Liebes Hertz!

Ehlers, Anita

Buchcover
Der Untertitel lautet: "Physiker und Mathematiker in Anekdoten". Das Buch ist in zwölf Kapitel eingeteilt, ohne dass für mich eine natürliche Zusammengehörigkeit innerhalb der Abschnitte deutlich geworden ist. Jedes Kapitel besteht aus einzelnen Anekdoten, die in der Regel fünf bis zehn Zeilen lang sind. Die meisten "Auftritte" haben Hilbert, Einstein, Heisenberg und Pauli.

Leider bewegen sich die Inhalte zu großen Teilen auf recht niedrigem Niveau. Die Begebenheiten sind für die Studenten dieser Wissenschaftler sicher lustig gewesen, falls sie selbst dabei waren oder es später beim Mittagessen erzählt bekamen, aber zum Abdrucken sind sie dann doch häufig ein bisschen zu langweilig. Jeder kennt diese Situationen, die erzählt oder gar aufgeschrieben viel von ihrem Witz verlieren. Daran ändert sich nichts dadurch, daß die Handelnden später berühmte Wissenschaftler wurden oder schon waren. Heute erzählt man sich diese Begebenheiten über die eigenen Professoren. Manche der Anekdoten kennt man auch in abgewandelter Weise, was etwas an ihrer Herkunft zweifeln lässt. Dazwischen sind die wirklich netten Geschichten recht dünn gesät, auch wenn sie hin und wieder vorkommen. Nachdem die ersten drei Kapitel wirklich sehr flach sind, wird es ab dem vierten etwas besser, so dass es noch für den dritten Stern gereicht hat. Aber man verpasst nichts, wenn man das Buch nicht gelesen hat.


Hinzugefügt am: 2005-06-16
Kritiker: Morris
Bewertung

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Durchschnittsbewertung: 3 Bewertungen

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Weitere Kommentare:
Liebes Hertz!
Bewertung von FlorianM am 13.07.2005

FlorianM schreibt:

Sehr schönes Buch!


(Dieser Kommentar wurde zu dieser Besprechung geschrieben)

Liebes Hertz!
Bewertung von Delastelle am 21.11.2009

Delastelle schreibt:

Hier noch 3 Anekdoten aus dem Buch:

Verpflichtung
HEISENBERG spielte außerordentlich gerne Tennis, und eine seiner ersten „Amtshandlungen“ in Leipzig war ein Besuch auf dem Universitätssportplatz, wo er bald in ein Spiel verwickelt war. Als er aber seinen Mitspielern erklärte, jetzt müsse er leider abbrechen, sein Kolleg beginne gleich, meinten die anderen, an einem so schönen Tag könne er doch ruhig schwänzen. Etwas schüchtern soll HEISENBERG bekannt haben: „Ich muß das Kolleg doch selber halten.“

Bernsteine
Ein Student fragte LANDAU nach der Güte eines Stückes Bernstein. LANDAU antwortete: „Felix“. Damit verglich er den Bernstein mit dem für seine Arbeiteten auf dem Gebiet der Statistik berühmten Felix Bernstein. Hätte er aber Serge gesagt, wäre der Bernstein von überragender Qualität gewesen, denn Serge BERNSTEIN war einer der größten russischen Mathematiker seiner Zeit.

Oben und unten
Um 1900 hielt HILBERT viermal in der Woche frühmorgens zwei Vorlesungen, zunächst eine über Differentialrechnung für Anfänger, anschließend eine über Integralgleichungen. Er hatte in der ersten Stunde stets zwei Manuskripte auf dem Pult liegen, unten die Integralrechnung, obenauf die über Differentialrechnung, über die er redete. Gleichzeitig bereitete er die Vorlesung über Integralrechnung vor. „Und wenn man nun noch bedenkt“, so bemerkte ein Beobachter, „daß HILBERT besonders leicht, häufig und lange geistesabwesend sein konnte, dann kann man sich diese Differentialrechnung vorstellen.“

Mir hat das Buch gut gefallen!



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