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Aktuelles und Interessantes » Tagesgespräch » Didaktik-Institut gegen Lernvideos
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Schule Didaktik-Institut gegen Lernvideos
Gerhardus
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 22.09.2010
Mitteilungen: 380
Aus: Wetterau
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2019-07-28


Am 25.7.2019 schrieb Anna Vollmer einen Artikel in der FAZ über die Lernvideos des Mathelehrers Kai Schmidt in seinem Youtube-Kanal „Lehrer Schmidt“ (170000 Abonnenten).

Die 3 bis 5 Minuten langen Videos sind sehr beliebt, was die Mathematikdidakterin und Dekanin der School of Education an der TU München Kristina Reiss wundert aufgrund "negativer Erfahrungen mit Videos", die noch passiver seien als Frontalunterricht. Ihr Institut setze auf interaktive Methoden, z. B. auf ein E-Book über Bruchrechnen, wo Lernende virtuell Dinge tun, "die sie auch ein der analogen Welt tun würden – eine Pizza teilen zum Beispiel". Eigentätigkeit sei zentral.

Youtube präsentiert zahllose Erklärvideos, aber welche Videos sind korrekt und wirklich gut?
Kai Schmidt wünscht eine Art Qualitätssiegel oder eine Lernplattform mit Qualitätskontrolle für die Videos. A. Vollmer: "Weder Schmidt noch Reiss glauben, dass Jugendliche in der Lage sind, zu bewerten, welches Video ihnen korrekte Inhalte vermittelt."

Der Artikel gibt einen Eindruck, wie Schulmathematik funktioniert und warum Didaktik-Institute leider gegen Lernvideos sind. Leider ist er kostenpflichtig im FAZ-Archiv fazarchiv.faz.net.



-----------------
"Zu glauben, es gebe nur eine Wahrheit, ist von allen Illusionen die Gefährlichste." (Paul Watzlawick)



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stpolster
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 27.03.2014
Mitteilungen: 1037
Aus: Chemnitz
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2019-07-28


Die Videos von "Lehrer Schmidt" sind, sagen wir es nett, schlecht.
Ein Beispiel:
Wie löst "Lehrer Schmidt" $x^2- 4 = 0$?
Natürlich mit der p-q-Formel! Auf die Idee umzustellen und die Wurzel zu ziehen, kommt er nicht.
Diese Beispiele gibt es genügend.

Unabhängig davon ist der mathematisch Inhalt der Veröffentlichungen der Didaktikerin, nun sagen wird es sehr nett, schlecht.

LG Steffen



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Nuramon
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 23.01.2008
Mitteilungen: 1630
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2019-07-28


Hallo,

interessant.

2019-07-28 11:30 - Gerhardus im Themenstart schreibt:
"negativer Erfahrungen mit Videos", die noch passiver seien als Frontalunterricht.
Zugegeben mit Videos über Schulmathematik habe ich praktisch gar keine Erfahrung, aber die Mathematikvideos, die ich mir auf Youtube (wenn auch eher zu Unterhaltungs- als zu Lernzwecken ansehe ) sind in der Regel von ziemlich guter Qualität.

Vorrangig denke ich dabei an Kanäle wie Numberphile, 3Blue1Brown oder Mathologer. Videos von blackpenredpen oder MindYourDecisions sind glaube ich besser vergleichbar mit den Videos, die im Artikel angesprochen werden, aber auch die empfinde ich nicht als passiv.

Ein großer Vorteil von Videos ist, dass man sie pausieren kann, oder zurückspulen oder gegebenenfalls auch schneller abspielen kann. Die Person im Video wird einem dabei auch nicht böse, wenn man sie einen Satz fünfmal wiederholen lässt, bis man ihn versteht.

Der Punkt "Eigentätigkeit" sollte doch großteils von Hausaufgaben abgedeckt sein. Ohne irgendwelche Statistiken zu kennen, würde ich darauf tippen, dass Schüler sich solche Videos als Ergänzung ansehen, weil sie ihnen helfen die Hausaufgaben zu lösen. Oder gibt es im heutigen Schulalltag keine Hausaufgaben mehr, mit all dem Nachmittagsunterricht?

Eine Qualitätskontrolle wäre sicher toll. Wird in dem Artikel noch mehr dazu gesagt, wie eine solche konkret ablaufen könnte?


[Die Antwort wurde vor Beitrag No.1 begonnen.]



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xiao_shi_tou_
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 12.08.2014
Mitteilungen: 1163
Aus: Bonn
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2019-07-28


Er erklärt nur triviale Dinge und möglicherweise nicht immer perfekt, aber wenn man sich die Kommentare anschaut sieht man, dass er Menschen damit hilft und darauf kommt es dabei an.

Im Allgemeinen gibt es schon sehr gute Mathevideos auf Youtube aber eben auch schlechte.
Ob man lieber aus einem Buch, oder aus einem Video oder sonstwie lernt ist doch jedem selbst überlassen!?



-----------------
”己所不欲,勿施于人“(Konfuzius)
PS: Falls ich plötzlich aufhöre in einem Thread zu antworten, dann kann es sein, dass ich es vergessen habe. Ihr könnt mir in diesem Fall eine Private Nachricht schicken.



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hgseib
Aktiv Letzter Besuch: im letzten Quartal
Dabei seit: 04.04.2019
Mitteilungen: 172
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2019-07-28


Hallo

die gleiche Diskussion wie schon 100.000mal geführt, nur mit anderen Variableninhalte.

Ich verrate den Videogegnern mal ein Geheimnis: 'Es gibt auch schlechte Lehrkräfte und es gibt auch schlechte Bücher.' Soll man jetzt auf alle Lehrkräfte und Bücher verzichten? Und wer bitteschön bestimmt, was 'gut' und was 'schlecht' ist?

Wir Hessen haben auch dafür einen Spruch: "Jedem Narr gefällt sei' eigen Kapp". Hochdeutsch: Jeder Idiot hält seine eigene Kopfbedeckung für die einzig wahre und richtige. Und alle anderen sind demnach vollkommen schlecht und ungeeignet.


Ich lerne gerade den Mastermorphix. Dazu habe ich ein Video. Das ist so schlecht erklärt ... aber nach dem 30sten mal ansehen, jetzt hab ich's. Also kann das Video doch nicht so schlecht sein?

Jeder Mensch hat andere Talente und Fähigkeiten. Was den einen vollkommen logisch erscheint ist den anderen 'ein Buch mit sieben Siegeln'. Und es gibt keine Didaktik, die für alle Menschen gleich gut funktioniert.

Was es aber leider immer wieder gibt sind Menschen, die es offensichtlich nicht ertragen können, wenn es etwas gibt, das nicht sie bevormundet haben.

Schlechte Videos guckt sich keiner an. Dazu braucht es keine Sittenwächter. Das regelt sich von alleine. Und negative Beispiele dienen auch zum Lernen ;-)

mfg



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Gerhardus
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 22.09.2010
Mitteilungen: 380
Aus: Wetterau
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, vom Themenstarter, eingetragen 2019-07-28


Im Artikel steht nichts, wie die Qualität der Lernvideos geprüft werden kann. Dazu müsste eine Institution geschaffen werden. Das Interesse der Didaktik-Institute fehlt anscheinend.
Ich selbst habe keine Zeit, Lernvideos anzuschauen. Deshalb kann ich auch keine empfehlen. Ich halte sie aber für sinnvoll, wenn sie korrekt sind.
Zwischen Unterricht und Lernvideo gibt es Unterschiede. Während des Unterrichts ist die Konzentrationsfähigkeit der Schüler oft gestört. Das Video startet der Schüler, wenn er sich konzentriert fühlt und er kann es beliebig oft wiederholen, wenn er etwas nicht verstanden hat. Der Nachteil des Videos ist, dass nur ein Beispiel gerechnet wird und der Schüler das Beispiel verallgemeinern muss. Das Verallgemeinern von Beispielen gelingt oft, auch wenn es manchmal schief geht.

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.3 begonnen.]



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Ehemaliges_Mitglied
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2019-07-28

\(\begingroup\)\( \usepackage{tikz-3dplot}\)
Erst heute morgen habe ich mir Klimaanlage - Stromkosten angeschaut.

Im Rechenteil musste ich mich fragen: Warum müssen so viele Leute immer seltsame Eigenschreibweisen, auch für klare Sachen, verwenden.
$980\text{W} \cdot 1\text{h} \longrightarrow 980\text{Wh}$    oder   $1\text{kWh} \stackrel{\wedge}{=} 1000\text{Wh}$.
Das ist sehr schlechter Notationsstil, den dann die Schüler übernehmen.

Ansonsten finde ich, dass die Rechnung hier nicht das Interessante daran ist; denn:

· Das Gerät hat eine Leistung, etwa 1000W. Diese Angabe steht meist auf einem Typenschild am Gerät, im Handbuch oder pralerisch auf der Verpackung.
 Sowas wissen Schüler nicht unbedingt, wie man sich diese Information beschafft.

· Elektrische Leistungen kann man auch mit einem Leistungsmesser messen (was Schmidt ja macht).
Darauf wäre ich eingegangen - viele Schüler wissen nicht, dass es so ein Gerät gibt.

· Ansonsten zur Rechnung: Viel interessanter ist, dass man sowas auch schnell und richtig überschlagen kann.
Das Gerät hat nach Messung oder Angabe rund 1000 W = 1kW.
Damit kostet der Betrieb den vollen Preis einer Kilowattstunde pro Stunde. Sind das 30ct/kWh, kosten 10 Betriebsstunden 3€ je Tag.
Hier würde ich darauf eingehen, was das bedeutet:
Bei 100 Sommer-Betriebstagen im Jahr sind das 300€.
Also eine Erhöhung der Stromrechnung von 300€ : 12 Monate = 25 €/Monat.  


ABER:



Die Debatte sollte gar nicht die Person Lehrer Schmidt, auch nicht die inhaltliche Qualität seiner Videos oder ob es da Besseres oder Schlechteres gibt!
Die Videos sind teils skuril, teils gut, im Durchschnitt ok.

Die eigentliche Debatte sollte sein:

Warum beschränken sich Schüler nicht auf diesen Kompetenzen usw. Hokuspokus

2019-07-28 11:30 - Gerhardus im Themenstart schreibt:
Die 3 bis 5 Minuten langen Videos sind sehr beliebt, was die Mathematikdidakterin und Dekanin der School of Education an der TU München Kristina Reiss wundert aufgrund "negativer Erfahrungen mit Videos", die noch passiver seien als Frontalunterricht. Ihr Institut setze auf interaktive Methoden, z. B. auf ein E-Book über Bruchrechnen, wo Lernende virtuell Dinge tun, "die sie auch ein der analogen Welt tun würden – eine Pizza teilen zum Beispiel". Eigentätigkeit sei zentral.

der ja laut Urteil namhafter Experten das Nonplusultra sein soll, sondern gehen ins Internet und holen sich Informationen im verhassten passiv-frontal Stil?
Das dürfte ja der Theorie nach nicht notwendig sein...

Aber diese selbstkritische Frage wird natürlich nicht gestellt, stattdessen wird sich ein Internetlehrer rausgepickt und auf dem wird jetzt rumgehackt.



[Die Antwort wurde nach Beitrag No.3 begonnen.]
\(\endgroup\)


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Wally
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Aus: Dortmund, Old Europe
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2019-07-28


Kennt irgendjemand halbwegs seriöse Studien,  die den Lernerfolg von E-Learning und Präsenslernen vergleichen?

Wally



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Gerhardus
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Aus: Wetterau
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, vom Themenstarter, eingetragen 2019-07-29


Ich glaube, es geht nicht um ein Vergleichen, was besser ist, sondern darum, ob E-Learning eine sinnvolle Ergänzung ist, um Defizite auszugleichen. Letztlich können das nur die Schüler beantworten. Das Echo auf Youtube ist vielleicht nur die halbe Wahrheit und von persönlichen Gefühlen abhängig.
Wenn es eine Institution in der Art der Stiftung Warentest gäbe, die Lernvideos oder E-Tools wie bettermarks oder Sofatutor testet und bewertet, könnte ich Nachhilfeschülern Empfehlungen geben. Solche Tests sind für mich viel zu zeitaufwendig und bei den kostenpflichtigen Tools auch zu teuer.
Ein Freund von mir hatte mal seinem Enkel (8. Schuljahr) ein Abo bei Sofatutor geschenkt, dem das aber nicht gefiel und der das dann nicht benutzt hat.
Ich sehe die Didaktik-Institute in der Pflicht, diese Bildungselemente zu prüfen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Aber dort herrscht Desinteresse.  



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Ehemaliges_Mitglied
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, eingetragen 2019-07-29


2019-07-28 23:16 - Wally in Beitrag No. 7 schreibt:
Kennt irgendjemand halbwegs seriöse Studien, die den Lernerfolg von E-Learning und Präsenslernen vergleichen?

Das wäre natürlich dem Deutschen das Liebste, wenn da irgendwer mit Rang und Namen kommt und ein Zertifikat ausstellt.

Faktum ist, dass Schüler nahezu ohne Ausnahme sich die Tagesinhalte online nacherklären lassen, und das geschieht im passiven Frontalunterricht-Stil, frei von pädagogischen Psychospielchen und dergleichen.
Das sagt ja selbst der vll. bekannteste "Mathe mit Daniel Jung" in einem Interview: Er unterrichtet es einfach so wie es vor 100 (50?) Jahren unterrichtet wurde.



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traveller
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2019-07-29


2019-07-28 14:10 - Gerhardus in Beitrag No. 5 schreibt:
Der Nachteil des Videos ist, dass nur ein Beispiel gerechnet wird und der Schüler das Beispiel verallgemeinern muss. Das Verallgemeinern von Beispielen gelingt oft, auch wenn es manchmal schief geht.

Meiner Meinung nach die grösste Gefahr dieser Videos, und ich bin nicht überzeugt, dass das Verallgemeinern "oft" gelingt. Gerade diese überaus beliebten simpleclub-Videos mit ihrem unsäglich pubertären Humor setzen auf einfache Beispiele, welche den Schülern ein kurzfristiges Erfolgserlebnis bieten und ihnen die Illusion geben, das Konzept verstanden zu haben, dabei verstehen sie gerade mal das Beispiel.

Ansonsten: Ich glaube nicht, dass Lernvideos etwas "besseres" verdrängen. Würden Schüler ohne Lernvideos in ein Buch schauen? Wohl kaum. Schauen sie freiwillig Lernvideos? Es scheint so. Also gilt wohl "besser als gar nichts".



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Wally
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Aus: Dortmund, Old Europe
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, eingetragen 2019-07-29


Ich dachte nicht daran, Videos als Ersatz für irgendwas zu nehmen.

Es könnte ja sein, dass mal irgendwo zwei vergleichbare Vorlesungen gehalten wurden, einmal mit und einmal ohne Videos als Zusatzangebot.
Und dass man dann die Kausurergebnisse verglichen kann.

Wally



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PrinzessinEinhorn
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2019-07-29


Es gibt doch seit längerem die Idee des Inverted Classroom.

Seine (Christian Spannagel) Erfahrungen teilt er wohl über seinen Blog mit, dessen Einträge ich nicht gelesen habe und der wohl auch nicht mehr gepflegt/aktualisiert wird. (Der letzte Beitrag wurde wohl im Oktober 2017 veröffentlicht)

Jeder der deutschsprachige Mathematikvideos auf Youtube guckt, kennt wohl die Videos von Jörn Loviscach und Christian Spannagel.

Ich habe diese selber im Abitur gerne gesehen und es war mein erster Kontakt zur höheren Mathematik.
Wie auch die online abrufbaren Vorlesungen der Uni Tübingen.



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, eingetragen 2019-07-29


2019-07-29 15:03 - Wally in Beitrag No. 11 schreibt:
Ich dachte nicht daran, Videos als Ersatz für irgendwas zu nehmen.

Es könnte ja sein, dass mal irgendwo zwei vergleichbare Vorlesungen gehalten wurden, einmal mit und einmal ohne Videos als Zusatzangebot.
Und dass man dann die Kausurergebnisse verglichen kann.

Wally

Wobei sich dann noch die Frage nach Aufwand und Nutzen stellt.
In einer genügend großen Gruppe wird schon irgendwer vom Video profitieren. Zumindest der, der während der Vorlesung krank (schlafend, betrunken, ...) im Bett lag.
Ist das die Arbeit wert, die man zusätzlich in ein Video investieren muss?

Ich würde noch (ohne mich mit der Materie wirklich auszukennen) die Frage stellen, wie viele Lehr-Videos als "Alibi-Handlung" angeschaut werden.
Zu meiner Zeit war das immer das Kopieren der Mitschrift und das Ausleihen von Büchern ("Ich war nicht in der Vorlesung, aber ich habe mir schon die Mitschrift kopiert und ein Buch aus der Bibliothek geholt..."). Da hatte man gleich das angenehme Gefühl, einen Schritt in die richtige Richtung getan zu haben, ohne dass das viel Anstrengung gekostet hätte.

EDIT: Ich wurde darauf hingewiesen, dass es hier um Schule geht und nicht um Vorlesungen in der Hochschule. Dadurch verschiebt sich etwas der Fokus, an der Argumentation ändert sich aber nichts prinzipielles.

Es gibt Schüler, denen die Videos helfen. Die hohe Zahl von Nutzern erklärt sich erstmal aus der leichten und praktisch kostenlosen Verfügbarkeit von YouTube. Das ist bei didaktisch besserem Material in der Regel nicht der Fall (kostenpflichtig, nur ausgewählte Themen, schwerer zu finden).
Wie viele Nutzer sich die Videos als Alibi-Handlung ansehen ist unklar.



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Gerhardus
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 22.09.2010
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Aus: Wetterau
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, vom Themenstarter, eingetragen 2019-07-30


Der FAZ-Artikel steht jetzt auf  F+-Seite www.faz.net/aktuell/politik/inland/lehrer-schmidt-gibt-mathenachhilfe-auf-youtube-16302062.html (Details sind kostenpflichtig). Die F+-Seiten werden für 30 Tage kostenfrei zum Test angeboten.
Laut Titel geht es nur um die Lernvideos auf Youtube. Interessant fand ich die Meinung von Kristina Reiss zu den Lernvideos generell. Dass Videos passiver seien als Frontalunterricht hat sie so begründet, dass selbst beim schlechtesten Unterricht jemand mal eine Zwischenfrage stelle.



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.15, eingetragen 2019-07-30


2019-07-28 11:30 - Gerhardus im Themenstart schreibt:
Der Artikel gibt einen Eindruck, wie Schulmathematik funktioniert und warum Didaktik-Institute leider gegen Lernvideos sind.

Ich habe den Artikel nicht gelesen, aus dem bisher Gesagten entnehme ich, dass Videos dort kritisiert werden. Ist die Aussage "Didaktik-Institute sind gegen Lernvideos" Deine Interpretation oder steht das dort irgendwo?



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Gerhardus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.16, vom Themenstarter, eingetragen 2019-07-31


Das ist meine Interpretation, wie die Journalistin A. Vollmer die Reaktion von K. Reiss darstellt. Nach der Darstellung der Arbeit von Schmidt stellt sie K. Reiss u.a. als Dekanin vor und schreibt: "... Kristina Reiss wundert sich, dass viele Schüler so begeistert von Erklärvideos sind. In der Forschung hat die Professorin für Didaktik der Mathematik ... eher negative Erfahrungen mit diesem Format gemacht ..." Ob A. Vollmer die Professorin richtig oder missverständlich widergegeben hat, kann ich nicht beurteilen.
Die leitende Funktion habe ich zum Didaktik-Institut verkürzt. Streng genommen müsste im Titel statt Didaktik-Institut "Kristina Reiss gegen Erklärvideos" stehen.



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AlphaSigma
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.17, eingetragen 2019-07-31


Hallo,

auf BR-alpha gibt es ein älteres Interview mit Kristina Reiss von 2012 im alpha-Forum. Darin geht es nicht um Lernvideos, sondern allgemein um Mathematik und das Lernen von Mathematik. Meiner Meinung nach argumentiert Kristina Reiss dort überwiegend sachlich, objektiv und nicht dogmatisch. Kristina Reiss im Gespräch mit Petra Herrmann
Das Interview kann man im pdf-Format herunterladen.



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Kitaktus
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Dabei seit: 11.09.2008
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.18, eingetragen 2019-08-01


2019-07-31 21:46 - Gerhardus in Beitrag No. 16 schreibt:
Das ist meine Interpretation, wie die Journalistin A. Vollmer die Reaktion von K. Reiss darstellt. Nach der Darstellung der Arbeit von Schmidt stellt sie K. Reiss u.a. als Dekanin vor und schreibt: "... Kristina Reiss wundert sich, dass viele Schüler so begeistert von Erklärvideos sind. In der Forschung hat die Professorin für Didaktik der Mathematik ... eher negative Erfahrungen mit diesem Format gemacht ..." Ob A. Vollmer die Professorin richtig oder missverständlich widergegeben hat, kann ich nicht beurteilen.
Danke für die Erklärung.

Für mich ist zwischen "Ich habe damit eher negative Erfahrung gemacht." und "Ich lehne das ab." schon eine gewisse Spanne.
"Ich habe negative Erfahrungen mit dem Zelten gemacht. Wenn das Wetter schlecht ist, hängt man auf sehr beengtem Raum fest, da finde ich Jugendherbergen schon besser." heißt ja nicht, dass ich Zelten prinzipiell ablehne. Es ist besser als bei Wind und Wetter im Freien zu schlafen, eine Jugendherberge gibt es auch nicht überall und ist außerdem teurer.
In die Richtung ging meine Frage. Normalerweise würde ich den Artikel halt selbst lesen, dann müsste ich hier nicht nachfragen ;-(



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Gerhardus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.19, vom Themenstarter, eingetragen 2019-08-01


Ich kann letztlich nicht ausschließen, dass A. Vollmer und K. Reiss aneinander vorbeigeredet haben, weil der nachfolgende Text plötzlich die Dauer von "45 Minuten" erwähnt, was gar nicht zu den kurzen Erklärvideos passt. Ich kann mich nur an das halten, was gedruckt ist.
Die Frage bleibt, wie die Didaktik-Institute auf die zunehmende Digitalisierung des Unterrichts reagieren. Das heißt nicht, dass der Unterricht durch E-Learning ersetzt wird, sondern durch kleine E-Learning-Elemente verändert wird. Aber durch welche?
 



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Folgende Antworten hat der Fragesteller vermutlich noch nicht gesehen.
phiregen
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Dabei seit: 18.08.2010
Mitteilungen: 510
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.20, eingetragen 2019-08-03


Hallo,

der Begriff "Lernvideo" ist sehr vielschichtig. Die youtubekanäle von mathologer, 1brown3blue behandeln in der Regeln keine einfachen Schulprobleme, wie "Löse xy". Numberphile hat einen durchaus hohen Anteil an mathematischer "Geschichte", insbesondere da hier tatsächlich echte Berühmtheiten zu Wort kommen. Mindyourdecisions war mir irgendwie zu trivial (lol). Ich habe sonst "richtige" Mathekanäle von Leuten aus der Forschung oder von Forschungsinstituten abonniert, wie z.B. den vom IHES.

Wir haben hier also schon zwei Kategorien von Kanälen:

1."Verblüffende Phänomene + deren Erklärung + geschichtlicher Background"
2."Vorträge von Profis für Profis."

und dann drittens

3.Lehrer Schmitt und Co. (Dorfuchs und was da alles noch gibt).,

Für Schüler ist die erste Kategorie definitiv sehenswert, weil sie den "Horizont" in meiner Ansicht nach positiven weise vergrößert und die Allgemeinbildung und ggf. das English der Schüler verbessert.
Aber! Wirklich Lernen kann man damit nicht, einfach weil die Inhalte zu abgespaced sind für die Schule.

Bei der 3ten Kategorie, die eigentlich die Schüler betrifft,
gibt es nun pro und contra.

Contra:

-Es wird kein Zusammenhang zwischen Themen behandelt. (Kein Lehrplan)
-Oft fehlen motivierende Beispiele
-Ggf. problematische Notation und sogar Verwendung der Fachbegriffe
-Mehr fehlen da die Hinweise, dass Mathematik eben auch viel Übung und Auswendiglernen ist

Pro:

-Man kann eine Lücke gezielt schließen.
-Man kann es von daheim aus machen
-Es kostet nichts
-Man kann sich viele Videos zu einem Thema ansehen und durch die verschiedenen Erklärungsweisen ggf. ein gutes Verständnis entwickeln (Viele "Lehrer").

Insgesamt sollte klar sein: Lehrvideos ersetzen niemals einen guten Lehrer, denn dieser geht individuell auf Schüler ein und gibt auch passende Aufgaben.

Mein Lieblingskommentar hier (sinngemäß): "Es gibt ja bei Lehrern keine Qualitätskontrolle"  lol.

 



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