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Universität/Hochschule Dauer der Promotion
Aegon
Aktiv Letzter Besuch: im letzten Quartal
Dabei seit: 06.11.2017
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2021-06-09


Ich wollte hier einmal nach Erfahrungen bzw. Tipps zu folgendem Fragen:

Zu der Durchschnittszeit für eine Promotion in der Mathematik liest man ja einiges online. Allerdings hängt die Zeit ja auch von der Art der Stelle ab, also muss man nebenbei arbeiten, ist es eine volle Stelle etc.

Wie ist es denn, wenn man eine volle Stelle hat bei der etwas Lehre dazugehört? Wie realistisch ist es dann, die Promotion so in drei Jahren zu schaffen? Muss man dafür von Anfang an deutlich mehr als Vollzeit investieren?



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shipwater
Aktiv Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 27.03.2010
Mitteilungen: 494
Wohnort: Karlsruhe
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2021-06-09


Das hängt sehr stark vom Promotionsthema ab und lässt sich nicht prognostizieren. Manchmal hat man Glück mit dem Thema und erzielt schnell Resultate, manchmal will einfach nichts klappen und man muss dann das Problem so anpassen bis doch was geht.



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Folgende Antworten hat der Fragesteller vermutlich noch nicht gesehen.
late-night
Junior Letzter Besuch: im letzten Monat
Dabei seit: 04.06.2021
Mitteilungen: 12
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2021-06-16


2021-06-09 16:14 - Aegon im Themenstart schreibt:
Ich wollte hier einmal nach Erfahrungen bzw. Tipps zu folgendem Fragen:
Zu der Durchschnittszeit für eine Promotion in der Mathematik ...

In der Mathematik gibt es auch das Element des
Pferdemarktes. Hat man als Doktorand schon etwas
herausbekommen, kann man zum Betreuer gehen und
fragen, welche Note es wohl gäbe, wenn man jetzt
gut aufschreiben und abgeben würde. Die meisten
Mathe-Profs geben darauf ehrlich Antwort, auch
wenn der Kandidat die nicht unbedingt hören will.

Man kann dann auch weiter fragen, was noch dazu kommen
sollte, damit es ein "gut" oder "sehr gut" wird.

late-night.




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Tolotos
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, eingetragen 2021-06-29


Ich stimme prinzipiell zu, dass man das zwischen 3 und 6 Jahren nicht vorhersehen/einordnen kann. Weniger und mehr nur für die absoluten Extremfälle. Ich denke, eine etwas bessere Einschätzung könntest du erhalten, wenn du dich bei jetzigen und ehemaligen Doktoranden am entsprechenden Lehrstuhl umhörst. Das muss immer noch nichts heißen, da das Thema an sich (wie zugänglich ist es? Wie sehr interessiert es die Betreuerin? Mit wem kann man noch darüber reden oder zusammenarbeiten?), der Doktorand (wie gut ist er? wie organisiert? wieviel Zeit investiert er? hat er andere Verpflichtungen?) und Glück auch einen Einfluß haben, aber manchmal kann man dann gewisse Tendenzen ablesen (insbesondere Betreuer, bei denen es in der Regel nicht schnell geht).



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phiregen
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Dabei seit: 18.08.2010
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2021-07-26 15:39


Hallo,

bei mir läuft/lief es so:

Habe nach meinem Master keine Doktorandenstelle an den Wunsch-Unis innerhalb von 12 Monaten gefunden. Das ist nichts außergewöhnliches, wenn man nur wenige Wunsch-Unis hat und ein bestimmtes Thema aus einem speziellen Gebiet sucht. Ich habe mich auch genau 0 mal beworben und lediglich bei drei Profs nachgefragt, inklusive meinem "Master-Prof".

Nach 13,14 Monaten hat mich der Master-Prof kontaktiert (ja, der Prof kam zum Studenten) und mir von seiner neuen Stelle an einer neuen Uni berichtet und mir gesagt, dass ich doch mal vorbei kommen solle.

Ich kam vorbei und leider gab es auch an der neuen Uni keine auskömmliche Stelle, aber er sagte, dass ich beim Master quasi 0 Betreuung brauchte und ihm dies gefallen hatte. Er wollte daher mit mir über ein Thema für die Dissertation sprechen. Ich hatte über ein Jahr immer wieder über verschiedene Themen nachgedacht und auch seine Arbeiten gelesen und so schlug ich drei Themen vor.

1. ---> Nein, das ist einfach.
2. ---> Oh nein, das ist zu schwer. Das weiß niemand. Du brauchst auch eine Exit-Strategie falls du nach Jahren nichts bewiesen bekommst.
3. ---> Oh ja! Das ist dein Thema. Genau das wollte ich dir eigentlich vorschlagen!

Nun kommt der Hit:

Ich meldete mich dann nach einigen Monaten zur Promotion (ohne Stelle!) an.
Ich nahm einen Vollzeitjob in der freien Wirtschaft an.
Neben dem Job arbeitete ich dann 4 bis 5 Jahre an der Dissertation und fuhr mehrmals im Jahr zum Prof der 400km von mir entfernt forscht.
Ich brauchte meinen Urlaub für die Besuche auf und konnte auch ein bisschen die tolle Stadt kennen lernen.

Kurz vor Weihnachten 2020 hatte ich dann alles inhaltlich fertig und gab die Dissertation dem Prof zum ersten komplett durchlesen.
Gegen April gab es dann Feedback und Korrekturvorschläge.
Die setzte ich um.
Nun sind wir gerade den zweiten Korrekturzyklus, wo es nur noch um Rechtschreibung und ein paar Formulierungen geht.
In den nächsten Wochen geht die Dissertation dann an den zweiten Gutachter. Dieser kennt schon die Hauptergebnisse, aber er soll die
Arbeit auch noch mal vorher lesen, denn er ist native english speaker.

Ich denke bis Oktober sollte die Dissertation dann wirklich in der finalen Form abgegeben werden. Ich hätte dann exakt 5 Jahre "promoviert" bis zur Abgabe. Dann kommt noch Zeit in welcher die Gutachten geschrieben werden und dann die Verteidigung und die Prüfung.

Da bin ich nicht ganz von der schnellen Truppe gewesen, aber eine 100% Arbeitsbelastung in der freien Wirtschaft hat auch nicht jeder.

Thematisch muss ich übrigens sagen, dass es mindestens zwei Veröffentlichung in der Zeit gab, ohne welche alle meine Ergebnisse nicht beweisbar gewesen wären. So dachte ich Ende 2018 schon, dass ich inhaltlich fertig wäre und dann stellte ich fest, dass es noch mal mehrere Fälle zu überprüfen gibt, die vorher gleich aussahen.

Grad noch mal Glück gehabt :D

BTW. Ich habe Mitte 2018 und Mitte 2019 (also im Sommer lol) nur sehr wenig an der Arbeit gemacht. Theoretisch hätte man 8-12 Monate schneller sein können. Auf der anderen Seite habe größere Probleme und Beweise immer dann gelöst, wenn ich mich mal 3 Wochen nicht damit beschäftigt habe und mich dann noch mal neu dran gesetzt habe. Vielleicht habe ich diese Pausen deshalb auch gebraucht um kreativ zu sein.



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