricht bedeutet, da ich ja die Haltung dazu erforschen möchte. In dem Fragebogen gibt es ein Freitextfeld, wo die Probanden kurz definieren sollen, was sie darunter verstehen. Darüber und andere Items, sowie über den Block "Haltung zum sprachsensiblen Unterricht" lässt sich für mich sehr leicht fesstellen, wer weiß wovon er redet oder ob jemand nur neugierig war.
Abgesehen davon richtig sich die Umfrage an Mathematiklehrkräfte, die sollten in Ihrer Ausbildung schon davon gehört haben, - andere "neugierige Leute" sollten diesen Bogen nicht ausfüllen, da Sie die Vorraussetzungen nicht erfüllen :)
Ich habe dir oben einen langen Text zur Begründung geschrieben, falls ich dir Literatur zukommen lassen soll, sag einfach Bescheid. :)

@Vercassivelaunos
Die Umfrage richtet sich eigentlich an ausgebildete fertige LehrerInnen. Ich frage beispielweise, wie oft die Lehrkräfte sprachsensiblen Unterricht realisieren, wenn du noch nicht unterrichtest kannst du solche Fragen leider nicht beantworten, ohne die Stichprobe zu verzerren. Vielen lieben Dank für dein Interesse, aber du bist leider nicht meine Zielgruppe.

@stolpster
Lieber Steffen,
ich kann Sie mit ihrem Frust, was die "tausend anderen Aufagben die sonst noch" zu erledigen sind und ständig neuen und wechselnden Aufgaben von der KMK angeht mega verstehen. Das Anforderungsprofil von Lehrkräften ändert sich ständig und auch ich frage mich, kurz vor dem Start meiner Arbeitszeit, was sollen wir eigentlich noch alles tun?

Ich verstehe Ihre Kritik und habe versucht durch Freitextfelder oder die Wahl der Aussagen "ich stimme überhaupt nicht zu" den Probanden die Möglichkeit zu geben, Ihre Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Die von Ihnen vorgeschlagenen Aussagen würden bestimmt viele Lehrkräfte zustimmen, aber da ich eine Masterarbeit in einem wissenschaftlichen Kontext schreibe, muss ich jede Aussage und Frage begründen. Ihre Unzufriedenheit kann ich persönlich nachvollziehen, ist aber schwer in diesen Kontext andersweitig zu berücksichtigen. Ich hätte am Ende noch ein Freitextfeld einfügen können, zum freien Kommentar. Dort hätte man all solche Argumente und Meinungen noch hinzufügen können - das bedeutet aber gleichzeitig, dass ich das alles noch zusätzlich hätte auswerten müssen. Ich habe schon eine sehr umfangreiche Auswertung vor mir und ich hoffe Sie verstehen, dass dies den Rahmen gesprengt hätte. Zusätzlich ist die Abbruchrate relativ hoch und ich bezweifele, dass die Probanden noch Lust gehabt hätten, das auch noch zusätzlich auszufüllen.


Vielen lieben Dank für all Ihre Kommentare
Liebe Grüße
Nathalie Lindt


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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Gerhardus am: Fr. 26. Juli 2019 18:55:40
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Hallo Nathalie,
mir ist immer noch nicht klar, was "sprachsensibler Fachunterricht" ändern will oder wie dort Sprache definiert wird. Etwa nur die Sprache über fachliche Themen?  
Sprache in formaler Form war schon immer wichtig in der Mathematik. Allerdings begnügen sich Mathematiker oft nur mit formalen Definitionen, die von den Schülern nicht verstanden werden.
In meinen matheplanet-Artikel habe ich oft versucht, die Bedeutung von Begriffen zu diskutieren, besonders in der Einleitung zu meinem ersten matheplanet-Artikel über Aussagenlogik.

Warum ist Mathematik aber mehr als Sprache? Sie ist eine regelbasierte Tätigkeit, und eine Tätigkeit ist im allgemeinen keine Sprache, wenn sie keine sprachl. Funktion hat. Viele Leute meinen, es  reiche, zuerst Begriffe richtig zu bilden, der Rest folge dann von selbst. Dazu meine ich, math. Begriffe werden erst im Kontext zu den Regeln verständlich. Zuerst müssen die Regeln verstanden werden. D. Hilbert hat sogar Begriffe wie Punkt und Gerade gar nicht explizit definiert, sondern als Objekte, die geometrische Regeln (Axiome) erfüllen. Im Gegensatz zu anderen Tätigkeit kann ich mir eine math. Tätigkeit ohne Muttersprache nicht vorstellen, mit Ausnahme primitiver quantitativer und räumlicher Abschätzungen, zu denen auch Tiere fähig sind.
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Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: Gerhardus am: Do. 01. August 2019 21:39:29
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Veranstaltung des Mathematikums in Gießen:
Am Freitag, den 30. August findet ab 19 Uhr ein informativer Abend für Lehrerinnen und Lehrer statt. Bei angenehmer Atmosphäre sind die Gäste eingeladen, gemeinsam das Mathematikum zu erkunden und über die verschiedenen Exponate ins Gespräch zu kommen. Prof. Albrecht Beutelspacher stellt das aktuelle Programm vor und als Gast begrüßen wir die renommierte Mathematikdidaktikerin Prof. Daniela Götze von der Technischen Universität Dortmund, die einen Fachvortrag über „Sprachbildung im Mathematikunterricht - theoretische Ansätze und praktische Umsetzungsmöglichkeiten" hält.
Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: bluemchen94 am: Fr. 02. August 2019 11:16:31
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@Gerhardus

Vielen Dank für den Tipp! Genau das ist die Thematik, mit der ich mich in meiner Masterarbeit beschäftige. Leider bin ich zu dem Zeitpunkt im Urlaub, ansonsten wäre ich da sehr gerne hingegenagen. Trotzdem danke, für Ihr Engangement!

Liebe Grüße
Nathalie\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehre
von: AnnaKath am: So. 04. August 2019 01:34:10
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Sehr geehrte Frau Lindt
(oder, wenn wir hier unter uns sind: "Bluemchen94!),

die Umfrage ist sehr professionell gestaltet (ich habe mir mal erlaubt, sie anzusehen, ohne sie abzuschliessen).
Zum Inhalt möchte ich auch gar nichts sagen, nur zur Form der Fragestellungen.

Während die späteren Fragen (einigermassen) neutral formuliert sind, ist der Framing-Effekt durch die ersten - vermeintlich sozio-ökonomischen bzw. zur Schulform - Fragen doch enorm.

Mein persönlicher Test im (zugegeben sehr geringen, n=4) persönlichen Umfeld hat ergeben, dass die Antworten auf die Fragen ab ca. #7 deutlich "schlechter" ausfielen, wenn ich die vorherigen Fragen gestellt habe.

Wenn dies also eine wissenschaftliche Arbeit werden soll, dann darf ich dringend empfehlen entweder (a) den Eingangsteil zu überarbeiten oder (b) diesen Effekt herauszustellen und ggf. zu quantifizieren.

mfg,
A.K.S. (oder eben Anna-Kathrina)\(\endgroup\)
 

Re: Online-Umfrage Sprachsensibler Mathematikunterricht - Haltung von Mathelehrern
von: bluemchen94 am: Mi. 14. August 2019 18:59:33
\(\begingroup\)
Hey Anna-Katharina,
vielen Dank für dein Feedback! Dies soll im Rahmen meiner Masterarbeit natürlich eine wissenschaftliche Arbeit werden. Ich habe auch schon Rücksprache mit meinem Dozenten diesbezüglich gehalten, da die Abbruchrate nach der 5 Folie (abgesehen von den die ab S. 2 abbrechen)schon enorm ist und ich mich gefragt habe woran das liegt. Ich habe mich jetzt dagegen entschieden, meinen Fragebogen nochmal umzustrukturieren, da ich die ganzen Effekte die das hat alles aufführen müsste.
Das ist meine erste Umfrage die ich gestalte, deswegen ist das bestimmt alles andere als perfekt (auch wenn mich die Zusammenstellung viele Nerven und enorm viel Zeit und Überarbeitung gekostet hat). Ich werde den von dir beschriebenen Effekt in meiner Interpretation der Daten und der Auswertung berücksichtigen.
Meine ursprüngliche Idee war es "seicht" einzusteigen, um die Probanden nicht direkt mit den ganzen Aussagen zu konfrontieren. Auch wenn das im nachhinein cleverer gewesen wäre.
Die Schulform habe ich nur abgeprüft, damit ich die Probanden den Schulformen hinterher kategorisieren kann udn meine Unterschiedshypothesen testen.

Vielen Dank für deine Anregung, ich werde das auf jedenfall mit einbeziehen.
Liebe Grüße
Nathalie

P.S. Entschuldige bitte meine späte Rückmeldung! Ich war sehr damit beschäftigt meinen Theorieteil fertig zu stellen.\(\endgroup\)
 

 
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