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Mathematik » Geometrie » Flugbahn aus "Picknick am Wegesrand"
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Kein bestimmter Bereich Flugbahn aus "Picknick am Wegesrand"
Rotkehlchen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Themenstart: 2021-03-01


In "Picknick am Wegesrand", bekannter SF-Roman der Brüder Strugatzky, berechnet Prof. Pillman aus sechs auf der Erde verteilten Orten die Richtung, aus der die Ausserirdischen kamen. Zum näheren Verständnis das Zitat:

«Stellen Sie sich vor, Sie brächten einen großen Globus zum Drehen und feuerten aus einem Revolver Schüsse auf ihn ab. Die Löcher auf dem Globus werden eine Art fließende Kurve bilden. […] Jener Punkt am Firmament nun,
von dem aus sozusagen geschossen wurde, wird als Pillman-Radiant bezeichnet.»


Welcher Art ist diese Kurve und ist es tatsächlich möglich, daraus die "Schußrichtung" zu berechnen, oder handelt es sich hier um Fiktion?
Meine Mathekenntnisse reichen leider nicht aus, um das zu beurteilen, aber es würde mich interessieren. Falls jemand Lust hat, sich darüber Gedanken zu machen, würde ich mich sehr freuen!

Danke im Voraus
Rotkehlchen





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haribo
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.1, eingetragen 2021-03-01


hallo rotkehlchen,

es sind wohl deutlich zu wenig informationen gegeben

also wenn du als beispiel direkt über dem globus bist und dich nicht bewegst, der sich aber dreht,  und schiesst 6 mal direkt in den nordpol

dann wird man schon wissen in welcher richtung du warst beim schiessen


wenn du im 10 min abstand schiesst und alle sechs löcher zwischen berlin und london einschlagen, dann weiss man das du oberhalb des äquators warst aber für die weltall-richtung, dazu bräuchte man auch dann schon noch uhrzeit/datum der einschläge

wenn der angreifer sich auch noch schnell bewegt und evtl nichtmal genau richtung erdmittelpunkt schiesst, dann kann alleine aus der lage der einschläge sicherlich nur dr. pillman die richtung erkennen



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Kitaktus
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.2, eingetragen 2021-03-04


Zur Vereinfachung gehe ich von einem Beschuss mit masselosen Kugeln aus, die Berücksichtigung von Gravitationswirkungen würde alles wesentlich komplizierter machen.

Befindet sich der Schütze gegenüber dem Erdmittelpunkt in Ruhe, so kann man aus den Einschussstellen nicht die Position/Richtung des Schützen ermitteln, selbst wenn man die exakten Zeitpunkte der Treffer kennt.
Dies macht ein kleines Gedankenexperiment klar:
Wenn man einen Schuss von irgendeiner Position aus so abgibt, dass die Kugel zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Stelle auf die Erde trifft und gibt danach weitere Schüsse in die selbe Richtung ab, so werden sich die Ziele auf einem Breitenkreis verteilen und mit der Rotationsgeschwindigkeit der Erde mitwandern. Egal von wo aus der Schütze schießt.

Etwas anders sieht es aus, wenn der Schütze sich gegenüber der Sonne in Ruhe befindet. Nun überlagern sich die Rotation der Erde um die eigene Achse und die Rotation der Erde um die Sonne.
Kennt man die Zeitpunkte zu denen die Schüsse die Erde trafen, so kann man berechnen, wo sich die Auftreffpunkte in Relation zur Sonne zu den Auftreffzeitpunkten befunden haben. Kommen alle Schüsse aus einer Richtung, dann liegen diese Punkte auf einer Geraden, deren Richtung man dann auch ermitteln kann.

Kennt man zwar die Auftreffpunkte, weiß aber nicht genau, wann der Treffer erfolgte, dann wird es schwierig. Ich vermute, dass die erreichbaren Genauigkeiten dann auch davon abhängen, wie gut man die Zeitpunkte eingrenzen kann und ob die Schüsse eher von vorn/hinten (bezogen auf die Hauptbewegngsrichtung) kommen oder eher von der Seite.
Bei einem seitlichen Beschuss befindet sich die Erde z.B. nur wenige Minuten in der Schusslinie



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Rotkehlchen
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Zum letzten BeitragZum nächsten BeitragZum vorigen BeitragZum erstem Beitrag  Beitrag No.3, vom Themenstarter, eingetragen 2021-03-04


Danke mal für eure Antworten!
Man darf annehmen, dass die Zeitpunkte der Einschläge bekannt sind, auch wenn es im Buch nicht explizit erwähnt wird, sodass die These von Kitaktus jedenfalls interessant klingt. Die Bewegung der Erde auf der Umlaufbahn ist sicher zu berücksichtigen (immerhin 2,5 Mio. km pro Tag) und da die Einschlagszonen laut Buch "über den Globus verteilt" sind, kann man von bis zu einem Tag ausgehen, über den sich die Treffer verteilen.

Einer der Autoren, Boris Strugatzki hat Physik bzw Astronomie studiert, also kann man auch annehmen, dass er weiss, was er schreibt, allerdings ist es durchaus beabsichtigt den Leser im Dunkeln zu lassen, was eben hier für entsprechend lebhafte Diskussionen gesorgt hat.

 



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