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Kein bestimmter Bereich Matheabitur 2018
stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2018-05-03


Hallo,
gestern begann das LK-Matheabitur gleich mit Chaos, denn 30 Minuten vor Beginn mussten Teile der Aufgaben neu ausgedruckt und zugeordnet werden. Die Ursache war wohl ein Diebstahl von Aufgaben in Niedersachsen(?).

Nun sitze ich schon seit 3 Stunden an der Korrektur und "freue" mich, dass wir dieses Jahr noch mehr am Taschenrechner Knöpfchendrücken müssen. Außerdem bedeutet nun "Weisen Sie nach" nicht etwa, dass der Schüler mit mathematischen Kenntnissen selbstständig arbeiten muss. Nein, ohne Näherungslösungen mit dem Taschenrechner geht es nicht.
Das ist die neue Aufgabenkultur.

Vielleicht interessieren die Aufgaben.

Viel Spaß beim Nachrechnen.

Steffen

Nachtrag: Aus urheberrechtlichen Gründen Links entfernt.



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-03


Hallo,
nach knapp 10 Stunden bin ich fertig.
Die Aufgaben 5 (im hilfsmittelfreien Teil), B1.4 und B1.7 waren scheinbar die anspruchsvollsten, während 3 (ohne Hilfsmittel) sowie B2.1 und B2.3 die höchste Erfüllungsquote haben.
Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden, 5 x sehr gut und der "Rest" war auch nicht schlecht.

Unabhängig davon mag ich diese Art von Abituraufgaben nicht. Ich möchte gern wieder "richtige Mathematik", ohne ständiges Herumdrücken auf dem GTR. Aber dieser Wunsch wird wohl niemals erfüllt.

LG Steffen



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-04


Es tut mir leid, aber ich schiebe das Thema noch einmal "nach oben".
Hat jemand sich die Aufgaben angesehen und eine Meinung dazu?
Ich hatte bisher mutwillig noch nichts gesagt, da ich nicht vorgreifen wollte.

Ich finde, dass diese Aufgaben niveaulos sind, aus drei Gründen.
Erstens wird kaum anspruchsvollere (für die Schule!) Mathematik gefragt. Dadurch bekommen die wirklich Leistungsstarken keine Chance, ihr Wissen und Können zu demonstrieren. Es ist nur noch mathematischer "Einheitsbrei".
Andererseits sind eine Vielzahl der Aufgaben ohne den Einsatz eines Taschenrechners, der numerische Näherungen auswirft, gar nicht mehr lösbar.
 
Ich vermute, dass in diesem Jahr ein "guter Durchschnitt" herauskommen wird. Die üblichen Aussagen der für Bildung Verantwortlichen, dass alles besser geworden ist, stehen dann wieder in Widerspruch zu den Aussagen der Unis und Hochschulen über die nächsten Studienanfänger. Dass die Mehrheit der Mathematiklehrer (die ich kenne) von den angeblichen Verbesserungen auch noch nichts gemerkt haben, sei nur erwähnt.

Zweitens ist das Gelaber um die eigentliche Aufgabe noch schlimmer geworden. Auf ewig lange Texte folgen teilweise lächerliche Aufgaben. Im Vorteil ist hier derjenige Schüler, dem es nicht schwer fällt, diesen Quatsch zu durchdringen.
Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind damit wieder (wie jedes Jahr) in der Mathematikprüfung(!) benachteiligt. Das k.... mich an.

Drittens war die Menge der Aufgaben für 300 Minuten im LK zu viel. Schüler, die in Richtung Note 1 wollen, bekamen akute Zeitprobleme. Bei uns im Haus hat von denen der erste 9 min vorzeitig die Prüfung verlassen, also praktisch keiner.

Nebenbei: Die in Hektik ausgetauschten Aufgaben, da die "alten" ja in Goslar geklaut wurden, sind wesentlich schlechter.
Es bleibt den zukünftigen Abiturienten nur zu hoffen, dass kein Blödmann wieder Abituraufgaben klaut. Warum eigentlich auch? Es nützt doch nichts.

LG Steffen  



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Scynja
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2018-05-05


Hallo,
die Schwierigkeit der Aufgaben kann ich leider nicht beurteilen, da mein LK ohne programmierbarem Taschenrechner war und auch schon zu weit zurück liegt. Hätte ich die  Arbeit heute schreiben sollen wäre ich vermutlich mit maximal 50% richtigen Antworten durchgefallen. (Das Gehirn lässt nach)

Allerdings finde ich es wichtig, dass Sachaufgaben mit längeren Texten gestellt werden, da man in der Praxis doch selten mit Formeln konfrontiert wird. Migrationshintergrund hin oder her - wenn ich eine Schätzung für etwas haben möchte, dann muss ich vom Gegenüber auch verstanden werden. Wenn ich mich recht erinnere gibt es dazu auch eine Einlesezeit, in der man Verständnisfragen stellen darf.

Was mich wundert ist, dass man scheinbar keine Aufgaben wählen darf. Wir mussten früher glaube ich 3 von 4 Aufgabenkomplexen zu Themen wie Stochastik, ... bearbeiten und wenn man alle 4 bearbeitet hat, gab bestenfalls noch Bonuspunkte.

Viele Grüße
Scynja



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-05


Hallo und Danke für die Antwort.
Wahlaufgaben gibt es seit 10 Jahren in Sachsen nicht mehr und ebenso keine Möglichkeit Bonuspunkte zu erreichen.
Damit gibt es auch keine Einlesezeit.

Bei der Verständlichkeit der Texte ist meine Hauptkritik, dass immer wieder "Themen" gewählt werden, die nicht allen Schüler bekannt sind.
Natürlich sollte man wissen, was eine Glocke ist und wie sie aussieht. Aber was nun, wenn man nicht weiß, was die Glockenhaube oder der Klöppel sind? Hat man dann Pech, obwohl man die Mathematik könnte?

Wir hatten vor Jahren im GK einen Extremfall. Dort war von einer Halfpipe die Rede. Blöd war nur, dass diese Sportart noch ein Geheimtipp war und nur wenigen bekannt.
Wir hatten auch schon das Virginia-Opossum, den Schabrackentapir und den Komodowaran. Schön war auch die Berechnung eines Gardinenstangenendstücks. (Wer das fehlerfrei buchstabieren kann, bekommt ein Extralob)
Alles Begriffe aus der "Erfahrungswelt" der Aufgabenschöpfer, aber nicht der Abiturienten.
Die Krönung war im LK auch ein Satz mit dreifacher Verneinung.
 
Spott über zu "doofe" Schüler ist da nicht angebracht. Die Abiturprüfung ist eine Extremsituation (entweder Numerus clausus, Druck vom Elternhaus oder auch nur das "Überleben" oder ...), in der man auf die Mathematik voll konzentriert ist. Jeder Unfug mit sinnlosen Begriffen sorgt für Verwirrung. Ist das Absicht?  

LG Steffen



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lucceius
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2018-05-05


Hallo stpolster,

ich bin tatsächlich von den Aufgaben überrascht worden: Ich dachte, dass gerade wegen der im Bundesdurchschnitt vergleichsweise hohen Leistungen der sächsischen Schüler in Mathematik (und den anderen MINT-Fächern) die Abituraufgaben dieses Niveau widerspiegeln würden.
Der hilfmittelfreie Teil ist ja wirklich ein Witz: Einfachste multiple-choice-Fragen und Aufgaben im Anforderungsbereich I, die man auch ohne die zwei Jahre Abiturvorbereitung sehr gut gemeistert hätte.
Ich stimme dir vollkommen zu: Der Schüler muss sich zunächst durch unnötigen Aufgabentext kämpfen, um dann zu erfahren, dass er doch nur altbekannte Kochrezepte auf altbekannte Abbildungen anwenden muss. Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass diese Aufgaben noch lange nicht das Maximum an unnötigem Aufgabentext erreicht haben (man vergleiche einige NRW-Aufgaben zur Stochastik, insbesonderer zu Hypothesentests).
Beim Überfliegen habe ich mich aber gewundert, wofür jetzt ein GTR wirklich gebraucht wurde.

Fazit: Das Niveau scheint doch noch nicht am Tiefpunkt angekommen zu sein (vielleicht können ja die nächsten Schülergenerationen nicht einmal das noch ausrechnen).

Die Kluft zwischen Schulmathematik und Universitätsmathematik erscheint mir, angesichts dieser Aufgaben, mittlerweile unüberwindbar. Ohne rechtzeitige und gute Förderung der entsprechend begabten Schüler, halte ich ein reines Mathematikstudium mit derart geringer Mathematik"kompetenz" für kaum durchführbar.

Gruß,
lucceius



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-05


Hallo lucceius
2018-05-05 14:39 - lucceius in Beitrag No. 5 schreibt:
Ich dachte, dass gerade wegen der im Bundesdurchschnitt vergleichsweise hohen Leistungen der sächsischen Schüler in Mathematik (und den anderen MINT-Fächern) die Abituraufgaben dieses Niveau widerspiegeln würden.
Das war einmal so. Mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz
www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Bildung/AllgBildung/FAQs-Abiturpool.pdf
entnehmen nun alle teilnehmenden Bundesländer, und Sachsen ist dabei, Aufgaben aus einer vorgegebenen Gesamtmenge.
Damit unterscheiden sich die Aufgaben in den Bundesländern nur relativ wenig.
Man hätte natürlich das Niveau anheben können, hat man aber nicht. Im Gegenteil.

Was Sachsen betrifft, so gibt es einen Schnitt vor 2-3 Jahren. Danach sank das Niveau nach einem Zusammenstreichen des Lehrplans leider deutlich.
Im Allgemeinen versuchen wir noch etwas zu retten, aber es wird immer schwieriger.
Auf die Unis und Hochschulen kommen schlimme Zeiten zu. Das ist keine Panikmache sondern bittere Realität.

LG Steffen
 



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2018-05-09


2018-05-05 14:53 - stpolster in Beitrag No. 6 schreibt:

Auf die Unis und Hochschulen kommen schlimme Zeiten zu. Das ist keine Panikmache sondern bittere Realität.


Hi,

naja auf die Studenten auch. Und falls sie das Studium packen, nachdem sie jahrelang unproduktiv waren, keine Rente eingezahlt haben und nur Geld gekostet haben, kommen dann auch noch bescheidene Gehälter auf sie zu.

Zu den Aufgaben. Der GK ist echt 0815. Wie können da Leute durchfallen, die es überhaupt bis zur Abiprüfung geschafft haben?
Auch der LK ist recht standardmäßig. Der Trend zu GTR's und Textaufgaben, die irgendwie niemanden interessieren hält offenbar an.

Wenn man wirklich das Abitur als Leistungsbescheinigung verstehen will, müsste hier eine ganze Reihe geändert werden. Das Aufgabenniveau ist eine Sache, aber vor allem die standardisierten Aufgabenstellungen sind unerträglich.



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-15


Hallo,
der Ärger geht wohl erst richtig los.
In Sachsen-Anhalt wird das LK-Matheabitur auf Rechtmäßigkeit geprüft und in NRW "brennt die Luft":
schule-intakt.de/2018/zentralabitur-pruefungsaufgaben-im-fach-mathematik-mit-haken-und-oesen/
Sehr lesenswert, meiner Meinung nach.

Wir Sachsen, sonst ein zänkisches Bergvolk, sind noch ruhig. Noch, da schon erstes Murren zu hören ist.
Bei uns geht es nicht um die Schwierigkeit (war ja nicht vorhanden), sondern um zu viele Aufgaben. Scheinbar sind viele LKler nicht fertig geworden.

LG Steffen



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-16


Hallo,
ich habe immer mehr den Eindruck, dass auf dem Matheplaneten kaum Mathelehrer (Gymnasium) zu finden sind. Ich bin doch hoffentlich nicht der einzige und somit irgendwie fehl am Platz ... frown  

Sollte ein Lehrer aus NRW vertreten sein, wäre es nett, wenn er mir per private Nachricht die umstrittenen Aufgaben senden könnte.  wink
Ich verspreche, nichts zu verraten.
Aber ohne die konkreten Aufgaben kann man sich einfach kein Bild davon machen, inwieweit der Protest der NRW-Schüler berechtigt ist.

LG Steffen



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markusv
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2018-05-17


2018-05-16 23:28 - stpolster in Beitrag No. 9 schreibt:
Hallo,
ich habe immer mehr den Eindruck, dass auf dem Matheplaneten kaum Mathelehrer (Gymnasium) zu finden sind. Ich bin doch hoffentlich nicht der einzige und somit irgendwie fehl am Platz ... frown  

Hallo. Im Gegensatz zu deiner Meinung sehe ich gerade aufgrund der Seltenheit von (Gymnasial-)Lehrern hier im Forum deinen Platz. Auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass es so wenig sind, wie es hier scheint.

Zum Thema Abi: Ich (Abi-Jahrgang 2008 in Sachsen, Mathe-LK), denke, dass die Aufgaben (bisher habe ich mir nur das LK-Abi zu Gemüte geführt) doch sehr einfach erscheinen für jemanden, der seit 2 Jahren im LK Mathematik sitzt und voll im Stoff sein sollte.

Die Problematik mit den aufgebauschten Sachaufgaben und teilweise weit hergeholten Themengebieten kann ich verstehen, auch wenn ich damit immer sehr gut klar gekommen bin und teilweise Vorteile daraus ziehen konnte. Bspw. konnte ich aufgrund der Aufgabenstellung meine Ergebnisse kontrollieren und i.d.S. plausibilisieren. Hat mir das ein oder andere Mal den Ar*** gerettet.

Grundsätzlich weiß ich nicht, warum ein Mathematik-Abitur mit programmierbaren Taschenrechnern und sonstigen "Höllenmaschinen" geschrieben werden darf. Das Eintippen von vorgegebenen Formeln und Herumklimpern hat für mich nichts mit einem Nachweis meiner Fähigkeiten zu tun. Gerade wenn es Richtung Studium geht (in dem ich im Bereich Mathematik keinerlei Hilfsmittel nutzen durfte) fällt einem dies ohne Zutun des Schülers schon im Vorhinein auf die Füße (mM).

Noch eine Frage, wenn ein Lehrer gerade hier mitliest. Wo kommen die im folgenden Artikel gezeigten Aufgaben her, die angeblich aus dem diesjährigen Abi stammen sollen: www.mz-web.de/sachsen-anhalt/zu-schwere-aufgaben-1500-prueflinge-bangen-um-ihr-mathe-abitur--30414426



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viertel
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, eingetragen 2018-05-17


Daß Aufgaben dumm, unverständlich oder im krassesten Fall falsch gestellt werden ist eine Sache, die nicht sein darf. Den Intelligenzbolzen, die das verzapfen – und dazu gehören auch die Kontrolleure – sollte man die Lizenz dazu entziehen.

Die andere Sache ist das Gejammer, das von Jahr zu Jahr schlimmer wird (wieso eigentlich (fast) immer nur in Mathe?). Wenn ich so manche Flitzpiepen am Gymnasium sehe frage ich mich schon, wie sind die überhaupt da hingekommen. Geschweige denn, wie wollen die Abi machen. Diese Gymnasium/Abi-Inflation ist doch furchtbar. Der Lernstoff wird immer weiter runtergeschraubt/reduziert, aber das Abi wird immer schwerer? Da verstehe einer die Logik dahinter.

Natürlich kann man nicht objektiv urteilen, wenn man die Aufgaben nicht kennt. Warum wird da überhaupt so ein Geheimnis draus gemacht? Ist es etwa peinlich, wenn die öffentlich werden?

Zu schwere Aufgaben 1500 Prüflinge bangen um ihr Mathe-Abitur
Der Artikel zeigt für mich nur die Lächerlichkeit des ganzen Rummels.

„… haben sich für die Matheprüfung auf erhöhtem Niveau entschieden“.
Und dann jammern, die Aufgaben sind zu schwer?

„Unter anderem seien Themen abgefragt worden, die im Lehrplan gar nicht vorgesehen seien. […] Ein Teil der Schulen hatte vorgeschriebenen Unterrichtsstoff nicht behandelt, obwohl er auf dem Lehrplan stand.“
Wie kommt es dazu? Da widerspricht sich doch das ganze Prozedere selbst.

„… die Experten aus dem Landesschulamt und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung zusammen.“
Diese „Experten“ haben ihr Abi (haben sie eines?) vor vielen Jahren gemacht. Und danach? Ich behaupte mal, daß da viele dabei sind, deren Fachwissen im Laufe der Zeit versickert ist. Und dann sind die Blinden Experten für Farben? Das war mir schon immer suspekt.

Sicher ist das alles etwas pauschal geschrieben. Aber so ganz falsch kann es angesichts der vielen Pannen nun auch wieder nicht sein.


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Bild



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-17


2018-05-17 13:06 - viertel in Beitrag No. 11 schreibt:
Die andere Sache ist das Gejammer, das von Jahr zu Jahr schlimmer wird (wieso eigentlich (fast) immer nur in Mathe?). Wenn ich so manche Flitzpiepen am Gymnasium sehe frage ich mich schon, wie sind die überhaupt da hingekommen. Geschweige denn, wie wollen die Abi machen. Diese Gymnasium/Abi-Inflation ist doch furchtbar. Der Lernstoff wird immer weiter runtergeschraubt/reduziert, aber das Abi wird immer schwerer? Da verstehe einer die Logik dahinter.
Das ist auch mein Problem.
Ich habe den Eindruck, dass es zum "Sport" geworden ist, sich über die Aufgaben des Matheabiturs zu beklagen. Aber nicht etwa, weil sie niveaulos sind, sondern weil sie angeblich zu schwer wären.

Die Gymnasium/Abi-Inflation ist eine Katastrophe. Was wir jedes Jahr durch das Abitur heben ist erschreckend. Aber die Politik fordert es. Es wären denen am liebsten, wenn wir 50 % und mehr an die Gymnasien nehmen, am besten 100 %. Das ist Irrsinn mit System.
Ich versuche die schlimmsten Fälle schon vorher "auszusieben". Beliebt macht mich das aber nicht. Stört mich aber nicht.

Die eine Aufgabe aus Sachsen-Anhalt ist vielleicht blöd formuliert, aber auf keinen Fall zu schwer. Wenn tatsächlich Mathelehrer gesagt haben, dass sie selbst Probleme mit der Aufgabe hätten, so haben diese den falschen Beruf oder sind einfach nur dämlich.
Leider gibt es das unter meinen Kollegen auch.
 
Meine Kritik bleibt, dass die Aufgaben mathematisch zu leicht sind, einfach beschämend. Dass man mit einer großen Menge solcher Aufgaben Zeitdruck erzeugt, soll wohl ein hohes Niveau vorgaukeln.

Für absolut unverantwortlich halte ich die Tatsache, dass offenbar alle Bundesländer versuchen, die von ihnen gestellten Aufgaben unter Verschluss zu halten. Entweder wissen sie, dass sie niveaulos sind und schämen sich (was eher nicht zu erwarten ist), oder sie denken nur an die "Refinanzierung", indem sie die Aufgaben an Verlage verhökern. Beides müsste die Schüler- und Elternvertreter in den Ländern auf die Barrikaden bringen. Es passiert aber nichts.

LG Steffen



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DavidM
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, eingetragen 2018-05-17


Hallo zusammen,

2018-05-17 16:49 - stpolster in Beitrag No. 12 schreibt:

Für absolut unverantwortlich halte ich die Tatsache, dass offenbar alle Bundesländer versuchen, die von ihnen gestellten Aufgaben unter Verschluss zu halten. Entweder wissen sie, dass sie niveaulos sind und schämen sich (was eher nicht zu erwarten ist), oder sie denken nur an die "Refinanzierung", indem sie die Aufgaben an Verlage verhökern. Beides müsste die Schüler- und Elternvertreter in den Ländern auf die Barrikaden bringen. Es passiert aber nichts.

LG Steffen


Das ist nicht ganz richtig, die Aufgaben für Bayern sind unter www.isb.bayern.de/schulartspezifisches/leistungserhebungen/abiturpruefung-gymnasium/mathematik/ zu finden.

Außerdem vielleicht für den einen oder anderen interessant: Hier gibt es die aktuellen Mathematik-Maturaaufgaben aus Österreich


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"Mathematik ist die Wissenschaft, bei der man weder weiß, wovon man spricht, noch ob das, was man sagt, wahr ist." (Bertrand Russell)



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-17


2018-05-17 17:50 - DavidM in Beitrag No. 13 schreibt:
Das ist nicht ganz richtig, die Aufgaben für Bayern sind unter www.isb.bayern.de/schulartspezifisches/leistungserhebungen/abiturpruefung-gymnasium/mathematik/ zu finden.
Danke für den Hinweis.

LG Steffen



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viertel
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.15, eingetragen 2018-05-17


2018-05-17 17:50 - DavidM in Beitrag No. 13 schreibt:
Das ist nicht ganz richtig, die Aufgaben für Bayern sind unter www.isb.bayern.de/schulartspezifisches/leistungserhebungen/abiturpruefung-gymnasium/mathematik/ zu finden.
Ja. Und Nein. Denn sie sind so tief vergraben, daß man sie als Nichteingeweihter nicht finden kann confused



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Carmageddon
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.16, eingetragen 2018-05-17


2018-05-17 20:06 - viertel in Beitrag No. 15 schreibt:
2018-05-17 17:50 - DavidM in Beitrag No. 13 schreibt:
Das ist nicht ganz richtig, die Aufgaben für Bayern sind unter www.isb.bayern.de/schulartspezifisches/leistungserhebungen/abiturpruefung-gymnasium/mathematik/ zu finden.
Ja. Und Nein. Denn sie sind so tief vergraben, daß man sie als Nichteingeweihter nicht finden kann confused

Dieser Link ist bei mir der erste Treffer auf Google mit der Suche "abitur mathe bayern 2018 aufgaben"  


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Zitat: "Es gibt einen Beweis aus der Physik: Er ist kurz, er ist elegant... und falsch"



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viertel
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.17, eingetragen 2018-05-18


Ich bin nur nach der Link-Adresse gegangen. Und die ist halt ellenlang und tief.
Ich habe nicht danach gesucht wink



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.18, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-20


Hallo,
ich konnte die NRW-Aufgaben "begutachten" und muss feststellen, dass es keinen Grund gibt, über die Schwierigkeit und den Umfang zu meckern.
Der hilfsmittelfreie Teil ist kürzer und noch einfacher als in Sachsen (man glaubt es nicht, aber es ist möglich).
Der Teil B enthält viele Einzelaufgaben, die aber schnell abgearbeitet werden können, da nirgends anspruchsvolle Mathe gefragt wird.
Nun gut, 15 Punkte werden nicht verschenkt, aber die Panikmache der Schüler und der Medien ist unbegründet.
Wer bei diesem Abitur durchfällt, ist so doof, dass er es auch verdient hat. Das gilt auch für das diesjährige Sachsen-Abitur.

Die Schlagwörter "Bestimmen", "Angeben", "Interpretieren" kommen verstärkt vor. Und da auch bei "Zeigen Sie" und "Beweisen Sie" der Taschenrechner genutzt werden darf/muss, gibt es auch keine Schwierigkeiten.
Die Wahlaufgabe B4 wäre in Sachsen nicht möglich, da Matrizen in der notwendigen Tiefe nicht behandelt werden. Man kann ja aber auch B5 wählen, die nun wieder ziemlich einfach ist.
 
Allerdings gibt es doch einen schweren Kritikpunkt. Der "beschreibende" Text ist noch umfangreicher, als ich es bisher kenne. Unvorstellbare 21 Seiten Papier voller Gelaber bekam jeder LK-Schüler. Zum Lesen braucht man hinreichend Zeit, das ist klar.
Aber wie viele Bäume mussten für diesen Blödsinn sterben?

LG Steffen



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MartinN
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.19, eingetragen 2018-05-21


Ich denke doch sie recyclen gebrauchtes Toilettenpapier für die Abituraufgaben.

Das wäre zumindest naheliegend... Und kein Baum muss sterben.



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.20, eingetragen 2018-05-21


Ich habe bei dem Link


www.mz-web.de/sachsen-anhalt/zu-schwere-aufgaben-1500-prueflinge-bangen-um-ihr-mathe-abitur--30414426

etwas weiter unten auf der Seite auf den Videobeitrag geklickt, weil ich dachte es geht da ums Abi.

Stattdessen wird mir eine knifflige Matheaufgabe gestellt. Gegen diese ist das Abitur natürlich noch absolut hardcore. Oder die Aufgabe soll einen Geschmack auf das zukünftige Abi geben.



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Slash
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.21, eingetragen 2018-05-21


2016 gab es einen ähnlichen Thread und ich hatte dort meine Abi-Vorklausur gepostet. Die echte Abi-Klausur war noch etwas anspruchsvoller. Hier nochmal zum Vergleich.






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stpolster
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2018-05-21 21:28 - phiregen in Beitrag No. 20 schreibt:
Gegen diese ist das Abitur natürlich noch absolut hardcore. Oder die Aufgabe soll einen Geschmack auf das zukünftige Abi geben.
Diese Aufgabe hat unter meinen Kollegen schon für Aufsehen gesorgt.
Kurz gesagt: Sie ist ein Witz.
Sollten viele Abiturienten in Sachsen-Anhalt daran scheitern, so heißt das, dass dort das Niveau schon unterstes Niveau erreicht hat.

Hat die Mitteldeutsche Zeitung korrekt
"Deren Landesvorsitzende Eva Gerth, selbst Mathelehrerin, sagte: „Im Bereich Stochastik waren Aufgaben, bei denen auch ich lange grübeln musste.“" – Quelle: www.mz-web.de/30414426 ©2018
wiedergegeben und kein Fakenews verbreitet (die MZ gilt als nicht besonders solide), so stimmt in Sachsen-Anhalt etwas Grundlegendes nicht.
Wobei, die GEW-Vorsitzende ist ja Ex-Mathelehrerin und nicht ohne Grund in einen "Politikerjob" gegangen. Da kann es schon vorkommen, dass man etwas abbaut.  biggrin  

Langsam kommt in mir Wut auf. In mindestens 5 Bundesländern wird über das Matheabi gejammert; nicht etwa über Deutsch, Englisch, Religion(das gibt es als Prüfung wirklich  eek ) ...
Physik geht nicht mehr, denn das ist ja nur noch "beschreibende Naturkunde".  mad
Es liegt immer nur an den Aufgaben oder den doofen Lehrern.
Nein! Wir züchten eine Generation von Schülern heran, die lieber eine Symbiose mit ihrem Smartphone eingehen, als mal richtig zu lernen.
Ich habe noch 4 Jahre bis zur Rente!

LG Steffen

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.20 begonnen.]

@Slash: Genau so hat ein Matheabitur auszusehen. Geht heute aber nicht mehr, da wir dann Durchfallerquoten größer als 50 % hätten.
Und die vielen 1,0-Abiturienten, mit denen sich die Kultusminister untereinander brüsten, wären dann auch nicht mehr da.



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cyrix
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.23, eingetragen 2018-05-21


Moin.

Ehrlicherweise weiß ich nicht, was mich mehr nervt: Die Schüler, die sich in - so wirkt es - anerzogener Hilflosigkeit darüber beklagen, dass sie mal einen Schritt weiterdenken müssen, weil sie nicht alles mundgerecht vorgekaut erhalten haben; oder die Mathematiker, die sich mit genau der gleichen Regelmäßigkeit darüber aufregen, wie schlecht doch die Jugend und das Bildungssystem seien.

Kann es sein, dass hier einfach verschiedene Ansichten aufeinanderprallen und man ganz gezielt einfach nur aneinander vorbei statt miteinander redet?!

Natürlich ist die Lebenswelt der Heranwachsenden eine andere als noch vor 20 Jahren. Selbst vor 10 Jahren waren Smartphones noch eher neu und kein Alltagsgegenstand von jedermann. Die Welt verändert sich. Und so muss es auch die Bildung.

Wie genau dies geschehen sollte, ist damit noch nicht geklärt. Aber ein Beharren auf alten Standpunkten bringt einen jedenfalls nicht weiter...

Cyrix



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BerndLiefert
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.24, eingetragen 2018-05-22


2018-05-21 23:14 - cyrix in Beitrag No. 23 schreibt:
Die Welt verändert sich. Und so muss es auch die Bildung.

Warum sollte sich die Bildung ändern müssen? Es ist für das Berufsleben wichtiger, eingeübte Rechenregeln unter Zeitdruck anzuwenden, als aus einem Text ein Problem zu extrahieren. Das gilt heute genauso wie vor 20 Jahren.



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Slash
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.25, eingetragen 2018-05-22


2018-05-22 01:34 - BerndLiefert in Beitrag No. 24 schreibt:
2018-05-21 23:14 - cyrix in Beitrag No. 23 schreibt:
Die Welt verändert sich. Und so muss es auch die Bildung.

Warum sollte sich die Bildung ändern müssen? Es ist für das Berufsleben wichtiger, eingeübte Rechenregeln unter Zeitdruck anzuwenden, als aus einem Text ein Problem zu extrahieren. Das gilt heute genauso wie vor 20 Jahren.

Ich sehe es so. Die Welt wird immer komplexer, komplizierter und technisierter. Der Anspruch in MINT-Berufen steigt, aber die schulische Ausbildung als Vorbereitung für die Uni wird hingegen seichter. Das passt für mich nicht zusammen.



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Gerhardus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.26, eingetragen 2018-05-22


Wir nähern uns den Fragen "Was ist Bildung?", "Was ist Mathematik?", "Wie definieren wir Niveau?"
So sehr die Mathematik etwas ewig Gültiges ist, ihr Bild hat sich in den letzten 50 Jahren sehr gewandelt. Mehr denn je ist zu fragen, welches Bild der Mathematik die Schule vermitteln soll: mehr Rechentechnik, mehr Struktur und/oder mehr logischer Zusammenhang. Der Schule wird ja die Hauptschuld am schlechten Image der Mathematik gegeben.
Bis vor 50 Jahren galt die mathematische Physik (Analysis und Analyt. Geometrie) als Kern der Mathematik, aber dann folgten immer neue Facetten: die Stochastik, das Strukturieren (wichtig fürs Programmieren) und anderes. Die Elementarmathematik ist derartig facettenreich geworden, dass kein Lehrer da überall durchblicken kann.
Hier scheint mir die Rechenakrobatik das Niveau zu bestimmen, weil sie am besten messbar ist, aber die allein kann es nicht sein.
Neulich besuchte mich ein Abiturient fürs Fachabitur, um ein paar Rechenaufgaben zu üben. Er hatte überhaupt kein Buch, sondern nur Zettel, auf denen seine Rechenrezepte standen, wo  aber nichts Begriffliches oder Logisches zu finden war. In meinem Keller fand ich daraufhin das Schulbuch Schröder, Uchtmann, Einführung in die Mathematik, Analysis, Diesterweg 1973, das ich mal bei Oxfam gekauft habe. Ich muss sagen, dass mein Abiturient mit diesem Buch überhaupt nichts hätte anfangen können, weil es in diesem Buch um Begriffe geht: Reelle Zahlen, Induktion, Folgen, Stetigkeit, Grenzwerte etc. Diese Begriffe zu verstehen, ist für mich wichtiger als Rechentechnik, aber dieses Verständnis lässt nicht so gut messen für die Benotung.
Der 8-Klässler wird aufgefordert, die Begriffe Funktion, Funktionsgleichung, Funktionsgraph und Funktionsterm zu erklären und zu unterscheiden. Einen Abiturienten darf man so etwas nicht fragen.
 


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"Zu glauben, es gäbe nur eine Wahrheit, ist von allen Illusionen die Gefährlichste." (Paul Watzlawick)



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DavidM
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.27, eingetragen 2018-05-22


2018-05-21 21:51 - stpolster in Beitrag No. 22 schreibt:
 
Langsam kommt in mir Wut auf. In mindestens 5 Bundesländern wird über das Matheabi gejammert; nicht etwa über Deutsch, Englisch, Religion(das gibt es als Prüfung wirklich  :-o ) ...


Das ist so nicht ganz richtig, in Baden-Württemberg gibts dieses Jahr anscheinend auch Ärger mit dem Englisch-Abitur: www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/abitur-in-baden-wuerttemberg-schueler-starten-petition-gegen-englisch-pruefung-a-1204338.html



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BerndLiefert
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.28, eingetragen 2018-05-22


2018-05-22 18:09 - DavidM in Beitrag No. 27 schreibt:
2018-05-21 21:51 - stpolster in Beitrag No. 22 schreibt:
 
Langsam kommt in mir Wut auf. In mindestens 5 Bundesländern wird über das Matheabi gejammert; nicht etwa über Deutsch, Englisch, Religion(das gibt es als Prüfung wirklich  :-o ) ...


Das ist so nicht ganz richtig, in Baden-Württemberg gibts dieses Jahr anscheinend auch Ärger mit dem Englisch-Abitur: www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/abitur-in-baden-wuerttemberg-schueler-starten-petition-gegen-englisch-pruefung-a-1204338.html

Die wichtigste Frage wird natürlich nicht beantwortet: War für die Englischprüfung ein grafischer Taschenrechner erlaubt?



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.29, eingetragen 2018-05-22


Die hier gepostete Abiaufgabe von Slash bescheinigt eindeutig einen Niveauabfall. Da kann keiner mehr die Augen vor verschließen.

Vermutlich entwickelt sich dieser Thread wieder zu einem Diskussionsthema über die generelle Verwässerung des Wertes des Abis.
Dazu würde ich dem Threadersteller, wenn er denn echt nur noch 4 Jahre zur Rente hat, raten wenn diese Rente begonnen hat 1. ein Buch über diese Misere zu schreiben und 2. wenn er dann vielleicht im Rampenlicht steht, in die Politik zu gehen. Ich als Berufseinsteiger habe leider keine Zeit in die Politik zu gehen (viel Arbeit und kaum Bezahlen, solange man nicht mindestens Bürgermeister ist)... und vermutlich hört auf mich niemand.



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stpolster
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.30, vom Themenstarter, eingetragen 2018-05-22


2018-05-22 20:06 - phiregen in Beitrag No. 29 schreibt:
Dazu würde ich dem Threadersteller, wenn er denn echt nur noch 4 Jahre zur Rente hat, raten wenn diese Rente begonnen hat 1. ein Buch über diese Misere zu schreiben ...
Habe ich wirklich "nur" noch.
Die Idee eines Buches ist nett, aber leider nichts für mich.
1. gibt es schon genügende Werke dieser Art, die keinen interessieren
2. kann ich so etwas nicht
3. bin ich als Politiker zwar genauso geeignet wie fast alle bekannten "Politikerdarsteller", aber nicht so schön und liebenswert
4. ... usw. usf.

Jetzt ernsthaft: Ich kämpfe seit Jahren massiv für ein anspruchsvolleres Abitur (wie viele andere Lehrer auch) mit keinerlei Erfolg.
Selbst einer der größten und bekanntesten Kritiker Franz Lemmermeyer (siehe schule-mathematik.blogspot.de/ ) erzielt auch keine Erfolge und hat wohl leider aufgegeben.
Wenn am Ende eines Abiturjahrgangs nur der von den Schülern erzielte Punktdurchschnitt zählt und nicht, ob sie wirklich etwas gelernt haben, beginnt man zu resignieren. Ich auch.

Hilft alles nichts. Der nächste Kurs, dieses Mal Grundkurs, will nächstes Jahr durch das Abitur. Irgendwie bekomme ich sie schon durch.

LG Steffen



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Gerhardus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.31, eingetragen 2018-05-23 14:23


Hallo Steffen,
weil die Mehrheit im Abitur nichts Anspruchsvolleres will, machst du dir mit deinem Kampf mehr Feinde als Freunde. Für mich ist das Abitur-Ritual völlig überzogen und ich halte nichts davon, Mathematik Leuten aufzuzwingen, die das nicht wollen und später nicht brauchen. Der Mathelehrer ist durch die Abiturstandards gehalten, die Schüler für die Rezepte der Prüfungsaufgaben zu drillen.
Viel wichtiger wäre es, interessierten Schülern parallel zum Pflichtunterricht gute Mathematik anzubieten, natürlich freiwillig. Leider macht man sich dazu kaum Gedanken, in welcher Form das geschehen kann. Über ein Modell in Baden-Württemberg habe ich ja mal einen Artikel mit einem Interview veröffentlicht.
LG Gerhardus



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viertel
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.32, eingetragen 2018-05-23 23:38


Ein interessanter Gedanke, Gerhardus
Etwas in der Richtung mache ich mit meiner Denk mal! AG. Aber der Zuspruch ist mäßig, die Schüler
• haben kein Interesse
• haben keine Zeit
• könnten, wollen aber nicht
• ...
Und dann muß dieser Zusatzunterricht ja auch noch bezahlt werden. Denn im Rahmen des normalen Wochenplans ist das ja nicht unterzubringen.



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.33, eingetragen 2018-05-24 21:56


2018-05-23 23:38 - viertel in Beitrag No. 32 schreibt:
Ein interessanter Gedanke, Gerhardus
Etwas in der Richtung mache ich mit meiner Denk mal! AG. Aber der Zuspruch ist mäßig, die Schüler
• haben kein Interesse
• haben keine Zeit
• könnten, wollen aber nicht
• ...
Und dann muß dieser Zusatzunterricht ja auch noch bezahlt werden. Denn im Rahmen des normalen Wochenplans ist das ja nicht unterzubringen.


Oh das ist aber eine tolle Sache. Das Interesse an Mathematik kann man unmittelbar wahrscheinlich durch so etwas nicht bei den Leuten wecken, die kein Interesse haben. Aber: 1. sind deine Bemerkungen über Zeitmangel der Schüler und Geldmangel für die Stunden ein wichtiger Hinweis auf das woran es vor allem fehlt und 2. denke ich, dass wenn Schüler dort einige Zeit hingingen und interessante Dinge vorkommen (Rubikwürfel bzw. Gruppen, verständliche Topologie Bps, ellitpische Kurven und Kryptographie etc.) dann dann diese Schüler die besten Werbeträger bei ihren Mitschülern sind.



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stpolster hat die Antworten auf ihre/seine Frage gesehen.
stpolster hatte hier bereits selbst das Ok-Häkchen gesetzt.
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