Matroids Matheplanet Forum Index
Moderiert von matroid
Aktuelles und Interessantes » Schwarzes Brett » Suche gelegentlichen Austausch
Druckversion
Druckversion
Antworten
Antworten
Autor
Beruf Suche gelegentlichen Austausch
AnnaKath
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 18.12.2006
Mitteilungen: 3318
Aus: hier und dort (s. Beruf)
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2019-05-07


Geschätzte Kollegen,

aus konkreten, beruflichen Gründen, bin ich auf ein Teilgebiet der Informationstechnologie neugierig, von dem ich - zugegeben aus sträflicher Ignoranz - bisher wenig Ahnung habe.

Wäre jemand von euch willens, die Zeit aufzubringen und sich mit einer alternden, nicht ganz unverständigen Volkswirtschaftlerin ein wenig über "Cloud-Technologie" auszutauschen?

Zwar mag ich konkrete Fragen haben, aber ich hoffe doch hinreichend geduldig zu sein, mich auch auf grundsätzliche Bemerkungen einzulassen.

Ich freue mich auch über PNs. Gerne bin ich auch bereit, im Austausch etwas hoffentlich Spannendes zu erzählen.

Vorab bereits dankend,
AK.



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Wally
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 02.11.2004
Mitteilungen: 8797
Aus: Dortmund, Old Europe
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2019-05-07


Liebe "alternde" AK (das 'A' steht für 'alternd'? Wieder was Neues gelernt..),

ich fände es schön, wenn das Ganze nicht per PM, sondern im Forum stattfinden würde. Dann könnten andere (ich, z.B.) mitlesen und auch schlauer werden.

Wally (forever young - naja...)



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Bernhard
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 01.10.2005
Mitteilungen: 6260
Aus: Merzhausen, Deutschland
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2019-05-09


Hallo AK!

Du kannst auch eine offene Arbeitsgruppe - ähm - Arbeitscloud mit eigenem Forum hier aufmachen. Selbst wenn das dann nicht in harte Arbeit ausufern würde.

Viele Grüße, Bernhard


-----------------
"Wichtig ist, daß man nie aufhört zu fragen"
"Weisheit ist nicht das Ergebnis der Schulbildung, sondern des lebenslangen Versuches, sie zu erwerben"
Albert Einstein



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
kostja
Senior Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 29.12.2004
Mitteilungen: 5432
Aus: Stuttgart
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2019-08-25


Ich hätte Interesse.



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Bernhard
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 01.10.2005
Mitteilungen: 6260
Aus: Merzhausen, Deutschland
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2019-08-27


Hallo AnnaKath & Kostja!

Übrigens gibt es ja bereits die Arbeitsgruppe Programmieren. Die ruht zwar schon eine Weile, seit dem Salzmann sich nicht mehr meldet, aber Du bist ja dort auch Admin. Den erweiterten herausforderungen gemäß, die sich um die Cloud-Technologien ergeben könnte man die AG ja erweitern und das Thema mit hieneinnehmen.
Ich habe mich sowieso schonmal gefragt, ob man diese AG nicht wieder reaktivieren sollte.

Ansonsten würden AKs Fragen auch in dem Forum meiner AG Allgemeine PC-Fragen Platz finden können.

Viele Grüße, Bernhard


-----------------
"Wichtig ist, daß man nie aufhört zu fragen"
"Weisheit ist nicht das Ergebnis der Schulbildung, sondern des lebenslangen Versuches, sie zu erwerben"
Albert Einstein



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
ZweitStudent
Neu Letzter Besuch: im letzten Quartal
Dabei seit: 28.05.2020
Mitteilungen: 2
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2020-05-28


Bin auch sehr an Austausch zu dem Thema interessiert. :) Bei Interesse auch gerne via LinkedIn oder ähnlichem.



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
AnnaKath
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 18.12.2006
Mitteilungen: 3318
Aus: hier und dort (s. Beruf)
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, vom Themenstarter, eingetragen 2020-05-28


Hallo zusammen,

anlässlich eines konkreten, beruflichen Problems habe ich diesen Thread eröffnet, dann aber - zugegeben - aufgrund einer genauso praktischen Klärung das dringende Interesse verloren.

Nun "poppte" dieser Faden also noch einmal auf...

Ich starte die Diskussion einmal kontrovers:
(Hintergrund siehe unten)

Cloud-Technologie hat genau zwei bis drei Vorteile (jaja, unmathematisch):
* Die anbietenden Unternehmen profitieren davon, dass es ein Oligopol in diesem Marktsegment gibt
* Mitarbeiter, die diesen Skill ihrem Lebenslauf hinzufügen können, sind ohnehin auf dem Weg dahin, aber benötigen diese "Fähigkeit" für ihren Absprung.
* Das alles klappt nur, weil Entscheidungsträger ohnehin keine Ahnung von IT haben.

Bitte erläutert mir doch gerne die Vorteile!

lg, AK.

Zum Hintergrund der Verbitterung: Ich arbeite in einem Unternehmen, welches zwar sehr viel der IT bedarf, aber einen fachlichen Hintergrund hat. Nichts, rein gar nichts (ausser Instabilität, Angewiesenheit auf Dritte und horrende Kosten) reizt mich derzeit an "Cloud-Technologie".
Vielleicht hilft es zu wissen: Ein Großteil "unserer" (nicht unbedingt in meinem Unternehmen, aber bei unseren Kunden) Software läuft auf unglaublich stabiler Mainframe-Architektur aus den Neunzigern (AS/400 etc.); und auch mein Unternehmen kennt den Kundenwunsch, dass 100% Verfügbarkeit Priorität hat.
Es darf also keine obsolescence bei Browsern (...), OS oder irgendwas geben. Keine Nichtverfügbarkeit wegen "kommt schon mal vor" oder "oh, war gerade kein Speicher da"...



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
thureduehrsen
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 13.11.2007
Mitteilungen: 562
Aus: Kiel, Deutschland
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2020-05-28


Hallo AnnaKath,

"Cloud-Technologie": das ist alles und nichts.

Ein verteiltes git-Repository nutzt auch Cloud-Technologie, meinem Verständnis nach, weil jeder Rechner, der es einmal geklont hat, die Rolle des zentralen Servers übernehmen kann.

Der schlagende Vorteil ist für mich die Ausfallsicherheit (von automatischem Failover und anderen Schmakazien habe ich aber keine Ahnung).

In welche Richtung soll diese Diskussion gehen?
Von welcher Art von Software sprechen wir?

mfg
thureduehrsen



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Stefan_K
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 13.07.2005
Mitteilungen: 4349
Aus: Hamburg
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2020-05-29


Moin!

"Cloud" ist ja erstmal nur eine Abstraktion: die eigentliche Hardware ist verborgen, es gibt nur Schnittstellen, wie HTTPS.

Hinter der Schnittstelle, im "Nebel" verborgen, steckt oft erstmal ein Lastverteiler (Load balancer), der die (vielleicht Millionen) Aufrufe nach hinten auf viele Maschinen verteilen kann. Es wird verteilt nach Last (Millionen Zugriffe auf X Server) und nach Ort (Kontinent). Letzteres wegen Geschwindigkeit und Ausfall-Sicherheit-Alternativen.

Hinten versteckt können virtuelle Maschinen laufen, oder sogar nur "Container" für Applikationen auf virtuellen Maschinen. In Sekunden (oder Sekundenbruchteilen) können Container und Server gestartet und beendet werden, um mit dem Bedarf zu skalieren. Beispielsweise kann bei LaTeX in der Cloud für tausende Nutzer bei jedem Übersetzen ein komplettes separates TeX-System je als eigener Container gestartet und anschließend sofort verworfen werden. Sicherheit, Kapselung, Wartbarkeit, Skalierbarkeit, Kostenreduktion und niedrigstmöglicher und messbarer Verbrauch für Abrechnung sind hier Vorteile.

Das muss nicht im Internet liegen. Eine Cloud kann auch in eigenen Rechenzentren laufen. Das Auslagern (an Cloud-Provider) hat aus vieler Sicht Vorteile, man gibt nur die Kontrolle sehr ab, muss dafür aber dann aber keine Rechenzentren aufwändig selbst betreiben (oder nur für interne Kernsysteme, die mit der Cloud hintenrum und gesichert sprechen).

Bei den Kunden mit den Mainframes kann es beispielsweise so aussehen:
  • Die Cloud betreibt eine Webseite (Buchungssystem etc.), die Abermillionen von Zugriffen verkraften kann durch verteilte Server und Speicher weltweit und entsprechend schnell und ausfallsicher: das ist, was die Endkunden sehen.
  • Die Mainframes im eigenen Rechenzentrum beherbergen die sensiblen Datenbanken. Zwischen Cloud und Mainframes bestehen gesicherte verschlüsselte Verbindungen samt Firewall. Alles (Mainframes, Firewalls, VPNs, Cloud-Netze, verschiedene Provider auf getrennten Wegen) mehrfach vorhanden für Ausfallsicherheit.

Stefan



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
AnnaKath
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 18.12.2006
Mitteilungen: 3318
Aus: hier und dort (s. Beruf)
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, vom Themenstarter, eingetragen 2020-05-29


Huhu zusammen,

vielen Dank für euer Feedback.

Natürlich habe ich eine vage Vorstellung davon, was Cloud-Technologie ist und mir ist auch klar, inwiefern diese für einen kleinen Mittelständler etc. enorme Vorteile (bzgl. Verfügbarkeit und Wartungskosten) hat.

Vielleicht werde ich etwas konkreter (sofern das möglich ist). Das Unternehmen, in das ich ein wenig Einblick haben darf, ist ein großes und multinationales mit IT-Budgets im Millardenbereich und einer fünfstelligen Zahl von ITlern. Das ist also keine Klitsche.

In den 90ern hat es die Software seiner Kernfunktionalität in vier weltweit verteilten und mehrfach redundanten Rechenzentren (auf Mainframe-Basis) verteilt. Natürlich hat auch dieses Unternehmen (wohl billigere?) Serverfarmer für nicht ganz so kritische Funktionalität und da verstehe ich durchaus, warum dieses jetzt in eine externe Cloud (eines der grossen Anbieter) ausgelagert wird.

Seit zwei Jahren arbeiten die Kollegen allerdings auch daran, die Kernprozesse in eine solche Clound auszulagern.
Während die Mainframe-Welt über 20 Jahre ohne eine einzige Sekunde Downtime lief (in einem recht beeindruckenden - internen - "Werbevideo" haben Mitarbeiter mal eine Platine mit zwei Prozessoren aus einem der Rechner einfach rausgenommen ohne dass es zu Beeinträchtigungen kam...), ist seit zwei Jahren dieses Unternehmen durch ständige Probleme in der Branche unrühmlich bekannt geworden.
Die IT-Systeme stehen immer mal wieder nicht zur Verfügung, die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist katastrophal (langsam) und von den Bedenken sensible Daten eines europäischen Unternehmens auf US-amerikanisch kontrollierten Servern zu lagern will ich gar nicht sprechen.

Meine Frage ist nun: Wie konnte das Board dieses Konzerns diese Entscheidung treffen? Man hat ein stabiles, funktionierendes System ausgetauscht gegen ein zwar funktionierendes, aber deutlich weniger leistungsfähiges. Zumindest bisher hat sich keineswegs eine Kostenersparnis eingestellt.

Was waren also die Gründe für diese Entscheidung?

Hat bloss kein Mensch "Lust" sich mit DB/2 und REXX (ich weiss nicht, ob das wirklich genutzt wird, ich nehme das nur mal als Beispiel...) zu beschäftigen? Ist das zu unsexy? (Der IT-Vorstand hat im Übrigen unmittelbar nach Abschluss der Transformation das Unternehmen verlassen und ist zu einem Konkurrenten gewechselt...)

Wird die Mainframe-Welt wirklich nicht mehr unterstützt? (Was ich bezweifele, das ist sicher auch nur eine Frage des Geldes).

Oder hat sich hier jemand (oder eine Gruppe von Menschen) lediglich ein Denkmal setzen wollen und ihre CVs aufgebessert? (Ich gebe zu, das ist polemisch).

Zugegeben, bin ich durch dieses Beispiel kritisch; ich würde mich aber gerne eines besseren belehren lassen und mir erklären lassen, warum dies trotzdem ein notwendiger Schritt ist. Muss ich also damit rechnen, dass auch die anderen Unternehmen der Branche diesen Schritt gehen werden? Müssen wir also davon ausgehen, dass die angebotenen Produkte eben weniger zuverlässig sein werden oder ist hier noch eine Entwicklung zum Besseren zu erwarten?

Vielleicht versteht ihr meine Motivation nun besser und könnt mir konkretere Einschätzungen geben. Das würde mich jedenfalls sehr freuen!

Herzlichen Dank und lg,
AK.



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Stefan_K
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 13.07.2005
Mitteilungen: 4349
Aus: Hamburg
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2020-05-30


Ich kann mir vorstellen, dass das Board dieses Konzerns nicht so informiert wurde, dass Risiko von Ausfällen und Performance-Einbußen besteht (aufgrund von Fehleinschätzungen z.B.)

Es wurde vielleicht nicht das beste, sicherste und umfangreichste Produkt gewählt, sondern ein womöglich effektiv erscheinendes (günstiges) was nicht performte, und nicht gut genug getestet und migriert.

Vermutlich liegt es weniger an der Cloud als solches, da deren Inhaber damit excellent performen, z.B. Amazon AWS, IBM Cloud, Microsoft Azure. Vermutlich lief Amazon (z.B.) super, aber die auf AWS selbstgebastelte virtuelle Serverfarm-Applikations-Architektur womöglich nicht. Für die (gern komplexe) Architektur mit Loadbalancern, Storage-Servern, Datenbankservern, Webservern, Reverse Proxies o.ä. ist man eher selbst verantwortlich. Wenn man einen Großrechner ersetzen will, braucht man viele virtuelle Maschinen in der Cloud und eine sichere Lastverteilung und Verwaltung.

Das Ersetzen eines Großrechners (ein dickes Stück super Hardware an einem Ort) durch eine Cloud-Architektur bietet schon Vorteile, wie Kapseln einzelner Funktionen und Verteilen auf viele Instanzen an verschiedenen Orten und obengenanntes. Nur muss man es richtig aufbauen und Anfälligkeiten vermeiden, wie z.B. viele Server zu haben aber nur einen Loadbalancer, einen zentralen Switch, nur eine Firewall oder keine redundanten Leitungen oder keine Georedundanz. Und selbst wenn man hardware-redundante Systeme hat, wie Firewall-Cluster, Loadbalancer-Cluster, virtuell zusammengeschaltete Switche, kann immer noch das jeweilige System als solches ausfallen, wenn man keine voneinander unabhängigen Funktionen hat.

Da hat vielleicht jemand viel versprochen und nicht solide genug umgesetzt.

Stefan



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
AnnaKath
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 18.12.2006
Mitteilungen: 3318
Aus: hier und dort (s. Beruf)
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, vom Themenstarter, eingetragen 2020-05-30


Huhu Stefan,

vielen Dank für Deine Einschätzung. Es gefällt mir, dieses Thema zu noch ein wenig zu vertiefen.

Du sagst also, dass eine Cloud-Architektur prinzipiell durchaus in der Lage ist, die Aufgabe der Großrechner wahrzunehmen. Nun, das ist der Matheplanet, und im Sinne purer Logik unterschreibe ich das natürlich sofort. Mich interessiert allerdings eher der praktische Aspekt, d.h. kann man unter realen Umständen dies wirklich erreichen.

Ich entnehme Deinen Ausführungen, dass Du denkst, dass dies trotzdem möglich gewesen wäre, aber vermutlich eben schlicht nicht vollständig/kompetent umgesetzt wurde.
Dies ist sicher möglich; man hat hier ein ähnliches Phänomen vorliegen, wie es auch bei Elbphilharmonien, Toll Collect und anderen Großprojekten immer wieder auftritt.

Auch wenn es nun den Bereich der Technik teilweise verlässt, frage ich mich in dem konkreten Falle, ob die Menschen, die die Entscheidung trafen, entweder von Microsoft (im konkreten Falle ist es eine Azure-Cloud) oder der eigenen IT bewusst getäuscht wurden, die eigenen Projektmanager und ITler schlicht unfähig waren (was bei einem Konzern dieser Größe in der Regel dann doch zu einem Austausch der betreffenden Personen geführt haben sollte...) oder ob eine solche gigantische Migration schlicht praktisch nicht ohne Reibungsverluste zu realisieren ist.

In den ersten beiden Fällen handelte es sich um eine typische Prinzipal-Agent-Situation, wie sie leider tausendfach in der Realität auftritt, das kann man zwar bedauern, aber der Fehler liegt dann sicher bei der Geschäftsleitung, dass sie hier keine ausreichende Vorsorge getroffen haben. Den letzten Fall würdest Du also ausschliessen, gut, dann nehme ich das mal so hin.

Wenn also die Technik prinzipiell geeignet (oder sogar überlegen) ist; die gesamte IT (bei dieser Größenordnung) wohl nicht nur aus unfähigen Narren besteht, so ist meine polemische These vom Beginn der erneuten Diskussion also wohl gar nicht so falsch.
Jemand, der die Konsequenzen nicht zu tragen hat und der weiss, dass seine Handlungen und Erklärungen gar nicht oder nur ungenügend von denen, die schliesslich "die Rechnung zu bezahlen haben", bewertet werden können, hat ein Projekt gepusht. Entweder hat man ihn ungenügende oder ungeeignete Ressourcen zur Verfügung gestellt oder er hat dies ziemlich bewusst getan (oder zumindest das mangelhafte Ergebnis billigend in Kauf genommen).

lg, AK



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
Stefan_K
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 13.07.2005
Mitteilungen: 4349
Aus: Hamburg
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2020-05-30


2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
Du sagst also, dass eine Cloud-Architektur prinzipiell durchaus in der Lage ist, die Aufgabe der Großrechner wahrzunehmen.

Definitiv. Beispielsweise bedient Facebook (einschließlich Messenger, WhatsApp und Instagram) über eine Milliarde aktive Nutzern täglich und damit vllt. Billionen von Verbindungen (Web, Storage, Datenbanken, Push-Nachrichten, viele pro Nutzer pro Aktion und täglich). Sie haben keine paar Großrechner. Letzter mir bekannter Stand war, dass sie (inkl. ihrer Unterbereiche) mindestens 15 Rechenzentren betreiben und darin Server in mindestend sechsstelliger Zahl (letzte Schätzung die ich las).

Sie haben ihre eigene Cloud anscheinend sehr solide aufgesetzt.

Ähnliches gilt für Amazon. Sie haben eine betriebssichere Cloud aufgesetzt für ihren eigenen Verkauf. Da sie erheblichen Aufwand betrieben hatten, boten sie Mitnutzung für Externe an, so entstand die Amazon-Cloud.

2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
kann man unter realen Umständen dies wirklich erreichen.

Es gibt ja reale Unternehmen, die erfolgreich auf die Cloud setzen, also kann man es erreichen. Wie oft ist der Amazon Webshop ausgefallen in den letzten Jahren?


2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
Ich entnehme Deinen Ausführungen, dass Du denkst, dass dies trotzdem möglich gewesen wäre, aber vermutlich eben schlicht nicht vollständig/kompetent umgesetzt wurde.

Wer weiß, ich kann ich nicht hellsehen. :-) Es ist nicht so simpel wie einige Server plus Loadbalancer zu mieten. Man sollte für alle erdenklichen Ausfälle durch voneinander unabhängige sich gegenseitig ersetzende Systeme und Teilsysteme abgesichert sein.

2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
man hat hier ein ähnliches Phänomen vorliegen, wie es auch bei Elbphilharmonien, Toll Collect und anderen Großprojekten immer wieder auftritt.

Wobei es hier vielleich sogar einfacher ist, man kann schrittweise entwickeln, aufbauen, migrieren. Entwicklungs-Cloud, Test-Cloud, Produktiv-Cloud, und ganz vorsichtig in Schritten in diesen Teilen Services produktiv bringen, vielleicht sogar parallel zum Altsystem betreiben, bis es ganz sicher funktioniert.


2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
frage ich mich in dem konkreten Falle, ob die Menschen, die die Entscheidung trafen, entweder von Microsoft (im konkreten Falle ist es eine Azure-Cloud) oder der eigenen IT bewusst getäuscht wurden, die eigenen Projektmanager und ITler schlicht unfähig waren (was bei einem Konzern dieser Größe in der Regel dann doch zu einem Austausch der betreffenden Personen geführt haben sollte...)

Oder man hat sich in einigen Punkten geirrt oder hatte zu geringes Budget oder zuwenig Erfahrung.

Auf Ausschreibungen hin wählt man halt auch oft die günstigste Lösung, die gut genug scheint. Wer das dann umsetzt, kann sich zunächst nur im vereinbarten (möglichst niedrig angebotenen) Rahmen bewegen.

2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
oder ob eine solche gigantische Migration schlicht praktisch nicht ohne Reibungsverluste zu realisieren ist.

Dem kann man mit Aufwand vorbeugen. Gründlich testen (alle erdenklichen Ausfallszenarien) und in kleinen Schritten migrieren.

2020-05-30 13:29 - AnnaKath in Beitrag No. 11 schreibt:
Wenn also die Technik prinzipiell geeignet (oder sogar überlegen) ist;

Gut und erfolgreich gemacht, ist sie überlegen, denke ich. Daher verlassen sich die größten IT-Unternehmen auf eigene Clouds, große Rechenzentren mit kleinteiligen Servern und Netzwerken in einer durchdachten Architektur.

Sowas zu erbauen, wenn ein Cloud-Anbieter erstmal nur beliebig viele Server und Netzwerk bereitstellt und den Rest macht man selber, das ist nicht einfach.

Stefan



Eine Notiz zu diese Forumbeitrag schreiben Notiz   Profil  Quote  Link auf diesen Beitrag Link
AnnaKath hat die Antworten auf ihre/seine Frage gesehen.
Neues Thema [Neues Thema] Antworten [Antworten]    Druckversion [Druckversion]

 


Wechsel in ein anderes Forum:
 Suchen    
 
All logos and trademarks in this site are property of their respective owner. The comments are property of their posters, all the rest © 2001-2020 by Matroids Matheplanet
This web site was originally made with PHP-Nuke, a former web portal system written in PHP that seems no longer to be maintained nor supported. PHP-Nuke is Free Software released under the GNU/GPL license.
Ich distanziere mich von rechtswidrigen oder anstößigen Inhalten, die sich trotz aufmerksamer Prüfung hinter hier verwendeten Links verbergen mögen.
Lesen Sie die Nutzungsbedingungen, die Distanzierung, die Datenschutzerklärung und das Impressum.
[Seitenanfang]