Programmieren in Prolog

Clocksin, William / Mellish, C.

Buchcover
Diese Rezension bezieht sich auf die 4. Auflage der englischen Originalversion "Programming in Prolog".

Viele werden vielleicht, zum Beispiel in Informatik-Kursen oder -vorlesungen, schon einmal von den sogenannten deklarativen Programmiersprachen gehört haben. Anders als in den weiter verbreiteten imperativen Sprachen wie C oder Java, löst man in der deklarativen Programmierung ein Problem - grob gesprochen - nicht dadurch, dass man eine genaue Schrittfolge hin zur Lösung beschreibt, sondern indem man das Problem selbst möglichst genau zu beschreiben versucht. Wie die Lösung gefunden wird, wird dann dem Rechner überlassen. Als besonders nützlich hat das deklarative Programmieren sich denn auch im Anwendungsgebiet der Künstlichen Intelligenz erwiesen.

Vorliegendes Buch gibt nun eine sehr schöne Einführung in die deklarative Programmiersprache PROLOG ("Programming in Logic"). Der Name ist hier Programm, wer sich schon ein wenig mit mathematischer Logik beschäftigt hat, wird sofort die Struktur logischer Formeln in der Programm-Syntax wiederfinden. Zum theoretischen Hintergrund der Logik-Programmierung erhält der Leser in Clocksins Buch selbst leider nur eine knappe Einführung ganz am Schluss, weshalb es sicher auch nicht schadet, zumindest mit den Grundlagen der Logik einigermaßen vertraut zu sein. Im Übrigen richten die Autoren sich auch nicht an absolute Programmieranfänger.

Davon abgesehen hat der Text mir allerdings ausgezeichnet gefallen, da er sehr leicht zu lesen und zu verdauen ist, das Lerntempo also entsprechend hoch. Anhand einer Vielzahl von interessanten Beispielen erlernt man zunächst die Grundprinzipien, -befehle und -datenstrukturen von Prolog. Es folgen unter anderem ein eigenes Kapitel mit Anwendungen aus verschiedenen Bereichen (angefangen bei den "Türmen von Hanoi" bis zur symbolischen Differentiation) und Hinweise zum Debugging. Schließlich wird auch einer der wichtigsten Anwendungsbereiche noch etwas genauer vorgestellt: Die Verarbeitung natürlicher Sprache mittels Phrasenstrukturgrammatiken. Für den eifrigen Leser, der anschließend in der Lage sein sollte, eigene Prolog-Programme zu schreiben, gibt es im Anhang eine Aufzählung von möglichen Programmierprojekten.

Fazit: Für jeden, der an dieser anderen Form der Programmierung mit ihren speziellen Anwendungen interessiert ist, kann ich das Buch - vor allem zum Selbststudium - nur empfehlen.


Hinzugefügt am: 2006-07-12
Kritiker: Bilbo
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