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Universität/Hochschule La Table Suisse
Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2016-02-14


Was ist eure Meinung zum Restaurant La Table Suisse?

Homepage
Imagefilm



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Slash
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2016-02-14


Naja, es macht mal wieder deutlich, wie willkürlich doch die Unterscheidung zwischen Haus- und Nutztier ist.

Vor Kurzem hat eine Reiterin ihr krankes Pferd schlachten lassen und das Fleisch dann nicht nur selbst gegessen, sondern auch noch an Freunde verteilt. Sie wollte das Tier auch tot noch nutzen.

Aber selbst Tierschützer treffen ja eine Unterscheidung zwischen Tieren und Insekten, Mikroben, Pflanzen, etc. - also was ein Recht auf Leben hat und was nicht. Lebewesen mit einem Recht auf Leben sind selbst die kleinsten. Wo also die Grenze ziehen? Darf es eine solche Grenze überhaupt geben?


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ligning
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2016-02-14


Nett gemacht, ich hab tatsächlich ein paar Sekunden gedacht, es könnte echt sein.



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-14


@Slash: Eine mögliche Grenze ist: Bewusstsein und Schmerzempfinden. Außerdem sollte das Gleichgewicht des Ökosystems beachtet werden.



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LaLe
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.4, eingetragen 2016-02-14


Hallo Martin,

danke für diese Links. Ich habe erst gedacht, dass es sich dabei einfach um ein Restaurant handelt, dass gewöhnliche Fleischgerichte aus üblicherweise gegessenen Tieren herstellt. Ich bin Vegetarier, aber das hätte mich dennoch nicht weiter schockiert.

Ich bin dann ziemlich erschrocken, als ich gesehen habe, dass es um Katzen geht. Ich bin mit Katzen aufgewachsen. Obwohl mir rational klar ist, dass das Töten von Katzen nicht schlimmer sein kann als das von Schweinen, hat es mich emotional weit mehr berührt.

Handelt es sich dabei eigentlich um ein echtes Restaurant, oder um eine Art Witz/Kampagne? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirtschaftlich ist, im deutschsprachigen Raum Katzen anzubieten.

LG,
LaLe




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tommy40629
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.5, eingetragen 2016-02-14


Ok, nach dem Film ist jetzt klar, dass das mit dem Katzenrücken kein Scherz war.

Dazu fehlen mir eigentlich jetzt die Worte.....


Mich würden die Preise interessieren.

Und weiter, für welche Schicht der Bevölkerung das Angebot gilt.



[Die Antwort wurde nach Beitrag No.1 begonnen.]



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ligning
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.6, eingetragen 2016-02-14


Nochmal: Das ist ein  Fake.



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Slash
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.7, eingetragen 2016-02-14


2016-02-14 13:36 - Martin_Infinite in Beitrag No. 3 schreibt:
@Slash: Eine mögliche Grenze ist: Bewusstsein und Schmerzempfinden.

Seit wann wissen wir Menschen was Bewusstsein, geschweige denn Realität ist?

Wenn ich bei einem Menschen das Schmerzempfinden ausschalte, darf ich ihn dann töten und essen? Wie wäre ein Zucht von genmanipulierten Menschen ohne Bewusstsein und Schmerzempfinden. Darf man die dann töten und essen? Nutztiere werden vor dem Schlachten blitzartig betäubt, also ihr Bewusstsein und Schmerzempfinden wird ausgeschaltet. Dann ist doch alles in Ordnung, oder?

PS: Ich denke, wir wissen alle dass das ein Fake ist. Steht ja sogar unter dem Video. Aber ich denke, dass es Martin hierbei nicht um echt oder falsch geht.


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tommy40629
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.8, eingetragen 2016-02-14


2016-02-14 13:41 - ligning in Beitrag No. 6 schreibt:
Nochmal: Das ist ein  Fake.

Das ist dann eine gute Nachricht. 😄

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.6 begonnen.]



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ligning
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.9, eingetragen 2016-02-14


2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
PS: Ich denke, wir wissen alle dass das ein Fake ist. Steht ja sogar unter dem Video. Aber ich denke, dass es Martin hierbei nicht um echt oder falsch geht.
Achso. Auf der Homepage steht nichts dergleichen.



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Slash
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.10, eingetragen 2016-02-14


Ich habe auch noch eine kleinen Denkanstoß:

Fleisch = Muskel (ist vielen Fleischessern gar nicht klar!)

Brust von Pute oder Hund?
Anus von Pute oder Hund?

Was wäre wohl los, wenn ab morgen die "Wörter" Schwein und Hund, sowie Rind und Katze getauscht würden?

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.8 begonnen.]


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Buri
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.11, eingetragen 2016-02-14


2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
... ich denke, dass es Martin hierbei nicht um echt oder falsch geht.
Hi Slash,
dann müsste Martin im Themenstart nicht "Restaurant La Table Suisse" schreiben, sondern "Nachricht über ...".

Es wäre ja peinlich, wenn Martin, trotz der bereits einige Zeit zurückliegenden Beiträge im Kommentarteil seines zweiten Links, auf den Schwindel hereingefallen wäre.
Einen weiteren Link dazu gibt es hier:

Und nein, es ist nicht alles gut, nur weil es das Restaurant gar nicht gibt.
Der Ruf der Schweiz und auch der Ruf der Gastronomie insgesamt wurde erheblich beschädigt, und das von Leuten, die in Hamburg sitzen. Empörend! 😐
Gruß Buri

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.8 begonnen.]



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LaLe
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.12, eingetragen 2016-02-14


2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
Seit wann wissen wir Menschen was Bewusstsein, geschweige denn Realität ist?

Das wissen wir nicht. Aber wir Menschen selbst haben höchstwahrscheinlich alle ein Bewusstsein, und dieses Bewusstsein ist an unsere Hirnfunktionen gekoppelt. Wenn dann einige Lebewesen auch ein Gehirn haben, und auf äußere Reize (Körperliche Misshandlung etc.) ähnliche Reaktionen zeigen wie Menschen, dann ist es zumindest plausibel, dass sie auch ein Bewusstsein und eine Leidensfähigkeit haben. Bei Pflanzen gibt es bisher keine Hinweise, dass sie Leiden können.

2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
Wenn ich bei einem Menschen das Schmerzempfinden ausschalte, darf ich ihn dann töten und essen?

Rechtlich: Nein. Ethisch: Auch nein. Du nimmst diesem Menschen nämlich die Möglichkeit, in der Zukunft Dinge zu erleben, und du schadest denjenigen Menschen, die den getöteten vermissen.

2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
Wie wäre ein Zucht von genmanipulierten Menschen ohne Bewusstsein und Schmerzempfinden. Darf man die dann töten und essen?

Ich denke, die Zucht an sich wäre nicht bedenkenlos möglich, da sie wahrscheinlich viel Leid verursachen würde, bis die Menschen wirklich ohne Bewusstsein und Schmerzempfinden wären. Danach sehe ich keinen Grund gegen den Verzehr. Sinnvoller wäre es aber, Laborfleisch zu züchten:



2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
Nutztiere werden vor dem Schlachten blitzartig betäubt, also ihr Bewusstsein und Schmerzempfinden wird ausgeschaltet. Dann ist doch alles in Ordnung, oder?

In Deutschland werden jährlich 57 Millionen Schweine getötet. Laut Wikipedia vermutet man, dass etwa 1% davon nicht ordnungsgemäß betäubt werden und daher bei Bewusstsein getötet werden. Das sind 500.000 Schweine.



Aber selbst wenn man die Betäubung ordnungsgemäß ausführt, bleibt das Problem eines vorher qualvollen Lebens. Falls das Tier ein sogenanntes "glückliches Tier" war, bleibt natürlich das Problem, dass man ihm zukünftige schöne Erlebnisse verwehrt.

LG,
LaLe

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.10 begonnen.]



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.13, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-14


Ja, vermutlich ist es ein Fake. Aber viele Kommentierer bei Youtube haben das anscheinend nicht begriffen; das ist dann teilweise ganz lustig zu lesen.
 
2016-02-14 13:52 - Slash in Beitrag No. 7 schreibt:
Seit wann wissen wir Menschen was Bewusstsein, geschweige denn Realität ist?

Wir wissen es nicht absolut und werden es nie genau wissen. Aber man sollte nicht bei solchen Fragen auf einmal so tun, als ob man gar nichts darüber weiß, um jeglichen rationalen Argumenten auszuweichen; obwohl man dies bei ähnlichen Fragen nicht einmal in Erwähung ziehen würde.
 

Wenn ich bei einem Menschen das Schmerzempfinden ausschalte, darf ich ihn dann töten und essen?

Nein. Muss ich das wirklich begründen?
 

Wie wäre ein Zucht von genmanipulierten Menschen ohne Bewusstsein und Schmerzempfinden. Darf man die dann töten und essen?
 
???


Nutztiere werden vor dem Schlachten blitzartig betäubt, also ihr Bewusstsein und Schmerzempfinden wird ausgeschaltet. Dann ist doch alles in Ordnung, oder?
 
Nein.

Die Betäubung ist nicht blitzartig. Schau dir Dokumentationen an, z.B. dieses Video. Die "Nutztiere" stehen unter großem Stress und können ahnen (teilweise sogar sehen), was auf sie zukommt. Selbst bei einer sogenannten erfolgreichen Betäubung haben die Tiere in aller Regel noch ein Stück ihres Bewusstseins. Es gibt sehr viele Fehlbetäubungen, vor allem bei Schlachtungen in kleinen Betrieben. Das führt dazu, dass die Tiere bewusst miterleben, wie sie aufgeschlitzt werden und ihnen das Blut herausfließt. Was das für Qualen sind, lässt sich nicht in Worte fassen. Das ist der Alltag in den Schlachthöfen. Zum Weiterlesen: 1, 2, 3, 4.
 
Aber wie man es dreht und wendet: Bei Katzen und Hunden würde diese ganze Diskussion um Details der Schlachtung gar nicht stattfinden. Es ist und bleibt perfide, egal um welches Tier es sich handelt. Das ist meine Meinung, aber vermutlich auch eure Meinung, wenn ihr einmal euer Innerstes danach befragen würdet.
 
Wenn euch das Thema interessiert, kann ich euch übrigens diese Seite ans Herz legen. Das Stichwort lautet Karnismus.

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.8 begonnen.]



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.14, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-14


@Buri: Mir ging es wie ligning: Einen Moment dachte ich, dass es echt ist. Spätestens bei den Aufnahmen der Katzenzüchtung der Oma wusste ich, dass das ein Scherz ist - mit ernstem Hintergrund natürlich. Ich vermute bzw. bin mir sicher, dass eine Tierrechtsorganisation ihre Finger im Spiel hat. Es geht hier natürlich nicht um eine Rufschädigung der Schweiz - das ist eine Fehlinterpretation. Schade, dass das viele so interpretieren. Hier wird eher eine Industrie rufgeschädigt ;).



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LaLe
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.15, eingetragen 2016-02-14


2016-02-14 14:27 - Martin_Infinite in Beitrag No. 13 schreibt:
Aber wie man es dreht und wendet: Bei Katzen und Hunden würde diese ganze Diskussion um Details der Schlachtung gar nicht stattfinden. Es ist und bleibt perfide, egal um welches Tier es sich handelt. Das ist meine Meinung, aber vermutlich auch eure Meinung, wenn ihr einmal euer Innerstes danach befragen würdet.

Auf youtube gibt es folgenden Kommentar:

"es macht kein sinn ein Tier zü töten das fast kein essbares Fleisch anschich hat... Und zB. ein Huhn ist etwas anderes, es Lebt einfach ohne grossen hintergrund, aber ne Katze Liebt, spielt ind Lebt"

Bist du dir sicher, dass diese Form des anerzogenen Karnismus dadurch aus der Welt zu räumen ist, dass man sein "Innerstes" befragt? Da braucht es schon mehr. Wie gesagt, ich selbst habe mich dazu entschieden, keine Tiere mehr zu essen und überlege auch, vegan zu werden. Aber egal, wie viel ich mich mit der Thematik beschäftige, es ändert nichts daran, dass mich das Leid von Katzen weit mehr beschäftigt als das von "Nutztieren".

LG,
LaLe

[Die Antwort wurde nach Beitrag No.13 begonnen.]



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.16, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-14


@LaLe: Diesen Kommentar hatte ich auch gelesen. Offenbar ist diesem User weder klar, was die spezifischen Grundbedürfnisse und Verhaltensweisen von Hühnern sind, noch, dass die heutigen in der Nutztierhaltung eingesetzten Rassen nur durch völlige Überzüchtung solche Fleischberge ansetzen können.
 
Das Problem ist, dass viele nicht wissen, dass die "Nutztiere" dieselben Grundbedürfnisse und sehr ähnliche Verhaltensweisen haben wie Hunde und Katzen. Auch sie möchten z.B. spielen, viel laufen, Aufgaben lösen, soziale Beziehungen aufbauen, gekrault werden. Das merken einige Menschen, wenn sie zum Beispiel einmal ein Schwein oder ein Huhn in ihrem eigenen Haus bzw. Grundstück wohnen lassen (nicht zur Ausbeutung, sondern als Mitbewohner). Da erscheint es dann nach einiger Zeit, genau wie bei klassischen "Haustieren", vollkommen abwegig, diese Tiere und ihre Artgenossen umzubringen und zu essen. Diese Form von Empathie setzt natürlich nicht direkt ein, wenn sich die Tiere in Fabriken weit außerhalb der Stadt befinden. Oder umgekehrt, wenn man auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und einem von Kind auf das Mantra beigebracht worden ist, dass normal, notwendig und natürlich sei, Tiere zu töten oder gar bovine Muttermilch zu trinken, ohne jemals wirklich in die Position gekommen zu sein, das selbst zu beurteilen.
 
Wir haben früher im Haus übrigens drei Katzen gehabt. Sie gehörten zur Familie dazu, und wir haben sie geliebt. Entsprechend emotional hat mich das Video auch getroffen, als ich es kurz für echt hielt. Das muss man sich wohl nicht vorwerfen: Zu gewissen Tieren hat man aufgrund seiner Geschichte eine stärkere emotionale Verbindung. Es können auch neue emotionale Verbindungen entstehen.
 
Wie man Karnismus bekämpfen kann, ist ein vielschichtiges Thema. Das Video und die Kontroversen in diesem Zusammenhang tragen sicherlich dazu bei. Ebenso Infostände von Tierrechtsorganisationen, Vorträge von Melanie Joy und ihren Kollegen, und weiteren Aktionen. Es ist klar, dass der Karnismus zur Zeit tief verwurzelt ist und den Kindern von ihren Eltern anerzogen wird. Aber in den folgenden Generationen kann sich das ändern. Immer mehr junge Eltern denken um, und damit auch ihre Kinder. Der Karnismus lebt davon, ungenannt zu bleiben. Daher muss man ihn vor allem erst einmal ansprechen.



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.17, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-15


Jetzt ist herausgekommen, dass hinter der Aktion Swissveg, Vebu und Beyond Carnism (d.h. Karnismus-Erkennen in Deutschland) stecken, und dass es darum ging, auf den Karnismus aufmerksam zu machen. Wusste ich es doch!  😁

Die Homepage hat sich nun auch verändert.

Wie findet ihr diese Aktion? (Diese Frage richtet sich an alle, nicht nur an die Vegetarier und Veganer.)



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ochen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.18, eingetragen 2016-02-15


Hallo,
ein aehnliches Vorhaben ist hier zu sehen Hier werden vermeintliche Billigprodukte auf einem Wochenmarkt verkauft, wobei auf vollkommene Transparenz bezueglich der Produktion (u.a. Massentierhaltung,Kinderarbeit) aufmerksam gemacht wird. Viele der Kunden scheinen dies nicht wahrzunehmen.

Ob die gezeigten Ausschnitte wirklich repraesentativ sind, weiss ich aber auch nicht. Trotzde finde ich, dass das Video dazupasst.

Liebe Gruesse



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LaLe
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.19, eingetragen 2016-02-15


2016-02-15 10:52 - Martin_Infinite in Beitrag No. 17 schreibt:
Wie findet ihr diese Aktion?

Die Intention finde ich gut. Menschen über Karnismus aufklären ist eine gute Sache.
Ich frage mich aber, ob dieses Ziel erreicht wurde/wird. Wenn man sich die Kommentare unter dem Aufklärungsartikel ansieht, dann sieht es so aus, als ob kaum jemand überhaupt das Ziel der Aktion versteht. Die kurze Erklärung in dem Artikel, was Karnismus ist, reicht anscheinend nicht aus, um den Leuten ein ernsthaftes Bewusstsein dafür zu geben, dass sie selbst diesem Glaubenssystem verfallen sind und - das ist das wichtigste - dass es überhaupt ein Glaubenssystem ist, genauso wie Veganismus auch.

Irgendwie muss man bei solchen Aktionen sicherstellen, dass die Menschen nicht wütend zurückbleiben, sondern ernsthaft ihre Ansichten hinterfragen. Und vielleicht tut das auch ein großer Teil derjenigen, die das Video ansahen, aber die nicht repräsentative Auswahl der Kommentarschreiber offenbart eben etwas anderes.

Beispiel: "Der Ruf der Schweiz wurde beschädigt"
Jemandem mit so einer Ansicht muss man klar machen, dass das Töten von Katzen nicht schlimmer ist als das von Schweinen, und dass der Ruf der Schweiz nur deshalb geschädigt sein mag, weil die Wahrnehmung über das Töten von Katzen anders ist als die über das Töten von Schweinen, nicht die Tat selbst.

Beispiel: "Wir leben immer mit Katzen zusammen und finde diese Werbung total abstossend und primitiv"
Der Person mit dieser Ansicht sollte klar werden, dass die erste Reaktion ("abstoßend") durchaus von dem Film gewollt ist. Aber da soll es eben nicht aufhören! Es reicht nicht, wenn Leute denken "das ist ja ekelhaft, mir zu zeigen, dass Katzen getötet werden", nein, ihnen muss auch klar werden, dass das prinzipiell nicht ekelhafter ist als das Töten von Schweinen.

LG,
LaLe




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LaLe
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.20, eingetragen 2016-02-15


Noch ein weiterer Kommentar auf youtube, der so eigenartig ist, dass ich ihn gar nicht kommentieren kann:

"We have a food culture in which it is normal to eat pigs, cows, chickens and so on. Even the old egyptians had cats as their pets. I don't know if they eat them but what i want to say is that we consider, not only cats but also dogs, for our pets for a long time. My logic tells me that pets aren't ment to eat and all of you guys telling me that it's the same with every animal, you're monsters and just stupid..."

Dieser Kommentar war eine Reaktion auf folgenden Kommentar:

"If you're against eating cats and dogs, stop eating cows and pigs."

LG,
LaLe



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.21, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-15


@LaLe: Ich werde dir noch ausführlicher antworten, aber im Moment nur eine Klarstellung: Die Homepage wurde verändert. Erst seit heute steht da etwas von Karnismus, und es wurde ein Video von Melanie Joy verlinkt. In den Tagen zuvor sah die Homepage genau so aus, wie man es von einem echten Restaurant erwarten würde. Keine Anzeichen von Fake. Und in dieser Zeit wurden die meisten Kommentare verfasst. Die Aufklärung muss jetzt natürlich kommen. Aber dafür musste erst einmal etwas aufgewirbelt werden, was sonst immer tief vergraben ist ...



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.22, vom Themenstarter, eingetragen 2016-02-29


Was da für Kommentare noch so geschrieben worden sind ...

Youtube-Kommentator schreibt:
"I'm not against Killing animal for eat but be honestly  I'ld be more happy to see this idiot Death on the Street than a cat or a mouse.And I hope is gonna happen soon. You are a shame for Switzerland...nothing to be proud of"

Youtube-Kommentator schreibt:
"I hate vegans. Dear vegans, if you want to do something for the animals go to Brazil and fight deforestation or go to Nigeria to the Niger Delta an clean it from oil. But stop shoving everyone your veganism in their throats. Are you a fucking attention whore? Or do you have a tiny dick? No? Then stop it and question your hipster life style. You kill enough animals by your modern life style."

Youtube-Kommentator schreibt:
"Why do people disredpect and don't give a fuck about ecology and animal rights ? Because of those kind of fucking bullshit-hipster-peta-like videos ... you are badly stereotyping the ideas you are suppose to fight for. You are wasting money ans timz that the animal cause could need for usefull things, nit just making a fucking fashion movie to content your vegan self-esteem ... you are as bad for the environment than the people you fight. FUCK YOU"

Youtube-Kommentator schreibt:
"This was obviously made with an ENORMOUS budget and sponsored by rich radical vegan a**holes. I'm Swiss. And this is an INSULT towards our country. In Switzerland, we do not eat or serve as meal cats or dogs. We have the greatest hotel schools and renowned restaurants and we RESPECT animals more than any other countries. If these German people want to make money with that kind of stupid advertising, they should be at least OBJECTIVE by not targeting a country or taking on their message by showing their own country. PS : I heard the dead ripped cats used in the video were real, I hope you at least ate them after the film shoot haha"

Youtube-Kommentator schreibt:
"Was regen sich da eigentlich alle so auf? Was macht ein Tier zum Haustier und was zum Nutztier? Kann mir auch ne Sau im Keller halten und die nicht essen weil sie mein Haustier ist. Manche Kulturen fressen keine Kühe weil sie heilig sind und hier landen die aufm Burger. Das ist doch banale Scheisse die ihr hier verzapft. Neuester Trend ist Meerschweinchenfleisch! - Na und? Ich würde das sogar probieren wollen. Also lasst doch jeden essen was er will , ist leider das Gesetz des Stärkeren und Punkt."

Youtube-Kommentator schreibt:
"Was für eine Bullshitkampagne... Man sollte beginnen, ähnliche Kampagnen gegen radikale Veganer/Vegetarier/Tierschützer wie die PETA Aktivisten zu starten... Wenn heute schon überall Toleranz gepredigt wird, sollte man diese auch umsetzen... Oder bewerfe ich PETA Aktivisten mit Kuhblut oder starte eine Imagekampagne über den Club d'almagne, den ersten deutschen Puff der Sex mit Pferden anbietet, solange man sein Pony selbst mitnimmt?! Natürlich nur um eine Botschaft zu übermitteln?"

Youtube-Kommentator schreibt:
"Just a Fake by fucking german vegans. One reason more to hate these vegan bastards."

Die Kommentare, die von einer Reflektion über das Thema zeugen, sind extrem in der Unterzahl.

Youtube-Kommentator schreibt:
"Echt oder nicht. Es ist egal was für Fleisch man isst. Ich bin kein Vegetarier. Aber ist ein Hund oder eine Katze was besseres als eine Kuh oder ein Huhn? Nein, sicher nicht. Das ist diese bescheuerte Doppelmoral. Das Hauptproblem ist der Fleischüberkonsum über den wir nachdenken und diskutieren müssen! Ich finde es auch extrem makaber. Aber einen großen Unterschied zu der Schlachtung von anderen Tieren besteht hier in keiner Weise. Nur weil es unsere "Kuscheltiere" sind."


Aber gut, Youtube-Kommentare spiegeln ja auch nicht wirklich ein repräsentatives Meinungsbild wider. (Mir ist z.B. einmal aufgefallen, dass sich unter Youtube-Videos zum Thema Flüchtlinge fast nur Hasskommentare von Flüchtlingsgegnern befinden.)
 
Daher möchte ich noch einmal die Frage in den Raum stellen, wie ihr das Video findet.



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LaLe
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Hi,

2016-02-29 18:20 - Martin_Infinite in Beitrag No. 22 schreibt:
Daher möchte ich noch einmal die Frage in den Raum stellen, wie ihr das Video findet.

An meiner Meinung hat sich nichts geändert. Die Intention ist gut, ob das Ziel erreicht wurde, bleibt fragwürdig. Zumindest sollten die Urheber der Kampagne sehr gut evaluieren, inwiefern die Ziele erreicht wurden, auch in Hinblick auf zukünftige Aktionen.

Und dass der Ruf der Schweiz geschädigt wurde, ist ja vielleicht die Realität. Wenn es nun einige Menschen gibt, die - aus welchen Gründen auch immer - die Schweiz für ein Land voller grausamer Katzen-Killer halten, dann ist das eine reale Rufschädigung, auch wenn das noch so irrational ist. Man sollte sich deshalb fragen, ob eine Kampagne mit ähnlichen Zielen auch möglich gewesen wäre, ohne so eine Rufschädigung zu provozieren.

Ich habe außerdem einem omnivoren Freund das Video gezeigt und ihn nach seiner Meinung gefragt und ihn das auch vergleichen lassen mit Aktionen, bei denen zum Beispiel leckere vegane Snacks kostenlos verteilt werden. Seine Antwort:

"Ja, bei kostenlosen Snacks kann ich mir vorstellen, dass jemand die halt gut findet, und wenn er vorher Hemmungen hatte sich vegetarisch zu versuchen, dann evtl. ermutigt wird. Weil es ja immer noch gute Sachen gibt, die man essen kann. Bei dem Video denke ich, dass man sich halt tendentiell denkt: 'Was für ein Arschloch, der tötet Katzen und Hunde.' Das ist glaub ich kein gutes Mindset, um die eigenen Werte zu hinterfragen.
Also Leuten ans Bein zu pissen ist glaub ich einfach kein guter Weg, sie von irgendwas zu überzeugen. Wenn man das als Gedankenexperiment vorstellt und dem Publikum von vornherein klar ist, dass es nicht darum geht Hunde und Katzen zu töten, dann hören vielleicht weniger Leute zu, aber die lassen sich dann vielleicht eher darauf ein."

Ich hab ihm dann ein Video von Melanie Joy verlinkt (die englische Version des deutschen Videos, das auch auf der Homepage von La Table Suisse verlinkt ist), und das hat ihm gut gefallen und ihn auch real zum Nachdenken gebracht. Wie viel Prozent der Menschen, die auf La Table Suisse aufmerksam wurden, haben das wohl gesehen?

LG,
LaLe




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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.24, eingetragen 2016-03-01


1) Um es vorweg nochmal klar zu sagen: Ich bin kein Verfechter von Fleischkonsum.
2) Ich habe mir (aus technischen Gründen) das Video nicht angesehen, aber den Rest der Seite.
3) Ich finde die Kampagne _nicht_ gut, da sie inhaltlich nur versucht, eine Konditionierung durch eine andere zu ersetzen.(*)
Etwas überspitzt formuliert, werden hier Menschen an einer emotionalen Leine durch den Ring gezerrt.
(*) Wohlwollend _kann_ man annehmen, dass man mit der Kampagne das Thema erst mal "nur" anschneiden will um dann (anderswo) noch "vernünftige" Argumente nachzuliefern.

Zu 3)
Den Verzehr von Hunden und Katzen (im Gegensatz zu Hühnern etwa) abstoßend zu finden ist eine Konditionierung. "Wir" verabscheuen es, weil "wir" _gelernt_ haben es zu verabscheuen. Kaum jemand hat/kennt rationale Gründe, aus denen man den Verzehr von Katzen ablehnen sollte, den Verzehr von Kaninchen bspw. aber nicht.
Diese starke Tabuisierung in Mitteleuropa ist kulturhistorisch gesehen _sehr_ jung. Vor 50 Jahren gab es bspw. noch offizielle Regelungen zur Trichinenschau bei Hunden und Katzen, die für den menschlichen Verzehr vorgesehen waren. Ein Schlachtverbot für Hunde gibt es erst seit 30 Jahren und es ist sicher kein Zufall, dass Katzen auch heute noch gelegentlich als "Dachhasen" bezeichnet werden.
Menschen, die Hunde und Katzen essen, sind keine abscheulichen Monster. Genau auf dieser Assoziation basiert aber die Kampagne. "Hunde und Katzen zu essen, ist böse, böse, böse und bei Schweinen und Hühnern ist es im Prinzip genauso."
Auf welch schwachen Füßen dieses Argument basiert, wird vielleicht klar, wenn man sich die islamische Variante des Films vorstellt. Dafür bräuchte man kein erfundenes Restaurant, man filmt einfach in Deutschland und bringt das Ergebnis im Iran oder in Saudi-Arabien in Umlauf.
Ein großer Teil der Mitteleuropäer würde sich sicher dagegen verwehren, als "böses Beispiel" zu dienen, weil er Dinge isst, die nicht halal sind.

Logisch argumentativ hat die Seite erhebliche Schwächen.
a) "Hunde und Katzen zu essen ist tabu."
b) "Schweine zu essen ist nicht tabu."
c) "Gleiches wird ungleich behandelt." -- Widerspruch
d) Folgerung: "Schweine zu essen sollte auch tabu sein"
Dabei ist a) ziemlich willkürlich, zu anderen Zeiten und an anderen Orten wurden/werden Katzen und Hunde gegessen und das liegt nicht an irgendwelchen völlig unterschiedlichen Moralvorstellungen.
In c) wird die Gleichheit einfach behauptet. Ob es eventuell faktische Gründe gibt, warum der Verzehr von Hunden nicht (mehr) gestattet ist (z.B. weil sich in den Körpern von Fleischfressern bestimmte Schadstoffe stärker anreichern), wird nicht erörtert.
Selbst wenn man den vermeintlichen Widerspruch in c) als solchen akzeptiert, bleibt offen, warum die Folgerung in d) nicht "Hunde und Katzen zu essen sollte erlaubt werden." heißt. Wenn sich A und B widersprechen, muss das ja nicht heißen, dass A falsch und B richtig ist.

Vor 30 Jahren hätte es mir vielleicht noch ganz gut gefallen, Menschen "emotional wachzurütteln", an ihre "Gefühle" zu appellieren und sie so auf den "richtigen Weg" zu führen. Ich werde mich auch heute nicht beschweren, wenn jemand aus einer Emotion heraus das richtige tut.
Aber Menschen tun aus Emotionen heraus auch die falschen Dinge. Wie soll ich sie argumentativ davon abhalten, wenn ich vorher selbst immer nur auf dieser Welle geritten bin?

Über Vor- und Nachteile emotionaler und rationaler Argumentations- und Handlungsweisen könnte man sicher noch viel ausführlicher diskutieren, ich möchte aber an dieser Stelle nicht den Rahmen sprengen.



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Martin_Infinite
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.25, vom Themenstarter, eingetragen 2016-03-01


@Kitaktus: Zunächst einmal danke für deine ausführliche Stellungnahme, der ich auch in einigen Punkten zustimme.
 
Ich würde es gut finden, wenn du dir das Video auch mal ansiehst, bevor du über die Aktion sprichst ;-)

Die meisten Menschen hier in Deutschland etwa halten es offensichtlich für abscheulich, Hunde und Katzen zu essen. Das erkennt man auch an den Kommentaren zum Video. Das ist also jetzt nicht unbedingt eine Assoziation, sondern ein empirischer Befund, den die Kampagne natürlich ausnutzt.

Die Argumentation verläuft dann in etwa so: Wenn du das Essen von Hunden und Katzen abscheulich findest, wieso findest du dann das Essen von Hühnern, Schweinen und Kühen so normal?

Die Kampagne stellt nicht die Behauptung auf, dass das Essen von Tieren generell böse ist, sondern soll bei jedem Zuschauer bzw. Leser zum Nachdenken über die genannte Frage anregen. Jeder muss also seine eigene Entscheidung treffen.
 
Und insbesondere muss auch jeder selbst entscheiden, ob er es konsistenter findet, alle Tiere zu essen, oder gar keine Tiere zu essen. Beides ist natürlich konsistenter, als nur gewisse Tiere zu essen und andere wiederum als moralischen Gründen nicht.

Ich denke aber ehrlich gesagt, dass nur die wenigsten Menschen auf die Idee kommen werden, ihre Haustiere auf einmal als essbar zu betrachten. Und daher hat sich die Kampagne wohl auch dafür entschieden, lediglich auf die Option hinzuweisen, gar keine Tiere mehr zu essen oder auszubeuten, wofür es schließlich auch noch ein ganzes Arsenal von weiteren Gründen gibt.

Und ich glaube auch nicht, dass der strahlende fröhliche Blick eines kleines Kindes etwa, wenn es eine Katze, einen Hund oder eine Ziege sieht, wirklich ein Ergebnis unserer Kultur ist, sondern ein Zeichen dafür, dass uns ein gewisses Maß an Empathie auch anderen Spezies gegenüber angeboren ist. Der Karnismus jedoch tötet diese Empathie gegenüber sogenannten Nutztieren ab. Und wie du ja schon gesagt hast, ist eher diese Einteilung der Tiere in Haustiere, Nutztiere, Wildtiere etc. ein Ausdruck der länderspezifischen Kultur.



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Martin_Infinite
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