Die Hydra von Strigidia
Von: Leonardo_ver_Wuenschmi
Datum: Mo. 27. April 2020 00:00:39
Thema: Bildung

Urlogo für buhs Montagsreport Die Hydra von Strigidia Ein reverses Märchen* Ruhe***. Bei meinen Forschungen in der Bibliothek zu Fibona fand ich in einer Sammlung alter Geschichten auch die folgende Sage: Im Hafen von Strigidia steht die Statue einer Hydra. Blassblau thront sie auf einer Säule mitten im Hafenbecken. Im Hafen tummeln sich die roten Boote der Fischer, die blauen Clipper derer, die nach R-Folgen jagen, und die gelben Pontons derer,die einfach nur die Sonne genießen wollen. Jeden Morgen fahren die Fischer hinaus, den Fisch zu fangen, und die Clipper ziehen mit dem Wind zu den Riffs, um im Wind nach R-Folgen zu jagen. Die, die frei haben, liegen auf den gelben Pontons und schwatzen über Gott und die Welt. Und so leben sie gut miteinander. Eines Tages bemerkten die Fischer eine Steinblume, die in der Mitte der Hafeneinfahrt stand. "Oh", meinten sie, "der Hafenmeister hat Spuren gebaut. Eine für die Aus- und eine für die Einfahrt." Und so fuhren sie zusammen mit den Clippern auf Steuerbord hinaus, um abends auf der anderen Seite wieder in den Hafen zurückzukehren. Nach ein paar Tagen dünkte sie die Ausfahrt etwas eng, und siehe: Da hatten sich die steinernen Blumen über zweivieracht versechzehnfacht und nahmen fast die Hälfte der Einfahrt ein. Auch wunderten sich die Clipperfahrer bei der Ausfahrt, denn ihre sonst so schnellen Boote schienen geradezu klebenzubleiben. Und als sie ins Wasser schauten, erkannten sie dort eine Gallertmasse, die bis knapp unter Sicht wuchs und aus der die Steinblumen sprossen. Das stört! Die Clipperkapitäne schärften den Kiel ihrer Boote und schnitten aus dem Gallert feine Stücken heraus, die Fischer rissen im Vorbeifahren jeder eine Steinblume aus, und so kamen sie morgens gut hinaus. Abends, bei der Heimkehr in den Hafen, taten sie dasselbe. Und am nächsten Morgen standen der Steinblumen dreißig da, und der Gallert stand fast an der Wasseroberfläche. Und die Clipperkapitäne schärften den Kiel ihrer Boote und schnitten aus dem Gallert feine Stücken heraus, die Fischer rissen im Vorbeifahren jeder eine Steinblume aus, und so kamen sie morgens gut hinaus. Abends, bei der Heimkehr in den Hafen, taten sie dasselbe. Und am nächsten Morgen stand die Einfahrt voller Steinblumen, und der Gallert schwamm auf dem Wasser. Da beschimpften die Clipperkapitäne die Fischer, sie würden sie nur am Jagen nach R-Folgen hindern wollen, und die Fischer beschimpften den Hafenmeister, er wolle nur die Gebühren erhöhen, und alle zusammen beschimpften die auf den Pontons, sie würden das Zeug gegen die Wellen züchten, und die Entspannten auf den Pontons sprachen dagegen und meinten, man solle gemeinsam dem Zeug den Garaus machen. An diesem Tag fuhren die Fischer nicht hinaus, sondern kappten Steinblumen, und die Clipperkapitäne fuhren nicht hinaus, sondern hingen über der Bordwand und schabten Gallert aus dem Meer, und die, die eigentlich frei hatten, schleppten das ganze Zeug in die hitzeflirrende Wüste. Und die Hafeneinfahrt war frei. Und am nächsten Morgen fuhren die Fischer aufs Meer und die Clipper zu den Riffs und die, die frei hatten, lagen in der Sonne bis zum Abend. Da kamen die Fischer und hatten reiche Beute, und die Clipper sanken fast von der Menge von R-Folgen, und die Erholten kochten und brieten und sie feierten alle gemeinsam drei Tage lang ohne Pause. Im Hafen von Strigidia steht die Statue einer Hydra. Blassblau thront sie auf einer Säule mitten im Hafenbecken. Im Hafenbecken liegt Sand. Nur Sand. Nachdenklich grüßt Leonardo ver Wuenschmi *: Märchen, Sagen, Geschichten, Erinnerungen: alles eins. So reich die Reversianer an Marthermatik sind, so arm ist manchmal ihre Sprache. **: siehe * ***: Auch wenn ich von diversen Orten berichte, ist meine Heimat inzwischen Ruhe geworden, der Ort, in dem man mir ein kleines Häuschen überantwortet hat.
 


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