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Aktuelles und Interessantes » Tagesgespräch » Paris - eine Nacht des Terrors
Thema eröffnet 2015-11-14 08:20 von
Martin_Infinite
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Universität/Hochschule Paris - eine Nacht des Terrors
Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.40, vom Themenstarter, eingetragen 2015-11-15


Presseclub vom 15.11.2015 bei Phoenix. Sehr informativ und sachlich. (Guter Kontrast zu Beitrag 39.)



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ZetaX
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.41, eingetragen 2015-11-15


Es kann gut sein, dass sich die Terroristen als Flüchtlinge einschleusten. Aber wieso sollte sich diese Möglichkeit geändert haben¿ Das ging auch schon vor den neuerlichen Flüchtlingsströmen wenn man wollte. Schlussendlich hieße das Aussperren der Flüchtlinge, dass besagte Terroristen wohl weiterhin (hochillegal, aber was kümmert die das¿) einreisen würden, aber die weniger radikalen ausgeschlossen werden.


Zum Islam: naja, eine gewisse Teilschuld hat er schon. Diese kommt daher, dass er eben in seinen heiligen Texten nicht nur von Frieden und Toleranz predigt, sondern eben direkt zu Hass und Verbrechen gegen Andersdenkende aufruft. Die Bibel hat ähnliche Passagen, vornehmlich im alten Testament. Somit kann sich jeder Hassprediger leicht darauf berufen und Anhänger finden.
Ein religiöser Text, der ausnahmslos davon spräche, seine alle Anderen bedingungslos zu lieben, wäre dazu viel schwerer zu missbrauchen. Und es genügt hierzu eben auch nicht, wenn es (wie oft erklärt) es auch, aber eben nicht nur, positive Stellen gibt. Es genügt auch nicht, wenn an anderer Stelle im selben Text solche Verwerflichkeiten widerrufen werden, und noch weniger, wenn das alles sehr subjektiv wird (vergleich auch die Geschichte des Christentums und die immer noch weit verbreiteten radikaleren oder andersdenkendenfeindlichen Auslegungen der Bibel).

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.39 begonnen.]



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Ex_Senior
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.42, eingetragen 2015-11-15


Irgendwie verstehe ich diese schräge Vermengung von Flüchtlings-Debatte und Terrorismus nicht, ja sie scheint mir geradezu völlig verquer:

Die Syrer flüchten vor wem? Nun, zu einem Gutteil vor der Terror-Miliz, die sich den selbstherrlichen Namen "Islamischer Staat" gegeben hat.

Die Terroristen stammen woher? Zu einem nicht kleinen Anteil sind es wohl "home grown terrorists", wie dies auch bei den Anschlägen in London der Fall war. D.h., das sind explizit *keine* Flüchtlinge, sondern Leute, die sich hier radikalisiert haben, dann nach Syrien und Co. gegangen sind, ausgebildet wurden und zurückkamen. Das sind hier französische Staatsangehörige... Und ja, die Terroristen zählen sich zur Gruppierung des IS.

Zusammenfassung: Die Flüchtenden aus dem Irak und Syrien, sowie Europa haben einen gemeinsamen Gegner: Die Terroristen des IS.


Wenn es die Terroristen schaffen
*) ihre Gegner gegeneinander auszuspielen und
*) die demokratischen, freiheitlichen Staaten Europas von ihrem Weg abzubringen, indem sie in diesen Intoleranz, Ausgrenzung und totalitäre Überwachung säen,

dann haben sie alles erreicht, was sie durch diese Anschläge erreichen können. Diese sind keine militärische Kriegserklärung, denn auf diese Weise gewinnt man keine Kriege. Aber sie dienen zur "inneren Zersetzung".

Und ja, das Kalkül des IS und ähnlicher Organisationen - früher hat Al Quaida diese Strategie gefahren - kann gut sein, dass die Anschläge zu einer Ausgrenzung der muslimischen Bevölkerung, Anschläge auf Moscheen und Übergriffe auf Muslime in "westlichen Ländern" führt, was dann die Muslime im Sinne des IS radikalisiert, da diese "Glaubensbrüder" eben "wirklich" für sie da wären, während die westliche Gesellschaft sie nur schlecht behandeln und an den Rand drängen würde.

Die Antwort auf Gewalt kann nicht Ausgrenzung sein!

Die Mörder (und das meint nicht nur die Attentäter selbst, sondern auch die Hintermänner) müssen rechtsstaatlichen Verfahren zugeführt werden. Und nicht anders als bei einem Anders Breivik unterwirft man sich dem Hass-Kalkül nicht, sondern zeigt Größe, indem man die eigenen Werte der Toleranz und Mitmenschlichkeit hochhält!


Cyrix



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shadowking
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.43, eingetragen 2015-11-15


Die Unterscheidung zwischen nichtterroristischem, "normalem" Islam und dem radikalen, zu Gewalt und Mord neigenden Islam ist deshalb problematisch, weil die letzteren sich auf sämtliche heiligen Schriften sowie auf das Leben des Propheten selbst stützen können, während die anderen nur eine Seitenlinie der Interpretation des Koran haben, auf die sie sich berufen können. Ich beschäftige mich bekanntlich schon ein paar Jahre damit und habe in innerislamischen Auseinandersetzungen mehrmals dieses Phänomen beobachtet: diejenigen Moslems, die sich friedlich in den Westen "integrieren" wollen, trauen sich einfach nicht, gegen die radikalen Kräfte anzutreten und ihnen die Deutungshoheit streitig zu machen. Sobald die Radikalen das Wort ergreifen, schweigen die übrigen. Die Radikalen bedienen sich der elementaren Todesangst, um aus dem Islam das zu machen, was er ihrer Auffassung nach ist; und was sollen die anderen dagegen schon tun? So "funktioniert" der Islam nun einmal, und er funktioniert seit 1400 Jahren so. Ich sehe nicht, daß durch das Leben in unseren Ländern irgendeine Milderung eingetreten wäre oder wie eine solche vor sich gehen sollte, denn unsere Art zu leben erscheint denen dekadent und sündhaft.

Daher wird die Präsenz großer islamischer Minderheiten in den europäischen Ländern langfristig notwendig zu einer Zunahme von Terror führen: Denn wenn es auch nur 0,1% oder gar nur 0,01% aller Moslems sind, die Terror befürworten, so geraten die übrigen unter einen mörderischen Druck, sobald die Radikalen die Macht an sich zu reißen beginnen. Der Terror betrifft zunächst die islamischen Bevölkerungsteile selbst, bis dort der übliche Konsens etabliert ist. Und je größer die Minderheit wird, desto mehr werden sie auch die nichtislamischen Gesellschaftsteile in diesen Druck einbeziehen. In deren Weltbild gibt es eben nur drei Möglichkeiten: Unterwerfung, Konversion oder den Tod.

Es wäre aber zu kurz gegriffen, wenn man die Betrachtung hier schon enden ließe. Diese Gewalt als Herrschaftsinstrument gebrauchenden islamischen Radikalen können auch von westlichen Geheimdiensten selbst in Bewegung gesetzt werden; die Operationen des IS in Syrien und Irak sowie die Geldflüsse deuten so stark darauf hin, daß man das nicht ignorieren darf, wenn man keine fehlerhafte Analyse machen will.

Dieser Terror, für den nun "der IS" die Verantwortung übernommen hat, unterscheidet sich von dem Terror bspw. der RAF oder der IRA. Der war stets mit politischen Forderungen verbunden. Der IS stellt aber gar keine Forderungen! Die einzigen, die nach Terroranschlägen Forderungen erheben, sind die Regierungen der angegriffenen Länder selbst, und sie fordern immer dasselbe: mehr Überwachung der Kommunikation (die uns alle trifft), strengere Waffengesetze (die dann die legalen Waffeninhaber treffen, da sie Kriminellen schon immer egal sind), mehr Aufrüstung und mehr Teilnahme an internationalen Konflikten. Sie fordern aber auch, daß wir in unserer Wahrnehmung den Terror nicht mit der Flüchtlingsproblematik oder der Zuwanderung aus islamischen Ländern insgesamt in Zusammenhang stellen sollen - obwohl ein solcher Zusammenhang sowohl rein logisch als auch nach den bisher vorliegenden Ermittlungsergebnissen naheliegend ist.

Warum ist der islamische Terror in Europa nicht noch viel schlimmer? Er könnte es durchaus sein; Moslems sind in Millionenzahl anwesend, darunter eine drei- bis vierstellige Zahl an Gewaltbereiten, und es bräuchte nur ganz wenige Anführer, um aus ihnen das zu machen, was sie in Syrien und im Irak schon sind. Sie könnten durchaus, wenn sie das wollten, ganze Dorfbevölkerungen als Geiseln nehmen und sie vor die Wahl stellen, zum Islam zu konvertieren, Schutzgeldverträge abzuschließen oder zu sterben. So haben in den vergangenen Jahrhunderten die Türken und die Araber ihre Kalifate errichtet. Das ist aber anscheinend zur Zeit nicht ihre Zukunftsvorstellung. Von begrenzten Mordanschlägen, die zudem noch nicht einmal mit politischen Forderungen verbunden sind, haben nur unsere eigenen Regierungen einen Vorteil.

Die Frage ist also durchaus berechtigt, wessen Kettenhund "der IS" weltweit und in Europa wirklich ist, so wie die RAF der Kettenhund der internationalen Linken und die IRA der Kettenhund der nordirischen Katholiken war.



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epsilonkugel
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.44, eingetragen 2015-11-15


2015-11-15 21:26 - ZetaX in Beitrag No. 41 schreibt:

Zum Islam: naja, eine gewisse Teilschuld hat er schon. Diese kommt daher, dass er eben in seinen heiligen Texten nicht nur von Frieden und Toleranz predigt, sondern eben direkt zu Hass und Verbrechen gegen Andersdenkende aufruft. Die Bibel hat ähnliche Passagen, vornehmlich im alten Testament. Somit kann sich jeder Hassprediger leicht darauf berufen und Anhänger finden.
Ein religiöser Text, der ausnahmslos davon spräche, seine alle Anderen bedingungslos zu lieben, wäre dazu viel schwerer zu missbrauchen. Und es genügt hierzu eben auch nicht, wenn es (wie oft erklärt) es auch, aber eben nicht nur, positive Stellen gibt. Es genügt auch nicht, wenn an anderer Stelle im selben Text solche Verwerflichkeiten widerrufen werden, und noch weniger, wenn das alles sehr subjektiv wird (vergleich auch die Geschichte des Christentums und die immer noch weit verbreiteten radikaleren oder andersdenkendenfeindlichen Auslegungen der Bibel).

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.39 begonnen.]

Genau!!!Leider wollen es viel zu viele nicht kapieren!



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darkhelmet
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.45, eingetragen 2015-11-15


@cyrix: Ich stimme dir in allem zu.

Es stellt sich aber schon die Frage, auf welche Weise ein in syrischer (oder in Syrien radikalisierter) IS-Terrorist z.B. nach Deutschland einreisen kann, und ob sich als Flüchtling auszugeben eine relevante Option darstellt.

Das ist eine naheliegende Verbindung zwischen Flüchtlings-Debatte und Terrorismus, und hat zunächst nichts mit Intoleranz und Ausgrenzung zu tun.




[Die Antwort wurde nach Beitrag No.42 begonnen.]



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Ex_Senior
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.46, eingetragen 2015-11-15


Üblicherweise reisen die Syrien-/Irak-/... -Heimkehrer, welche normale, europäische (EU-)Pässe haben, nicht per Schlepperbande und Schlauchboot wieder in die EU ein. Sorry, aber das ist doch deutlich zu blöd...

Gerade passiert etwas völlig anderes: Inländische Salafisten und ähnlich radikale Gruppierungen gehen auf die Flüchtenden zu und versuchen sie HIER zu werben!


Cyrix



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.47, vom Themenstarter, eingetragen 2015-11-16


Es gibt eine interessante Diskussionsrunde bei phoenix zum Thema "Morden im Namen des Islam - Die missbrauchte Religion".

@ZetaX: Ok. Das sind gute Punkte. Ich sehe die Gefahr ein, die von einer solchen Religion ausgeht. Ich sehe aber auch die Chancen, und die vielen Muslime, die sich gegen die Gewalt und für die Menschlichkeit aussprechen.
 
@Cyrix: Danke für deinen Beitrag, dem ich voll und ganz zustimme.



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weird
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.48, eingetragen 2015-11-16


Im Grunde ist alles, was man hier schreibt, ohnehin nur L³ (=Love's Labour's Lost), denn am Ende pickt doch jeder nur für sich heraus, was zu seiner vorgefertigten Meinung passt und schiebt den Rest als ungenießbar beiseite.  frown



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TheBear
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.49, eingetragen 2015-11-16


2015-11-15 19:05 - Gerhardus in Beitrag No. 37 schreibt:
Bis jetzt fehlt die Allianz, um den IS zu zerstören.

Genau, schickt die Friedenspanzer. Die haben Konflikte noch immer gelöst!


-----------------
„Der Markt ist unsere Verfassung. Der Manager ist unser Führer. Die Konkurrenz ist unser Weg. Der Profit für uns ist unser nobelster Wunsch.“



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Buri
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.50, eingetragen 2015-11-16


2015-11-16 08:52 - weird in Beitrag No. 48 schreibt:
... am Ende pickt doch jeder nur für sich heraus, was zu seiner vorgefertigten Meinung passt ...
Hi weird,
ja, einige tun das, aber nicht alle.
Zum Beispiel hat mich Beitrag #5 von darkhelmet nachdenklich gemacht, und ein wenig an meiner Meinung geändert.
Auch Beitrag #20 von shadowking ist bemerkenswert, es ist schon nötig, Meinungen, die einem nicht passen, zuzulassen, auch wenn man eine Missbilligung ausspricht. Vielleicht gibt es ja andere, die sie teilen.
Gruß Buri

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.48 begonnen.]



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helmetzer
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.51, eingetragen 2015-11-16


Noch dazu:

www.spiegel.de/politik/deutschland/a-1062979.html
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/anschlaege-in-paris-georg-diez-ueber-den-begriff-krieg-a-1062906.html



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Buri
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.52, eingetragen 2015-11-16


2015-11-16 11:49 - helmetzer in Beitrag No. 51 schreibt:
Noch dazu ...
Danke, helmetzer.
Ich distanziere mich von den dort geäußerten Ansichten.
Man muss in den Kampf ziehen, wenn es geboten ist, wie es der Präsident sinngemäß sagt. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn das als Verletzung der Werte diffamiert wird.

Die Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg sind durch eine vereinte Allianz, die allerdings erst 1944 so richtig zustandegekommen ist, endgültig besiegt worden, auch wenn es heute noch Nachkömmlinge gibt.

Dies ist selbstverständlich nicht durch Liebe geschehen, und es war leider mit gewaltigen Opfern auf beiden Seiten verbunden.

So müsste es heute auch wieder gemacht werden, aber Gerhardus hat Recht, wenn er schreibt
2015-11-15 19:05 - Gerhardus in Beitrag No. 37 schreibt:
Bis jetzt fehlt die Allianz, um den IS zu zerstören. Die Pariser Anschläge sind ein Angriff auf die NATO ...
Gruß Buri



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ligning
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.53, eingetragen 2015-11-16


Worauf warten die noch, das wird sicher beim IS genauso gut funktionieren, wie es im Irak und gegen die Taliban in Afghanistan funktioniert hat.



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Buri
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.54, eingetragen 2015-11-16


2015-11-16 16:30 - ligning in Beitrag No. 53 schreibt:
Worauf warten die noch ...
Hi ligning,
deine sarkastisch gemeinte Bemerkung ist leider zutreffend, ebenso wie Beitrag #49, der in dieselbe Richtung zielt.
Aber was soll man denn nun wirklich tun?

Misserfolge als endgültige Niederlage ansehen und den Terroristen die Macht überlassen?

Der Überfall auf die Sportler aus Israel bei den Olympischen Spielen 1972 ist durch Scharfschützen der Bundeswehr gewaltsam beendet worden, und es war leider ein Misserfolg, weil die Sportler auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck dabei getötet wurden.

Trotzdem hat die Tatsache, dass der Gegenangriff überhaupt gemacht wurde, nachhaltigen Einfluss auf die Planung zukünftiger Terroranschläge gehabt, davon bin ich überzeugt.
Gruß Buri



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Ex_Senior
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.55, eingetragen 2015-11-16


In Syrien und im Irak existierten Diktaturen, die mit menschenverachtendem Regime eine gewisse Ordnung aufrecht erhielten. Diese Diktatoren wurden auch und insbesondere von der westlichen Welt gefördert und unterstützt. Bis sie unliebsam wurden...

Dann gab es den Versuch, diese Diktaturen zu stürzen, durch mehr oder minder direkten militärischen Eingriff. Im Irak ist der Sturz des Systems geschafft worden; G. W. Bush nannte dies "Mission Accompolished". Ein funktionierendes Staatswesen aufzubauen dagegen, daran scheiterte man.

Und wie in Syrien, in welchem man bestimmte Rebellengruppen in ihrem Aufstand gegen die Assad-Diktatur unterstützte, stießen dann Gruppierungen in das entstehende Machtvakuum, welche sich dann zu ISIS - dem Islamischen Staat im Irak und Syrien - zusammenschlossen und sich später auch darauf besannen, ein islamisches Großreich erobern zu wollen und sich deshalb nun kurz nur noch IS - Islamischer Staat - nennt.


Der IS wurde insbesondere auch durch westliche Hau-Drauf-Methodik geschaffen! Die islamische Welt ist an dessen Existenz ebensowenig unschuldig, wie hier Querfinanzierungen zeigen.

Aber Fakt ist eines: Die Rambo-Manier führt - wie auch sehr deutlich im Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palestina seit Jahrzehnten leider ganz eindrucksvoll zu beobachten - nur zu immer stärkerer Radikalisierung.

Deshalb musste auch z.B. ein Premierminister Rabin sterben, weil er es gewagt hatte, auf die andere Seite zuzugehen. Jemand, der Frieden wollte...


Nun darf man sicherlich nicht so naiv sein, dass mit "Liebe" alle Probleme gelöst werden können. Natürlich gilt noch immer "Make Love, Not War"; aber daran halten sich eben nicht alle. Es ist aber auch nicht gerade hilfreich, jeden Gegner mit dem Dritten Reich und Hitler zu vergleichen.

Um Frieden in Syrien zu erreichen, wird man sich auch mit sehr schaurigen Gestalten an einen Tisch setzen müssen.


Was aber menschenverachtend ist, ist die Menschen, die vor den gleichen Terror-Schergen fliehen, in Sippenhaft mit eben jenen Terroristen, die Angst und Schrecken verbreiten wollen, zu nehmen!

Welcher Aufschrei vor dem Christentum ging durch Europa, als der selbsternannte Kreuzritter Breivik zur Waffe griff und 77 unschuldige Menschen - zumeist Jugendliche - erschoss, die seiner Meinung nach für die "Islamisierung des Abendlands" standen, welche er verhindern wollte? Keiner. Und das auch aus gutem Grund: Breivik steht nicht für die hunderte Millionen Christen in Europa und auch nicht für die anderthalb Milliarden weltweit.

Genausowenig stehen IS, Al Quaida und auch nicht das Königshaus der Sauds (welches von europäischen Mächten nach dem Ersten Weltkrieg "eingesetzt" und damit aufgewertet wurde, nun über die heiligsten Städten im Islam zu wachen und damit innerislamisch mit ihrem rückständigen Wahabismus deutliches Gehör zu bekommen) für die über eine Milliarde Muslime weltweit!

Ich muss mich nicht davon distanzieren, wenn drei Personen, die in meiner Heimatstadt groß geworden sind und sich radikalisiert haben, dann später mordend durch die Republik ziehen! Jeder weiß - und das ist auch gut so - dass ich diese Taten des NSU verurteile. Aber ich werde auch nicht an den Pranger gestellt und genötigt, dies bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck zu bringen - als ob mein ganzes Leben daraus bestünde, dass ich doch "der gleichen Gruppe" angehören würde...

Warum verlangen dann so viele Menschen, dass sich friedliebende Muslime von den Untaten einiger anderer distanzieren? Natürlich lehnen sie Mord und Totschlag ab! Was für ein Menschenbild ist es, dass ihnen latent unterstellt, sie würden doch genauso denken wie diese Unmenschen?!

Ich bin nicht Uwe Mundlos! Und die Muslime, die ich kenne, sind auch nicht Osama bin Laden...


Wie wäre es, wenn wir den Terroristen nicht auf den Leim gehen? Wenn wir eben keine Angst haben und uns nicht gegenseitig misstrauen? Wenn wir aufeinander zu gehen und Feindbilder beseitigen?

Wie wäre es, wenn wir wie vernünftige Menschen handeln würden?


Cyrix



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shadowking
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.56, eingetragen 2015-11-17


@cyrix

Wer unterstellt denn den hier lebenden Moslems, sie würden alle Terror und Gewalt befürworten? Sicherlich tun sie das nicht, sondern nur einige sehr wenige. Aber es ist für die weitere Entwicklung der islamischen Minderheiten in Europa überhaupt nicht entscheidend, was "die Mehrheit" will, sondern daß die gewaltbereite Minderheit langfristig die Kontrolle über sie gewinnen wird, wahrscheinlich durch schiere Gewaltdrohung. Die "friedliebenden" Moslems würden sich dann sehr bald einem Druck ausgesetzt sehen, zu beweisen, daß auch sie "echte Moslems" sind.

Mir tut es leid, daß das so ist, aber Gesundbeterei hilft da nicht weiter. Außerdem kann man den Leuten nicht in die Köpfe schauen, um zu sehen, wie radikal sie sind oder ob sie es in Zukunft werden.

Deswegen könnte es einem naiven Betrachter auch als das Vernünftigste erscheinen, wenn man solche brisanten Parallelgesellschaften gar nicht erst entstehen ließe und man sie, wo sie schon bestehen, auflösen und in ihre Heimatländer zurückführen würde. Aber so etwas kann man heute gar nicht mehr vorschlagen, ohne daß man mit Breiviks, Böhnhardts oder gleich mit Hitler verglichen wird.

Einer der Attentäter von Paris ist erst im letzten Sommer von einem Schlauchboot im Mittelmeer gerettet worden. Aber es ist natürlich völlig egal, auf welchem Weg und als was die Moslems nach Europa kommen. Sie können auch hier radikalisiert werden, vielleicht werden es auch erst ihre Kinder erleben. Radikale Kräfte sind längst hier - seit Jahren und auch mit europäischen Staatsbürgerschaften. Ich würde nicht sagen, daß es heißt, "den Terroristen auf den Leim zu gehen", wenn man nüchtern feststellt, daß es "die Gesellschaft", von der unsere Politiker immer reden und die aus dem größten Teil der Einheimischen sowie den integrationswilligen Moslems bestehen soll, gar nicht gibt. Wenn ich das sage, so betreibe ich nicht Spaltung, sondern konstatiere, daß eine tiefgreifende, sogar bis ins Genetische gehende Spaltung zwischen denen und uns besteht, die sich aus der jahrhundertelang getrennten Entwicklung von Orient und Okzident ergeben hat. Im Westen wurden die radikalen Kräfte von Kirche und Priesterschaft gezähmt, Aufklärung und Humanität konnten sich durchsetzen. Im Orient gab es das nie für längere Zeit.

Wir sind nicht "alle gleich". Unterschiede muß man respektieren.

Doch auch in Europa gibt es keine Bestandsgarantie für die westliche Gesellschaftsform. Sie kann auch zusammenbrechen, wenn man sich überhebt bei dem Versuch, die Konflikte des Orients durch unkontrolliertes Hereinlassen von Menschenmassen zu lindern. Das ist eben kein Werk der Menschlichkeit oder der christlichen Nächstenliebe, und im Rest von Europa schüttelt man den Kopf angesichts einer deutschen Regierung, die Migranten anlockt und dann über ganz Europa zu verteilen wünscht.

Die Kriegführung des Westens in der Region ist falsch bis irrsinnig. Wenn ihr Ziel wäre, Frieden in der Region zu schaffen, dann ist sie ein Desaster. Wenn es aber ihr Ziel ist, Flüchtlingsmassen in Bewegung nach Europa zu setzen und "unsere alternden Gesellschaften nachhaltig zu verändern", dann ist sie bisher ein Erfolg. Ich fürchte, es sind sehr mächtige Kräfte am Werk, die sich nicht Frieden, sondern dauerhafte Spannungen auch in Europa wünschen.

Irgendwie stelle ich mir unter Flüchtlingen ein Volk auf unfreiwilliger Wanderschaft vor, mit allen Altersgruppen, mit Frauen, Kindern und Alten, die ihre Tiere und ihren Besitz auf Handkarren und Gespannen mit sich führen und froh ums nackte Leben sind. Ich sehe aber nirgends, daß so etwas unsere Grenzen überschreitet, sondern überall vorwiegend junge Männer, bei denen man sich genausogut auch vorstellen könnte, daß sie ihre Familien gegen die Terrorbanden verteidigen. Durch Weglaufen wird Syrien nicht vor dem IS gerettet.

In diesem Zusammenhang sind auch die Aktivitäten der NGOs "OpenSociety" und "White Helmets" im Kriegsgebiet und in den türkischen Flüchtlingslagern einen Blick wert. Finanzier von beiden ist der US-Multimilliardär George Soros, der offen erklärt hat, er beabsichtige, mittels "Flüchtlingen einen Angriff auf das europäische Grenzregime" zu unternehmen. Es wurde eine Art Reiseführer verteilt, der schwach gesicherte Stellen zeigt, an denen illegale Grenzübertritte wahrscheinlich erfolgreich sein würden. Außerdem wurde den Fluchtwilligen von bezahlten "Helfern" gesagt, sie würden in Deutschland Häuser, Autos und Arbeitsplätze bekommen. Da diese natürlich nicht bereitgestellt werden können, wächst die Unzufriedenheit. Aber keine Regierung traut sich, diesem Herrn das Handwerk zu legen. Zumal es auch hier interessierte Kreise gibt, die sich wünschen, den Asylbewerbern möglichst bald Arbeit zu geben, weil ja hier der "Fachkräftemangel" so schlimm ist, daß sogar Akademiker keine unbefristeten Stellen mehr finden (Sarkasmus off).

Gruß shadowking



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ZetaX
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.57, eingetragen 2015-11-17


2015-11-17 01:07 - shadowking in Beitrag No. 56 schreibt:
Ich sehe aber nirgends, daß so etwas unsere Grenzen überschreitet, sondern überall vorwiegend junge Männer, bei denen man sich genausogut auch vorstellen könnte, daß sie ihre Familien gegen die Terrorbanden verteidigen. Durch Weglaufen wird Syrien nicht vor dem IS gerettet.

Das ist doch extrem naiv. Als wäre die einzig wahre Reaktion auf ISIS, sich suizidal gegen diese zu wenden, egal ob man vergleichbar gut bewaffnet ist, sich organisieren konnte oder sonstwie Aussicht auf Erfolg hat. Wieso ist es plötzlich eines jeden Pflicht, in den Krieg zu ziehen¿

Würdest du das tun, selbst wenn die Chance, dabei blutig umzukommen oder gar nach monatelanger Folter hingerichtet zu werden, sehr hoch ist¿ (eine ehrliche Antwort bitte!)



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.58, vom Themenstarter, eingetragen 2015-11-17


2015-11-17 01:07 - shadowking in Beitrag No. 56 schreibt:
Die "friedliebenden" Moslems würden sich dann sehr bald einem Druck ausgesetzt sehen, zu beweisen, daß auch sie "echte Moslems" sind.

Woher "weißt" du das?



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Hans-Juergen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.59, eingetragen 2015-11-17


Nicht nur die islamischen Terroristen, sondern auch viele, zum Teil seit Jahrzehnten bei uns lebende, friedliche Muslime halten uns für "ungläubig". Und leider: sie haben Recht! Die meisten Deutschen haben vom Glauben an Gott und Jesus Christus nur wenig bis gar keine Ahnung. Manche lehnen ihn grundsätzlich ab und sind darauf sogar noch stolz.

Die verbreitete Glaubenslosigkeit hat schwerwiegende, negative Folgen im privaten wie im öffentlichen Leben; sie können eines Tages leicht zum Untergang unseres Volkes führen.

Welche es sind, kann sich jeder selbst kritisch vor Augen führen, falls er dazu in der Lage ist und es will.




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BlakkCube
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.60, eingetragen 2015-11-17


Eine gute  Zusammenfassung der Reaktionen in arabischen Medien von Constantin Schreiber. (Welcher z.B. für n-tv die Sendung Marhaba produziert, die sich an arabische Flüchtlinge richtet.)


-----------------
'Die Mathematik ist eine Art Spielzeug, welches die Natur uns zuwarf zum Troste und zur Unterhaltung in der Finsternis.'
- Jean-Baptist le Rond d'Alembert



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Ehemaliges_Mitglied
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.61, eingetragen 2015-11-17


2015-11-17 11:15 - Hans-Juergen in Beitrag No. 59 schreibt:
Nicht nur die islamischen Terroristen, sondern auch viele, zum Teil seit Jahrzehnten bei uns lebende, friedliche Muslime halten uns für "ungläubig". Und leider: sie haben Recht! Die meisten Deutschen haben vom Glauben an Gott und Jesus Christus nur wenig bis gar keine Ahnung. Manche lehnen ihn grundsätzlich ab und sind darauf sogar noch stolz.

Die verbreitete Glaubenslosigkeit hat schwerwiegende, negative Folgen im privaten wie im öffentlichen Leben; sie können eines Tages leicht zum Untergang unseres Volkes führen.

Welche es sind, kann sich jeder selbst kritisch vor Augen führen, falls er dazu in der Lage ist und es will.


Hi,
Wen meinst Du mit "sie" bzw "welche"? Ich denke, die meisten Leute die ich so kenne sind Agnostiker (lassen Gott oder Religionen dahingestellt)
-nicht aktive Protestanten oder Katholiken.
-augetretene Protestanten oder Katholiken (Kirchensteuer, o.a. Gründe).
Viele Leute sympathisieren mit buddhistischem Gedankengut.

Man kann auch an eine höhere Instanz glauben, ohne irgendeiner Religion anzugehören, und das erscheint mir momentan das vernünftigste zu sein.
Warum sollen ich oder andere herumlaufen und irgendwen von "meinem" "dem" "richtigen" "für-alle-gültigen"-Glauben sogar mit Gewalt überzeugen? Das ist sinnlos.

Thx

Jürgen







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haribo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.62, eingetragen 2015-11-17


2015-11-14 17:11 - shadowking in Beitrag No. 20 schreibt:
Da wir hier zumeist keine Franzosen sind oder zumindest die Wahrscheinlichkeit, eines der Opfer persönlich gekannt zu haben, für uns recht gering ist, werden wir einen "Betroffenheitskanal" eher nicht brauchen.

Gruß shadowking

hallo shadowking,

kennst du das "Kleine Welt Phänomen"? >über sechs Stationen sind alle Menschen der Welt miteinander bekannt<

ein mathematischer Ansatz dazu ist folgender: wenn Du 45 Personen kennst, welche jeweils weitere 45 andere Personen kennen, dann kann man rechnen:

45^6 = 8,3 Mrd > Weltbevölkerung

weil zwischen unserer jeweiligen Stadt und Paris nur max 150 Mio Menschen leben, würde ich einschätzen das statistisch jeder von uns über max 5 Stationen (45^5 = 184 > 150 Mio) bekannt sein sollte mit Jedem betroffenen vor Ort,(interessanter weise auch mit nahezu jedem Täter!)

mein direktester bisher gefundener Weg nach Paris 13.11.15 hat nur 4 Stationen: die Nichte eines Freundes war letztes Jahr Au pair in Paris bei einer Familie, die Schwester der Gastmutter saß in einem der betroffenen Kaffee´s... (evtl sind das sogar nur 2 Stationen, denn ich habe die Nichte auch schonmal bei einem Geburtstag getroffen und Sie wiederum hatte die Schwester mal gesehen)

Ihr alle seid besser in Statistik als ich, könnt Ihr einschätzen wie viel Stationen jedem Pariser ausreichen um jemand direkt betroffenen zu kennen? 2 oder 3 ???

shadowking, es ist also näher als man im ersten Moment annimmt, ab welcher "nähe", also wie wenigen Stationen, gestehst du jedem persönliche Betroffenheit zu?

grus haribo



[Die Antwort wurde nach Beitrag No.59 begonnen.]



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ZetaX
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2015-11-17 11:15 - Hans-Juergen in Beitrag No. 59 schreibt:
Die verbreitete Glaubenslosigkeit hat schwerwiegende, negative Folgen im privaten wie im öffentlichen Leben; sie können eines Tages leicht zum Untergang unseres Volkes führen.

Diese Behauptung bedarf einer sehr guten Begründung. Erst recht im Hinblick aus die daraus erwachsenen probleme in den USA. Von geschichtlichen Dingen ganz zu schweigen.



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Tirpitz
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2015-11-17 12:07 - haribo in Beitrag No. 62 schreibt:
Ihr alle seid besser in Statistik als ich, könnt Ihr einschätzen wie viel Stationen jedem Pariser ausreichen um jemand direkt betroffenen zu kennen? 2 oder 3 ???

shadowking, es ist also näher als man im ersten Moment annimmt, ab welcher "nähe", also wie wenigen Stationen, gestehst du jedem persönliche Betroffenheit zu?

Ich finde, dass sich jeder betroffen fühlen muss, denn durch die Willkürlichkeit der Wahl der Opfer ist so gut wie jeder in Frankreich und Deutschland auf der Abschussliste der Terroristen. Eines der beiden deutschen Todesopfer war ein Kommilitone meiner Schwester, die auch sehr oft in Paris unterwegs war. Bei dem Gedanken wird mir schlecht, dass auch sie in so einem Café hätte sitzen können.



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KidinK
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2015-11-17 01:33 - ZetaX in Beitrag No. 57 schreibt:
Als wäre die einzig wahre Reaktion auf ISIS, sich suizidal gegen diese zu wenden, egal ob man vergleichbar gut bewaffnet ist, sich organisieren konnte oder sonstwie Aussicht auf Erfolg hat. Wieso ist es plötzlich eines jeden Pflicht, in den Krieg zu ziehen¿

Danke!

Liebe Grüße,
KidinK



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weird
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2015-11-17 08:12 - Martin_Infinite in Beitrag No. 58 schreibt:
2015-11-17 01:07 - shadowking in Beitrag No. 56 schreibt:
Die "friedliebenden" Moslems würden sich dann sehr bald einem Druck ausgesetzt sehen, zu beweisen, daß auch sie "echte Moslems" sind.

Woher "weißt" du das?

In meinen Augen ist das eine höchst unredliche Art der Diskussionsführung. Wir allen wissen - und auch du weißt das natürlich sehr genau - dass es ein "Wissen" im strengen Sinne, wie wir es von der Mathematik her kennen, im Alltagsbereich einfach nicht gibt. Hier können wir nur versuchen, unsere Aussagen mit "Alltagslogik", sowie mit Beispielen möglichst gut zu unterlegen, im vorliegenden Fall etwa mit Berichten von Attentätern früherer Anschläge mit islamistischen Hintergrund, welche lange ein unauffälliges Leben führten, bevor sie dann von Hasspredigern innerhalb von wenigen Monaten radikalisiert wurden. Ich vermute aber leider auch, dass wenn shadowking Beispiele dieser Art bringen würde, dass du dieses "dialektische Spiel" einfach weitertreiben würdest, indem du sie entweder anzweifelst oder sie als zuwenig aussagekräftig abwertest.

Sorry, aber das führt doch zu nichts! Ich würde mir in einer ehrlichen Diskussion an erster Stelle eine Antwort auf die Frage erwarten, ob du mit der Analyse von shadowking in #56 grundsätzlich einverstanden einverstanden bist, ja oder nein? Selbst bei einem ja wäre es aber dann immer noch erlaubt, bei einzelnen Punkten Bedenken anzumelden.

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.63 begonnen.]



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.67, vom Themenstarter, eingetragen 2015-11-17


Unredlich ist eher, sämtlichen friedlichen Muslimen vorzuwerfen, dass sie sich früher oder später radikalisieren werden, ohne irgendein Argument dafür anzubringen (genau darum bitte ich doch nur). Und mir vorzuwerfen, dass ich jegliche Argumente dafür ablehnen werde. Deine Frage kann ich gerne beantworten: Der Beitrag von shadowking ist durchwachsen. Einigen Punkten stimme ich zu, anderen aber nicht. Grundsätzlich zustimmen kann ich daher nicht. Es tut mir Leid, wenn ich nur einen der vielen Punkte herausgepickt habe, wo ich nicht mit einverstanden bin.



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ZetaX
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.68, eingetragen 2015-11-17


Es ist doch Martins gutes Recht, nach Belegen zu fragen. Natürlich geht es nicht um mathematische Beweise, das ist doch jetzt einfach nur ein Strohmann.

Wer etwas behauptet, sollte das auch argumentativ oder mit Fakten (Studien, Papers, ...) belegen können. Siehe auch meine Nachfrage an Hans-Juergens unbelegte Aussage oben.



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Knaaxx
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.69, eingetragen 2015-11-17


2015-11-16 18:38 - cyrix in Beitrag No. 55 schreibt:
Nun darf man sicherlich nicht so naiv sein, dass mit "Liebe" alle Probleme gelöst werden können. Natürlich gilt noch immer "Make Love, Not War"; aber daran halten sich eben nicht alle.

Falsch.
No Love, no War, ist der richtige Zusammenhang und dies erklärt auch warum War nicht aus der Welt zu bringen ist.  



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Knaaxx
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.70, eingetragen 2015-11-17


Der islamische Staat ist ein Gewinn. Er zwingt Moslems weltweit sich mit den Abgründen der eigenen Religion auseinanderzusetzen. Das wird (hat schon) ein "Reinigungsprozess zur Aufklärung" nach sich ziehen, aber das braucht Zeit, viel Zeit. Der IS kann nur von innen heraus, aus der islamischen Welt selbst, erfolgreich bekämpft werden. Die westliche Welt ist gut beraten, sich entsprechend auszurichten.



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shadowking
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.71, eingetragen 2015-11-17


In der islamischen Welt muß sich jede Autorität dadurch legitimieren, daß sie glaubhaft machen kann, auf Koran und Hadithen gestützt zu sein und die Scharia, das für die ganze Menschheit gültige und unabänderliche Gesetz, in Kraft zu setzen. Sollte irgendeine radikale Gruppe finden, daß der Herrscher oder Präsident diesem Kriterium nicht gerecht wird, ist sie durch den Koran ermächtigt, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen und den Machthaber - auch gewaltsam - abzusetzen. Das ist der soziologische Stabilisierungsmechanismus, der die Dauerhaftigkeit der islamischen Ordnung garantieren soll und bisher auch garantiert hat. Im 19. und 20. Jahrhundert gab es diese extremen Gruppierungen auch schon, doch konnten sie Europa nicht ernsthaft gefährden. Doch im frühen 21. ist dieser Geist durch den "11. September" und seine kriegerischen Folgen bis heute wieder aufgeweckt worden, und es ist gelinde gesagt unwahrscheinlich, daß er von selbst wieder in die Flasche zurückgeht. Dazu kommt eine erheblich gesteigerte Mobilität sowie ein großes Wohlwollen unserer eigenen Eliten. Die Erwartung, es werde schon alles gutgehen, solange hier nur niemand auf dieses Risiko hinweist, muß sich schon sagen lassen, daß sie naiv und auch riskant ist.

Wer sich dafür interessiert, dem kann ich die Bücher des Orientalisten Hans-Peter Raddatz empfehlen, der bei Annemarie Schimmel promoviert hat (z.B. Von Gott zu Allah, 2001, leider in recht komplizierter Sprache und nicht immer klar). Die soziologischen Aspekte werden in hervorragender Sprache beleuchtet in: Manfred Kleine-Hartlage, Das Dschihadsystem, 2010. Die Lektüre beider Bücher macht evtl. meinen Pessimismus nachvollziehbar.

Ich kann und will auch nicht mit letzter Sicherheit vorhersagen, was passieren wird. Vielleicht haben auch die Optimisten recht und der Islam macht trotz der geschilderten Schwierigkeiten eine Entwicklung ähnlich der europäischen Säkularisation durch. Diese hat schon in Europa einige Jahrhunderte gedauert und viel Blut, Schweiß und Gehirnschmalz gekostet. Zur Zeit finde ich, daß auf eine solche Entwicklung innerhalb des Islam wenig hindeutet, und historisch sind etliche Ansätze in diese Richtung im Sande verlaufen oder wurden brutal unterdrückt. Aber vielleicht klappt es ja dieses Mal, wer weiß das schon?

Selbst wenn dies trotz meines Pessimismus geschehen sollte, glaube ich dennoch, daß wir europäischen Staaten gut beraten sind, auch auf die Möglichkeit einer Entwicklung, wie ich sie geschildert habe, gefaßt zu sein. Denn wer weiß, wieviele Jahrhunderte der islamische Säkularisierungsprozeß bis zum Erfolg noch dauern wird oder ob der Dschihad, verbunden mit einem enormen demographischen Aufschwung, während gleichzeitig Europa demographisch immer mehr niedergeht, nicht doch am Ende schneller sein wird.



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.72, vom Themenstarter, eingetragen 2015-11-17


2015-11-17 15:40 - Knaaxx in Beitrag No. 70 schreibt:
Der islamische Staat ist ein Gewinn. Er zwingt Moslems weltweit sich mit den Abgründen der eigenen Religion auseinanderzusetzen. Das wird (hat schon) ein "Reinigungsprozess zur Aufklärung" nach sich ziehen, aber das braucht Zeit, viel Zeit. Der IS kann nur von innen heraus, aus der islamischen Welt selbst, erfolgreich bekämpft werden. Die westliche Welt ist gut beraten, sich entsprechend auszurichten.

Ist das dein Ernst? Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel. Vor allem dann nicht, wenn dabei tausende unschuldige Menschen abgeschlachtet werden.



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Buri
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.73, eingetragen 2015-11-17


2015-11-17 19:07 - shadowking in Beitrag No. 71 schreibt:
In der islamischen Welt muß sich jede Autorität dadurch legitimieren ...
Hi shadowking,
das glaube ich nicht.
Was ist denn überhaupt "die islamische Welt"?
Es ist der Teil der Welt, wo eben solche Autoritäten herrschen, und nichts sonst.
Die Autoritäten können natürlich wechseln, und dann gehört eben dieses Stück Erde nicht mehr zur islamischen Welt.
Gruß Buri

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.71 begonnen.]



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Ex_Senior
Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.74, eingetragen 2015-11-17


@shadowking
Meines Erachtens nach sind alle deine Beiträge bis ins Kleinste die vollständig richtige Analyse des Problems, auch deine historischen Kenntnisse treffen den Nagel auf den Kopf, wenn nur alle in den westlichen Ländern eine zumindest ähnlich gute und fundierte Sichtweise auf die aktuelle Problematik hätten, dann könnte noch was zu retten sein, so sehe ich die westliche Kultur dem Untergang geweiht, viel schneller als mancher glaubt, da auch destruktive Strukturen sich schneller und ungehinderter ausbreiten können als förderliche Denk- und Verhaltensweisen, welche immer stärker unter Druck geraten.  

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.72 begonnen.]



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shadowking
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.75, eingetragen 2015-11-17


2015-11-17 01:33 - ZetaX in Beitrag No. 57 schreibt:
2015-11-17 01:07 - shadowking in Beitrag No. 56 schreibt:
Ich sehe aber nirgends, daß so etwas unsere Grenzen überschreitet, sondern überall vorwiegend junge Männer, bei denen man sich genausogut auch vorstellen könnte, daß sie ihre Familien gegen die Terrorbanden verteidigen. Durch Weglaufen wird Syrien nicht vor dem IS gerettet.

Das ist doch extrem naiv. Als wäre die einzig wahre Reaktion auf ISIS, sich suizidal gegen diese zu wenden, egal ob man vergleichbar gut bewaffnet ist, sich organisieren konnte oder sonstwie Aussicht auf Erfolg hat. Wieso ist es plötzlich eines jeden Pflicht, in den Krieg zu ziehen¿

Würdest du das tun, selbst wenn die Chance, dabei blutig umzukommen oder gar nach monatelanger Folter hingerichtet zu werden, sehr hoch ist¿ (eine ehrliche Antwort bitte!)

Ich versuche so ehrlich wie möglich zu antworten, auch wenn die letzte Frage von der Sach- auf die persönliche Ebene übergreift.

Wenn den Mordbanden niemand entgegenzutreten wagt - und das wird nicht anders als mit Waffen erfolgen müssen, nicht im Wege von "Verhandlungen" -, dann gewinnen sie und diktieren für alle die Bedingungen des Weiterlebens. Erfolg gibt es auch nicht garantiert. So brutal einfach ist nun mal die Welt.

Eine Staatsbürgerschaft innezuhaben ist überall auch mit gewissen Pflichten verbunden - im Falle des Angriffs gegen das eigene Land mit der Wehrpflicht. Wer soll Syrien denn retten, wenn nicht diejenigen Syrer selbst, die sich gegen den extremistischen Islam behaupten wollen? Wenn Hunderttausende junge Männer lieber weglaufen, wer soll denn statt ihrer sein Leben dafür riskieren? Die Russen? Wer immer das dann ist, fände sich in der gleichen Lage wieder wie die USA in Südvietnam. Die versuchten das Diem-Regime zu stützen, von dem sich die Vietnamesen so sehr entfremdet hatten, daß sie den Kommunisten Ho-Chi Minh irgendwann als kleineres Übel ansahen, und es fehlte ganz offenbar der richtige Wille, sich gegen den Vietkong weiter zu wehren. In dieser Situation, wo das Volk selbst den Sieg nicht mehr wünschte, konnte dann auch die US Army nichts mehr retten.

Wäre mein eigenes Land, Deutschland, von solchen Gefahren bedroht - ja, ich glaube, ich würde lieber kämpfen wollen als abhauen. Und selbst wenn ich doch abhaute, würde ich nicht meine Lieben im Stich lassen.

@fermat63
Danke sehr.

Gruß shadowking



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Bernhard
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.76, eingetragen 2015-11-18


Hallo shadowking!

2015-11-17 23:50 - shadowking in Beitrag No. 75 schreibt:
Eine Staatsbürgerschaft innezuhaben ist überall auch mit gewissen Pflichten verbunden - im Falle des Angriffs gegen das eigene Land mit der Wehrpflicht. Wer soll Syrien denn retten, wenn nicht diejenigen Syrer selbst, die sich gegen den extremistischen Islam behaupten wollen? Wenn Hunderttausende junge Männer lieber weglaufen, wer soll denn statt ihrer sein Leben dafür riskieren?

Ich muß Dir leider zustimmen, was den Erfolg der bisherigen Strategien betrifft. Die Einzigen, die bisher etwas bewirken konnten, waren die kurdischen Kämpfer vor Ort, die aber auch gleich gegen zwei Fronten kämpfen, da die Türkei sie wiederum zu "Terroristen" deklariert hat. Das sind auch für Präsident Assad seine eigenen Bürger, die seit dem "Arabischen Frühling" (der vielerorts mehr zum Herbst geworden ist) auf Frieden und Freiheit pochen - und, nachdem sie sogar vom eigenen Staat mit Waffengewalt angegriffen worden sind, auch selber kämpfen. Und diese sollen jetzt für eben diesen Staat ihre Pflicht ausüben und ihn verteidigen, von dem sie schon seit Jahren beschossen werden??

Dort unten bestehen lauter solche Dreiecksverhältnisse, man kann nicht mehr durchschauen, wer hier gegen wen kämpft und wen man im Kampf gegen einen anderen als verläßlichen Verbündeten gewinnen kann. Z.B. wäre der schiitisch geprägte Iran gegen den IS, der sich hauptsächlich aus Sunniten rekrutiert, aber nicht aus denselben Gründen wie wir, sondern weil er dann wieder den Weg zur Hisbollah (ebenfalls Schiiten) im Libanon frei hätte. Andererseits sind es Schiiten, die im Jemen das Land destabilisieren. Ob die wirtschaftlichen Interessen der USA, der Wunsch Rußlands, wieder von den Sanktionen wegen der Ukraine loszukommen und dort Zugeständisse zu bekommen, die Ölvorkommen - alles spielt in den, oder besser diese Konflikte mit ein.
Einfach die Leute zum Kämpfen nachhause schicken, wo sie gar nicht mehr wissen, wo und worin ihre Heimat eigentlich besteht, ist auch zu schnell gedacht.

Viele Grüße, Bernhard


-----------------
"Wichtig ist, daß man nie aufhört zu fragen"
"Weisheit ist nicht das Ergebnis der Schulbildung, sondern des lebenslangen Versuches, sie zu erwerben"
Albert Einstein



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In Saint-Denis geht es weiter ...



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weird
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2015-11-18 08:46 - Martin_Infinite in Beitrag No. 77 schreibt:
In Saint-Denis geht es weiter ...

Ja, und der Rädelsführer der Anschlagserie wurde dabei auch "neutralisiert", wie es in den Meldungen heißt, wohl um allerhöchsten Ansprüchen an political correctness zu genügen.



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Gerhardus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.79, eingetragen 2015-11-20


Ein lesenswerter FAZ-Artikel des Journalisten Nicolas Hénin.



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