Leopold Vietoris
Von: matroid
Datum: Sa. 13. April 2002 20:36:09
Thema: Mathematik
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Leopold Vietoris ist in der Nacht vom 9. zum 10. April 2002 in seinem 111. Lebensjahr verstorben.

Leopold Vietoris wurde am 4. Juni 1891 in Radkersburg (Steiermark) als Sohn eines Bauingenieurs geboren. Er studierte an der Universität Wien Mathematik und an der Technischen Hochschule Wien Darstellende Geometrie. 1923 habilitierte er an der Universität Wien und 1925 begann er einen dreisemestrigen Forschungsaufenthalt in Amsterdam bei L.E.J. Brouwer.

Von 1930 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1961 arbeitete er als Ordinarius für Mathematik an der Universität Innsbruck.

Vietoris zählte zu den bedeutendsten Mathematikern Österreichs, Europas und der Welt. Der Wegbereiter der technischen Mathematik hatte seit dem Ersten Weltkrieg rund 80 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.

Vietoris' wesentlichste Leistungen liegen auf dem Gebiet der Algebraischen Topologie und bei den grundlegenden Begriffen und Methoden der Mengentheoretischen Topologie.

Einige Begriffe und Erkenntnisse, die heute mit dem Namen Vietoris verbunden sind:
Vietoris-Topologie, Vietoris-Homologie, Vietoris-Beglescher Abbildungssatz, Mayer-Vietoris-Folge (aus der Homologie-Theorie).

Seine letzte Arbeit hatte Vietoris mit 103 Jahren fertiggestellt. Gemeinsam mit Walther Mayer, einem Assistenten von Albert Einstein, hatte er in der Zwischenkriegszeit die "Mayer-Vietoris-Sequenzen" entwickelt, die zu den Grundlagen der Topologie, eines Teilgebiets der Geometrie, gehören.

Speziell im Tiroler Raum ist Vietoris bekannt als Verfasser von Studien über das Festigkeitsverhalten des alpinen Schis, über die Physik der Blockgletscher und über die Orientierung des Bergsteigers im Gelände (differentialgeometrisch fundiert).

Ein Einblick in die Arbeitsgebiete von Vietoris (8 Seiten pdf).

Artikel anläßlich seines 110. Geburtstags.
 



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