Matroids Matheplanet Forum Index
Moderiert von Berufspenner Ueli rlk MontyPythagoras
Ingenieurwesen » Elektrotechnik » Internet über das Stromnetz?
Autor
Schule J Internet über das Stromnetz?
Ehemaliges_Mitglied
  Themenstart: 2019-02-05

Hey, es gibt bekanntlich DSL über das Telefonnetz und "Kabel" über das Kabel-TV Netz. Warum macht man die "Signal-Übertragung" eigentlich nicht einfach über das Stromnetz? Stromleitungen hat man doch überall; also bau-technisch weit weniger Aufwand. Laut dem Telekomtechniker würden das manche Stromanbieter eh machen, etwa um digitale Stromzähler auszulesen. Thx schonmal für Beiträge und interessante Diskussion. PS: Als kleine Randbemerkung. Vodafone wirbt mit sowas wie "WLAN aus der Steckdose", wenn ich mich richtig erinnere sogar mit solchem bzw. ähnlichem Titel und entsprechenden Bildern auf Werbeplakaten. Das ist aber KEIN Internet über das Stromnetz: tatsächlich wird eine LTE-Funktechnik verwendet; man hat lediglich den Vorteil, dass man ein entsprechendes Modem "nur" an die Steckdose anschließen muss, der Rest kommt aus dem Äther. Edit: PPS: Ich meine übrigens auch kein "dLAN", was mit Hilfe des Schutzleiters und der Erdung ein Heimnetzwerk aufbaut, an welches dann auch ein reguläres Modem angeschlossen werden kann! Ich meine, wie gesagt, "Internet über die Stromleitungen"


   Profil
pzktupel
Aktiv Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 02.09.2017
Mitteilungen: 2249
Wohnort: Thüringen
  Beitrag No.1, eingetragen 2019-02-05

Ich bin kein Fachmann, aber... Das Daten über die Steckdose gehen, ist in einem Hausnetz schon möglich, aber ich könnte mir vorstellen, das es mit Nachrüsten teuer wird, da in Stromkästen viele Kreisläufe im Haus zusammen kommen. Man kann nur Internet abgreifen, wenn der eine Kreislauf im Haus diesen hat. Die Sicherungen müssten das alle durchwinken. (Bad, Wohnzimmer, Außenbereich etc.) Im Endeffekt ändert das aber nichts, weil die Telefonleitungen auch soweit ausgebaut sind, das diese weiterhin zur Übertragung genommen werden. Auch ist fraglich , ob es wirtschaftlich ist. Fast jeder (außer ich) besitzt ein Handy mit Internet... und es ist durchaus das einzige Empfangsgerät. Will heißen, man braucht durchaus kein Festanschluß, wenn dies genügt.


   Profil
Ehemaliges_Mitglied
  Beitrag No.2, vom Themenstarter, eingetragen 2019-02-05

PPS: Ich meine übrigens auch kein "dLAN", was mit Hilfe des Schutzleiters und der Erdung ein Heimnetzwerk aufbaut, an welches dann auch ein reguläres Modem angeschlossen werden kann! Ich meine, wie gesagt, "Internet über die Stromleitungen" _________ Netzstrom hat 230V / 50Hz. Die Internetübetragung dürfte aus Signalen im Milivoltbereich oder geringer (?) sein und ganz andere Frequenzen nutzen. Die richtigen Frequenzen isoliert ein Filter. Ich sehe keinen Konkurenzkampf, weder für die Stromversogung noch für die Internetsignale, die dann aus der Steckdose kämen.


   Profil
Berufspenner
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 13.11.2003
Mitteilungen: 3293
Wohnort: Hamburg, z.Zt. Hannover
  Beitrag No.3, eingetragen 2019-02-05

Moin ein paar mir spontan einfallende Punkte, die gegen eine flächendeckendes Powerlinenetzwerk bzw. WAN über das Stromnetz sprechen: - Das Stromnetz ist nicht wirklich für die Übertragung von hochfrequenten Signalen über weite Strecken geeignet. Die Leitungsdämpfung ist hier sehr hoch. Zudem wird es auf Grund der schlechten HF-Schirmung mindestens an Knotenpunkten zu einem Übersprechen auf andere Leitungsn kommen. Das führt zum einen zu einer weiteren Signaldämpfung als auch zu Interferenzen, die das Signal weiter verzerren. - Für WAN ist eine flächendeckende Netzwerkstruktur mit Routern, Repeatern, etc. notwendig. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis gegenüber schon verlegten Telefonleitungen mit der entsprechenden Netzwerkstruktur macht ein Powerline WAN enorm unattraktiv.


   Profil
jacha2
Senior Letzter Besuch: vor mehr als 3 Monaten
Dabei seit: 28.05.2013
Mitteilungen: 1218
Wohnort: Namur
  Beitrag No.4, eingetragen 2019-02-05

Salut, naja, aber das ... \quoteon(2019-02-05 11:56 - QBert im Themenstart)...Laut dem Telekomtechniker würden das manche Stromanbieter eh machen, etwa um digitale Stromzähler auszulesen. \quoteoff ...ist doch Trampelpfad mit Autobahn verlichen. Tatsächlich hatten die als die "4 Besatzungsmächte" apostrophierten Elektronetzbetreiber in W-Deutschland sehr zum Verdruß des Möchtegern-Fernmeldemonopolisten "Deutsche Bundespost" ein eigenes Kommunikationssystem über ihre diversen Netzebenen (Höchst-, Hoch-, Mittelspannungsnetz) gelegt, ähnlich der Bundesbahn. Weswegen sie als "Mannesmann" zusammen einer der ersten Konkurrenten der BuPo nach der Liberalisierung wurden. \quoteon(2019-02-05 11:56 - QBert im Themenstart)...Thx schonmal für Beiträge und interessante Diskussion. ... Edit: PPS: Ich meine übrigens auch kein "dLAN", was mit Hilfe des Schutzleiters und der Erdung ein Heimnetzwerk aufbaut, an welches dann auch ein reguläres Modem angeschlossen werden kann! Ich meine, wie gesagt, "Internet über die Stromleitungen" \quoteoff Schon klar. Ich denke mir folgendes: Bei der Fernwirktechnik zu den Endkunden ihrer edlen Elektroströme von garantiert 400 V 3phasig mit 50,± Hz liegen nur die Ortsnetze dazwischen, die ohne allzu großen Aufwand an Filter- und Modulationstechnik zur Durchschleusung von niedrigbitratigen Daten- und Steuerungssignalen verwendbar sind. Es geht ja nur darum, Zählernummern und -stände zu übertragen, einem Tarifwechselzähler einen Umschaltimpuls zu geben oder den eines säumigen Zahlers zu sperren oder so. Das ist aber schon bitratenmäßig Größenordnungen unterhalb 'video on demand' für eine ganze Straße, in der garantiert jeder was anderes glotzen will. Alle andern fernmeldetechnischen Aspekte hat /Berufspenner/ schon beleuchtet. Wenn man sich anschaut, was für Aufwand die Post treibt, nur um mit ihrem großmäulig als "Vectoring" bezeichneten Herumgeschalte zwischen Adernpaaren noch ein paar MHz mehr aus ihren kupfernen Bodenschätzen zu quetschen, mag man sich gar nicht vorstellen, was man als sicher dann als "Ultravectoring" zu bezeichnenden Schirm-, Filter- und Verstärkeraufwand treiben müßte, um die von der Kommunikationssignalübertragung getrennten Elektronetze dazu zu bringen, dasselbe wie diese auch noch zu leisten. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die schlauen Kostenrechner das schon längst versucht hätten, wenn es sich rechnete, d.h., wenn ihnen irgendjemand schlaue billige Modems dafür anböte, die ohne langwierige Abschirm- Isolier-, Buddel- und sonstige Arbeiten diese Funktionalität böten. Aber es wäre eine Insellösung nur für Deutschland mit seiner verquasten, halbherzig betriebenen Demonopolisierung der Telekomikerbranche, bei der sich zu viele Geschäftchenmacher auf die Füße getreten fühlen würden, weswegen sich höchstens Huawei überlegen würde, ob da was zu machen wäre. Alle andern haben die auch gegen NEMP weitgehend immunen Glasfaserkabel und lachen sich krumm über die "Neuländer". Adieu


   Profil
Ehemaliges_Mitglied
  Beitrag No.5, vom Themenstarter, eingetragen 2019-02-06

Aja, interessant. Ist die, in No.3 genannte, Signaldämpfung bei digitalen Signalen gravierend?


   Profil
Berufspenner
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 13.11.2003
Mitteilungen: 3293
Wohnort: Hamburg, z.Zt. Hannover
  Beitrag No.6, eingetragen 2019-02-06

\quoteon(2019-02-06 18:14 - QBert in Beitrag No. 5) Aja, interessant. Ist die, in No.3 genannte, Signaldämpfung bei digitalen Signalen gravierend? \quoteoff Auf der Leitung wird ein Spannungssignal übertragen und gedämpft. Ob es jetzt analog oder digital interpretiert wird, ist erst mal unerheblich. Ich habe allerdings keine Zahlenwerte zur Hand, die die Dämpfung auf einer Stromtrasse mit einer gleichlangen Telefonleitung vergleichen können.


   Profil
hyperG
Senior Letzter Besuch: in der letzten Woche
Dabei seit: 03.02.2017
Mitteilungen: 1716
  Beitrag No.7, eingetragen 2019-02-06

Datenübertragung gab es schon vor über 30 Jahren. Gewaltige Kondensatoren trennten die gefährliche Hochspannung von der Signalspannung. Ob das nun Telefonie oder was auch immer war, spielt erst mal keine Rolle. Durch die Dämpfung kann man jedoch nie große Entfernungen oder große Datenmengen übertragen! (das ist auch bei dLAN nicht anders) Man müsste an zig Stellen (Sicherungen, Zähler, Schaltanlagen, Trafos...) jedes mal "Weichen" und "Zwischenverstärker" einbauen -> unrentabel & uneffektiv. Was aber längst gemacht wird: Glasfaser Lese Glasfasernetz "...haben bereits sehr früh begonnen, parallel zu Hochspannungsleitungen bzw. mit diesen zusammen Glasfaserkabel zu verlegen, um Ausbaukosten zu sparen. Die so entstandenen Glasfasernetze nutzen die Eigentümer teilweise selbst und vermieten sie teilweise an andere Telekommunikationsunternehmen..."


   Profil
Ehemaliges_Mitglied hat die Antworten auf ihre/seine Frage gesehen.
Das Thema wurde von einem Senior oder Moderator abgehakt.

Wechsel in ein anderes Forum:
 Suchen    
 
All logos and trademarks in this site are property of their respective owner. The comments are property of their posters, all the rest © 2001-2022 by Matroids Matheplanet
This web site was originally made with PHP-Nuke, a former web portal system written in PHP that seems no longer to be maintained nor supported. PHP-Nuke is Free Software released under the GNU/GPL license.
Ich distanziere mich von rechtswidrigen oder anstößigen Inhalten, die sich trotz aufmerksamer Prüfung hinter hier verwendeten Links verbergen mögen.
Lesen Sie die Nutzungsbedingungen, die Distanzierung, die Datenschutzerklärung und das Impressum.
[Seitenanfang]