Forum:  Atom-, Kern-, Quantenphysik
Thema: Übergangsdipolmoment vs. Dipolmoment
Themen-Übersicht
Einblatt
Junior
Dabei seit: 04.08.2019
Mitteilungen: 7
Herkunft: Köln, Deutschland
Themenstart: 2020-10-20 20:45

Liebe Matheplanetarier,

wenn man sich eine Weile lang mit der Molekülspektroskopie beschäftigt, liest man immer irgendwann die Aussage, dass bestimmte Moleküle zu starken Intensitäten führen würden, weil sie so ein großes Dipolmoment besitzen. Wie zum Beispiel hier:

"Both HNC and HCN have large, similar dipole moments [...]. These large dipole moments facilitate the easy observation of these species in the interstellar medium."
Aus diesem Wikipedia-Artikel.

Meines Wissens nach hängt so eine Intensität vom Übergangsdipolmoment ab, das ja etwas anderes als das klassische Dipolmoment ist.

Vielleicht ist der Bogen ganz leicht zu schlagen und ich habe hier ein gewaltiges Brett vor dem Kopf?🤔


Viele Grüße

Einblatt
 


jacha2
Senior
Dabei seit: 28.05.2013
Mitteilungen: 1138
Herkunft: Namur
Beitrag No.1, eingetragen 2020-10-21 19:53

Salut,

Dir sei völlig zugestimmt, ...
2020-10-20 20:45 - Einblatt im Themenstart schreibt: ...Meines Wissens nach hängt so eine Intensität vom Übergangsdipolmoment ab, das ja etwas anderes als das klassische Dipolmoment ist.
...daß die Kopplung der el. Dipolkomponente elektromagnetischer Strahlung an - unter anderem - rotierende elektrische Dipole, wie man ggf. kleine Moleküle mit polarisierten e--Hüllen vereinfachen kann, durch eine Wechselwirkung beschrieben wird, bei der die Übergangs-Matrixelemente des Störoperators, der den Transit von oder in ein bestimmtes rotatorisches Niveau beschreibt, die Übergangswahrscheinlichkeit zu berechnen gestatten, mit der ein Lichtquant die Rotationsquantenzahl um ± 1 ändert.
2020-10-20 20:45 - Einblatt im Themenstart schreibt: ...
Vielleicht ist der Bogen ganz leicht zu schlagen und ich habe hier ein gewaltiges Brett vor dem Kopf?🤔
Ersteres ja, letzteres eher nicht. Es ist i.m.h.o. bloß so, daß zur Berechnung des Wertes dieser Übergangs-Matrixelemente die "Stärke" des Dipols (Produkt aus Ladungsdifferenz und -Abstand, also der Schwerpunktsabstand zwischen Kernen und e--Ladungswolke) herangezogen wird, so daß die Behauptung des Dipolelements selber als eine (von mehreren) Einflußgrößen auf die Signal- (bzw. in Molekülwolken Absorptions-)Intensität zutrifft. Mittelbar, sozusagen.
Adieu


Einblatt
Junior
Dabei seit: 04.08.2019
Mitteilungen: 7
Herkunft: Köln, Deutschland
Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2020-10-22 12:45

Hallo,

danke für deine Antwort!

Ja genau, "anschaulich" kann man sich das hiermit

2020-10-21 19:53 - jacha2 in Beitrag No. 1 schreibt:
...daß zur Berechnung des Wertes dieser Übergangs-Matrixelemente die "Stärke" des Dipols (Produkt aus Ladungsdifferenz und -Abstand, also der Schwerpunktsabstand zwischen Kernen und e--Ladungswolke) herangezogen wird

schon ganz gut erklären.

Ich tu mich bloß immer so schwer damit, mich auf mein Bauchgefühl und die "Anschaulichkeit" in Fragen der Quantenmechanik zu verlassen.

Im Townes/Schawlow "Microwave Spectroscopy" wird das Ganze auch durchgerechnet habe ich gerade festgestellt.

Das Wissen, dass man es rechnen kann (wenn man Zeit und Lust dazu hat) und deine anschauliche Erklärung reichen mir an dieser Stelle aber. 🙂

Viele Grüße
Einblatt





Dieses Forumbeitrag kommt von Matroids Matheplanet
https://https://matheplanet.de

Die URL für dieses Forum-Thema ist:
https://https://matheplanet.de/default3.html?topic=249923=807
Druckdatum: 2021-01-18 18:47