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Universität/Hochschule Was haltet ihr davon, "notenoptimiert" zu studieren?
Pter87
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2021-04-06


Ich bin fast fertig mit meinem Bachelor (mir fehlt noch eine Klausur) und ich werde wohl mit 2,4 oder 2,5 abschließen. Im kommenden Semester beginne ich schon mit den Master Vorlesungen und ja ich weiß nicht genau wie ich die Module wählen soll.

Ich "brenne" nicht für die Mathematik und werde später nicht in die Forschung gehen. Im Bachelor habe ich eigentlich immer das gewählt, was mir inhaltlich am meisten zusagte. Einige Fächer davon waren ziemlich schwer und meine Note auch entsprechend. Ich hätte auch "einfachere" Module nehmen können und hätte jetzt sicherlich einen besseren Schnitt.

Jetzt bin ich im Master und frage mich, ob es eine gute Idee ist einfach nur nach Interesse zu gehen. Nehme ich Modul A bei Prof A (Modul A sagt mir mehr zu, aber Prof A stellt schwierigere Klausuren) oder Modul B bei Prof B (Modul B finde ich weniger interessant aber der Prof B macht "angenehme" Klausuren).

Für den Arbeitgeber zählt ja insbesondere in der Mathematik sowieso nur der Schnitt. Welche Module ich belegt habe, wird den wohl nicht interessieren.

Ich bin echt zwiegespalten, weil ein wirklich schlechter Master wäre nicht sehr vorteilhaft.




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Kezer
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2021-04-06


Hi,

ich halte davon überhaupt nichts. Die Studenten heutzutage (ich bin selber noch Student) sind alle besessen von Noten. Immer sind es nur Noten hier und Noten da. Ist xyz klausurrelevant, kommt dieses Thema in der Klausur dran, dies das. Vielleicht ist unser Unisystem das Problem, ich weiß nicht...

Die Noten werden doch automatisch besser, wenn dich das Fach mehr reizt.

Übrigens, ich weiß, dass die Arbeitswelt hart sein kann und du dich darauf vorbereiten willst. Aber du fängst jetzt bald einen neuen Studiengang an und denkst nur an die Arbeit, versuch doch bisschen mit Vorfreude auf den Master zu blicken anstatt nur immer auf den Arbeitsgeber. Das ist der Anfang deines neuen Studiengangs, nicht das Ende des Studiums.

P.S.: Da ich das bei fast allen deiner Fragen sehe, ein kurzer Hinweis: Man lässt kein Leerzeichen vor dem Fragezeichen.


-----------------
The difference between the novice and the master is that the master has failed more times than the novice has tried. ~ Koro-Sensei



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Pter87
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2021-04-06


2021-04-06 15:16 - Kezer in Beitrag No. 1 schreibt:

Die Noten werden doch automatisch besser, wenn dich das Fach mehr reizt.


Erfahrungsgemäß ist das zumindest bei mir nicht so. Ich hatte z.B. Funktionalanalysis im Bachelor gemacht, weil ich das Thema interessanter fand als bei den anderen Modulen. Die Klausur war bockschwer. Die Durchfallquote wäre ohne das Herabsetzen der Punkte wohl bei 80% gewesen oder so. Ich bin mit einer 4.0 durchgekommen und ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wusste, was ich noch besser hätte lernen können um diese Klausur besser zu bestehen, da die komplette Klausur fast nur aus Beweisen bestand. Da hätte ich in anderen Modulen mit sehr viel weniger Aufwand sicherlich eine bessere Note bekommen.

Was ich aber sagen muss, ist, dass sicherlich in keinem Fach das Beweisen so "trainiert" wurde, wie in diesem Fach. Wenn ich nochmal an die Übungsblätter zurückdenke, dann war das, zumindest für mich, ein gewaltiger Sprung was das Können im Beweisen angeht. Dagegen erschienen mir die $\epsilon$-Beweise aus der Ana 1 oder 2 schon fast zu einfach. Es hat mich in dem Sinne also weitergebracht. Wahrscheinlich gerade deswegen, weil es so schwierig war. Sowas sieht der Arbeitgeber allerdings nicht...


Sowas im Master zu machen... ich weiß nicht. Bei Fächern, die mir eher zusagen, habe ich natürlich auch mehr Lust die Dinge auch wirklich zu verstehen. Hatte schon paar Fächer, die mir uninteressant waren und ich bei Verständnisschwierigkeiten nicht wirklich die Lust hatte irgendwas daran zu ändern, sofern die Klausur auch ohne dieses tiefere Verständnis gut zu meistern wäre.

2021-04-06 15:16 - Kezer in Beitrag No. 1 schreibt:

P.S.: Da ich das bei fast allen deiner Fragen sehe, ein kurzer Hinweis: Man lässt kein Leerzeichen vor dem Fragezeichen.


Das vergesse ich immer wieder... wahrscheinlich weil mir ein Leerzeichen vor dem Fragezeichen optisch mehr zusagt. Hab es geändert, danke.



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easymathematics
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2021-04-06


Du schreibst:

Die Klausur war bockschwer. Die Durchfallquote wäre ohne das Herabsetzen der Punkte wohl bei 80% gewesen oder so. Ich bin mit einer 4.0 durchgekommen und ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wusste, was ich noch besser hätte lernen können um diese Klausur besser zu bestehen, da die komplette Klausur fast nur aus Beweisen bestand. Da hätte ich in anderen Modulen mit sehr viel weniger Aufwand sicherlich eine bessere Note bekommen.


Aber guck mal:

Du studierst Mathematik. Wieso erwarten viele Studenten jedes Mal "Rechenklausuren"? Verstehe ich nicht.
Gerade ab dem 4. Semester sollte man ein Gespür dafür entwickeln, was in den Vorlesungen die Essenz ist.

Ich weiß nicht, was Du von einem Mathematik-Studium erwartest.

Ich bin im Studium auch schon hier und da auf die Fresse geflogen. Das lag aber nicht an der Klausur oder am Prof.
Sondern an mir. Ich habe offensichtlich die Vorlesung nicht ausreichend verstanden.

Wenn ich eine Vorlesung wirklich ausreichend verstanden habe plus mich durch die Übungen durchgeboxt habe... stand am Ende eine 1,x.
Wie soll es denn auch sonst anders sein?

Bereite Dich anständig auf die Vorlesungen und die Prüfung vor.
Du studierst doch Mathematik nicht durch Zufall. So was wählt man nicht, weil man lustig ist.

Edit:
Weißt Du, wieso Mathematiker in der Arbeitswelt so beliebt sind?
Weil sie nichts mehr schocken kann.

Mathematik = Probleme strukturiert lösen + über den Tellerand des Problems hinaus (Welche Zusammenhänge könnte es geben?)

Deswegen sind Mathematiker so beliebt.



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2021-04-07


Ich mache das echt nicht gerne, aber ein bisschen Erdung muss einfach sein. Ich entschuldige mich im Voraus, wenn das etwas hart rüberkommt, an einigen Stellen dient die (leichte) Übertreibung dem besseren Verständnis.

Ich wünschte, es wäre anders, aber:
1) Das Leben ist kein Ponyhof.
2) Dass Mathematiker in der Arbeitswelt so beliebt sind, weil sie nichts mehr schocken kann, ist eine viel zitierte und wenig belegte These. Woher kommt eigentlich die absurde Selbstüberschätzung, ein Mathematik-Studium sei so viel anspruchsvoller als alles andere?
Klar, bei einem Bewerber, der auf seinem Mathematik-Masterzeugnis lauter Einsen hat, kann man davon ausgehen, dass der sich auch bei anderen Themen durchbeißt.
Aber machen wir mal ein Gedankenexperiment - Stellen wir uns vor, ich bin ein Mathematiker mit einem Schnitt von 2,5 und bewerbe mich:
a) Stellen, bei denen explizit nach einem (mehr oder weniger reinem) Mathematiker gesucht wird sind selten. Mit einem Schnitt von 2,5 komme ich da in der Regel nicht ran.
b) Erweitern wir also den Suchradius: Banken, Versicherungen, Unternehmensberatung, Ingenieursberufe, .... Die Konkurrenz nimmt erheblich zu und überall gibt es Bewerber, die fachlich deutlich mehr Vorwissen mitbringen. Mit einem Schnitt von 2,5 überstehe ich dann in vielen Fällen schon das erste Sieben nicht.
c) Mit etwas Glück habe ich das erste Sieben überstanden und meine Bewerbung landet bei jemanden, der sie unter _fachlichen_ Gesichtspunkten anschaut. Ich habe Funktionalanalysis, Algebra und Kategorientheorie anzubieten, interessiert meine potentiellen Arbeitgeber aber nicht, weil die nach Stochastischen Prozessen, Data Mining, Optimierung, VBA-Programmierung, Python-Kenntnissen und KI-Erfahrung suchen.
d) Irgendwer, der händeringend Leute sucht, lädt mich trotzdem zum Vorstellungsgespräch ein. Er fragt mich, nach welchen Kriterien ich meine Vorlesungen ausgewählt habe und ich erzähle stolz: "Immer nur das, was mich am meisten interessiert hat."
Spätestens jetzt muss mich mein Gegenüber ablehnen. Außer "allgemeiner Intelligenz" habe ich nichts, was er braucht. Wenn er mir trotzdem eine Stelle anbietet und ich sie annehme, muss er damit rechnen, dass mir das im Laufe der Probezeit auch klar wird und ich wieder gehe, weil mich seine Aufgaben nicht genug interessieren.

3) Das ein Arbeitgeber(*) einen Mathematiker nur nach den Noten bewertet ist falsch. Es gibt eine Reihe von Themen, die in der einen oder anderen Branche sehr relevant sind. Gerade wenn die Noten nicht überragend sind, sollte man sich überlegen, was man eigentlich später mal machen möchte und welche Qualifikationen dafür hilfreich sind.
Nicht nur, um einen Arbeitgeber zu überzeugen, auch um mir selbst zu helfen. Vielleicht ist Vorlesung B nur unwesentlich schlechter als mein Favorit A, verhilft mir im späteren Beruf aber dazu, mich gleich als "Experte" zu etablieren.

4) Vorausschauendes Denken und Handeln ist eine sehr hilfreiche Fähigkeit. Und das heißt eben nicht erst im letzten Semester darüber nachzudenken, wie es hinterher weitergeht.

(*) Man kan sicher nicht alle Branchen und Unternehmen über einen Kamm scheren, aber in vielen Fällen ist es nicht "der abstrakte Arbeitgeber", der entscheidet, wer eingestellt wird, sondern mehr oder weniger die potentiellen Kollegen. _Ich_ suche mir die Bewerber aus, von denen _ich_ denke, dass _wir_ gemeinsam die anstehenden Probleme möglichst gut bewältigen können.



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easymathematics
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2021-04-07


Von Selbstüberschätzung habe ich nichts geschrieben. Wenn Du das anders siehst, ist es okay. Ich sehe es so. Das sagt das Wort Mathematik schon.

Mathematik = griechisch "die Kunst des Denkens"
Auf Deutsch könnte man es mit "Problemlösungskompetenz" übersetzen.


Du schreibst:

Ich habe Funktionalanalysis, Algebra und Kategorientheorie anzubieten, interessiert meine potentiellen Arbeitgeber aber nicht, weil die nach Stochastischen Prozessen, Data Mining, Optimierung, VBA-Programmierung, Python-Kenntnissen und KI-Erfahrung suchen.


Dann hätte ich vorher mal die Stellenbeschreibung durchgelesen.



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nzimme10
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2021-04-07


2021-04-07 12:15 - easymathematics in Beitrag No. 5 schreibt:
Mathematik = griechisch "die Kunst des Denkens"
Heißt es nicht eher die Kunst des Lernens :D



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easymathematics
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2021-04-07


2021-04-07 12:54 - nzimme10 in Beitrag No. 6 schreibt:
2021-04-07 12:15 - easymathematics in Beitrag No. 5 schreibt:
Mathematik = griechisch "die Kunst des Denkens"
Heißt es nicht eher die Kunst des Lernens :D

Meinetwegen. :D



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2021-04-07


2021-04-07 12:15 - easymathematics in Beitrag No. 5 schreibt:
Von Selbstüberschätzung habe ich nichts geschrieben. Wenn Du das anders siehst, ist es okay. Ich sehe es so. Das sagt das Wort Mathematik schon.
Du schriebst sinngemäß "beliebt, weil sie nichts mehr schocken kann".
Das klingt a) so, als würde sich das Mathematikstudium vom Anforderungsniveau signifikant von anderen Studienfächern unterscheiden und wäre so eine Art Universalstudiengang.
Und b) ist es einfach falsch. Wenn ich es darauf anlege, stelle ich 90% der Bewerber mit einem Mathematikstudium vor scheinbar unüberwindbare Hürden, die die Hälfte der Bewerber(*) mit einem ingenieurwissenschaftlichen Studium meistert und damit meine ich keine fachspezifischen Fragen.
[Das geht umgekehrt natürlich genauso.]
(*) Grundgesamtheit jeweils die Bewerber, die zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden


Du schreibst:

Ich habe Funktionalanalysis, Algebra und Kategorientheorie anzubieten, interessiert meine potentiellen Arbeitgeber aber nicht, weil die nach Stochastischen Prozessen, Data Mining, Optimierung, VBA-Programmierung, Python-Kenntnissen und KI-Erfahrung suchen.

Dann hätte ich vorher mal die Stellenbeschreibung durchgelesen.
Da hast Du mich vielleicht falsch verstanden. Es geht nicht um die Anforderungen einer einzelnen Stelle, sondern um das ganze Spektrum.
Lässt man mal die wenigen(**) Stellen beiseit, die sich ausschließlich an Mathematiker wenden, über die ich in #4 a) geschrieben habe, dann bleibt nach meiner Kenntnis fast nichts übrig, bei dem ich mit Funktionalanalysis, Algebra oder Kategorientheorie Punkte sammeln kann.
Ich lasse mich da gerne eines besseren belehren und insbesondere für die aktuellen Studenten wäre es nützlich zu wissen, für welche Stellen man sich mit solchen Profilen besonders eignet.

(**) und nicht immer attraktiven



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easymathematics
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, eingetragen 2021-04-07


Was ich mit "nichts mehr schocken kann" meine, ist, dass ein Mathematiker vor einem Problem nicht davon läuft. Die Wortwahl war vielleicht übertrieben, aber ich denke, dass Du weißt, was ich meine.

Mathematiker gehen an ein Problem mit Ruhe, analytisch, strukturiert, mit Übersicht und Lösungsorientiert heran. Niemals wird aufgegeben.

Übetrieben gesagt:
Sie kriegen ein Problem, verkriechen sich in mit Blatt und Stift in einem Zimmer und lösen es.

Und jetzt sage mir nicht, dass es nicht so ist.

Mathematik ist kein Universalstudiengang. Aber "softskill"-mäßig, wie man so schön sagt, steht Mathematik auf jeden Fall sehr weit oben.



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Fabi
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2021-04-07


Hi,

Was hat die Diskussion in den letzten Posts ("rein vs angewandt") noch mit der ursprünglichen Frage zu tun?

vG,
Fabi



-----------------
"There would be the mathematical equivalent of worldwide rioting." (P.C.)

Willst du Hamburg oben sehen, musst du die Tabelle drehen.



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traveller
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, eingetragen 2021-04-07


Hallo,

Evtl. auch eine Option, wie ich das gemacht habe (war aber eher Richtung Physik): Ich habe deutlich mehr Vorlesungen besucht als nötig gewesen wären und auch fast überall die Prüfung gemacht. Dann für das Zeugnis einfach die Fächer mit den besten Noten ausgewählt, der Rest aufs Beiblatt (und einige wenige ganz schlechte Fächer hab ich noch ganz unter den Tisch fallen lassen).

Fand ich so vertretbar, es darf sich doch auch auszahlen, wenn man mehr als nötig macht (insgesamt sogar unter Regelstudienzeit, notabene).

2021-04-06 14:35 - Pter87 im Themenstart schreibt:
Ich "brenne" nicht für die Mathematik
Das spricht wohl eher gegen dieses Vorgehen; ausserdem wäre natürlich noch abzuklären, ob es an deiner Uni überhaupt möglich ist, die Fächer fürs Zeugnis erst im Nachhinein auszuwählen.



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Ixx
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2021-04-07


Ich würde aus eigener Erfahrung auch den Rat geben, sich im Studium eher an den eigenen Interessen denn  an denen ausgedachter möglicher späterer potentieller Arbeitgeber zu orientieren.

Der Notendurchschnitt ist natürlich eine leicht zu verstehende Zahl, die man aus dem Zeugnis auch dann ablesen kann, wenn man von den einzelnen Inhalten wenig versteht. Allerdings hatte ich in meinen wenigen Vorstellungsgesprächen in der Wirtschaft nie das Gefühl, dass dieser eine Rolle spielte. (Ok, das war dann vielleicht im ersten Sieb-Schritt relevant, bevor man zum Vorstellungsgespräch kam.) Interessanterweise wurde ich jedoch jedes mal auf meine Studiendauer angesprochen, da ich mich dort wohl gegenüber den Mitbewerbern abhob.

Auch mal kurz angesprochen wurden einzelne Veranstaltungen, die ich besucht hatte; aber auch hier hatte ich den Eindruck, dass das nicht wesentlich für die Frage nach Einstellung oder nicht war. Eher erschien mir, dass meinen Gegenüber in diesen Gesprächen klar war, dass ich mich erst eine Weile in die im jeweiligen Unternehmen relevante Materie neu einarbeiten würde müssen. Und bezogen auf die Resonanz auf diese Gespräche glaube ich, dass man dieses Investment in mich zumeist für sinnvoll hielt.

Bei einer Industrie-Beratung, die i.W. (einen) Automobil-Hersteller bezogen auf Software-Entwickler unterstützt (bzw. vor 10 Jahren, als das Gespräch war, unterstützt hat), tauchte im Bewerbungs-Gespräch etwa die Frage auf, welche Vortriebskraft ein Automobil gewisser Masse wenigstens entwickeln muss, um sich eine schiefe Ebene mit gegebenem Anstiegswinkel hinaufzubewegen. Diese Mittelstufen-Physik (Hangabtriebskraft) war etwas außergewöhnlich, hatte aber mit meinen Studieninhalten natürlich gar nichts zu tun. Im gleichen Gespräch wurde ich gefragt, wie viele Abstufungen eines Messwerts ich in einem 10-Bit-Register maximal unterscheiden könne. "Highlight" dieses Bewerbungsgesprächs (was zugegebenermaßen etwas anders lief, als ich es im Vorfeld erwartet hatte) war, dass man mich mit der hypothetischen Situation, dass meine Firma nun elektronische Bremsen im Vergleich zur von der Konkurrenz entwickelten mechanischen Scheibenbremse anbieten würde, für 10 Minuten allein ließ, währenddessen ich einen Plan entwickelten sollte, für einen potentiellen Kunden hier dieses neue Produkt nun möglichst sinnvoll anzupreisen... (Am Ende hatte ich ein Jobangebot, habe aber abgelehnt, da gerade dieser letzte Teil m.E. eher "sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit" abgeprüft hat, denn Fachverständnis, und ich mich selbst nicht als Verkäufer von arbiträren Produkten sehe.)

Im Übrigen glaube ich auch, dass man in einem Bewerbungsgespräch gut erläutern kann, wenn man die verschiedenen Veranstaltungen aus reinem Interesse gewählt hat, z.B. : "Ich habe mich nicht für die einfachen, sondern für die interessanten Inhalte entschieden und meine ganze Energie dort eingebracht. Genauso möchte ich mich auf dieser Stelle, die ich sehr interessant finde, einbringen und etwas lernen." (Jedenfalls als Berufsanfänger. Als Fachkraft muss man natürlich später mehr mitbringen, als nur den Wunsch, sich neue Dinge aneignen zu wollen. Aber auch hier könnte man dann sowas wie "ich möchte meine bisherigen Berufserfahrungen einbringen und mich weiter fortentwickeln" anbringen...)

Aber -- full disclosure -- ich muss auch zugeben, dass ich nicht lang in der Industrie gearbeitet habe und schon seit einer Weile wieder zurück an der Uni bin und mich hier auch deutlich wohler fühle als im Industrie-Kontext. Die Arbeit (und Arbeitsweise) liegt mir doch deutlich mehr.

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.10 begonnen.]



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nzimme10
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, eingetragen 2021-04-07


Ich weiß nicht wie das den anderen hier geht, oder ich bin noch nicht erfahren genug in der Mathematik, aber kommt mit dem Besuchen der "interessanten" Vorlesungen nicht auch automatisch eine bessere Note?

Ich zumindest kann mich für eine Vorlesung, die mich nicht so sehr interessiert, auch nicht so wirklich aufraffen um viel Zeit darin zu investieren.

Hingegen für eine Vorlesung, die mich sehr interessiert, sehr viel Zeit investieren, im besten Fall daran viel Spaß haben und am Ende mit einer guten Note belohnt werden.



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Pter87
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, vom Themenstarter, eingetragen 2021-04-07


@easymathematics

Ich hab bei der Klausur nicht nur Rechenaufgaben erwartet. Genauso wie vor jeder Klausur habe ich versucht die Essenz der Vorlesung zu verstehen und natürlich genauso wie du mit vollstem Gewissen nochmal alle Übungsaufgaben durchgerechnet. Ich hab allerdings eine Klausur mit fast ausschließlich Beweisaufgaben zum ersten mal so gesehen. Unsere vorherigen Klausuren waren immer gemischt. Hier und da ein Beweis, hier und da etwas mehr rechnen. Dann hätte ich mich halt nochmal doppelt so sehr vorbereiten müssen...
Letztendlich geht es mir aber nicht darum. Die Klausur und die Themen fand ich grundsätzlich schwieriger als bei anderen Fächern (viele der anderen Studenten, die ich davor mal ausgefragt hatte zum Schwierigkeitsgrad der einzelnen Veranstaltungen sahen das genauso) und damit hätte ich auch eine einfachere Veranstaltung nehmen können, wo ich sicherlich, sogar mit weniger Aufwand, eine bessere Note gekriegt hätte, die mir für später mehr bringt als das Bestehen des FunkAna Moduls.


Vielleicht nochmal was zu den Jobaussichten, da das doch mit meiner Frage zusammenhängt:

Ich bin gerade dabei zu entscheiden, wo es hingehen soll. Nach meinen bisherigen Recherchen bin ich da irgendwo bei Kitaktus. Die meisten speziell für Mathematiker ausgeschriebenen Stellen erwarten sehr gute Leistungen, die ich nicht habe. Ich würde da vielleicht am ehesten an Aktuare denken oder Mathematiker, die im Risk Management arbeiten oder so.
Auch habe ich das Gefühl, dass je komplexer die Mathematik im Beruf ist, desto besser muss man sein um dorthin zu kommen.

An meiner Uni geht der Master eher in Richtung reiner Mathematik. Die einzigen "angewandten" Bereiche sind die Vertiefung in Stochastik oder in die numerische Berechnung von partiellen und gewöhnlichen Differentialgleichungen. Ob Chaostheorie irgendwo eingesetzt wird weiß ich nicht.

Mit solchen Vertiefung lande ich sicherlich wiederum in rar gesäte Bereiche... wo man sicherlich top Noten braucht.

Angenommen ich werde irgendwo in der Informatik tatsächlich zum Bewerbungsgespräch eingeladen(Ich hab Info-Nebenfach), dann ist der einzige Grund wieso der Arbeitgeber mich nehmen sollte und keinen vollwertigen Informatiker, dass ich in meinem ganzen "Uni-Leben" nur mathematische Probleme gelöst habe und das der Arbeitgeber vielleicht sehr positiv sieht. Alles andere können Vollinformatiker auch (ob ich jetzt die Mathekenntnisse möglicherweise tiefgreifender verstehe als der Informatiker wird bei einem solchen Job sicherlich von keinem Interesse sein), die Info-Bereiche wohl sogar besser als der Mathematiker mit Info-Nebenfach. Das Problem das ich sehe, ist, dass diese angeblich großartige Problemlösungskompetenz etwas nicht greifbares ist und belegt ist es sowieso nicht. Kann mir gut vorstellen, dass viele Arbeitgeber davon keinen Schimmer haben.

Dahingehend wäre es für mich vielleicht tatsächlich ratsamer einen Master an einer anderen Uni zu machen, wie z.B. der TU Darmstadt, die 50km von mir entfernt ist. Dort hat das Nebenfach deutlich mehr Umfang und auch das ganze Studium ist "angewandt", wenn man es denn möchte. Dort kann man sich zum Beispiel in Optimierung vertiefen.

Oder ich bleibe an meiner jetzigen Uni, mache notenmäßig das beste draus und versuche danach vorrangig in der Informatik Fuß zu fassen.







[Die Antwort wurde nach Beitrag No.9 begonnen.]



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Kitaktus
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2021-04-07 19:17 - easymathematics in Beitrag No. 9 schreibt:
Was ich mit "nichts mehr schocken kann" meine, ist, dass ein Mathematiker vor einem Problem nicht davon läuft. Die Wortwahl war vielleicht übertrieben, aber ich denke, dass Du weißt, was ich meine.

Mathematiker gehen an ein Problem mit Ruhe, analytisch, strukturiert, mit Übersicht und Lösungsorientiert heran. Niemals wird aufgegeben.

Übetrieben gesagt:
Sie kriegen ein Problem, verkriechen sich in mit Blatt und Stift in einem Zimmer und lösen es.

Und jetzt sage mir nicht, dass es nicht so ist.

Mathematik ist kein Universalstudiengang. Aber "softskill"-mäßig, wie man so schön sagt, steht Mathematik auf jeden Fall sehr weit oben.
Ich verstehe schon, was Du sagen willst. Ich bin selbst Mathematiker.

Die realen Probleme sind aber etwas anders gelagert. Die kann man in der Regel nicht allein durch Nachdenken lösen.
Da kommt keiner, der ein reales Problem soweit herunter bricht, dass eine rein mathematische Fragestellung übrig bleibt, die man dann "nur" noch lösen muss.
Das fängt damit an, dass man erstmal herausfinden muss, welche Anforderungen eine Lösung erfüllen muss. Die sind gerne mal total schwammig ("Das müssen Sie doch besser wissen, Sie sind doch der Experte."), mal so hyperdetailiert, dass sich die niemals alle gleichzeitig erfüllen lassen. Also, welche Anforderungen möchte man jetzt erfüllen? -> Absprachen mit Kollegen und Vorgesetzten, Diskussion mit dem Kunden, Rückmeldungen der Rechtsabteilung usw.
Sind die Anforderungen geklärt, stellt man in aller Regel fest, dass sich nicht alle Wünsche erfüllen lassen. Die vorhandenen Daten reichen nicht aus, um die Qualitätsziele zu erfüllen, die verfügbaren Kollegen reichen nicht aus, um in der verfügbaren Zeit die angestrebten Inhalte umzusetzen und das Entwicklungsbudget ist zu knapp. Ein schönes multikriterielles Optimierungsproblem, nur leider kennen ich die Zielfunktion nicht.
Also wieder reden, absprechen, klären.

Aber Fabi hat nicht ganz unrecht, das führt hier jetzt zu weit vom Thema weg.



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@Ixx

Ja, wie du schon selbst angemerkt hast, befinde ich mich natürlich in einer ganz  anderen Situation als du. Wer an der Uni arbeiten darf, wird wohl ein Top-Absolvent sein und solche Leute brauchen sicherlich nicht viele Bewerbungen zu schreiben, bis sie einen Job haben. Bei einem Top-Abschluss interessiert den Arbeitgeber glaube ich auch eher weniger, ob man ein Gruppentheoretiker oder Topologe ist. Sie wissen, dass derjenige es drauf hat und ja...

Die Frage ist, wie es bei jemandem aussieht, der vielleicht nur ein 2,x Master hat.

Vielleicht könnte man es folgendermaßen zusammenfassen:

Je schlechter der Abschluss, desto mehr Fachwissen aus dem Bereich in dem man arbeiten will, braucht man.

@Traveller

Ich weiß nicht genau, ob das bei uns möglich ist, aber ich meine, dass wir am Ende nicht entscheiden können, welches Fach benotet wird und welches man einfach weglässt. Kann da aber auch nochmal nachfragen.


@nzimme10

Das ist ein valider Punkt. Ich spreche hier nur für mich und ich muss sagen, dass ich bei den anspruchsvolleren Professoren oftmals nicht mehr genug Zeit finde, das zumindest so gut vorzubereiten, dass es sicher! für eine 1,x reicht. Oftmals habe ich trotz intensiver Vorbereitung dann trotzdem Probleme schnell genug auf den geforderten Beweis zu kommen und vielleicht ist da auch Begabung der limitierende Faktor...



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phiregen
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Hallo,

"leider" hat Kitaktus in erheblichem Maße recht.

Es ist aus meiner Sicht so.

Den Arbeitgeber interessiert die Mathenote, aber es ist fundamentale Voraussetzung, dass zumindest irgendwelche Vorlesungen absolviert wurden, die Stoff beinhalten, die er braucht.
Was bringen irgendwem Riemannsche Flächen (außer Spaß) ?
Es ist nicht schlecht, wenn man ein paar komische klingende Module absolviert hat mit 1.0. Das ist immer gut.

Aber ein 1.0er Master voller reiner Mathematik und Nebenfach "Die Geschichte der Mathematik" oder sowas ist in bei einigen Arbeitgebern genau "0" wert. Die wollen lieber Mathe mit 2.3 und Nebenfach BWL mit 1.3. Das ist dann ok. Und wenn noch irgendwo was mit Finanzen oder Optimieren oder so dabei steht, noch besser!

Funktionalanalysis ist echt knüppelhart, aber es interessiert mich genau 0. Ich habe keinen Spaß dran. Wenn du Spaß dran hast und häufiger Kacknoten, dann stimmt was nicht oder du lernst zu wenig.

Mein Hinweis: Denke an deine Zukunft und wähle Vorlesungen mit denen du rein vom Thema her bei deiner Bewerbungen punkten können wirst.
Die Note sollte ganz ok sein, aber es muss keine 1.0 sein, wenn der Arbeitgeber eben jemand mit xy sucht.

Zusatz: Mache schon mal einen Nebenjob min 1 Jahr in der entsprechenden Branche, lerne Excel+VBA und am besten MySQL und Python und vielleicht noch R.

Mit 4.0 in den Fächern die dich interessieren (also im Master definitv), kannst du auch nur schwer in die Forschung. Weil man wird dich vermutlich darauf ansprechen und einige Checks mit dir machen.

Bei mir bei der Promotionsanmeldung:
 
Prof:"Ja du musst dir dann mal beim Dekan was ausfüllen lassen."
Ich: "Ok"... "Hallo Herr Dekan, hier xyz.."
Dekan:"Wie funktioniert die Cartan-Killing Klassifikation algebraischer Gruppen per adjungierter Darstellung? Sonst fülle ich hier gar nichts aus. Und was ist algebraischer Kobordismus?"

Zum Glück hatte ich mich für 6 Monate nach dem Master zurückgezogen und nochmal gelernt ^ o ^





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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.18, eingetragen 2021-04-19


Kleine Einschränkung zu dem, was phiregen schreibt:
Wer sich mit einer 1,0 in Mathe (ein sogenannter "High Performer") in einem "normalen"(*) hinreichend großen Unternehmen bewirbt, sollte eigentlich immer eine Chance für ein Vorstellungsgespräch bekommen. Es gibt in der Regel mehr Aufgaben in einem Unternehmen, für die das Vorwissens des Bewerbes nicht so entscheidend ist, als Bewerber mit einer 1,0 auf dem Zeugnis.
Ob die angebotenen Aufgaben dann den Interessen entsprechen, steht auf einem anderen Blatt.

(*) klar, es gibt Konstellationen aus Unternehmen/Aufgaben/Gehalt, bei denen die Messlatte höher liegt.



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.19, eingetragen 2021-04-23


Hi,

ich habe geschrieben "in einigen Unternehmen".

Das dies wenige sein dürften ist bitte jedem klar!

Mein Punkt war einfach nur, dass ich sehr überrascht war bei meinen Bewerbungen (habe nicht 1.0, sondern nur 1.5), dass die ersten 10 Bewerbungsgespräche jeder auf Noten in den BWL-Vorlesungen rumgeritten ist. Die waren nämlich für diese "schlechte" Gesamtnote verantwortlich :D

Personaler:" Sie haben 3.0 in externes Rechnungswesesen!!!!"

Ich:"Ich hab aber 1.0 in algebraische Kurven und Riemannsche Flächen, komplexer Analysis, algebraischer Topologie und meiner Masterarbeit über Grothendieck-Chow Motive inklusive der Prüfung."

Personaler:"Üüüühhh o_0 " <---Gehirnkrampf.

Das war genau was ich meinte und weshalb man lieber schauen sollte, dass man Vorlesungen hat, die dem Arbeitgeber auch (scheinbar?) was nutzen und die dann gut, anstatt von komischen Vorlesungen, die dann gut sind.





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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.20, eingetragen 2021-04-23


Kann gut sein, dass unsere Erfahrungen da einfach unterschiedlich sind. In "meinem" Unternehmen entscheidet kein "Personaler" wer zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, sondern die Abteilung, die einstellen will. Und wenn ich einen Bewerber mit einem Zeugnis mit einem Schnitt <1,3 (grobe Schätzung und sicher bei anderen anders) habe, der dem Anschreiben nach ernsthaft interessiert ist, dann rufe ich den zumindest mal an (offene Stellen natürlich vorausgesetzt). Wenn der vom Profil her nicht so gut auf die Stelle passt, dann überlege ich mir, ob ich durch eine interne Umverteilung ans Ziel komme, oder ob es in den Nachbarabteilungen Bedarf gibt.
Einen sehr guten Bewerber wegzuschicken, nur weil ein Detail nicht passt, finde ich kurzsichtig. Mittelfristig arbeiten die wenigsten Bewerber nach ein paar Jahren noch an dem Thema, wegen dem sie mal eingestellt wurden.
Aber das mag in anderen Firmen anders gehandhabt werden.



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phiregen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.21, eingetragen 2021-04-24


Hi,

nun das waren einige miese Erfahrungen bei der Bewerbung.
Bin am Ende in einem besseren Unternehmen gelandet.

Mangelnde Berufserfahrung neben dem Studium (also bis auf typische Studijobs) hat aber niemandem gefallen. Daher meine Warnung, dass ein bisschen Erfahrung die zum Job passt offenbar einiges bei der Bewerbung raushauen kann.




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Delastelle
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.22, eingetragen 2021-05-08


Hallo Pter87!

Ich kann nicht viel beitragen,
mir fällt nur ein:
in meinem bisherigen Leben gab es ein paar sinnlose Gespräche.

Aber das sinnloseste Gespräch in meiner Erinnerung hatte ich mit
einem Mathematiker, der zwar eine Klasse besser in Mathematik war,
sonst aber eher simpel gestrickt war (meine Meinung).

Ich konnte häufig mit Menschen etwas anfangen wenn sie fachlich gut und
im normalen Leben eher vernünftig waren/sind.

Viele Grüße
Ronald



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