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Re: Revolution im Matheunterricht - Rechnen durch Raten
@buh: So langsam lichten sich die Nebel. Ich habe einige kleinere Anmerkungen, die ich vorwegschicken möchte. Der Hauptteil folgt danach. \quoteon Nur dass das Imitieren beim Schreiben den mechanischen Akt betrifft, nicht aber syntaktische und/oder semantische Aspekte. \quoteoff Das Beispiel "3x8>44" bzw. "3+8=44" nehme ich als spielerisches Aneinanderreihen von Symbolen wahr, ohne semantischen Anspruch. Wenn das von irgendwem als "das hast Du aber schön gerechnet(!)" gelobt wird, dann siehe unten. \quoteon Entschuldige bitte, aber ich kann Rechtschreibung meistens nicht hören. \quoteoff Begriffsklärung: erzählen - schriftlich oder mündlich auf anschauliche Weise darstellen … Hier war die schriftliche Version gemeint, was aber nicht ganz klar wurde. Beim mündlichen Erzählen korrigiere ich aber auch nicht alle Satzbau- und Grammatikfehler. Damit zum Hauptteil: Ich vermute, dass wir deutlich unterschiedliche Wahrnehmungen dazu haben, wie "Lesen durch Schreiben" im Detail umgesetzt wird/werden sollte. Meine Wahrnehmung beruht auf der Beobachtung der praktischen Umsetzung der Methode bei meinen eigenen Kindern. \quoteon Wenn du bei deinem Kind bei bekannten Wörtern (Welche sind das? Äsen, Pappa, Audo, Tühr...?) korrigierend eingreifst, negierst du faktisch die Arbeit des Unterrichtenden und bringst dein Kind in Gewissenskonflikte, ist doch das, was es schreibt, a priori richtig. (??) \quoteoff Das entspricht nicht meiner Wahrnehmung. Wenn das Wort "Papa" in der Schule dran war, dann erwarte ich prinzipiell von meinen Kindern, dass sie das Wort danach so und nicht anders schreiben und ich habe nicht das Gefühl, dass die Lehrerin dadurch ihre Arbeit negiert sieht, oder dass das meinem Kind gar Gewissenskonflikte bereiten würde. Ein stückweit ist LdS mit dem Erlernen einer Fremdsprache vergleichbar. Das Kind lernt, dass man gesprochene Laute in Schriftsprache übersetzen kann und umgekehrt. Es lernt die ersten Vokabeln kennen (hier: Buchstaben). In der "klassischen" Methode werden die ersten paar Vokabeln zunächst ausführlich geübt. Nach ein paar Wochen konnte ich z.B. alle Worte, die sich nur aus den Buchstaben A,O,I und M bilden lassen. MAMA und OMA sind natürlich sehr nützliche Wörter, aber wenn man dazu dann nur noch AM, IM, MAMI, OMI, MIA und MIMI benutzen kann, ist die Ausdrucksfähigkeit doch sehr eingeschränkt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt _nicht_ den Eindruck, mich mit Schriftsprache verständlich machen zu können. Die einzige Motivation zum Lernen war "Mama, Papa und der Lehrerin einen Gefallen zu tun" oder wahlweise "keinen Ärger zu bekommen". Bei LdS erhält das Kind relativ früh Zugriff auf ein Wörterbuch (hier: Anlauttabelle). Hat man ein Wörterbuch zur Verfügung, dann kann man auch Wörter verwenden, die man noch nicht kennengelernt hat. Damit kann man sich in einer Fremdsprache (halbwegs) verständlich machen. Verstanden zu werden und selbst zu verstehen ist eine viel bessere Motivation eine Fremdsprache zu lernen, als nur "weil ich muss". Das gilt meiner Meinung nach auch für die Fremdsprache "Schrift". Natürlich gehört zu einer Sprache mehr als nur die Kenntnis der Wörter. Es gibt Regeln für Grammatik und Satzbau, feststehende Redewendungen, Wörter, die in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen haben usw. Diese Regeln lernt man nach und nach. Bei der Schriftsprache ist das genauso. Dass man "Stift" nicht mit "Sch" schreibt, ist eine Regel, die man sich nicht selbst erschließen kann. Man muss sie erst lernen. Ein Aspekt von LdS (so wie ich es verstehe) besteht darin, den Schülern nicht permanent die Verletzung von Regeln unter die Nase zu reiben, die sie noch gar nicht kennen. Das heißt aber nicht, dass sie Regeln, die sie kennen, nicht anwenden müssten. Wenn ein Erstklässler schreibt "Mama ist gene Ais.", dann kann ich sinngemäß sagen "Toll, du hast verstanden, dass man Lauten Buchstaben zuordnen kann. Schau Dir das dritte Wort an und sprich es nochmal langsam und deutlich. Hörst Du das 'r'?" Darauf, dass das zweite und viert Wort auch falsch geschrieben sind, muss man doch nicht herumreiten. Da der Schüler die Regeln für "ß" und "ei" zu dem Zeitpunkt nicht kennt, wäre die Alternative nur, die Wörter wegzulassen. Wenn er das macht, kann er sich nicht verständlich machen. Wenn er sich nicht verständlich machen kann, braucht er auch keine Schrift. => keine intrinsische Motivation. Am Ende der ersten Klasse ist der "Ei"-Laut bekannt und dann lasse ich "Ais" auch nicht mehr unkommentiert. Das ist meine Wahrnehmung der Methode LdS. Das wird sicher nicht jeder Lehrer oder Didaktiker genauso sehen. Insbesondere kann man bestimmte Aspekte natürlich übertreiben und pervertieren. Ich bin noch niemandem begegnet, der sagt, alles was der Schüler schreibt sei a priori richtig. Einen Schüler zu loben, weil er "3+8=44" gerechnet(!) hat, ist in meinen Augen balla balla. Wenn so was vorkommt, ist das zu kritisieren. \quoteon "Nur wer viel rechnet, lernt richtig zu rechnen, und viel rechnet nur, wer gern rechnet, und gern rechnet nur, wer Erfolgserlebnisse hat." \quoteoff Die Aussage würde ich in der Absolutheit nicht ganz unterstützen, aber im Kern geht sie m.E.n. in die richtige Richtung. Ich folgere daraus aber nicht, man müsste den Schüler nur mit Lob überschütten, dann wird alles gut. Wer ernsthaft dieser Meinung ist, hat sich in einer Idee verrannt. Mir ist allerdings nicht klar, ob es solche Leute in nennenswerter Zahl wirklich gibt, oder ob das nur Geister sind, die durch die Diskussion spuken. Viele Grüße, Kitaktus
 
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